Türkisches Ampelmännchen

Man ist ja in der Türkei ganz stolz auf die Erfindung des Sekundencountdowns an den Ampeln der großen Straßenkreuzungen. Das gibt dem Fahrer die Möglichkeit, zu entscheiden, ob er noch ein bisschen Gas geben soll oder schon ausrollen lassen kann, wenn die Ampel auf Rot wechselt. Umgekehrt kann man beim Warten getrost seinen Motor abstellen, da die Ampel nicht unerwartet auf Grün springt. Eine schöne, eine ökologische, eine sichere und auch eine ergonomische Erfindung (man muss nicht mehr die ganze Zeit auf das Licht starren). Warum man das in Deutschland nicht übernimmt, ist mir schleierhaft. Ich tippe auf Stolz oder Arroganz.

Das bewegte Ampelmännchen an Fußgängerampeln ist natürlich, im Gegensatz zur Sekundenanzeige, eine bloße Spielerei, die nur für touristische Filmaufnahmen dienen kann.

Sprachgelächter vor der ?ifaiye Medresesi

Ich komme gar nicht darüber hinweg, wie dieser Alte heute gelacht hat. Wir stehen, von einem Souvenireinkauf kommend, auf dem Weg vor der ?ifaiye Medresesi und unterhalten uns, als er sich nähert und neben uns stehen bleibt. Augenscheinlich ist er davon fasziniert, dass da jemand mitten im Stadtzentrum in der Grünanlage steht und eine andere Sprache spricht, einfach so. Als wir im Gespräch lachen, lacht er auch plötzlich, einfach so und auch sehr laut, weswegen wir noch viel lauter lachen müssen. Er schließt sich dieser Steigerung an und schlendert davon. Vielleicht zu seinen Freunden, die schon, wie die letzten zwanzig Jahre immer um zehn Uhr in der ?ifaiye Medresesi einen Tee trinken und den Musikanten zuhören. Denen wird er sicher erzählen, dass da drei Leute auf dem Weg standen, die irgendein bla bla blablabla und bla bla redeten und dann sogar lachten. Auch die Freunde werden lachen.

Çoban Köpe?i

Ja, es wird Zeit, etwas über den sogenannten Anatolischen Hirtenhund zu schreiben. Der bekannteste Vertreter der Çoban Köpe?i-Rasse ist sicher der Kangal, der im östlichen Taurusgebirge vor allem in der Gegend um die namensgebenden Kreisstadt Kangal bei Sivas in der Türkei beheimatet ist.

License plus extra Info cf.: http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Kangal-welpen-de_006.jpg

Der Kangal genießt in der Türkei ein großes Ansehen. Er ist sozusagen der Nationalhund, weshalb sich die Universität in Sivas auch besonders um ihn kümmert.

Der Kangal wurde vermutlich bereits vor tausend Jahren von turkmenischen Nomaden nach Anatolien gebracht. Kangale wurden vorwiegend von Sultanen gehalten und gehören auch heute noch vorwiegend zur gehobenen Gesellschaftsschicht. Der Kangal unterscheidet sich kaum vom Karabash, gilt jedoch als reinrassiger. Der Kangal ist ein großer Hund mit graubrauner Fellfarbe. Oft besitzt er einen weißen Brustfleck und weiße Pfoten, immer hat er jedoch eine schwarze Schnauze oder einen gänzlich schwarzen Kopf. Gescheckte Hunde werden für die Zucht nicht verwendet. (Quelle)

Göltzschtalbrücke

So sieht man sie aus dem Weltraum, die Göltzschtalbrücke. Die Eisenbahnbrücke zwischen Mylau und Netzschkau bei Reichenbach im Vogtland ist die größte Ziegelbrücke der Welt. Na, kann man da sagen, es gibt ja so unglaublich vielfältige Superlative–auch anderswo: siehe Superleipzig. Aber die Göltzschtalbrücke ist echt etwas besonderes. Fährt man mit dem Zug über sie, merkt man ihre Besonderheit daran, dass man angeglotzt wird wie die Bonobos im Pongoland. Wirklich. Da gibt es einen großen Platz im Göltzschtal am Fuße der Brücke auf dem immer Leute mit Fernglas und Kamera stehen und das Bauwerk mit Zug (!) betrachten oder aufnehmen wollen. Und dann ist da noch dieser Fesselballon, den man in der ostdeutschen Provinz gar nicht verorten wollen würde. Eher in Hamburg (vgl. Highflyer) oder Berlin. Nein, auch im Göltzschtal kann man sich 150 Meter in die Höhe heben lassen.

