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Category Archives: Universitäres

Zivilklauseldebatte

Gerade im Kommentarbereich der Lokalzeitung gepostet (X):

@Jörg Pistorius: Ich denke, es sollte bei solch einem schwierigen und auch gesellschaftlich höchst aktuellem und wichtigen Thema um Inhalte gehen und um Argumente, nicht um Diskussionskultur. Sicher ist auch die immer wichtig, hier aber doch nicht zentral. Kritikpunkt der durch den AStA vertretenen Studierendenschaft war ja meines Wissens nicht die Diskussionskultur sondern die befürchtete Militarisierung des akademischen Betriebs. Natürlich kann man auch Nebenschauplätze aufmachen, aber das ist dann eigentlich “off-topic”/nebelkerzig bzw. typischer Spin. Nein, Thema ist nicht Diskussionskultur, sondern die gefühlte stärkere Präsenz einer bestimmten Art der Darstellung von Militär und Krieg im akademischen Kontext. In der PM des AStA findet sich die Kritik daran, “Kriege als legitimes Mittel deutscher Politik darzustellen und nur noch in Bezug auf die Effektivität ihrer Durchführung zu untersuchen”. Auch die Kritik am bloßen (Kriegs-)“Anekdotenerzählen” findet sich dort. Dass es um genau das bei der aktuellen Veranstaltung ging (auch wenn die Ziele von Veranstalter, geladenen Gästen und Hörern sich unterschieden haben mögen), lässt sich gut aus dem vorliegenden Bericht des TV und dem Kommentar von @Christian Le entnehmen. Die implizite Behauptung Ihres Kommentars, die Studierendenschaft wolle Themen tabuisieren oder brandmarken geht fehl. Sie sorgt sich vielmehr um die Darstellung und die Funktion von bestimmten Arten von Diskursen im akademischen Rahmen. Nein, wie @Christian Le in seinem Kommentar schreibt, dreht sich die Kritik nicht darum, dass die Themen Krieg und Konflikt aus dem universitären Bereich verdrängt werden sollen. Ganz im Gegenteil! Sie richtet sich aber beispielsweise gegen das Beiseiteschieben wesentlicher Fragen, indem man die Diskussion auf die Ebene des Technischen oder auf die Ebene persönlicher Anekdoten zieht und damit möglicherweise klammheimlich eine gewisse Akzeptanz von kriegerischen Konflikten herbeizuführen hofft. Um es einmal platt und auch als Frage zu formulieren: Sollte die Universität fragen, wie eine Sprengfalle funktioniert und wie der Soldat damit umgeht oder eher darum, warum und von wem sie eingesetzt wird, welche Effekte sie auf das Leben der Menschen hat, wer von ihr auf welche Art profitiert–oder anders (ich gehe Fachbereiche und Fächer durch) beispielsweise: FB I: Wie kann man die Menschen zum Frieden erziehen? Welchen Sinn haben Krieg und Frieden/warum ist der Mensch kriegerisch? Was passiert mit der Psyche von Soldaten und Zivilisten im Krieg? FB II: Wie wird Propaganda produziert? Wie wird Krieg und Trauma narrativ verarbeitet? FB III: Wie sind die Bezüge zwischen antiken Kriegen und modernen? Wie werden Kriege in der Kultur dargestellt? Wem nützt Krieg? Wer sind die Profiteure und die Opfer? FB IV: Für wen und wie rechnet sich Krieg? FB V: Welches Recht gilt im Krieg? FB VI: Wie formen Konflikte die Erdoberfläche? … Dass Werbung für die Truppe oder geschickte Propaganda nicht zu den Aufgabenbereichen der Universität gehören, unterschreiben wir sicher alle. Warum also eigentlich keine Zivilklausel? Langer Text ist zu lang. Sorry.

Lesetipp: Planwirtschaft DFG…

…oder Matthias Ulmer schlägt sich wacker.

Im Börsenblatt.

Herzlichen Dank für den Beitrag!

