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Category Archives: Universitäres

The Book of the Machine

Es ist da: das neue Buch, das nun zur Anbetung oder, wie das I Ging, zur Beantwortung der wichtigsten Fragen dienen soll: Wo kommt der Verlag her, wo geht der Autor hin? Zum ersten Mal werden in der dritten Ausgabe des MLA Style Manuals die Neuerungen, die anderenorts erst ab 2009 gelten sollen, veröffentlicht. Dazu gehört beispielsweise die Angabe von URLs. Was nützen sie einem, wenn sie sehr schnell veralten oder ellenlange Session-Daten enthalten? Wie man in Zukunft MLA-genormt damit umgehen soll, kann man jetzt in Kapitel 6.7.1 lesen.

Wirklich in der Bibo streamen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto problematischer scheint mir die Idee des Fußballlivestreamschauens in der Bibliotheka Albertina. Zuerst einmal müsste sicher gestellt werden, dass der Stream auch noch steht, wenn man um 22 Uhr aus dem Gebäude fliegt. Fängt man auf dem Grünstreifen davor noch genug WLANlinge ein? Fliegen die nachts überhaupt? Und auch im Lesesaal selbst: Möchte man, dass solche Bilder wie im Screenshot dargestellt, in den heiligen Hallen zu sehen sind?

Screenshot mit ARD Website

“The Bouquet residence, the lady of the house speaking” - Ich hatte da was bestellt.

Jetzt weiß ich, an wen mich die Frau erinnert, die derartig entschleunigt über die grauen Filzböden der Bibo schlurchst, dass man ihr–zumindest theoretisch–beim Laufen die Schuhe neu besohlen könnte–was ein Problem darstellt, wenn sie Bücher aus dem Regal holen muss (Ich hoffe immer, dass bis zu ihrer Wiederkunft die Einrichtung nicht schließt.). Auf jeden Fall erinnert mich die sehr liebenswerte Dame an die ebenso liebenswerte Hauptfigur einer Britischen Kultserie aus den Neunzigern: Hyacinth Bucket. Pardon! Bouquet meine ich natürlich.

Hauptlesesaal Albertina Leipzig

Hauptlesesaal Albertina Leipzig am Abend

Mensa Petersteinweg

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Mensch, da hat sich die Mühe wohl doch noch gelohnt, wenn ich auch gern meinen Vorschlag realisiert gesehen hätte.

Jay D. Bolter in Bayreuth

Yes, he talked at the Americanisms conference in Bayreuth. Topic: “The Scopic Regimes of American Media Culture”.

Jay Bolter in Bayreuth

Drei Bratwürste mit Sauerkraut (Schwein)

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"Ich bin der Direktor von Holiday on Ice": Henryk M. Broder mit jüdischem Selbsthass bei der Langobardia

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22.1.2008, gegen 18.30 Uhr beginnt Broder seinen Vortrag im Hörsaal 32 der Campus-Universität Bayreuth. Veranstalter ist die K. D. St. V. Langobardia. “K. D. St. V.” steht dabei für “Katholische Deutsche Studentenverbindung”. Es liegen Flyer aus, deren Titelseite junge Männer, Leute aus der Verbindung, zeigt, die sich vor dem Markgrafenbrunnen haben ablichten lassen. Im Hintergrund also Christian Ernst, mittels Pferd auf einem Türken (mit Turban) herumtrampelnd, im Vordergrund die Prinzipen Glaube, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat. Ich möchte mich fast übergeben, stelle aber fest, dass Herr Broder zu einem recht unterhaltsamen Vortrag anhebt. Thema ist der Selbsthass der Juden. Historisch, pathologisch, überhaupt. Sehr interessante Verweise, z. B. zu Karl Kraus, zu Karl Marx, zu Wilhelm Marr, zu Alexander Roda Roda und Reuven Moskovitz. Broder ist gut anzusehen: schwarze Armbanduhr, schwarze Brille, schwarzes Poloshirt, schwarze Hose, schwarzes Jackett und braune Schuhe. Er erzählt vom Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment, vom Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus, vom Ausbleiben von Vergewaltigungen palästinensischer Frauen durch Israelische Soldaten, vom sekundären Antisemitismus, der aus dem Gefühl entstehe, dass der Täter dem Opfer nicht verzeihen könne, dass es ihn zur Tat verleitet hätte. Dieser Mechanismus gelte für Triebtäter wie auch für das Verhältnis von Deutschen und Juden. Ja, irgendwie bekommt nämlich Broder, der erst fast nur über Juden redet, am eine Kurve, nach der er über die Verteidigung Israels und das Verhältnis von Deutschen und Juden redet. Ein bisschen inhomogen wirkt er auf mich, ein bisschen als ob das Hauptziel immer das Gegenargument, das Widersprechen, sei. Auf die Frage, wie er sich politisch einordne, erwidert er, “ich glaube, dass ich noch ein linker bin. Nur denke ich, dass die Linke schon ganz woanders ist.” Deswegen vielleicht bekundet er wohl auch sein Bedauern darüber, dass der Veranstalter keine schlagende Verbindung sei. Das hätte seine linken und liberalen Freunde nämlich noch mehr geärgert.

