Sachsenklinik im Internet

H├Ątten die zu der Zeit in der Media City in Leipzig gedreht, dann st├╝nden wohl mehr Leute auf der Stra├če, und auch Scheinwerfer. Ergo: die Fiktion der Sachsenklinik muss wohl direkt f├╝r Google Street View kreiert worden sein. Sehr cool. Also, Fans von In aller Freundschaft, hier ist der Klinikeingang:


View Larger Map

├ť30-Indy im Chat Noir

“Was ein Spa├č!” dachte ich mir: ├ť30-Indy-Party im Chat Noir. Naja, die meisten, an die ich gedacht hatte, waren dann doch nicht dabei (“Wir reiben uns freitagabends immer gegenseitig mit Rheumasalbe ein.”).

Als ich mit Begleitung zum Variet├ę Chat Noir komme, fragen wir uns, ob die Veranstaltung vielleicht ausf├Ąllt (man sieht niemanden, h├Ârt keine Leute jolen, nichts). Dann fragen wir den Rausschmei├čer. Der ist nett. Es f├╝lle sich gerade noch. Okay. 4ÔéČ Eintritt, 1ÔéČ Garderobe. Daf├╝r aber echt die gro├če Sitzauswahl, die Tanzfl├Ąche leer. Als Getr├Ąnk hat mir der Herr des Hauses k├╝rzlich einen Gin-Tonic mit Gurke empfohlen. Den will ich haben. 6ÔéČ. What a ripoff! 6ÔéČ? Ja, 6ÔéČ. … Mein Denkfehler nat├╝rlich. Ich bin auch nicht auf dem aktuell Stand. Meinen letzten Gin-Tonic hatte ich im Stadtzentrum von London dieses Jahr. Montagnachts im Heaven. Der hat 2,50┬ú gekostet. Aber klar: war ja nur London und nicht Trier, und das Heaven ist im Vergleich zum Chat Noir …, und das Publikum…, und nat├╝rlich die Gurkenscheibe (mit Schale)! Die macht den Unterschied.

Die Musik ist tanzbar. Der DJ macht ein paar Finger├╝bungen bei den ├ťberg├Ąngen. Nirvana, Depeche Mode, und so alter Kram aber auch Phoenix, Bloc Party und Franz Ferdinand. Als Rammstein gr├Âhlt, Continue reading “├ť30-Indy im Chat Noir”

Festivalhalbzeitkonzert am Freitag

Beta Satan in der Halle 18, Spinnerei, Leipzig am 16.01.2009

PROLOG-Festival proudly presents:

hurtigere.dummere.vildere.
BETA SATAN (dk) live + DJs Frau Rockt, Skint
Rotor Bikes, Spinnerei, Halle 18, Spinnereistra├če 7, Leipzig
Freitag, 16.1.2009, 22h

Mit etwas Gl├╝ck (es gibt nur 300) erwischt ihr noch einen Flyer, handgeschrieben auf einer Hermes Baby auf Filtert├╝ten Gr├Â├če 4.

Keep in mind: Prolog-Festival auf der Radrennbahn Kleinzschocher am 27.Juni 2009.

Und abends gehen wir nicht mehr in das Horns / die Ilse / das UT / …

Und abends gehen wir ins Horns, um dort festzustellen, dass es irgendwie ziemlich leer ist, weil die Premiumklasse der Klubbesucher–wenn man das so nennen darf–gar nicht so gro├č ist und sich inzwischen ├╝ber ganz Leipzig verteilt. Das war fr├╝her nicht so. (Was nicht hei├čen soll, dass es besser war, sondern lediglich, dass sich die Ausgangslage ver├Ąndert hat.)

Jetzt geht man nicht mehr in die Ilse, um dort alle zu treffen. Nein, man geht ins Kultiviert Anders! oder ins Victor Jara. Auch im Sweat Club wird man f├╝ndig und im Caf├ę Knicklicht feiert man gro├če Parties. Allerdings gibt es keine festen Szene-Zentren mehr. Die ganze studentische Nachtkultur-Suppe ist breit gelaufen. Das Problem dabei: Die Stadt gibt diese Entwicklung nicht wirklich her. Die von Banden kontrollierten Drogenumschlagpl├Ątze Teenie-Schubsen in der Innenstadt m├Âgen voll sein, wie sie wollen, das leicht alternativ-subkulturelle Publikum indes ist in Leipzig zu klein. Eine starke Profilierung muss folgen–oder ein Gesundschrumpfen. Wann macht die Ilse zu? Oder spielt man dort doch wieder jeden Donnerstag Indy-Rock (um eine ganz bestimmte Zielgruppe aus der ganzen Stadt zu ziehen)? Oder ├╝bernimmt der Sweat Club diese Rolle auf Dauer? Wo ist ein szeniger Ort, an dem immer Minimal auf dem Plattenteller liegt? Wo bleibt der Nachfolger der Homo Elektrik? Wo bleiben die neuen Konzepte? Klar kann man in einem W├Ąchterhaus regelm├Ą├čig auflegen (nat├╝rlich nur elektronisch, weil alles andere uncool ist) und sich selbst feiern. Doch scheint mir da die Substanz (Nachhaltigkeit, echte Investitionen und festes Engagement) v├Âllig zu fehlen.

