Mit dem Fernbus raus aus Trier

Zug zu fahren um/in Trier und Umgebung ist bekannterweise zwar eine malerische aber fürchterlich ineffektive weil langsame Angelegenheit. Dazu kommt die fehlende Verbindung durch/über den Hunsrück, die den Anschluss an den Teil Deutschlands, der östlich von Trier liegt erschwert. Da Trier am westlichen Ende der Republik liegt, ist das besonders unglücklich. Aber die Topografie ist nicht der Hauptgrund für den miesen Linienverkehrsanschluss von Trier zur Welt. In die andere Richtung, nach Luxemburg, sieht es nämlich nicht viel besser aus. Wenigstens tagsüber springt für die Banker ein kommerzieller Busverkehr aus Lux ein (Weber). Nachts von Luxemburg nach Trier? Kannste vergessen! Keine Bahn, kein Bus, nur der Flughafenzubringer von Flibco (Sales Lentz) um 3.15 Uhr, in dem man aber kein Ticket nach Trier kaufen kann. Das wars dann mit der PR-Ente Quattropole. Aber genug geschimpft, denn …

Zum Glück kommt man jetzt mit dem Fernbus von Trier nach Deutschland. Die Angebote:

  • Trier > Frankfurt
  • Anbieter: MeinFernbus
  • Preis: 11€ (Sparpreis) bis 25€ (Normalpreis)
  • URL: http://meinfernbus.de/
  • Preis mit der Bahn ist für Studis 14,25€/19€ (Sparpreis mit BC25/ohne), 18,50€/24,70€ (Normalpreis mit BC25/ohne).
  • Trier > Freiburg
  • Anbieter: DeinBus.de
  • Preis: 9€ – 29€
  • URL: https://www.deinbus.de/
  • Preis mit der Bahn ist für Studis 21,75€/29€ (Sparpreis mit BC25/ohne), 46,50€/62€ (Normalpreis mit BC25/ohne). Möglicherweise über Frankreich billiger.

Für Trierer Studenten schlägt bisher allein die Verbindung mit DeinBus nach Freiburg regelmäßig die Bahn in Sachen Fahrpreis. Bei Likaliner und MeinFernbus reist man mit dem (geplanten) Sparpreis billiger als mit dem Zug. Das liegt zumeist am Semesterticket, das bis Koblenz gilt. Wollen die beiden Firmen Trierer Studenten ansprechen, sollten Sie einen regulären Studententarif einführen.

Und wie geht es dann weiter? Natürlich auch mit dem Bus… Weitere Anbieter wären z. B. berlinlinienbus.de oder flixbus.de.

Kennt ihr noch andere Anbieter außer der Bahn?

“Sende dein Licht” – Mattheiser Pfingstkonzert

Sehr schönes Pfingstkonzert mit dem Friedrich-Spee-Chor und Leonie Klein am Marimbaphon unter der Leitung von Sebastian Glas in der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier.

[audio:http://gelb.net/gelblog/wp-content/uploads/2013/05/SendeDeinLichtZitate.mp3]
[Die letzten Töne von Eric Whitacres “Lux Aurumque” neben dem Geläut St. Matthias’ und der Beginn von Bachs Cello Suite No. 3 (BWV 1009)–diesmal aber am Marimbaphone]

Sende dein Licht - Pfingstkonzert in der Benediktinerabtei St. Matthias, Trier

Der Applaus für die Marimbaphonistin am Ende bezeigte wohl, dass das “Außergewöhnliche” (Abt Ignatius in der Vorrede) heute, auch in Konzerten in Kirchen, erwünscht und erhofft ist. Hier hatte ich ja bereits das Programm eines noch krasseren Beispiels aus dem österlichen Riga gepostet. Ja, es kommt an: Modernes Zeug, andere Instrumente, Experimentelles. Ich zumindest will mehr davon.

Ich hab zwar schon was getrunken, aber ich fahr trotzdem mal eben mit dem Wagen zur Tanke um Zigaretten und Bier zu kaufen…

“Seit wann ist Kolabier ab 18?” Der junge Mann schaut mich verwirrt und hilfesuchend an. Ich kann dazu auch nichts sagen, bin selbst erstaunt. Die Verkäuferin meint, dass sie es gleich erklären werde.

Nachts in der “Blauen Lagune”, dem Trierer Späti, der eine Aral-Tankstelle ist, weil sich Trier keinen echten Spätverkauf leisten möchte. Seit Januar werde nachts “nur noch an sogenannte ‘Reisende’ verkauft”. Da der junge Mann noch nicht 18 sei, dürfe er noch kein Kraftfahrzeug lenken, ergo sei er kein Reisender. Sein Kumpel, in dessen Auto der Kolabiertrinker angereist war, muss kommen und bestätigen, dass die Gruppe aus “sogenannten ‘Reisenden'” besteht…

In Trier müssen Jugendliche zum Bierkaufen in der Nacht also mit dem Auto vorfahren. Schnell mal in Schlappen rüber zur Tanke geht nicht mehr. Trier, das passt zu dir. Herzlichen Glückwunsch! Du wirst deinem Ruf als unökologische Autostadt sehr gerecht.

