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Category Archives: Zeitgeist

Heute-Beitrag zu Wendelstein 7-X

Nachdem ich mich gestern schon über den Beitrag aufgeregt hatte, habe ich mir die paar Minuten von Christian Sievers (Anmoderation), Thomas Hass und Christoph Destairel (Beitrag) (ab 13:17) heute noch einmal angesehen. Es ist verheerend, was die 19-Uhr-Nachrichten da gesendet haben. Ich habe erst gedacht, dass man sich vielleicht an die Zielgruppe anpassen muss bzw. einen sehr niedrigen Common Ground finden möchte. Aber das kann nicht stimmen. Seitdem über einfache und leichte Sprache diskutiert wird, weiß man, dass, um Texte für Menschen mit kognitiven Einschränkungen verständlich zu gestalten, unter anderem auf bildhafte Sprache, auf Metaphorisches, verzichtet werden soll, dass Dinge direkt angesprochen werden sollen (und ggf. mit Beispielen und Vergleichen greifbarer gemacht werden), wenn man denn fast alle Leser, Zuhörer oder Zuschauer erreichen möchte. Aber der Medientext von gestern ist angefüllt von problematischen Formulierungen und Inhalten. Eine Liste:

Metaphorische/bildhafte Verwendungen (keine Vergleiche übrigens, die wären nämlich mutmaßlich hilfreich):

1) Die Sonne ist ein Kraftwerk
2) Physiker ist ein Lehrberuf
3) Reaktoren setzen Wissen frei

Faktisch falsche Darstellungen

1) In einem Fusionsreaktor verbinden sich Atome miteinander
2) Im Stellarator (die Bezeichnung wird nicht verwendet, was schade ist, hat doch mutmaßlich fast jeder Zuschauer im Physikunterricht oder auch später vom Tokamak gehört–und da wäre eine abgrenzende Diskussion interessant gewesen / übrigens findet auch der ITER keine Erwähnung) wabert eine Atomwolke umher.

Journalistisch unsaubere Aussagen

1) Kritiker sagten, dass die Technik zu teuer und erst in 50 Jahren serienreif sei. Davon abgesehen, dass dieser Zeitrahmen überschaubar wäre: Welche Kritiker? Wo sagen die das? Kann man das bitte kritisch einordnen?

Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, auf die ich aber nicht eingehen muss. Die Liste der Verfehlungen enthüllt den Kern des Problems (ich generalisiere): Grund der Blödheit derartiger Beiträge in der ZDF-Hauptnachrichtensendung ist nicht die Anpassung an die mutmaßlich kognitiv beschränkte Zielgruppe der heute-Nachrichten (das wäre ja okay), denn dann würden bildhafte Verwendungen vermieden. Die faktisch falschen oder unsauberen Darstellungen und Aussagen deuten in eine andere Richtung: Vielleicht handelt es sich einfach um ziemlich schlechten Journalismus. Leider. Andere Erklärung? –> Leave a comment.

Deutsche Politiker und ihr Beitrag zum 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs: Drohnenkauf und Kriegsermunterung

Am Vorabend des hundertsten Jahrestages des Ausbruchs des ersten Weltkrieges zu erfahren, dass das bundesdeutsche Verteidigungsministerium die Anschaffung bewaffneter Drohnen erwägt, die ‘by design’ eben keine Gefangen nehmen, ist genau so schwer zu ertragen, wie ein deutsches Staatsoberhaupt zu haben, das im Krieg anscheinend doch wieder eine Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln erkennt. Dass von der Leyen siebenfache Mutter ist und Gauck früher Pfarrer war, ändert daran nichts: Beide sollten sich schämen.