Mensaessen: Zotteliges

["Zotteliges Mensaessen" in der Mensa Tarforst, 2011-02-10]

Mensaessen: Sehr natürlich geformtes vegetarisches Essen

[Trier, 2010-09-23]

Mensaessen: Irgendwas mit Miniaturklopsen

[So gegessen am 24. August in der Mensa der Universität Trier.]

Master für alle – Müll


["Master für alle - Müll", 2010-10-12]

Most Memorable Quotes Today

  • Hayden makes a claim, and I agree with him”: because it reminds me so much of the de-Toroesque “Ich und Foucault…”
  • “9/11 changed everything”
  • “In the contemporary American world”

Not more as I lost my annotations. :-(

On the doorstep…

Überholen ohne Einzuholen beim Zwersten Trierer Science Slam

Die Zweiten werden die Ersten sein, heißt es irgendwo. Vielleicht auch nicht. Aber das ist auch egal, denn es scheint zumindest beim ersten Trierer Science Slam so zu sein. Der ist mindestens der zweite, was aber keinen stört, denn mit der Wahrheit ließe sich schlechter werben.

Beim Stadtblog mit Identitätsproblem lokalen Nachrichtenportal 16vor schreibt man, dass das Studentenwerk zusammen mit dem Verein “Kulturraum Trier” zu Beginn des Semesters den “ersten Trierer ‘Science Slam’ veranstalten” wolle. “Wir sind auf dem besten Weg, eine rheinland-pfälzische Premiere zu veranstalten”, weiß dann auch der Organisator zu behaupten. Allerdings wird nur durch einen O-Ton die Unwahrheit nicht richtiger. (Und ganz nebenbei: Eine gute Idee, keinen Verfasser zum offensichtlich überhaupt nicht recherchierten Artikel bei 16vor zu setzen.)

Interessanterweise verweist der Text nicht auf die vom traditionreichsten Slam-Veranstalter, dem Haus der Wissenschaft in Braunschweig, geführte Website scienceslam.org, sondern auf so etwas wie die zweite Reihe der Szene (was ja dann auch wieder zum Motto–die Zweiten werden die Ersten sein–passt): auf die Website der Hamburger Biologin Dr. Julia Offe, die u. a. auch den zweiten Berliner Science Slam veranstaltet. (Übrigens unterscheiden sie die beiden URLs, wenn man will, nur in einem Bindestrich: science-slam.de vs. scienceslam.de) Überhaupt scheint es in dem Bereich einiges an Wettbewerb zu geben, wie ein Blick auf die Veranstaltungsseite der ersten Berliner Slammer zeigt. Die wollen u.a. auch nach Köln, wo Frau Offe schon veranstaltet. Aber all das ist total verworren und kompliziert und sowieso ohne Garantie und vollkommen uninteressant. Was viel wichtiger ist, ist festzustellen: der erste Trierer Science Slam fand bereits am 14. Mai 2010 statt. Und er war auch noch richtig authentisch trierisch, denn er wurde vom ortsansässigen selbstredend e. V. organisiert.

Wer das alles noch einmal nachlesen möchte: Informationen zum wirklich ersten Trierer Science Slam gibt es hier. Ach so, und dass die Pressestelle der Uni die falsche Nachricht weiterverbreitet (obgleich sie es am besten wissen sollte, schließlich war die Uni Veranstaltungsort des ersten Slams), kommentiere ich am besten nicht.

PS: Für die nächste Werbeoffensive: Powerpoint-Karaoke gibt es übrigens auch schon regelmäßig in Trier. Da kann man eigentlich auch wieder nur Zwerster sein. ;-)

UPDATE/KORREKTUR: Erfahre gerade [via Marcus Stölb], dass Meldungen, die de facto nur auf einer Pressemitteilung basieren nicht mit Namen getaggt werden. Also kein passender Einfall für diesen spezifischen Artikel bei 16vor, sondern generelles Prinzip.

