Altersdurchschnitt 70 1/4 Jahre: Das literarische Quartett spricht über Bert Brecht

Hat Hellmuth Karasek (72) schon immer so heftig gestikuliert? Sah Marcel Reich-Ranicki (86) schon immer zu zusammengefallen aus? Mein Gott! Ich glaube, man sollte schon einmal Nachrufe schreiben. Und sie reden über Brecht, der so jung ist. Brecht ist doch Jugendliteratur! Die Show der lebenden Literaturleichen im ZDF. Da tun sich ja Abgründe auf. Oder besser: Passt sich das ZDF wieder seiner Altersgruppe an? Wenn schon Iris Radisch (47) schulmeisterlich für ihr auswendig gelerntes Wissen (Anzahl der Dramen Brechts etc.) gelobt wird… Peter Rühmkorf (76) sagt zum Glück nicht mehr viel–manchmal singt er. Notwendigerweise sendet das ZDF diese Tales from the Literary Crypt nach elf, denn diese gegenseitige längst impotente Verbalmasturbation (mit Iris als mädchenhafte Voyeurin) ist wohl wirklich nur etwas für Leute über sechzehn.

GwB Explains the World: Islamic Fascism

“The recent arrests that our fellow citizens are now learning about are a stark reminder that this nation is at war with Islamic fascists who will use any means to destroy those of us who love freedom, to hurt our nation.” [full text]

This is what George Walker remarks on the thwarted terrorist plot to simultaneously blow up aircraft heading to the United States from Heathrow.

“There’s nothing Islamic about fascism,” said Edina Lekovic, communications director for the Muslim Public Affairs Council in Los Angeles [here]. But, again, poor Mr. Bush was misunderstood. Just imagine Italians between 1922 to ’43 under Islamic influence. Just imagine Hitler performing salat. Ridiculous! Not even Bush would be able to think sth like this. Although he seems to mix up things, it’s good news that the US of A are not on war with Islam in general. However, a verbal slip worth quoting…

Zu alt für die Böhsen Onkelz?

[Illustration: Onkelz-Logo]Komisch! Habe gerade den Matt noch von den Onkelz begeistern wollen. Meine Jugendmusik. Höre sie gerade und finde sie total trivial und eintönig. Dabei dachte ich doch immer, dass das ganz tolle Musik sei. Hatte sie sogar noch in England im Shuffle-Modus parallel zu Slime gehört, was zugegebenermaßen auch schon damals eigenartig war. Ich glaube, ich bringe die CDs jetzt in den Keller und lege lieber Heino auf (vielleicht liegts am Alter) ;-).

[Illustration: Hey Punk!/Slime]

Felix Johannes Krömer über Bruce Willis und braune Brause

Vor der herkömmlichen Süßstoffbrause schrecken die meisten Männer offenbar zurück. Kein Wunder: Sie hat ein Image zwischen Weight-Watchers-Damenkränzchen und Kokshinterzimmer bei den Mailänder Modenschauen. Der Zusatz „light“ klingt nach Halbfettmargarine, Spaghettitop und rosa Handtäschchen. höchstens Prosecco-Tunten in Szenecafés sagen: „Ich hätt’ gerne eine Cola light.“ Unvorstellbar, daß ein echter Hetero-Macker, sei er noch so diätbedürftig, diesen Wunsch in der homophoben Eckkneipe seiner Wahl äußert. Dagegen „Coke zero“! Das klingt nach Bruce Willis, der, das Unterhemd verschwitzt und besudelt von Terroristenblut, am Tresen einer Kaschemme lehnt und mit heiserer Stimme knurrt: „Eine Zero!“ Dieses Zeug, so die Botschaft, ist nichts für Frauen und Warmduscher, es ist hart, ehrlich, kompromißlos: „zero tolerance“. Seltsam, daß Coca-Cola nicht an den Originaltitel von Bruce Willis’ Action-Reißer „Stirb langsam“ gedacht hat: „Die hard – Coke zero“. Das wäre doch ein bärenstarker Werbespruch. [FAZ 2.8.2006, 36]

Zehetmair bei Bertelsmann

[Bild: http://rechtschreibrat.ids-mannheim.de/zehetmair.jpg]Hans Zehetmair ist Ehrendoktor diverser bayerischer Universitäten. Mit klassischer Philologie, Germanistik, Geschichte und Sozialkunde hatte er es bis zum Gymnasiallehrer gebracht, bevor er sich in die Politik aufmachte. Nun wettert er gegen den Duden. Warum? Na, weil er den Duden nicht mag. Der ist ihm zu progressiv und lässt sich auch nicht auf die Lobbypolitik der großen konservativen (FAZ, Spiegel, etc.) ein. Zehetmair wirbt für den Wahrig. Für diesen hat er sogar das Vorwort der neuen Ausgabe geschrieben. der Duden-Verlag habe bei ihm nicht angefragt. Damit scheint der Vorsitzende der konservativen Hanns-Seidel-Stiftung, der Ehrendoktor diverser bayerischer Universitäten und Chef des Rechtschreibreformverwässerungsrats auch zufrieden zu sein. Von Vorsehung spricht er sogar. Dabei hat der neue Duden doch einfach das gemacht, was der Duden immer macht: er überlässt Vorworte den eigenen Sprachwissenschaftlern, nicht irgendwelchen ausgebildeten Gymnasiallehrern und Lobbyisten. So, jetzt überlege ich mir, ob ich mir den neuen Wahrig kaufe, oder lieber gleich die Junge Freiheit.

Jan Wagner und der Bär gehen durch das Land / Wortfeld

Bienenkörbe Teiche Gras Schaftskadaver Grenzsteine Hof Stille Nacht Hund Knecht Hühnerställe Blizzard Federn Blätter Märchenbände Zeitungen Türen Druckerschwärze Hände Katze Ofen Helikopter Himmel Ewigkeiten Prozession Bauern Sensen Ketten Fackeln Sicherheit Stube Platz Schweigen Heraldik Gitterstäbe Wappen Käfig

FAZ-Feuilleton 2006-7-26 / S. 29

The FAZ prints the one-sentence poem from Rosanna Warren’s Departure.

A simile
A simile makes a comparison using the word “like” or “as.” […]
[A] comparison communicates more effectively if Item A is compared to a familiar object, experience, sound or food.
For example: Kuznetsova moves across the court like a gazelle, a powerful mix of muscle and grace.
[Poetry in the Post 5]

Lebensweisheiten: Wer am Montag Brot vom Vortag kauft, muss wirklich blöd sein…

Brot vom Vortag…dachte ich immer. Heute bin ich jedoch in meiner Lieblingsbäckerei Pflügner der Sache auf den Grund gegangen. Fest steht, dass der, der am Montag bei einem Bäcker, der sonntags nicht bäckt, Brot oder Kuchen kauft, nicht blöd ist, sondern einfach nur übers Wochenende eingefrorene Backwaren erwirbt.