Readings: Rachel Carson’s Silent Spring

As crude a weapon as the cave man’s club, the chemical barrage has been hurled against the fabric of life–a fabric on the one hand delicate and destructible, on the other miraculously tough and resilient, and capable of striking back in unexpected ways. These extraordinary capacities of life have been ignored by the practitioners of chemical control who have brought to their task no “high-minded orientation,” no humility before the vast forces with which they tamper.
The “control of nature” is a phrase conceived in arrogance, born of the Neanderthal age of biology and philosophy, when it was supposed that nature exists for the convenience of man. The concepts and practices of applied entomology for the most part date from that Stone Age of science. It is our alarming misfortune that so primitive a science has armed itself with the most modern and terrible weapons, and that in turning them against the insects it has also turned them against the earth. [Rachel Carson, Silent Spring (Boston: Mariner, 2002) 297.]

What a truly remarkable and relevant book this is! Not only because it started the eco movement and is a canonical classic but also because it is still relevant today as the tendencies and the state of mind of people today–the age of globalization and of genetic engineering–is similar to the state of mind of the proponents of chemical control in the 1940s, 50s and 60s, described at the end of Carson’s book (cf. above).

Supergeil: Was für die Adaptation Studies

Vergleiche

mit

[via Nebel].

Dial Up Modem Handshake Sound – Spectrogram

There is only a thin tranche of the population whose memories (will) include the tinkling of a dial-up modem as it connects. If you are one of them, you are most probably tech-savvy, between 30 and 40 years of age and from the so-called Western World. Right?

“Sende dein Licht” – Mattheiser Pfingstkonzert

Sehr schönes Pfingstkonzert mit dem Friedrich-Spee-Chor und Leonie Klein am Marimbaphon unter der Leitung von Sebastian Glas in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


[Die letzten Töne von Eric Whitacres “Lux Aurumque” neben dem Geläut St. Matthias’ und der Beginn von Bachs Cello Suite No. 3 (BWV 1009)–diesmal aber am Marimbaphone]

Sende dein Licht - Pfingstkonzert in der Benediktinerabtei St. Matthias, Trier

Der Applaus für die Marimbaphonistin am Ende bezeigte wohl, dass das “Außergewöhnliche” (Abt Ignatius in der Vorrede) heute, auch in Konzerten in Kirchen, erwünscht und erhofft ist. Hier hatte ich ja bereits das Programm eines noch krasseren Beispiels aus dem österlichen Riga gepostet. Ja, es kommt an: Modernes Zeug, andere Instrumente, Experimentelles. Ich zumindest will mehr davon.

Heldenstadt schrumpft wegen Leistungsschutzrecht

Schade! Schade! Die Heldenstadt zieht sich wegen der Leistungsschutzrecht-Regelung weitgehend vom bisherigen täglichen Geschäft zurück. 🙁

Die erste Konsequenz wird bis auf weiteres sein, dass wir auf der Seite Heldenstadt.de ab sofort nicht mehr auf Texte in deutschen Presseangeboten hinweisen. […] Als zweite Konsequenz werden wir fast alle bisherigen Artikel aus dem Netz nehmen. (“In eigener Sache: Welche Konsequenzen Heldenstadt.de aus dem Leistungsschutzrecht zieht. #LSR“)

Ich will das verabschiedete Gesetz gar nicht weiter kommentieren, weil es Daniel Heinze und Guido Corleone bei Heldenstadt schon getan haben. Dort gibt es auch genügend Links zu Texten, die sich vertieft mit dem Gesetz beschäftigen. Auch ich muss mir aber Gedanken über dieses Blog machen…

So wie auch die Heldenstadt, möchte ich bei der nächsten Wahl nicht vergessen, wer aus meinem Wahlbezirk (Trier) gegen diese m. E. absurde, freiheitsfeindliche und schlecht gemachte Regelung gestimmt hat und wer sie durch den Bundestag durchgewunken hat.

Gegen das Gesetz haben gestimmt:

Manfred Nink (SPD)
Katrin Werner (Die Linke)

Ihnen sei gedankt, auch wenn die SPD im Bunderat ja gemegafailt hat.

