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Category Archives: Pop

Ü30-Indy im Chat Noir

“Was ein Spaß!” dachte ich mir: Ü30-Indy-Party im Chat Noir. Naja, die meisten, an die ich gedacht hatte, waren dann doch nicht dabei (”Wir reiben uns freitagabends immer gegenseitig mit Rheumasalbe ein.”).

Als ich mit Begleitung zum Varieté Chat Noir komme, fragen wir uns, ob die Veranstaltung vielleicht ausfällt (man sieht niemanden, hört keine Leute jolen, nichts). Dann fragen wir den Rausschmeißer. Der ist nett. Es fülle sich gerade noch. Okay. 4€ Eintritt, 1€ Garderobe. Dafür aber echt die große Sitzauswahl, die Tanzfläche leer. Als Getränk hat mir der Herr des Hauses kürzlich einen Gin-Tonic mit Gurke empfohlen. Den will ich haben. 6€. What a ripoff! 6€? Ja, 6€. … Mein Denkfehler natürlich. Ich bin auch nicht auf dem aktuell Stand. Meinen letzten Gin-Tonic hatte ich im Stadtzentrum von London dieses Jahr. Montagnachts im Heaven. Der hat 2,50£ gekostet. Aber klar: war ja nur London und nicht Trier, und das Heaven ist im Vergleich zum Chat Noir …, und das Publikum…, und natürlich die Gurkenscheibe (mit Schale)! Die macht den Unterschied.

Die Musik ist tanzbar. Der DJ macht ein paar Fingerübungen bei den Übergängen. Nirvana, Depeche Mode, und so alter Kram aber auch Phoenix, Bloc Party und Franz Ferdinand. Als Rammstein gröhlt, Continue reading ›

Gebärdensprachenmusik

Ich bin mir noch nicht sicher, welchen Nutzen die Videos von Stephen Torrence außerhalb des visuellen Vergnügens haben. Falls jemand eine Idee hat…

[Gebe natürlich zu, dass die Musik die größte anzunehmende Grütze ist.]

Held auf dem Hudson

heroonthehudson

Selbst die Maschine landen? Ein Klacks ist das. Selber versuchen? Gebt mir ein kaputtes Flugzeug! (Seid gewarnt: Es ist ziemlich schlecht programmiert (Spielphysik).)

Wie der Hip Hop die Wirtschaftskrise thematisiert


[Mucka Blucka by Tally Hall / via]

Aus der losen Reihe ‘Unheimliche Popkulturphänomene’: PBJT

[Peanut Butter Jelly - Das Original]

[Brian versucht sich als Banane]

[Eine unverfrorene Kopie bei American Idol im Januar 2007]

Festivalhalbzeitkonzert am Freitag

Beta Satan in der Halle 18, Spinnerei, Leipzig am 16.01.2009

PROLOG-Festival proudly presents:

hurtigere.dummere.vildere.
BETA SATAN (dk) live + DJs Frau Rockt, Skint
Rotor Bikes, Spinnerei, Halle 18, Spinnereistraße 7, Leipzig
Freitag, 16.1.2009, 22h

Mit etwas Glück (es gibt nur 300) erwischt ihr noch einen Flyer, handgeschrieben auf einer Hermes Baby auf Filtertüten Größe 4.

Keep in mind: Prolog-Festival auf der Radrennbahn Kleinzschocher am 27.Juni 2009.

Super Mario und die Prinzessin: Das geschah wirklich

[via]

Konzert am 16. Januar 2009

Beta-Satan-Konzert

Und abends gehen wir nicht mehr in das Horns / die Ilse / das UT / …

Und abends gehen wir ins Horns, um dort festzustellen, dass es irgendwie ziemlich leer ist, weil die Premiumklasse der Klubbesucher–wenn man das so nennen darf–gar nicht so groß ist und sich inzwischen über ganz Leipzig verteilt. Das war früher nicht so. (Was nicht heißen soll, dass es besser war, sondern lediglich, dass sich die Ausgangslage verändert hat.)