Die alten scheinen m├╝de (Warum mach die Ilse keine Dependance in Schleu├čig auf?) und die jungen offensichtlich mit halben Sachen zufrieden.

Oder nicht?

Kracht-Lesung im grafischen Viertel

Als mein Freund Ralf neulich erfreulicherweise doch nicht in Nepal verungl├╝ckte, musste ich nach erstem Schreck (also noch bevor ich erfuhr, dass er nicht im Flieger sa├č) daran denken, dass da doch auch diese eigenartige Zeitschrift von Christian Kracht herausgegeben wurde. Zumindest hatte ich das einmal irgendwo geh├Ârt. Und dann erw├Ąhnte Elmar letzten Donnerstag auch den Kracht. Diese Dinge dann also Zeichen genug, um motiviert zu sein, den Faserlander (*buha*) in echt zu erleben, was eine Woche sp├Ąter tats├Ąchlich passieren sollte.

Die Werbemaschinerie des Verlags l├Ąuft ja schon eine ganze Weile auf Hochtouren: Bei NDR-Kultur neulich Buch der Woche bei Youtube ein tausendfach gesehener “Trailer” daf├╝r. Nach flugsem Blick auf die Kracht’sche Netzpr├Ąsenz also gestern zur Lesung im grafischen Viertel, wo es zu einigen Wunderlichkeiten kam–nicht dass das Buch selbst nicht schon wunderlich genug w├Ąre (eine absurde Alternate-History-Geschichte aus Robert Harris, Joseph Conrad und allerhand Unausgegorenem um eine m├Âgliche Schweizer Sowjetrepublik, ewigen Krieg und ewigen Winter). Der Ort eine unsanierte Bruchbude, der Moderator eigenartig verpeilt, aber wenigstens der Eintritt frei. Nach der Lesung gab es dann vom Publikum einige wohl witzig gemeinte Anfragen an den Autor, die er auch milde abarbeitete. Nat├╝rlich frage ich mich, was mit dem ehemaligen doch-nie-so-ganz Pop-Literaten geworden ist, dass er an solch einem Ort eine Lesung abh├Ąlt. Und was ist mit den anderen St├Ądten im Tourplan? Kommen da auch je nur ein paar Dutzend Leute? Auf jeden Fall ist es gut, dass man solche Autoren in Leipzig auch noch au├čerhalb der Buchmesse zu Gesicht bekommt.

UPDATE: Es war noch ein Blogger bei der Lesung.

Prolog-Festival morgen am Start

Na, was ist denn da los?

Die Heinzelm├Ąnnchen von der Radrennbahn haben ├╝-ber-all in der Stadt gr├╝ne Plakate geklebt. Hoffentlich hat es sich gelohnt und das Leipziger Prolog-Festival, das mit dem Fockebergzeitfahren am Sonntag verbunden ist, wird voll und cool und alles. Neben den Leipzigern A Heart Is an Airport, Mikesh, Outcry und Palestar kommen ein paar Bands von weit weit weg in die Plei├čemetropole. Plata O Plomo, n├Ąmlich aus dem wundersch├Ânen Magdeburg, Timid Tiger aus K├Âln und The Horror The Horror aus S├Ârmland. Schon einmal reinh├Âren:

Clemenz Meyer bei Ulrich Wickwert

Rache der Praktikanten in der Podcast-Abteilung? Clemenz Meyer und Ulrich Wickwert.