Verspätete Vogelperspektive

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Uni-Sex(ismus): Der Kampf für die Unisextoilette möge beginnen!

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Hört! Hört!

[PS: Da fällt mir die Ali-G-Episode zum Feminismus ein... Do you think that all girls should try uni sex at least once?]

LEiLC

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Leider sind auf der Website der Leipzig Explorations in Literature and Culture die Bilder verschwunden. Sowohl die Cover-Abbildungen der letzten Bände, als auch das lustige Loge, dem ich, ob dessen Schönheit, hier eine Gastrolle einräumen möchte.

Literatur ist das Leben und das Leben Literatur, oder etwa nicht?

Heute hätte ich vielleicht die Chance gehabt, jemanden zum Studium der Literaturwissenschaft zu bewegen. Ich habe es nicht getan und frage mich nun warum. Ist nicht die Literaturwissenschaft die Wissenschaft, die sich mit dem Leben in all seinen Facetten beschäftigt? Ist nicht Literatur das Leben und Leben Literatur? Gerade für einen Menschen, der ein bisschen orientierungslos durch die Welt treibt, kann sie doch ein Anker sein. Sie kann helfen, sich selbst zu verorten, sich im Vergleich mit anderen Leben auszumitteln. Aber braucht man dafür die Wissenschaft? Würde nicht die Literatur allein genügen? Oder wäre ein Studium der Philosophie oder der Psychologie angebrachter? Vielleicht habe ich sie nicht empfohlen, weil der Spagat zwischen meiner Vorstellung von Literaturwissenschaft und dem Schwerpunkt an einer bestimmten Universität zu groß ist. Vielleicht glaube ich nicht, dass man mit dieser Ausrichtung das tun kann, was Literaturwissenschaft ihren Wert gibt. Vielleicht aber bin ich gar nicht so sehr überzeugt, wie ich dachte? Ich mache mir Sorgen. Um mich und um den Typen. Vielleicht war ich aber einfach viel zu müde.

Uni nimmt mehr Studierende als geplant…

meldet Mephisto und erklärt, dass das mit dem Hochschulpakt 20/10 zu tun habe, nach dem so viele Studierende aufzunehmen seien wie 2005, da es sonst zu Stellenkürzungen käme. Fraglich ist, wie das funktionieren soll, ohne die Akkreditierung der neuen Studiengänge zu riskieren. Schließlich ist, nach meinem Wissen, ein alter Magister nur einen Bruchteil eines Bachelor im Belegungsschlüssel wert. Aber wahrscheinlich ist das ohnehin Wurst. Irgendwie wird man sich durchlavieren. Beim Trabbi hammer früher schließlich ou Goula in de…….

Unser Julian bei Wittgensteins im GWZ zu Besuch und überhaupt…

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Huch! Wer oder was war denn da los?

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Ach, klar! Die Konferenz “Wittgenstein: Philosophie und Wissenschaft” des Forums für Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und der Internationalen Ludwig-Wittgenstein-Gesellschaft im GWZ in der Beethovenstraße.

Hier kann man retrospektiv noch einmal schauen, ob sich das Erscheinen z. B. mit Autogrammbüchlein gelohnt hätte. Ich glaube ja schon allein wegen unserem Julian.

Sondersammlung im Docuverse: Software und Erinnerung

An dieser Stelle wurde vor allem mit Bezug auf einen Vortrag im Studium Universale und ein Interview im lokalen Radio auf das Internet als Ort der Erinnerung verwiesen. Web-2.0-ige Anwendungen scheinen besonders gut geeignet zu sein, persönliche Erinnerungen zu bewahren/diese auszulösen. Nun stellen die Herren vom Umblätterer einen Verweis aus ihrem Blog zu ihrer jetzt aktuell geliebten und demnächst veralteten Software her, ermöglichen also einen späteren Blick auf die eigene Geschichte der Softwaresozialisierung.

Der Netscape Navigator 3 riecht zum Beispiel ganz stark nach dem stickigen Rechenzentrum in den Kellern des Hörsaalgebäudes der Uni Leipzig anno 1997. [Paco/Umblätterer]

Das fühle ich auch. … Ist jemand mal mit diesem Fahrstuhl im Hauptgebäude gefahren; also mit dem hinten im Gebäude, dem ohne Spiegel, vom Rechenzentrum nach oben? Kann sich noch jemand daran erinnern, E-Mails aus Pine heraus ausgedruckt um am nächsten Tag im URZ abgeholt zu haben–wahnsinnig breites, schnell vergilbendes Endlospapier? Aber ich werde weggetragen–um das mal mit einer falschen Übersetzung zu beschreiben.