Doch nicht vom Tisch! Was Hunde in Sektionsdarstellungen suchen…

Hogarth, "The Reward of Cruelty"

Tatsächlich scheint die Kunst den Hund bei der Darstellung der Sektion nicht vergessen zu haben. Er bekommt das, was vom Tische fällt. Wie beim Essen auch. Eine Art Nebenmotiv in der Darstellung der Obduktionspraxis. Vielleicht mit einem zwinkernden Auge gezeichnet. In William Hogarths The Four Stages of Cruelty (1751) z. B. findet sich der Hund in einer ausgezeichneten Position. Er ist einer der Endverwerter des zur Strafe geschändeten Tom Nero, dessen Karriere der Grausamkeit freilich auch mit dem Quälen von Hunden began, wie die erste Bildtafel zeigt. Eine späte Genugtuung also. Die vierte Tafel vielleicht ein Zitat, vielleicht ein Pastiche von anderen.

Vesalius, _De humani corporis fabrica_

Im Frontispiz zu Andreas Vesalius’ De humani corporis fabrica (1543) findet sich der Hund etwas weiter abseits als Zuschauer. (Auch einen Affen gibt es.) Aber er hat das Maul schon aufgerissen, muss zurückgehalten werden.

Im nächsten möglichen Vorbild, der Sektionsszene aus Johannes de Kethams Fasiculo de Medicina (1495), gibt es keinen Hund. Vielleicht geht er gerade Gassi. Warum aber ausgerechnet Rembrandt van Rijn 1632 glaubte, dass seine Anatomie des Dr. Tulp ohne Hund auskäme, bleibt bis heute rätselhaft. Noch nicht einmal ein versteckter Hinweis, ein Napf in der Ecke oder so etwas!

Besonders schön indes, gemalte Kommentare zur Motivpraxis: wenn Hunde Hunden zuschauen. So wie in Emile-Edouard Mouchys “Physiological Demonstration with Vivisection of a Dog” (1832). Ich gebe zu, eine Nekropsie wäre das bessere Beispiel.

Swanenburgh, "Anatomische Theater zu Leiden" (1610)

Übrigens: Mein Favourit ist Willem Swanenburghs Kupferstich von 1610, “Anatomische Theater zu Leiden”. Wie frech der Hund den Betrachter anzuschauen scheint! Wie er zu wissen scheint, wo es etwas zu Fressen gibt. Jetzt, und potentiell auch später, wenn der Betrachter in Leiden aufgeschnitten und verfüttert wird an den besten Freund des Menschen.

 

 

 

 

Friedrich Christian Delius / “Tübingen 1964″

Das Gedicht hängt im Erdgeschoss, links vor der Treppe im Hölderlin-Turm herum. Ich musste sehr lachen, weil ich das so ähnlich sah, und die beschriebene Szene mit den Mauern voller Studenten nur ungefähr 10 Minuten (mit Besichtigung der Vitrinen 1-7) und 20 Meter weiter ist. Oder eben doch 46 Jahre und 20 Meter. Auf jeden Fall, das Gedicht selbst und Delius im Gespräch darüber:

Audimax-Besetzung Landau–Retrospektive

Hatte noch gar nicht meine Impressionen von der Audimax-Besetzung aus Landau gepostet. (Das fiel mir ein, als ich heute in der Regionalzeitung von der Uni Trier las.) In der Erinnerung gab es dort mehr Aushänge mit der Aufforderung zur Sauberkeit und Hinweisen zur Müllbeseitigung im besetzen Hörsaal als bildungspolitische Forderungen. Echt weird. Ich zitiere aus dem Gedächtnis (aus Trier): “Was ist das denn überhaupt für ein handzahmer Protest?” So einer eben.

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PS: Cool eigentlich, wenn man sich Handtücher, oder meterweise Schals und Jacken sparen kann. Ein Zettel tut es auch und sieht so viel ordentlicher aus.

Wenn Maschinen was sagen wollen…

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Das verstehe ich noch. Z. B. weil ich einen Führerschein habe. Habe ich aber auch schon vorher gewusst. Es heißt: Einbahnstraße, und zwar von der falschen Seite. Da darf ich nicht rein, wohl aber kommen Leute raus. Potentiell zumindest. Es ist ein Fahrstuhl. Bei meiner Beobachtung habe ich allerdings niemanden gesehen.