[Screenshot: Feed im Google-Reader]

Ganz erstaunt war ich, als ich diesen Titel sah. Hatte sich da der Podcast-Praktikant am Sender r├Ąchen wollen, oder hatte er mit dem Gespr├Ąchsgast vielleicht vor der Einspeisung des Eintrags einen Kasten Sternburg geleert? Ganz im Gegensatz zur ├ťberschrift in der XML-Datei ist die Sendung im Sinne Wickerts sicher gelungen. Clemens Meyer war n├╝chtern und plauderte sehr sympathisch aus dem N├Ąhk├Ąstchen. Allerdings habe ich mich gefragt, ob die Aussagen irgend einen literaturwissenschaftlichen Wert haben k├Ânnen, ob sie der Konservierung und Transkription lohnen. Ich denke nein, zu viel Herumgehacke auf der Person, zu viel wieder nur ├╝ber das Medienph├Ąnomen Meyer, ├╝ber den Knast und das Journalisten-Bashing. ├ťber seine Poetik, ├╝ber seine Denke zur Literatur, zu Werkstatt, Welt oder Leben kam nur etwas viel zu diffuses Gequackel.

F├╝r Fans des Reudnitz-Rockers, ist das Interview allerdings ein Muss.

Snoop Dogg a.k.a. Roy Black

Snoop Dogg steigt f├╝r die E-Plus-Tochter vybemobil aus dem K├╝hlschrank; sicher weil er die gew├╝nschte Street Cred bei den j├╝ngeren hat. Die Pressemitteilung des Unternehmens ist lesenswerte Werbersprache: “[I]ntegrierte Kampagne f├╝r POS, Online, Below the Line sowie Viral-Ma├čnahmen,” sag ich nur…

[via hier und da]

Rufus Wainwright: “Release The Stars In Stores Now”…

PD

schreibt die News-Abteilung von Rufus Wainwright am 14. Mai. Es ist ein Lacher. Wenn man Amazon.de glaubt, liegt das Album erst seit heute dort bereit. Bei iTunes bekommt man es auch erst seit dem 25. Mai. F├╝r echte Rufus-Wainwright-Fans au├čerhalb des UK und der USA gab es als Option in der Zwischenzeit nur allofmp3. Das Album dort zu kaufen, war nicht etwa nur viel billiger, sondern eben die einzige (!) Option. Es ist echt verr├╝ckt, wie die BBC schon seit Wochen f├╝r Geffen Werbung f├╝r die Platte macht, sie jedoch niemand hierzulande kaufen kann.

Am 25. Mai habe ich eine rechte-mininimierte Version bei iTunes erworben und mich gleich wieder dar├╝ber ge├Ąrgert, dass ich die Lieder nicht sofort auf meinem MP3-Player anh├Âren konnte. Umweg also ├╝ber eine CD und CDex. Zum Gl├╝ck ist wenigstens das erlaubt.

Wie zu erwarten, ist “Release the Stars” nicht schlecht. Wenn man Rufus nicht als “Geheule” einsch├Ątzt, wird man nicht entt├Ąuscht. Die meisten Lieder klingen wie die Titel auf Want Two, also nicht ├╝bel, sondern barock, opulent, herzzerrei├čend prall. Es sind keine gro├čen Hits dabei, aber das Album insgesamt ist sehr solide. Der beste Titel, “Going to a Town,” gl├Ąnzt erstaunlicherweise durch fehlende Wainwright-Pomade, wird aber wohl auch keine Nummer 1 werden, da er f├╝r Amerika zu politisch und f├╝r den Rest der Welt dann doch zu speziell ist.

“Neuschwanstein und Bayreuth haben mich tief ber├╝hrt” sagte der S├Ąnger noch im Vanity-Fair-Interview. Richtig glaubhaft ist sein Interesse an Deutschland nicht, denn wenn man sich die Tourdaten ansieht, stellt man fest, dass hier nicht ein einziger Auftritt geplant ist–trotz Aufnahme des Albums in Berlin, deutschem Lebensgef├Ąhrten, dem Lied “Tiergarten” (sprich: “tear garden”) …

Source + info: vgl. link.Wer Herrn Wainwright f├╝r seine Ignoranz Europa gegen├╝ber nicht abstrafen m├Âchte, noch keinen Geschenkgutschein bei allofmp3 eingel├Âst hat und auch keine englische Importversion bestellt hat, kann bei Amazon ab heute das Album bestellen. Vielleicht–aber das kann man, angesichts des zur├╝ckhaltenden Verkaufs, nicht wissen–gibt es die Scheibe sogar im “normalen” Musikladen.

├ťbrigens hat D-Radio auch gerade (10.42-10.50 Uhr) das Werk rezensiert. Einen Podcast-Link scheint es allerdings nicht zu geben. Tenor dort: barock, zuweilen kitschig aber nett.