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Category Archives: Politisches

Guttenberg letztlich nur ein weiteres Zeichen der Bananenrepublikanisierung

Wieso braucht man da eine Abstimmung in Zeitungen? Wer sich nach dem Auffliegen seines Diebstahls und Betrugs nicht für eine Zeit in seine Ecke verzieht, kann nur zutiefst verderbt sein und hat in einem Spitzenamt nichts zu suchen.

Obgleich es in der Regierung noch andere gibt… Bin mir nicht ganz sicher, wie sich Finanzminister, die eben mal vergessen, dass sie tausende Euro Schwarzgeld in der Schublade haben; Familienminister ohne Familie (obgleich die wahrscheinlich noch eine der besten im Kabinet ist–ohne Ironie–auch wenn sie sich selten durchzusetzen scheint); Familienminister, die die Schirmherrschaft für Veranstaltungen mit Hasspredigern übernehmen; Minister, die ganz offensichtlich gegen jeden Sinn und gegen ihren eigenen angenommenen Verstand eine Agenda vorantreiben, ständig verfassungswidrige (vgl. Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung, Luftsicherheit) Gesetzesvorhaben voranbringen oder einfach auch so by default lügen … ob die also viel besser sind.

Guttenberg scheint mir ein so offensichtlicher, krasser Fall zu sein, dass es schon mehr als irritierend ist. Dass die Kanzlerin, eine Physikerin, die Temperaturdifferenzen auch gern mal in Grad Celsius angibt (Brigitte und Martin Staudte eine schlaflose Nacht), sich freut, wenn der Aufstieg eines möglichen Konkurrenten gebremst wird, dass sie lieber einen schwachen Minister als einen starken Herausforderer hat, kann ich verstehen (nicht aber gutfinden). Aber was ist mit zu Guttenberg selbst? Besitzt der kein Fünkchen Ehre mehr? Nicht, dass das eine Kategorie wäre, die ich für essentiell hielte. Aber in solch konservativen, vorgeblich traditionsbewussten Kreisen generell und bei jemandem, dessen Markenkern eine gewisse Tugendhaftigkeit, im Speziellen, sein soll… (obgleich er von Anfang an, auch in dieser Hinsicht, eine fragwürdige Figur abgegeben hat: ich sage nur “Wirtschaftskompetenz“)?

Die Bananenrepublikanisierung schreitet, gestützt von unfähigen Journalisten, gewissenlosen Politikern und einer Welle von bodenloser Einfältigkeit voran. Ich werde einen Taschenspiegel einpacken. Und immer, wenn sich jemand überheblich über den Zustand der politischen Klasse in Italien oder die Korrumpiertheit in Südeuropa aufregt, werde ich den Spiegel zücken. … Du, scheinheiliger Prediger; mein Ebenbild; mein Freund!

PS: Um mal zu illustrieren, warum sich Frau Merkel ins eigene Fell ihrer Glaubwürdigkeit beißt:

Man darf nicht sagen, ach das ist doch nicht so schlimm. Hier ‘n bisschen was weggeschmissen und dort einen angerempelt, hier mal auf’m Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt, immer so hinter dem Motto “Is alles nicht so schlimm”. / Ist alles nicht nach dem Gesetz, und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum’s irgendwann schlimm wird und irgendwann nicht so schlimm ist. [hier]

FAS-Nachlese: Eckart Lohses “Gender ist längst Mainstream – selbst in der Union”

Zumindest den Kreislauf kann der Mantel der FAS antreiben. Ob das gut oder schlecht ist, sagt die auf Seite 14 interviewte Diätberaterin leider nicht. Die beschränkt sich auf Diäten an sich und auf die Fressereien zwischen Advent und Neujahr.

Eckart “elo” Lohse (ist das etwa der von der Guttenberg-Biographie?) ist so einer. Sein Text (S. 4 in der FAS vom 2. Januar 2011) ist fürchterlich. Warum?

1.) Im Untertitel schreibt er “In der Bundeszentrale für politische Bildung vertritt der Präsident kühne Thesen über Mann und Frau. Kaum jemand regt sich auf.” Ich frage mich: Warum sollte man erwähnen, dass jemand nichts bestimmtes tut (sich aufregt)? Natürlich weil man sich selbst aufregt und das für selbstverständlich oder die zu wünschende Norm hält. Schlecht ist die Überschrift aber nicht unbedingt hinsichtlich der Wertung oder des sehr speziellen persönlichen Bezugs sondern vor allem, weil sie kühne Thesen verspricht, die der Text dann nicht halten kann. Sooooo mau!