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Und das heißt? Tja? Vielleicht hängt der Fahrstuhl oben links fest. Oder es ist der Anfangsbildschirm eines Pong-Spiels, das der eine mit dem anderen, dem Einbahnstraßenfahrstuhl, spielen möchte. Der muss aber erst warten, bis die ganzen Leute rausgekommen sind, die von der richtigen Seite der Einbahnstraße eingestiegen sind. Oder so…

Auf jeden Fall ist zweite Fahrstuhl kein HAL-Modell mit Augenbalken. Dem ersten traue ich das zu.

Aus der Rubrik “Nimmst du noch oder holst du schon”: Zum Mitholen

Zum Mitholen

Bei dem Wetter genau richtig: Linsenpampe mit Bockwurst

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[Linsensuppe mit Bockwurst hier]

Wenn ich mir überlege, dass dies wirklich ein nesid adaschim war, wird mir ganz übel. Allerdings ganz andere Vorzeichen als bei Esau. Der war gierig. Ich war selbstlos–mehrfach sogar. Resultat: Fast das gleiche. Well, Undank und so…

Kein Spaß am Denken mehr an der Uni Leipzig

Der Nikolaustag war der letzte Termin. Jetzt ist es schon wieder vorbei. Kein Spaß und kein Denken und überhaupt. Ach, Uni LE, was machst du nur immer?

Spaß am Denken - Uni Leipzig - Plakat

Sonderzeichen

Na, welche Sprache soll hier gelernt werden?

Vokabeltrainer-Sonderzeiche

Gebt Knallköppen nicht zu viel Gewicht

Überlege gerade, ob “Gebt Knallköppen nicht zu viel Gewicht” ein adäquates Gegenmotto wäre. Wahrscheinlich aber würde es sich so oder so nicht lohnen. Knallköppe bleiben Knallköppe, mit oder ohne Gewicht.

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Unibesetzung Trier: Impressionen von der Vollversammlung am 17. November 2009

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[13.00 Uhr, der Raum füllt sich noch]

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[Auch Vizepräsident Prof. Wolfgang Klooß und Kanzler Dr. Klaus Hembach sind anwesend.]

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[14.15 Uhr, die Vollversammlung der Student_Innenschaft der Karl-Marx-Universität Trier hat sich für eine unbefristete Besetzung des Auditorii Maximi entschieden.]

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[Kanzler Hembach spricht zur Vollversammlung.]

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[14.50 Uhr, die Vollversammlung ist beendet, die Besetzung beginnt mit der Bildung von Arbeitsgruppen.]

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[18.45 Uhr, im Audimax werden im Plenum die ersten Ereignisse und Ergebnisse diskutiert.]

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[Auch Präsident Prof. Peter Schwenkmezger hat es zwischenzeitlich bis in den Hörsaal geschafft.]

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Denen, die heute im Audimax übernachten können und wollen, einen gesunden Schlaf!

Studentenproteste lokal: Realitätsverleugnung beim Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen?

Zuerst einmal die Pressemitteilung des AStA der Uni Trier: hier (PDF, Quelle).

Dann der Artikel “OB Jensen verteidigt Stadt gegen AStA-Kritik” von Marcus Stölb bei 16vor (inklusive einiger triertypischer (engstirnig, provinziell, moralisierend) Kommentare).

