Kleiner Barth

Es gibt ja diese Seiten, meist am Ende von Tageszeitungen, auf denen Boulevardeskes gehandelt wird. Das Zeug, dass es im ehemaligen Leitmedium Fernsehen im frühen Vorabendprogramm zuhauf gibt: D-Promi-News, Modetrends und anderen Blödsinn. Michael Jackson im Rollstuhl und Ethan Hawke, der sein ehemaliges Kindermädchen heiratet. Diese Seiten heißen manchmal “Vermischtes” oder “Aus aller Welt” oder gar “Magazin”, wie bei der Frankfurter Rundschau. Und in dieser gibt es heute eine recht empfehlenswerte Analyse des Phänomens “Mario Barth”.

Zum Kommentar einer Barth-Anhängerin schreibt der Autor darin:

Eigentlich, so schrieb die Frau, kenne man derlei Witzigheit vom eigenen Freund. Aber sie fände es trotzdem super! […]
“Trotzdem super!” ist die Durchhalteparole der Traurigen–gegen die ewige Zumutung durch das schier unerreichbar Schöne und Gute. “Trotzdem super” finden viele triste Urlaube, lieblos zubereitetes Essen, Fuselwein, abgeschmackte TV-Shows, öde Filme, Dieter Bohlen und Matthias Riechling. Mit “trotzdem” reden sich viele erst ihr gebremstes Bemühen schön, dann das Ergebnis, letztlich die Resignation, kurz: das mittelmäßige Scheitern.

Zwar steht Mark Oberts Text neben der “Meldung” über Michael Jackson, dem sich angeblich die Haut vom Gesichte schält, aber es ist trotzdem (!) schön zu wissen, dass man “Magazin” auch so machen kann.