Jetzt geht man nicht mehr in die Ilse, um dort alle zu treffen. Nein, man geht ins Kultiviert Anders! oder ins Victor Jara. Auch im Sweat Club wird man fündig und im Café Knicklicht feiert man große Parties. Allerdings gibt es keine festen Szene-Zentren mehr. Die ganze studentische Nachtkultur-Suppe ist breit gelaufen. Das Problem dabei: Die Stadt gibt diese Entwicklung nicht wirklich her. Die von Banden kontrollierten Drogenumschlagplätze Teenie-Schubsen in der Innenstadt mögen voll sein, wie sie wollen, das leicht alternativ-subkulturelle Publikum indes ist in Leipzig zu klein. Eine starke Profilierung muss folgen–oder ein Gesundschrumpfen. Wann macht die Ilse zu? Oder spielt man dort doch wieder jeden Donnerstag Indy-Rock (um eine ganz bestimmte Zielgruppe aus der ganzen Stadt zu ziehen)? Oder übernimmt der Sweat Club diese Rolle auf Dauer? Wo ist ein szeniger Ort, an dem immer Minimal auf dem Plattenteller liegt? Wo bleibt der Nachfolger der Homo Elektrik? Wo bleiben die neuen Konzepte? Klar kann man in einem Wächterhaus regelmäßig auflegen (natürlich nur elektronisch, weil alles andere uncool ist) und sich selbst feiern. Doch scheint mir da die Substanz (Nachhaltigkeit, echte Investitionen und festes Engagement) völlig zu fehlen.

Die alten scheinen müde (Warum mach die Ilse keine Dependance in Schleußig auf?) und die jungen offensichtlich mit halben Sachen zufrieden.

Oder nicht?

Kracht-Lesung im grafischen Viertel

Als mein Freund Ralf neulich erfreulicherweise doch nicht in Nepal verunglückte, musste ich nach erstem Schreck (also noch bevor ich erfuhr, dass er nicht im Flieger saß) daran denken, dass da doch auch diese eigenartige Zeitschrift von Christian Kracht herausgegeben wurde. Zumindest hatte ich das einmal irgendwo gehört. Und dann erwähnte Elmar letzten Donnerstag auch den Kracht. Diese Dinge dann also Zeichen genug, um motiviert zu sein, den Faserlander (*buha*) in echt zu erleben, was eine Woche später tatsächlich passieren sollte.

Die Werbemaschinerie des Verlags läuft ja schon eine ganze Weile auf Hochtouren: Bei NDR-Kultur neulich Buch der Woche bei Youtube ein tausendfach gesehener “Trailer” dafür. Nach flugsem Blick auf die Kracht’sche Netzpräsenz also gestern zur Lesung im grafischen Viertel, wo es zu einigen Wunderlichkeiten kam–nicht dass das Buch selbst nicht schon wunderlich genug wäre (eine absurde Alternate-History-Geschichte aus Robert Harris, Joseph Conrad und allerhand Unausgegorenem um eine mögliche Schweizer Sowjetrepublik, ewigen Krieg und ewigen Winter). Der Ort eine unsanierte Bruchbude, der Moderator eigenartig verpeilt, aber wenigstens der Eintritt frei. Nach der Lesung gab es dann vom Publikum einige wohl witzig gemeinte Anfragen an den Autor, die er auch milde abarbeitete. Natürlich frage ich mich, was mit dem ehemaligen doch-nie-so-ganz Pop-Literaten geworden ist, dass er an solch einem Ort eine Lesung abhält. Und was ist mit den anderen Städten im Tourplan? Kommen da auch je nur ein paar Dutzend Leute? Auf jeden Fall ist es gut, dass man solche Autoren in Leipzig auch noch außerhalb der Buchmesse zu Gesicht bekommt.

UPDATE: Es war noch ein Blogger bei der Lesung.

Prolog-Festival morgen am Start

Na, was ist denn da los?

Die Heinzelmännchen von der Radrennbahn haben ü-ber-all in der Stadt grüne Plakate geklebt. Hoffentlich hat es sich gelohnt und das Leipziger Prolog-Festival, das mit dem Fockebergzeitfahren am Sonntag verbunden ist, wird voll und cool und alles. Neben den Leipzigern A Heart Is an Airport, Mikesh, Outcry und Palestar kommen ein paar Bands von weit weit weg in die Pleißemetropole. Plata O Plomo, nämlich aus dem wunderschönen Magdeburg, Timid Tiger aus Köln und The Horror The Horror aus Sörmland. Schon einmal reinhören:

Clemenz Meyer bei Ulrich Wickwert

Rache der Praktikanten in der Podcast-Abteilung? Clemenz Meyer und Ulrich Wickwert.