Rechts vor links oder “Du bist der Radfahrer, du musst die Augen aufmachen”

Nach einem Beinahezusammenstoß auf dem Parkplatz am Augustinerhof in Trier (Einfahrt Lorenz-Kellner-Straße) kurbelt der Beifahrer das Fenster runter. Zwei junge Männer, an sich vernünftig wirkend, ruhig. Ob ich sie nicht gesehen hätte? Zu erklären, dass ich angenommen hatte, dass sie halten würden und dass ich auch keinen Bock darauf habe, in dieser Stadt als Radfahrer ständig geschnitten zu werden und deswegen tendenziell immer länger überlege, mir die Vorfahrt zu erzwingen…; all das hätte zu lange gedauert. Ich spiegle ihre Frage und möchte wissen, ob sie mich denn nicht gesehen hätten? Keine Antwort. Aber die symptomatische Aussage: “Du bist der Radfahrer. Du musst die Augen aufmachen.” Argumente (rechts vor links, auch bei Fahrzeugen, die keine Autos oder LKWs sind) scheinen bei dieser Einstellung nicht mehr zu helfen. Ich entschuldige mich also und hoffe im Geheimen, dass die Erfahrung einer Beinahekollision sie in Zukunft ein wenig mehr Obacht geben lässt. Hätte ich–im Wissen um die de facto Rechtelosigkeit von Radfahrern in dieser Stadt–früher bremsen sollen? Sollte ich ein Exemplar der Straßenverkehrsordnung zum Verteilen mit mir führen? Ich weiß es nicht.

Kommentare zum Hunderttausend-Kinospot

Ganz viel gehört über Jugendkultur, versteckter Kritik, Austauschbarkeit (kann für viel andere Städte gelten), schöne lügende Bilder, etc. Aber ein Kommentar ist mir wegen seiner Logik im Ohr geblieben–es war der von Nebel*:

“…wirbt damit, dass Trier so hip sei, und wenn man auf Ihre Website geht, dann stehen da als erstes Konzertveranstaltungen in Luxemburg.”

* Nach Hinweis Quellenangabe ergänzt.

Radwege: Mattheiser Wald mal anders

Photo: Mattheiser Wald, #Trier #Pfütze
[“Pfütze im Mattheiser Wald”, 2013-01-06]

Heute, anders als schon einmal, etwas gemächlicher durch die Berliner Allee bergauf zum Mariahof.

Eckdaten:

  • Gesamtstrecke: 10,19 km
  • Gesamtzeit: 47 min
  • Durchschnittliche Geschwindigkeit: 12,24 km/h
  • Maximale Geschwindigkeit: 41,56 km/h
  • Höhendifferenz: 194 m
  • Elevation Gain: 313 m
  • Maximales Gefälle: 26 %
  • Minimales Gefälle: -20 %


View Mattheiser-Wald in a larger map

Hunderttausend-Kinospot


[“Der hunderttausend.de-Kinospot”, via Dorian Steinhoff]

Schön die Aussage, dass Trier das sei, was die Leute machen. Leider machen sie zu wenig. Und wenn sie etwas im kulturellen Bereich anpacken, was nicht vollkommen derb ist oder mit Karneval und Trinken zu tun hat, haben es die Leute sehr sehr schwer, sodass selbst die, die was machen, meist bald nichts mehr machen. (Ich rede von Kulturschaffenden–für Konsumenten ist das eine andere Sache.) Dorian, ein Ex-Trierer (:-)) hat der Kölner Agentur das überaus vage und aber doch schöne Trier-“Poem” beigesteuert, und das audiovisuelle Packaging lässt die Moselmetropole *lol* fast schon großstädtisch und cool wirken.

Absurder Jahresbeginn 2013

Der Hauptdarsteller des schlechtesten Films, den ich letztes Jahr gesehen habe, hat gerade ein Foto bei Facebook kommentiert, dass u. a. mich zeigt, wie ich gestern beim Aldi gegenüber auf eine Edelstahl-Thermoskannen-Kaffeemaschine starre. Was man nicht sieht: Ich halte in meiner Hand ein beigefarbenes Einkaufsnetz, das ich vor Jahren bei Schlecker gekauft habe, in dem sich vier Packungen Raclette-Käse befinden, obwohl ich da bereits wusste, dass ich nicht einen einzigen Krümel dieses Käses essen werde, weil ich ihn nicht vertrage. Was man indes sieht: Die ständig zur Schau gestellte Brustbehaarung des Schauspielers. Ich mag mein Einkaufsnetz lieber.

Abendrot über Trier

Total krasser Sonnenuntergang heute über Trier gewesen (schon fast Twitter-trendig, vgl. z. B. 1, 2, 3, 4, 5 oder 6). Auf dem Parkplatz vom Aldi eine Frau mit Hund. Während der Hund seine Leine fröhlich um einen Baum schlingt, kuckt das Frauchen in den Himmel. Eine kleine Gruppe von Studis mit Rollkoffern voll Mutti-frisch gewaschener Wäsche bleibt beim Queren der Straße mitten auf derselben stehen, um in die Wolken zu starren. Hätte Turner so etwas gemalt, hätte man gesagt, dass das überhaupt nicht mimetisch sei. Und überhaupt soll nur die Gewalt der Natur, das Chaos oder der Trubel einer Seeschlacht oder so… Bemerkenswert: Keines der folgenden Fotos ist, bis auf die Skalierung, nachbearbeitet. Klicken lohnt sich.

[“Abendrot über Trier am 4. November 2012” #1 und #2. Das erste Bild ist ein Ausschnitt eines Panoramabildes. Bitte klick es an, um das ganze Bild zu sehen. Das zweite Bild liegt in besserer Auflösung vor. Anklicken hilft auch da.]

PS: Ich möchte wetten, dass dieser besondere Abendhimmel ein gutes Beispiel für Farben ist, die im RGB-Spektrum gar nicht richtig dargestellt werden können. In Wirklichkeit sah das alles nämlich noch viel geiler aus.