M. E. mitverantwortlich für Einschränkungen bei Netzpublikationen durch Zustimmung zum Gesetz ist

Bernhard Kaster (CDU).

Leider kann ich nicht damit drohen, ihn das nächste Mal nicht zu wählen, da mir bekanntlich sowieso eher die Hand vom Arm fault als dass ich bei den “Christdemokraten” ein Kreuz mache. Aber es ist doch gut, sich ab und an einmal daran zu erinnern, warum dem so ist.

Quelle für das Abstimmungsverhalten: Spiegel Online

The $8 Billion iPod – Rob Reid on Copyright Maths – TED Talks

[via]

Eli Pariser on Online “Filter Bubbles”

Almost a year old but still very topical and worthwhile TEDTalk on filter bubbles and the threat that content-filtering algorithms might pose to democratic societies in the age of the internet.

[via]

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[via]

This is What Wikipedia’s Protest against SOPA and PIPA Looked Like / 2012-01-18

[This is a post for historians of the future, when Wikipedia, after it will have been forbidden entirely (like all major “anarchistic” publications of the early years of the State-Grid-Halliburton-Google-Web (called World-Wide-Web back then)), will also have been systematically purged from all archives.]

Users at the time were not fully aware of the threatening danger posed by a legislation influenced by state politics/old-ecomnomy oligarchs/criminal syndicates to free speech, network neutrality, accessibility of internet services, … (plus the once in a century chance to change the whole planet for the better), worldwide. Therefore, they, instead of joining the protest, rather switched off JavaScript on Wikipedia.org and complained about those political nerds/idiots. Could they actually be so naive to believe that they could possibly change anything?

American Christmas Music

In case you don’t know the songs listed as part of the annual reincarnation of the baby boomers’ perfect Christmas, have a listen. This is all from the 1950s.

Impressive GetUp! Commercial

Really worth having a look at this Australian commercial against sex-based marriage discrimination. Next to the wonderful music and images, the speed of the narrated time together with fast cutting puts viewers readily into the perspective of the focalizer, who is one part of a young couple living their life together. In the end, the other half proposes… And the viewer can decide whether to accept or not…


[“It’s Time,” Get Up! Action for Australia, YouTube, Music Oliver Tank (“Last Night I Heard Everything in Slow Motion”), 24 Nov. 2011, via]

Background is that the majority of Australian voters support marriage equality, but PM Julia Gillard opposes it on grounds of the usual Christian-fundamentalist-based ideas of the inequality of men and women…

Pina sein Laubsauger – Jetzt bei Amazon

Nebel hat ein Kleinod aus den Tiefen des Kundenrezensionsdickichts bei Amazon gehoben: “Eine Frau geht mit einem Laubsauger in künstlerischer Pose durch einen Blätterwald“. Es handelt sich um eine Besprechung der recht aktuellen filmischen Hommage an die großartige Pina Bausch. Ich habe mir die Diskussion per E-Mail abonniert und vorher noch frisches Popcorn bei Amazon geordert…

Folgen auch Sie den kritischen Kommentaren zum Bausch-Verriss von Mc Kay, dem Rezensenten von [das muss man sich jetzt auf einzelnen Seiten in Trajan gesetzt vorstellen] Lesbian Babes 3D, My Sweet Sexy Interactive Girl 3D Edition 1 und und und … [Trajan off]

