Tanz am Zoo


Fast hätte ich es vergessen: Natürlich proppenvoll. Aber: Das Publikum sehr angenehm. Der Frauenanteil irgendwo zwischen zehn und dreißig Prozent. Die halbe Albertina da. Eher weniger der Muldentalkreis. Nur leider die Musik kacke. (Warum muss die Qualifikation des DJs eine Perücke sein? Und warum steht da etwas von Indy im Programm, wenn es doch nur… Aber gut. Jetzt nörgel ich schon wieder…)

Das Drei(-kippelige)-Säulen-Modell der Leipziger CSD-Woche

Pride Season ist ist nicht nur in Köln oder Berlin, sondern auch in Leipzig. Das Schöne an Leipzig: Man möchte auch politisch und kulturell sein. Dafür gibt es viel Beifall, und die Veranstaltung sind bis zum Anschlag mit Aktivisten gefüllt, wie man bereits ganz am Anfang, am Samstag bei der “Queeren CSD-Eröffnungsparty mit DJane Claudia K.” in der Frauenkultur in der Windscheidstraße erleben konnte. Massenhaft strömte man nach Connewitz um zu tanzen und gleichzeitig für die gute Sache … §$%&/ kratz )%/$” spring &$§)%) …

[Huch! Da stehen ja nur ein paar Leute vor dem Haus (und es ist keine Warteschlange). Öh hm?]

[Huch! Da ist ja auch kaum jemand im Haus (Hängen da etwa Aquarelle?). Öh hmhm?]

Ja, war irgendwie ziemlich leer dort in der Windscheidstraße. Ein paar Frauen, die zur Stammbelegschaft zu gehören schienen. Ein junger Mann mit Partei-Name-Badge stolperte auch noch durch die Anlage. Ansonsten war es das. War es das wirklich? Ja.

Ich möchte wetten, dass zum großen Pride-Ball eine Woche später die Kongresshalle am Zoo proppenvoll sein wird. Und über diesen anzunehmenden Umstand könnte ich mich wieder aufregen. Tue es aber nicht, sondern lese die Pressemitteilung Nummer 001, in der “das bewährte Konzept mit den drei Säulen Politik, Kultur und Party” gelobt wird. Irgendetwas scheint mir daran nicht zu stimmen. Irgendwas steht da schief. Selbst die Partysäule scheint nur dann nicht zu kippeln, wenn man sie mit genug Trash oder “knackig rattigen Terrorschwestern” unterfüttert. Autsch!

Pimmelzwang?

Den Post von Batz zum Tag gegen Homophobie muss ich verlinken. Zum einen, weil seine Aufstellung der Aussagen von “Ich hab ja nix gegen … aber”-Mitbürgern unterhaltsam ist, zum anderen, weil sie jeder schon einmal gehört hat oder gar selbst verwendet. In ein paar Tagen beginnt in Leipzig die CSD-Woche. Ich hatte mich im letzten Jahr schon ein bisschen über die von mir empfundene Janusgesichtigkeit dieses Projekts ausgelassen (und ein bisschen vergaloppiert), aber: dass die Veranstaltungen des CSD politisch sind und dass richtige und gute Forderungen aufgestellt werden, ist sehr lobenswert und verlangt auch nach Interesse und Unterstützung. Deswegen, Freunde der Sonne, werft einen Blick in das Programm des CSD in Leipzig und geht hin!