Was ist nun von der Jensens Reaktion gegenüber 16vor zu halten? Klaus Jensen (SPD) sei erstaunt und befremdet über die Kritik des AStA, auch weil dieser sich direkt an die Presse gewandt habe, ohne vorher das Gespräch mit dem Rathaus gesucht zu haben. Ist ja blödsinnig, denn 1.) sollte die Wohnraumsituation und der Zustand des ÖPNV im Rathaus bekannt sein, wenn die Zuständigen nicht vollkommen auf der ältesten Wolke Deutschland schweben. 2.) Seit wann muss man, wenn man etwas zur Lage Triers sagt, das Rathaus um Erlaubnis bitten? Viele mögen sich in diesem miefigen Kaff mit allen anderen arrangieren, niemandem auf den Schlips treten wollen. Dass dieses Gebaren allerdings von den politischen Akteuren dieser Stadt erwartet wird, wirft schon einen dunklen Schatten auf ebendiese. 3.) Die Positionen des AStA sind bekannt. Im letzten Semester gab es gar ein Podiumsdiskussion zum Thema ÖPNV. Übrigens wurde damals auch die Haltung der Entscheidungsträger offensichtlich: mit ein paar Cent mehr Studienbeiträgen sei der Nachtbus schnell finanziert. Umschichtungen von Stadt nach SWT seien schwierig. Um- und Neudenken sind (so mein Eindruck) in Trier prinzipiell ausgeschlossen. Alles, was nicht aus dem Trierer Filz sickert, ist sowieso nichts wert… Dass eine Großstadt auch nachts ein halbwegs annehmbares ÖPNV-Netz bereitstellen sollte, versteht sich von selbst. Dass Trier es nicht tut, ist traurig und entlarvt die Stadt als Großstadt auf dem Papier. Dass der Oberbürgermeister einerseits die Studenten deklassieren zu wollen (keine Extrawurst!) und dann aber doch nichts gegen eine Finanzierung des städtischen Nachtverkehrs aus Studentenhand zu haben scheint, entlarvt ihn als Heuchler vor dem Herrn jemanden, der nicht zu wissen scheint, was er sagt oder will. Ich würde Klaus Jensen übrigens einmal empfehlen, eine Woche nur Bus zu fahren. Auch morgens kurz vor zehn vom Avelertal aus. Oder auch abends nach 20 Uhr von der Arnoldistraße Richtung Stadt.

Neben den irren Bemerkungen zum ÖPNV schlägt schon allein Jensens Hinweis auf die Wohnsituation für Studenten in Trier dem Fass die Krone ins Gesicht. In Trier-West solle aus einer ehemaligen Kaserne ein Studentenwohnheim werden. Braucht man gar nicht lange drüber nachzudenken. Man muss nur “Studenten” z. B. mit “Behinderten”, “Rentnern” oder “schwarzafrikanischen Asylbewerbern” ersetzen und schauen, ob das dann immer noch so gut klingt. Hätte der Trierer Oberbürgermeister gesagt, dass in Trier-West aus einer ehemaligen Kaserne ein Wohnheim für schwarzafrikanische Asylbewerber werden solle, hätte es wahrscheinlich schon deshalb Protest gegeben. Wie kann man die Leute in eine umgebaute Kaserne abschieben?

Latenten Hass auf Studenten möchte ich Klaus Jensen (neben all der zum Teil satirischen Polemik) nicht unterstellen. Eine große Arroganz und Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Gegebenheiten der Stadt möchte ich nicht ausschließen. Die Uni und die Studenten sind ein wichtiger Standortfaktor und eine Bereicherung für diese Stadt. Dass die Politik die Studenten nicht ernst nimmt, sie stattdessen fast wie Dreck zu behandeln scheint und ihre kritischen Vorschläge einfach so vom Tisch wischen möchte, ist wirklich sehr sehr traurig.

Eigentlich müsste man in dieser Situation den AStA dazu aufrufen, das Semesterticket zu kündigen und den Studenten empfehlen, sich nicht in Trier anzumelden (bzw. sich wieder abzumelden). Eigentlich.

PS: Zur Unlogik des SWT-Verkehrsbetriebschef Frank Birkhäuer, der in Stölbs Artikel auch zu Wort kommt, kann man fast nichts mehr sagen. Der Nachtbus richte sich fast ausschließlich an eine Bevölkerungsgruppe und werde deswegen nicht von den SWT finanziert. … Die Busse morgens richten sich auch vor allem an eine Gruppe der Bevölkerung, nämlich die, die Frühschicht haben. Trotzdem werden die Busse von den SWT finanziert. Käse also, was Birkhäuser da meint. Vielmehr geht es wohl, wie auch bei Jensen, eher darum, dass man glaube, es mit den Studenten machen zu können.