[Screenshot: Feed im Google-Reader]

Ganz erstaunt war ich, als ich diesen Titel sah. Hatte sich da der Podcast-Praktikant am Sender rächen wollen, oder hatte er mit dem Gesprächsgast vielleicht vor der Einspeisung des Eintrags einen Kasten Sternburg geleert? Ganz im Gegensatz zur Überschrift in der XML-Datei ist die Sendung im Sinne Wickerts sicher gelungen. Clemens Meyer war nüchtern und plauderte sehr sympathisch aus dem Nähkästchen. Allerdings habe ich mich gefragt, ob die Aussagen irgend einen literaturwissenschaftlichen Wert haben können, ob sie der Konservierung und Transkription lohnen. Ich denke nein, zu viel Herumgehacke auf der Person, zu viel wieder nur über das Medienphänomen Meyer, über den Knast und das Journalisten-Bashing. Über seine Poetik, über seine Denke zur Literatur, zu Werkstatt, Welt oder Leben kam nur etwas viel zu diffuses Gequackel.

Für Fans des Reudnitz-Rockers, ist das Interview allerdings ein Muss.

Snoop Dogg a.k.a. Roy Black

Snoop Dogg steigt für die E-Plus-Tochter vybemobil aus dem Kühlschrank; sicher weil er die gewünschte Street Cred bei den jüngeren hat. Die Pressemitteilung des Unternehmens ist lesenswerte Werbersprache: “[I]ntegrierte Kampagne für POS, Online, Below the Line sowie Viral-Maßnahmen,” sag ich nur…

[via hier und da]

May your Yuletide Be Gay!

1. Weihnachtsgruß

frohes_fest_2007_gelblog.jpg

2. Weihnachtlicher Multimedia-Content

Rufus Wainwright: “Release The Stars In Stores Now”…

PD

schreibt die News-Abteilung von Rufus Wainwright am 14. Mai. Es ist ein Lacher. Wenn man Amazon.de glaubt, liegt das Album erst seit heute dort bereit. Bei iTunes bekommt man es auch erst seit dem 25. Mai. Für echte Rufus-Wainwright-Fans außerhalb des UK und der USA gab es als Option in der Zwischenzeit nur allofmp3. Das Album dort zu kaufen, war nicht etwa nur viel billiger, sondern eben die einzige (!) Option. Es ist echt verrückt, wie die BBC schon seit Wochen für Geffen Werbung für die Platte macht, sie jedoch niemand hierzulande kaufen kann.

Am 25. Mai habe ich eine rechte-mininimierte Version bei iTunes erworben und mich gleich wieder darüber geärgert, dass ich die Lieder nicht sofort auf meinem MP3-Player anhören konnte. Umweg also über eine CD und CDex. Zum Glück ist wenigstens das erlaubt.

Wie zu erwarten, ist “Release the Stars” nicht schlecht. Wenn man Rufus nicht als “Geheule” einschätzt, wird man nicht enttäuscht. Die meisten Lieder klingen wie die Titel auf Want Two, also nicht übel, sondern barock, opulent, herzzerreißend prall. Es sind keine großen Hits dabei, aber das Album insgesamt ist sehr solide. Der beste Titel, “Going to a Town,” glänzt erstaunlicherweise durch fehlende Wainwright-Pomade, wird aber wohl auch keine Nummer 1 werden, da er für Amerika zu politisch und für den Rest der Welt dann doch zu speziell ist.

“Neuschwanstein und Bayreuth haben mich tief berührt” sagte der Sänger noch im Vanity-Fair-Interview. Richtig glaubhaft ist sein Interesse an Deutschland nicht, denn wenn man sich die Tourdaten ansieht, stellt man fest, dass hier nicht ein einziger Auftritt geplant ist–trotz Aufnahme des Albums in Berlin, deutschem Lebensgefährten, dem Lied “Tiergarten” (sprich: “tear garden”) …

Source + info: vgl. link.Wer Herrn Wainwright für seine Ignoranz Europa gegenüber nicht abstrafen möchte, noch keinen Geschenkgutschein bei allofmp3 eingelöst hat und auch keine englische Importversion bestellt hat, kann bei Amazon ab heute das Album bestellen. Vielleicht–aber das kann man, angesichts des zurückhaltenden Verkaufs, nicht wissen–gibt es die Scheibe sogar im “normalen” Musikladen.

Übrigens hat D-Radio auch gerade (10.42-10.50 Uhr) das Werk rezensiert. Einen Podcast-Link scheint es allerdings nicht zu geben. Tenor dort: barock, zuweilen kitschig aber nett.

EpoepoepoepoepoepoepoePoe

Epo kaufen

Komm raus, Ulle!

Quoth the Raven ‘Nevermore.’