Aber ganz im Ernst: Ich weiß nicht, wie ich dazu stehen soll. Soll ich den Rezensenten gut finden, weil er auf die Diskussionsbeiträge eingeht und irgendwie ehrlich scheint? Soll ich eine Kanondiskussion fordern? Soll ich das Bildungssystem und die Gesellschaft anklagen, die massenhaft Leute hervorzubringen scheint, die die größte Choreografin unserer Zeit nicht kennen (und dabei aber auch nicht blöde sind)? Sollte ich als allgemeines Gesetz fordern, dass man die Fresse halten soll, wenn man keine Ahnung hat? Soll ich mich heimlich darüber freuen, dass im Web 2.0 so einiges neu ausgehandelt werden zu müssen scheint? Oder soll ich es befürchten? Eine ähnlich unerquickliche Diskussion hätten wir auch, wenn (um das mal greifbarer zu machen) man dem normalen Bürger einer Stadt mal vorrechnen müsste, welche Förderung das Theater erhält und welche das Kino (zum Glück interessieren sich die meisten Menschen für fast nichts, so dass uns das erspart bleibt (zumindest so lange, bis der Rotstift durch kommunale Kulturetats wandert und sich bei der Unterschriftenaktion zum Erhalt der Theatersubventionen eine lächerlich geringe Anzahl von Unterzeichnern findet–im Gegensatz zu der Aktion zum Erhalt der nächtlichen Biertanke). Jetzt habe ich zu viele Klam)mern und Abschweifungen. … Kurzum: Ich weiß es nicht, halte selbst die Fresse und warte auf das Popcorn und weitere Diskussionbeiträge.

Auch knapp 150 Jahre nach der Veröffentlichung…

…scheint mir der Ruskin überaus lesenswert und höchst aktuell. Vielleicht sollte man Politiker und Wirtschaftsfunktionäre zur Lektüre solcher Texte drängen? (Das ist möglicherweise ein Vorteil der konsekutiven Studiensysteme, in denen als BA so etwas sinnvolles wie Literatur, Kultur oder Philosophie und als MA dann berufliches Handwerkszeug wie Wirtschaft oder Jura studiert wird…)

So far as I know, there is not in history record of anything so disgraceful to the human intellect as the modern idea that the commercial text, “Buy in the cheapest marekt and sell in the dearest,” represents, or under any circumstances could represent, an available pinciple of […] economy. (John Ruskin, “Unto this Last: Four Essays on the First Principles of Political Economy” (Unto this Last and Other Writings; Hg. Clive Wilmer; London: Penguin, 1997; 155-228; Print; 187))

…Mal so ganz aus dem Zusammenhang gerissen. Sorry. Müsster selber lesen! 😉

Aus der losen Reihe “Neulich auf dem Postamt”: Men Horses Zen Cats


[“Men Horses Zen Cats”, Trier, 2011-11-05]

Freche Frauen…

…lieben natürlich Rosa und Rot. Klar. Nur zu ernst sollten sie sich nicht nehmen. Falls das passiert, hilft ein Mantra: Ich bin rosa, ich bin rot … Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot. Ich bin rosa, ich bin rot, fühle mich gleichberechtigt und mache keine Probleme.


[“Freche Frauen” in der Buchhandlung, 2011-08-26]

… und manchmal auch hellblau–diese rebellischen Girls *hihihi* aber auch!

Heute spricht der “Papst” vor dem Bundestag…

Dass er das darf, halte ich für äußert fragwürdig. Obwohl, naja, vielleicht gibt es ja vor dem Bundestag die große Verwandlung, und der absolute Monarch der Vatikanstadt spricht endlich über seine Rolle in der Vertuschung sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche. Vielleicht bittet er aber auch für die massive strukturelle Gewalt,* die Vertreter der Kirche in seinem Auftrag an Minderheiten ausüben um Entschuldigung (ich meine zuerst die Gewalt der Kirche an Homosexuellen). Vielleicht verkündigt er eine Veränderung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung von Frauen in der Kirche und ernennt eine Päpstin. Vielleicht korrigiert er seine Einschätzung der anderen Religionen (i.e. Sekten und religiöse Laiengruppen wie die evangelische Kirche, aber auch Islam und so ein Zeugs) und bekennt sich zu Toleranz und Respekt dem anderen Gegenüber. Vielleicht sagt er auch was zur Piusbruderschaft. Wäre ja passend: deutscher Papst (ein ehemaliger Hitlerjunge) spricht vor dem deutschen Bundestag über die Versöhnung mit dem Holocaust-Leugner. Vielleicht erklärt der Papst auch die einseitige Auflösung des Reichskonkordats, weil es ihm peinlich ist, die Leute ständig als Sünder hinzustellen, die ihn und seine Einrichtung finanzieren, oder auch, weil er staatlich finanzierte Missionsarbeit als Gefahr ansieht. …

Nah, ich weiß. Das wird alles nicht passieren.

