Das Gedicht hängt im Erdgeschoss, links vor der Treppe im Hölderlin-Turm herum. Ich musste sehr lachen, weil ich das so ähnlich sah, und die beschriebene Szene mit den Mauern voller Studenten nur ungefähr 10 Minuten (mit Besichtigung der Vitrinen 1-7) und 20 Meter weiter ist. Oder eben doch 46 Jahre und 20 Meter. Auf jeden Fall, das Gedicht selbst und Delius im Gespräch darüber:
Huch! Habe gerade festgestellt, dass mir bei meinen Fotos des Doms zu Speyer die Marie Curie der bundesdeutschen Alt-Ministerpräsidenten vor die Linse gelaufen ist. Hier ein Bildausschnitt:

Es scheint sich um ein längerfristiges Engagement der Bahn für die Kunst zu handeln. Auf dem Leipziger Hauptbahnhof hat der geförderte Künstler, dessen Werke in der Westhalle installiert werden eine weitere Schaffensphase erreicht. Hatte er 2006 noch mit roten Eimern und Kleinstabsperrungen experimentiert, hatten sich bis 2009 lediglich Form und Farbe der Eimer geändert. Auch der Ort der Installation und der Umfang der Absperrungen waren präsenter geworden.
![[Eimerkunst im September 2006. Ausstellungsort damals noch im Durchgang von der Shopping Mall in die Westhalle. / (c)]](http://gelb.net/pixel/20060901_magdeburg/IMG_7754.JPG)
(Eimerkunst im September 2006. Ausstellungsort damals noch im Durchgang von der Shopping Mall in die Westhalle. / (c))

(Auch Touristen reisten damals schon an, um die Ausstellung des Künstlers zu besuchen.)

(Januar 2009. Die Ausstellung findet direkt in der geräumigeren Westhalle des Bahnhofs statt: Der Ritterschlag für den Künstler.)
Nun, 2010, ist der Künstler aus der Eimer-Phase in die Lappen-Phase übergetreten. Die Eimer sind in künstlerischer Reduktion ganz verschwunden. Organischer wirkende Wischlappen führen einen Tanz um eine benetzte Fläche aus.

(März 2010. Dass die aktuellen Ausstellungen wieder Kunstfreunde nach Leipzig pilgern lassen, ist wohl zu erwarten.)
Wie dürfen gespannt auf die nächsten Schaffensjahre sein. Man kann nur hoffen, dass die Bahn ihr bisher ungebrochenes Engagement für Gegenwartskunst fortsetzt. Vielleicht werden auch die trantütigen Feuilletonisten endlich verstehen, das die Baumwollspinnerei im direkten Vergleich mit dem Hauptbahnhof abkackt wie Sau.
Wednesday, March 31, 2010
Weil doch die Salzburger Osterfestspiele gerade so kritisiert werden, dachte ich, ich versuche es noch einmal mit einem Panorama. Es ist so schön dort, wenn der Schnee liegt–ob jetzt mit oder ohne tolle, frische, neue Aufführungen oder nicht…


Danke, Nebel, für den Tipp. Zum Vergleich also dieses Bild. Zum Vergrößern bitte klicken!

[Halfway to Hohensalzburg Castle (on the steep and slippery foot path, of course). Click picture to enlarge.]
As you can see in the picture–stretch marks–, the panorama stitch (PS) didn’t really work properly. Any recommendations?

Ich fühle mich ein bisschen schuldig, weil ich für die Erhaltung des Doms gespendet habe, und dort aber so eine Zeitschrift herum lag, die die Rechte schwangerer Frauen unter die von Zellhaufen argumentierte. Äks! Starker katholischer Tobak.