Die Wurzel von 160.000: In Mannheim weint man zweimal

Quelle: Wikipedia.orgDas BIFaB schenkt der Quadratestadt zum vierhundertsten Geburtstag einen passenden Song von Cris Cosmo (feat. Sound:scaper). Exklusiven kostenlosen Download, Liedtext und viele andere Dinge gibt es dort.

Link: MP3 bei Brockhaus.

Da mag man doch zum Feiern am liebsten nach Schönau, Rheinau, Neckarau, Blumenau, Jungbusch, Innenstadt, Neckarstadt, Schwetzingerstadt, Sandhofen, Lindenhof, Almenhof, Waldhof, Vogelstang, Feudenheim, Pfingstberg, Neuhermsheim, Hochstätt, Wallstadt, Oststadt, Gartenstadt, Wohlgelegen, Neuostheim, Käfertal oder Seckenheim. Man kann nur hoffen, dass einem dabei nicht der singende Pilgerpfad™ über den Weg läuft…

Übrigens gibt es im Jubiläumsjahr auch die erste Auflage eines neuen Literaturfestivals: lesen.hören1 in der Alten Feuerwache. Mit dabei sind Jakob Hein, der unvermeidbare Kaminer (plus Olga), Paul Ingendaay und die Kakalake mit der (meist) roten Krawatte (Wen meine ich nur?).

Also: Kragen hoch und hin!

Der Hetero-Analverkehr ist die Metrosexualität des kleinen Mannes: Dietmar Dath zum Arschfick

Bristol Stool ChartMan kann eigentlich ebensogut auch gleich mal über das Anale reden. Dafür sind wir Deutschen ja prädestiniert. Man sieht es an unseren Schimpfwörtern und Flüchen und eben unseren popkulturellen Provokationen, wie Dietmar Dath sie in der von satt.org feierlich mit Lorbeerkranz ausdrapierten Abhandlung beschreibt und zugleich zelebriert. Aber vielleicht geht das schon zu weit und man muss mit einem Gegenwartsbezug beginnen, denn zwar feiert Frank Fischer den Dath’schen Traktat am 6. Januar, jedoch stammt jener bereits vom April 2006 und bezieht sich auf ein Musikstück, dass noch viel älter ist.

Also: “Gas-Like Odor Permeates Parts of New York City,” schreiben Christine Hauser und Sewell Chan am 8. Januar in der New York Times: “The smell was reported from midtown to Battery Park City, and strong odors were reported in Jersey City.” Behörden versuchten an jenem Tag den Beschwerden vieler Einwohner New Yorks nachzugehen, die sich auf einen penetranten faulgasähnlichen Geruch in der Stadt bezogen. Faulgas (natural gas), das ist vor allem Methan, aber eben auch Schwefelwasserstoff (schon einmal an faulen Eiern gerochen?). In der Natur entsteht dieses Gas, von anaerob lebenden Bakterien gebildet, in stehenden Gewässern und Sümpfen, weshalb es auch Sumpfgas genannt wird. Es wird aber auch im Darm von Tieren und Menschen und im Pansen von Wiederkäuern erzeugt. Wie dem auch sei, roch es in New York nach Sumpf, Faulturm, Kuhrülps, Fleischfurz oder eben nach Faulgas. Angestellte wurden aus Bürogebäuden evakuiert, Belüftungsanlagen ausgeschaltet, Schulen geschlossen, doch die Quelle des Gestanks blieb unklar, wie so oft: “Mysterious odors come and go in the New York City area, sometimes never identified.” (Mehr zur “Gas Mystery”.)

Letztendlich bleibt die Erinnerung an Ausscheidungen ganz generell unheimlich, weil Ausscheidung, Verstoffwechslung unheimlich ist–viel zu direkt sensuell körperlich. Deswegen die Reaktionen. Im selben Moment in dem die Meldung über den bestialischen Gestank in New York durch die Medien kreiselt und sich Journalisten fragen, wie sie diese unhaltbaren Zustände in den audio-visuellen Medien darstellen sollen, stolper ich über den Bristol Stoll Chart, ein Diagramm zur Kategorisierung von menschlichem Kot. Sehr interessant, ermöglicht dieses Diagramm doch eine differenziert standardisierte Beschreibung menschlichen Fäzes. Lustigerweise wird diese Kategorisierung in Bristol weder vom United Bristol Healthcare NHS Trust noch vom North Bristol NHS Trust benutzt. Ob die Einordnungen in Deutschland üblich sind, ist mir unbekannt.