Und, damit ich nicht den Papst aufsuchen muss, werde ich mir um 16.30 Uhr nicht die Rede von Ratzinger anhören, sondern die von Stephen Fry (bei The Intelligence² Debate gehalten–ich hatte die schon einmal gepostet) der spricht auch über die katholische Kirche, ist sehr intelligent und ein guter Mensch.

[Info zum Rahmen der Rede]

Übrigens glaube ich, ich war auch schon einmal Papst.

* Ich möchte den Begriff nicht ideologisch verstanden wissen.

How Do I Pronounce Words Like Onomatopoeia?

This way, of course:

Another example from the very helpful YouTube channel of Pronunciation Manual.

Nah, you’re right. This is taking the piss out of the weird channel of Pronunciation Book–and they really mean it. “This video shows you how to pronounce ciabatta. Learn the correct American English pronunciation of the Italian bread.” Have a look:

And now you, please, pronounce the bread.

De Thomas sei Körperbehaarung

Gestern drei gerade noch präpubertäre Jungs vorm Netto, halb stehend, halb liegend auf den Einkaufswagenschlangen abhängend… Thema: de Thomas sei Körperbehaarung. (Ich lass die regio- und soziolektale Markierung mal weg.). Drei Haare habe er unter den Achseln. Man habe sie gesehen. Schlimm! Der muss sich also einmal rasieren! … Und ich überlege, wie denn das früher einmal war. Da waren diese pubertierenden Jungs, die irgendwann anfingen zu stinken, und man musste ihnen ein Deo kaufen und sie für Hygiene begeistern. Dann sahen sie irgendwann aus, wie ein seit einigen Wochen in einer Höhle kampierender Shaggy Rogers und man schenkte ihnen einen Rasierer. … Doch anstatt darüber zu reden und die Jugendlichen davon zu überzeugen, dass die paar Flusen im Gesicht irgendwie eklig aussahen, schenkte man ihnen fast ohne Worte das Gerät. Vielleicht folgte noch kurz der lebenswichtige Hinweis: “nur nicht mit/gegen den Strich!” Eine Formel, ein deklarativer Sprechakt, der viel wichtiger war als anderen Initiationsrituale. … T. S. Eliot meinte einmal, dass es nur zwei Arten von Menschen gäbe: die, die Katzen lieben und die, die das nicht tun. Nunja. Ich denke eher, dass die Trennlinie zwischen den zwei Rasurklassen von Männern (mit oder gegen den Strich (und eine Minderheit quer (Kollaborateure, Trickster und Königsmörder))) liegt. Aus dieser Trennung entspringt der naive Grunddissens, der dann im Verlauf sowohl des einzelnen Lebens als auch der Menschheitsgeschichte Streit, Zwietracht, Chaos, Religionen, Kriege, Genozide, die Atombombe und den ersten Menschen in den Weltraum bringt. Und warum? Wegen der Rasur! … Aber sei es drum! Was ich mich gestern fragte war: Schenken Väter/Onkel ihren Söhnen/Neffen jetzt (etwas früher als früher*) Rasierer mit den Worten, “Rasier dir mal die Achseln! Und nur nicht gegen den Strich!” (“Und wäsch disch!“)? Und wie wird das in Zukunft sein? Werden diese Kinder dann ihren Kindern einen Rasierer oder eine Tube Enthaarungscreme bereits in die Schultüte packen, damit das erste Haar auch nicht zu lange stehen bleibt? Wir werden sehen…