Denke, es kann funktionieren, auch wenn ich befürchte, dass man nicht unbedingt zu allen jemals verwendeten Programmen, ihren Versionen und Builts eine starke emotionale Bindung hat. Alles andere wäre wohl ziemlich geekig, oder? Selbst die Erinnerung an die Versionsnummern ist schon Spezialisten vorbehalten.

Alle anderen können dann den Service OldVersion.com nutzen, um sich alte Versionen ihrer Software zu besorgen und einmal nachzufühlen, wie das damals so war.

Terrorangst in Überwachungsmensa?

Beckfachinlaufrichtung schreibt über ein Erlebnis in der Mensa Petersteinweg. Wegen der Anfertigung eines Fotos wurde er dort von der Polizei befragt, über ein mögliches Hausverbot wurde gesprochen und die Löschung des Fotos verlangt. Hansi hatte bereits über die Installation von Überwachungskameras in der Einrichtung des Studentenwerks Leipzig berichtet. Ich frage mich, was die Kameras dort machen und warum man offensichtlich panisch auf Fotografien reagiert. Wie steht es wohl um die Gefahrenlage der Mensa? Weiß man um mögliche konkrete Anschlagspläne, oder wurden nur Tabletts geklaut? Wurden die Überwachungsfragen auch mit dem StuRa abgesprochen? Fragen über Fragen. Vielleicht meldet sich Frau Hölzel von der Öffentlichkeitsarbeit des Studentenwerks und erklärt die eigenartigen Vorgänge in der Einrichtung.

Kein Ikea in der Mensa Petersteinweg

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Von Ikea ist diese Lampe jedenfalls nicht. Wo kauft man denn solche Schmuckstücke? Gibt es Versandhauskataloge für neu eingerichtete Mensen mit engen Speiseräumen, großen Treppenhäusern und kleiner werdenden Salattellern? Hat das Studentenwerk eine DDR-Retro-Abteilung in der jene Menschen für die Beschaffung zuständig sind, die man nach der Wende weder entlassen, noch auf irgendwelche anderen Verwaltungsposten abschieben konnte?

Einen Architekten scheint die neue Mensa Petersteinweg indessen nicht gesehen zu haben. Die Gänge sind lang und breit, jedoch die Monitore und Aufladegeräte so positioniert, dass Menschentrauben ständig den Weg in das und aus dem Gebäude blockieren, die Ausgabetheke für den Salat hat eine Tiefe, dass man die Dame dahinter anbrüllen muss, für ein gesittetes Anstellen gibt es kein brauchbares Muster und bei der Rückgabe des Geschirrs schlägt man sich den Kopf an. Eieiei! Naja, aber wenigstens gehen dort die Prostituierten nicht ein und aus. Das ist schon mal was.

“Das Web 2.0 als Raum der Erinnerung”: Mephisto-97.6-Interview in der Themenwoche zu “Leipzig 2.0″

Ich denke ja, dass die Menschen bei Mephisto 97.6 gut geschnitten haben; meine Kommentare zum Wettergeschehen gestern und zu meinen nassen Klamotten sind nämlich raus. Arbeiten muss ich an:

  • meiner Sprechgeschwindigkeit (Ich bin zu schnell und poltere leicht.)
  • meiner Aussprache (Ein “ist” ohne “t” is schon okay und durchaus beabsichtigt, nur so pfeifen darf der Frikativ nicht.)
  • meinen Füllseln (Massenhaft “ähm”s und “äh”s fallen schon auf, und ich befürchte, dass man bald Strichlisten anlegen wird. Zum Glück zucke ich nicht verrückt oder habe sonst einen Tick.)

Hier ein Link auf das Interview zum Thema “Erinnerung im Web 2.0″: Dominika Jaschek im Gespräch mit Heiko Zimmermann.


[Quelle: hier]

Hat Spaß gemacht. Vielen Dank liebe Dominika und lieber Carsten!

Abriss! *Schluchz*…

Abriss Universitätscampus Leipzig zu Ostern 2007, kleines Panoramabild (c)
…naja, irgendwie ist es schon traurig. Die Leute laufen da einfach dran vorbei. Dort, wo ich die ersten dreieinhalb Semester einmal in der Woche Latein hatte. Im Sommer war es heiß, die Fenster offen, und der Akkordeonmann spielte stunden- und wochenlang die gleichen Lieder, trieb uns in der Mischung mit Sallust, Cicero und Cäsar fast in den Wahnsinn. Nun, der Seminarraum verstreut über mehrerer Meter, in drei Dimensionen verteilt. Ein Raum, ein Ort verschwindet. Wenn es für mich schon so krass emotional ist, wie fühlen dann die, die den Aufbau des Campus miterlebt hatten? Was denken die? Meiden die die Innenstadt? Übrigens zeigt sich jetzt zum ersten Mal, was überhaupt im Zwischengeschoss zwischen Erdgeschoss und erstem OG im Hauptgebäude der Uni war: das Zwergenreich.

Aus der Reihe “Das Gelblog grüßt”

Mensa Petersteinweg

Ich grüße das Mensablog.
Foto: C. S.