Doch zurück zum “teils weißen und teils nicht ganz so weißen Schmuddel-HipHop aus Berlin,” wie Dath ihn nennt. Dem Literazisten ist an einer Analyse (es kalauert!) dieser populärkulturellen Erscheinung gelegen. Ganz klassisch steckt der Schmuddel-HipHop seinen Claim mittels “archetypischer” Verfahren ab: Man suche sich einen Punkt in der Mitte zwischen Spießer und Perversem und erstürme ihn, offene Türen einreißend. Diesen Zugang zum Analen gliedert Dath in die Geschmacksnoten “ganz schlecht,” “etwas besser,” “noch besser” und “am besten.” Wie er das genau tut, und wie man am Ende doch “heavily into urine and excrement” landet, lese man jetzt wirklich bei Dath selbst, der seine Betrachtungen in veränderter Form auch in dem Buch Sauerei Moderne veröffentlichen möchte. Hoffentlich streicht er den alles wieder vereinenden letzten Schmus-Absatz.

Die Hits des Jahres 2006, und die von 1986: Bei Gudrun sind sie nicht wirklich zu hören

StempelIch bezeichnete die Ilse ja eine Zeit lang als meinen Hausklub, aber was sich eben dort abspielte spottet jeder Beschreibung: fünf Euro Eintritt scheinen mir noch in Ordnung zu sein. Aber wenn man seine Bude dann so füllt, dass man nirgends mehr tanzen kann und vom Eingang kaum zum Klo oder von der Bar kaum zum Ausgang oder vom Klo kaum zur Bar oder wie auch immer kommt, dann hat die reine Profitgier wohl wirklich obsiegt und die Ilse wird zur No-Go-Area. War das früher besser? Vielleicht ist ja Gudruns Gesellschaft für angewandte Popkultur mbH der Beitrag der Zeit zu Kopf gestiegen? Wer noch etwas wirklich alternatives oder neues erleben möchte, kann nun wahrscheinlich wirklich nicht mehr in der Südvorstadt oder in Connewitz bleiben… Ich, jedenfalls, habe die Schnauze erst einmal gehörig voll vom Ilses Erika und gehe demnächst vielleicht wieder in die MB. Ist ja dasselbe, nur größer und billiger. ;-)

Damals war’s: Fraggles Rock

[Bild]

“Fraggles sind etwa 60 cm große, verschiedenfarbige humanoide Lebewesen, die in einer Höhle unter dem Wohnhaus des Doc (einem menschlichen Wissenschaftler [...]) leben. Den Tag verbringen die Fraggles mit Lachen, Singen und Tanzen.” [hier]

Dann leben in der Höhle auch noch die Doozers, kleine grüne Wesen, die die ganze Zeit wohlschmeckende Gerüste bauen, die dann von den Fraggles aufgeknabbert werden. Eine Art Symbiose findet dort statt. In einer Folge entscheiden die Fraggles, nicht mehr die Bauwerke zu essen, was dazu führt, dass die Höhle komplett verbaut ist und die Doozers über einen Wegzug nachdenken.

Meine Lieblingsfigur war aber die “Allwissende Müllhalde”, Marjorie:

“Die Müllhalde lebt in den Wäldern hinter dem Schloss der Gorgs. Sie ist ein lebender Komposthaufen – eine Sammlung von alten Grapefruits, Gras, Konservendosen, Kaffefiltern, Kartoffel-Schalen und sostigem [sic] Müll, welcher eines Tages misteriös [sic] zum Leben erweckt wurde. [...] Die Müllhalde ist ein Orakel. Sie sieht alles, weiß alles, ist alles.
Sie ist das zu Hause für Philo und Gunge, ihre zwei Nagetier-Freunde. Sie agieren als Interpreten, Vertreter und beste Freunde der Müllhalde. Philo und Gunge sind die beiden einzigen, die sie mit ihrem Vornamen ansprechen dürfen: Marjoriy. Wenn man bei ihr ist lassen einen die beiden Nagetiere wissen, wenn die Sprechzeit vorbei ist, indem sie sagen: ‘Die Müllhalde hat gesprochen!’” [hier]

Zwar ist alles im Fraggles Rock allegorisch zu verstehen, ein Mikrokosmos der menschlichen Befindlichkeiten. Nur das mit der Müllhalde kriege ich nicht auf die Reihe. Eine Vorahnung des Internet?

http://www.fragglerocker.com/media/audio.asp