Impressionen: Panorama, Bögen, Aufblick.

Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”

Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof
Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof

Zum Abschluss der Vorlesungszeit endlich das versprochene Foto vom Freisitz des Reichenbacher Bahnhofskiosks. Auf dem Rückweg nach Leipzig mache ich meist in Plauen Halt. Dort gibt es am Bahnhof nicht nur den Fanshop einer lokalen Brauerei, einen ganz eigenartigen Geschenkeladen (hässliche Plüschtiere, Kunstblumen und Fahrscheine) und einen Döner, sondern seit ein paar Wochen eben auch den Wiener Feinbäcker, der dort mit sehr viel Liebe von einer engagierten und sympathischen Frau betrieben wird. Leider haben die Plauener wohl noch nicht erkannt, dass es an ihrem Bahnhof jetzt auch sonntags frische Brötchen gibt. Mal schauen also, wie lange der Bäcker dort Bestand haben wird. Ich bin auf ihn angewiesen, da ich sonst nirgends vernünftigen Kaffee bekomme. Im Zug und an dem anderen Minibäckerstand am Bahnhof Plauen dort gibt es nur eine lauwarme Plürre, die einem wohl, ehe man sich’s versieht, die Zähne bis zur Wurzel auflöst.

Zäpfle, Plauen, Bayreuth

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Am Wochenende in Leipzig die Bierbörse. Naja… Für eine Stadt wie Borna oder Grimma oder Plauen wäre das ja ein Ereignis gewesen. In Leipzig bekommt man (z. B.) Newcastle Brown Ale auch in den englischen und irischen Kneipen, und auch in den Feinkostabteilungen der Kaufhäuser. Apropos Plauen: Da ist der mutmaßliche Prostituiertenmörder her, der sich jetzt wohl in Bayreuth das Leben genommen hat. … Obgleich ich noch nicht ganz gesund bin, mach ich mich jetzt auch mal in die Richtung auf. Einen guten Wochenstart!

Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”

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Wie bereits versprochen, mal ein Bild aus Lovely Reichenbach. Draufklicken und das Panorama genießen! Ja, mein Canon-Stitch-Assistent funktioniert nicht richtig, deswegen habe ich ein bisschen Info aus dem Bild genommen. Aber einen generellen Eindruck bekommt man schon. Das nächste Mal hoffe ich, die für Kiosk-Besucher bereitgestellte Festzeltgarnitur ablichten zu können.

Danke Chemnitz!

Bahnsecurity Chemnitz 2Bahnsecurity Chemnitz 1Für diese Bilder wollte ich eigentlich nicht getötet werden. Zwar erlaubt die Hausordnung deutscher Bahnhöfe das nicht-kommerzielle Fotografieren, jedoch war mir nicht klar, dass man vielleicht dabei seine Gesundheit riskiert, wenn einem aggressive–wahrscheinlich outgesourcte–Sicherheitsmänner brüllend entgegenkommen und weitere Bilder solch formschöner Absperrungen mit aller Macht verhindern wollen. Ich kannte so etwas bisher nur aus Reportagen aus Putains [sic!] Russland, nicht aber aus “Großstädten” *lach* der sächsischen Provinz. Vielleicht schilder ich den Vorfall mal in en détail in Kürze–dies erst einmal als Teaser und als zweiten Teil der Bahnhofs-Absperr-Foto-Reihe, die in Leipzig begann. Wenn jemand mal von der Bahnhofs-Security in Chemnitz verkloppt wurde, kann er aber gern schon einmal die Kommentarfunktion nutzen…

Wagners Russ

Wagners Russ

Hier ruht und wacht Wagners Hund Russ (Jetzt mal ehrlich, da steht doch ‘Guss’, oder?).

Ja, das ist ja mal was! Viel besser, als in der Mensa Academica den Genuss des Erbseneintopfs abbrechen zu müssen–heute geschehen–, weil man irgendwann auch auf den zweiten Stein beißt und nicht mehr an einen unglücklichen Zufall denkt ist ja, durch Beirut zu schlendern und das Haus Wahnfried zu besuchen, dass durch die bescheidene Zwischenetage auffällt, in der ehemals auch Wagners Bad und Ankleideraum war. Natürlich hatte der, trotz des Dranges, sich irgendwie besonders toll präsentieren zu müssen, schon eine Idee, dass hohe Räume irgendwie doch schlecht zu beheizen sind, und dass man nach dem Bade also frieren könnte. Haus Wahnfried ist eine Reise wert, und sei es nur, ob des eigenartigen Rundgangs durch die Obergeschosse: Im Musiksaal tönen die Tonträger und im Garten wacht der Hund am Grab von Cosima und Richard. Wie schön!

Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”

Heute standen die Menschen, die auf den Bäderexpress nach Leipzig warteten an Bahnsteig drei, obwohl der Zug auf der vier fahren sollte. Was war geschehen? Meinem geschulten Auge fiel sofort auf, dass die Menschen in der Sonne stehen wollten. Bahnsteig vier lag im Gegensatz zur drei nämlich im Schatten. Verrückt, was es doch für Sachen zu erleben gibt in Reichenbach im Vogtland! Der Hammer!

Das nächste Mal mache ich vielleicht einmal ein Foto für die Reihe. Eine Idee habe ich schon: der für die Gäste des Imbiss’/Kiosks reservierte betischdeckte Tisch vor dem Bahnhofsgebäude. Dort traf ich gestern übrigens einen netten jungen Mann,* der Problem beim Öffnen seiner nachmittäglichen Bierflasche hatte. Natürlich habe ich ihm geholfen. Angenehm fand ich, dass er sich für seinen Bierkonsum entschuldigen wollte. Er müsse schließlich eine Dreiviertelstunde auf seinen Bus warten…

[* Naja, um die fünfundsiebzig Jahre vielleicht. Er versuchte die Flasche an der Tischkante aufzuschlagen. Der schön länger neben dem Tisch herumlungernde Jugendliche in der sehr warm aussehenden Jacke der Marke Lonsdale zeigte übrigens keine Ambitionen der älteren Generation eine Hilfestellung zu leisten.]

Reichenbach im Vogtland…

…scheint ja eine ganz eine furchtbare Einöde zu sein. Zwar gibt es am Bahnhof sogar einen Kiosk mit preiswerten, bodenständigen und mit Liebe zubereiteten Bockwürsten, Wienern, Frikadellen und Currywürsten; mehrere elektronische Anzeigetafeln mit den Abfahrtszeiten der Busse vor dem Bahnhof; ein paar Menschen und eine wunderschöne Hohenmarkierungsmarke (der Bahnhof liegt gut 399 Meter hoch). Aber leider ist um die Station drumrum nichts. Gar nichts. Kasachische Steppe. Na, ich übertreibe. Aber schön sieht es da echt nicht aus. Wolfgang Mattheuer hielt es dort aus bis er siebzehn war und stürzte sich dann lieber ins Kriegsgetümmel (na, ob das so freiwillig war?). “Die Neuberin” kommt auch von dort (sie floh (zugegebenermaßen vor ihrem gewalttätigen Vater)). Dumm nur, dass die Umsteigezeit dort so lang ist…

Die Wurzel von 160.000: In Mannheim weint man zweimal

Quelle: Wikipedia.orgDas BIFaB schenkt der Quadratestadt zum vierhundertsten Geburtstag einen passenden Song von Cris Cosmo (feat. Sound:scaper). Exklusiven kostenlosen Download, Liedtext und viele andere Dinge gibt es dort.

Link: MP3 bei Brockhaus.

Da mag man doch zum Feiern am liebsten nach Schönau, Rheinau, Neckarau, Blumenau, Jungbusch, Innenstadt, Neckarstadt, Schwetzingerstadt, Sandhofen, Lindenhof, Almenhof, Waldhof, Vogelstang, Feudenheim, Pfingstberg, Neuhermsheim, Hochstätt, Wallstadt, Oststadt, Gartenstadt, Wohlgelegen, Neuostheim, Käfertal oder Seckenheim. Man kann nur hoffen, dass einem dabei nicht der singende Pilgerpfad™ über den Weg läuft…

Übrigens gibt es im Jubiläumsjahr auch die erste Auflage eines neuen Literaturfestivals: lesen.hören1 in der Alten Feuerwache. Mit dabei sind Jakob Hein, der unvermeidbare Kaminer (plus Olga), Paul Ingendaay und die Kakalake mit der (meist) roten Krawatte (Wen meine ich nur?).

Also: Kragen hoch und hin!