[Was ist von unserer Zeit in 2500 Jahren noch übrig? ... Vielleicht dieses Schild.]
Eine unglaubliche Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museeum Zeughaus in Mannheim. Angeblich flankierend zur großen Alexander-Ausstellung, von der mir viele abgeraten haben, kann “Das Gold der Steppe: Fürstenschätze jenseits des Alexanderreichs” sicher für sich allein stehen. “Ich mag keine Münzen sehen,” habe ich vorher gehört. “Es gibt auch keine zu sehen,” möchte ich nun entgegnen. Was es gibt ist beispielsweise Gänsehaut bei dem Gedanken, dass zwischen der Schöpfung des Artefakts, das da vor einem liegt, bis zum jetzigen Moment 2500 Jahre vergangen sind. Und: Man sieht sie nicht, die Jahre. Naja, bei Komposit-Materialien, bei denen auch Eisen zum Einsatz kam, ahnt man, dass da Zeit vergangen sein muss. Das Zeug ist längst zerquollen. Aber das Gold und Silber… Häufig sieht man in Museen die Zeit bei den schlimmen, platten, frühen christlichen, arg zweidimensionalen Heiligenabbildungen. Das ist auch bei einer Schale am Ende der Ausstellung der Fall. Aber das Nicht-Christliche, das Nomadische, das Naturverbundene und doch Kulturelle beeindruckt. Da ist z. B. diese Ziergürtelschnalle, die einen Elchkopf darstellt. Gegossen: Massenproduktion in der Steppe. Wenn ich das Motiv abpause und bei Spreadshirt auf ein T-Shirt drucke, ahnt keiner, dass der Künstler schon über 2000 Jahre tot ist. Eben mit größter handwerklicher Fertigkeit und individueller Kreativität (ohne mimetischen Impuls!) ist dieser Elch dargestellt. … Man muss ihn sehen. Man muss es sehen. Auch die Fabelwesen, die rechten Proportionen, die Ornamente. Flankierend zur Alexander-Ausstellung… Pfff! Fahrt nach Mannheim!
Noch bis 25. Mai 2010; Dienstags-Sonntags, 11-18 Uhr; Eintritt: 10/5€.
Hörenswerte Medien
Saturday, February 13, 2010
Hatte noch gar nicht meine Impressionen von der Audimax-Besetzung aus Landau gepostet. (Das fiel mir ein, als ich heute in der Regionalzeitung von der Uni Trier las.) In der Erinnerung gab es dort mehr Aushänge mit der Aufforderung zur Sauberkeit und Hinweisen zur Müllbeseitigung im besetzen Hörsaal als bildungspolitische Forderungen. Echt weird. Ich zitiere aus dem Gedächtnis (aus Trier): “Was ist das denn überhaupt für ein handzahmer Protest?” So einer eben.







PS: Cool eigentlich, wenn man sich Handtücher, oder meterweise Schals und Jacken sparen kann. Ein Zettel tut es auch und sieht so viel ordentlicher aus.
…Schatten spenden, bedanken sich diese mit einem Bild des Spenders.

Saturday, January 23, 2010
…am Flughafen Trier a.k.a. Hahn a.k.a. Frankfurt-Hahn a.k.a. 27.000-Transitpassagiere-in-2008.

Thursday, January 14, 2010
… habe ich auch schon das richtige Restaurant parat. Voilà, die Karte.

PS: Man lernt: Gutes Essen muss nicht teuer sein.
Eine erstaunliche Kampagne von Scholz & Friends, Berlin.


[Quelle: Siehe oberes Bild!]
..aber was ist mit dem Geld für den neuen Player?

Tuesday, December 29, 2009
Als die Frau hinter dem Erste-Klasse-Schalter im Berliner Hauptbahnhof zum dritten Mal gefragt hatte, wie der Ort heiße, in den ich reisen wolle, erkannte ich, dass sie die Stadt einfach nicht kannte und das Problem nicht in der Übermittlung lag. Also buchstabierte ich und tat das, was ich eigentlich total behämmert finde: Ich ergänzte, “in die älteste Stadt Deutschlands”. Das ist eigentlich noch blöder als die Start- und Zielbahnhöfe der eigenen ICE-Flotte nicht zumindest vom Hören zu kennen, denn 1.) ist der Status umstritten und 2.) muss man Trier wirklich nicht kennen, wenn man in Berlin oder einer anderen richtigen Stadt wohnt. So!
Tuesday, December 22, 2009

[Linsensuppe mit Bockwurst hier]
Wenn ich mir überlege, dass dies wirklich ein nesid adaschim war, wird mir ganz übel. Allerdings ganz andere Vorzeichen als bei Esau. Der war gierig. Ich war selbstlos–mehrfach sogar. Resultat: Fast das gleiche. Well, Undank und so…
Ich hatte den Bahn-Leuten auch nicht mehr zugetraut…