2.) Aber welche Thesen hält Eckart Lohse denn für kühn? Es scheint das zu sein, was der nicht-rechtskonservative für gesunden Menschenverstand hält. Lohse schildert einen Vortrag von Thomas Krüger:

… je näher Krüger, ein in der DDR aufgewachsener Sozialdemokrat, der Gegenwart kommt, desto dünner wird das Eis. Erst sagt er, dass in der DDR die Geschlechterunterschiede mit dem “sozialistischen Gleichheitspostulat quasi als überwunden” gegolten hätten. [Schön hier der Konjunktiv II.] Die “beinahe Vollbeschäftigung” von Frauen und die flächendeckende staatliche Kinderbetreuung hätten die in Westdeutschland geführten Debatten über arbeitende Mütter und Selbstverwirklichung im Beruf “obsolet erscheinen” lassen. Kommentarlos erwähnt er, dass die Abtreibung bis zum dritten Schwangerschaftsmonat straffrei gewesen sei, und jubelt schließlich, dass durch die “Posteriorität der Ernährer-Ehe” viele Frauen ihre Männer kurzerhand vor die Tür gesetzt hätten. Wer sich immer noch fragt, ob Krüger die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau im Osten oder im Westen besser fand, bekommt als kleine Interpretationshilfe den Satz nachgereicht: “Der Westen hingegen leistete sich Hausfrauen.”

Bemerkenswert Lohses erster Verweis auf die DDR. Noch bevor er über den Inhalt des von Krüger gehaltenen Vortrags etwas sagt, muss erst einmal klar gemacht werden, dass der hier zu verreißende Sozialdemokrat, also vielleicht so etwas wie der Feind, und noch dazu Dunkeldeutscher sei. Der Rest ist selbstredende politische Haltung, und insofern schlecht, weil nur Rechtskonservative es verstehen. Was an einem Gleichheitspostulat schlimm wäre, erklärt Lohse nicht. Selbst im Grundgesetz (Art. 3, Abs. 2) ist als Ziel vorgesehen, was das Postulat als gegeben ansieht. Lohses Kritik kann also wohl nur in der Idee der tatsächlichen natürlichen Gleichheit von Mann und Frau begründet liegen. Nachdem er auch die Abtreibungsgegner auf seine Seite zu ziehen versucht, macht er noch einmal klar, was sein Problem ist: durch die fehlende Abhängigkeit der Frau als Ehemann vor die Türe gesetzt zu werden–oder kann man das anders verstehen? Wie dem auch sei ist Lohses Text hier besonders misslungen, weil er mit der DDR-Keule schwingt und seine Argumentation nicht erklärt (da scheint keine zu sein).

3.) Äußerst ärgerlich ist die platte Art, mit der Eckart Lohses Text versucht, Thomas Krügers ganz selbstverständliche und zeitgemäße Aussagen in den Augen der Dummen lächerlich zu machen. Gegen blöde Heteronormativität hält Krüger das Argument, dass sich auch heterosexuelle Menschen nicht nur in einer von zwei möglichen Gender-Kategorien sehen. Das überfordert den Text. “‘Bisexuelle, …, Transgender, … Intersexuelle, …’. Da es eine Fachtagung ist, müssen Fachbegriffe her.” Klar, diese verrückten Intellektuellen/Gendertypen mit ihrer irren Sprache! Oder anders unsachlich (zur Reaktion der Bundesregierung): “Überhaupt könnte man das Ganze als Posse abtun, …” Man muss das also nicht ernst nehmen. Überhaupt hat ja der Krüger auch schon einmal Nacktbilder von sich machen lassen. “Eine graue Erscheinung ist er jedenfalls nicht.” Das ist eine ähnliche Masche, wie seinerzeit bei den schwulen Bürgermeistern der großen Städte. Man deklariert sie einfach zur Partymaus und damit als potentiell ungeeignet oder nicht ernst zu nehmen.

4.) Einen ganz abgefuckten rhetorischen Trick erlaubt sich der Text mit der Verwirrung um die Bezeichnung ‘Gender’. Erst wird ‘Gender’ einfach mit ‘Geschlecht’ übersetzt, um alsdann eine kühne These in der Idee zu erblicken, “dass das menschliche Geschlecht nur ein Produkt autoritärer Erziehung und die Norm des heterosexuellen Zusammenlebens von Mann und Frau Ausdruck eines perfiden Repressionssystems sei”. Das würde niemand, der nicht gänzlich unbeleckt von den Gender Studies ist, einfach so behaupten.

Wie gesagt: Den Kreislauf treibt die Lektüre des kleinen konservativen Blättchens schon an. Wenn sie auch den Geist antriebe, wäre es wohl wieder Qualitätsjournalismus. Von dem ist Lohses Text–alas!–weit entfernt.

Poke 53280,11; Poke 53281,12; Print chr$(155)

Schon der Mantelbogen der FAS von gestern ist ein großes Ärgernis. Neben den furchtbar geschriebenen Aufhängerartikeln über einen pädophilen Lehrer dann das Assange-Bashing von Hendrik Ankenbrand auf Seite 14. Dieser schreibt: “Assanges Weltsicht kennt keine Grautöne, wie bei seinem ersten Computer, einem Commodore C 64, mit dem er mit 16 Jahren erstmals in ein großes Firmennetzwerk einbrach, gibt es nur 0 und 1, ein und aus, Schwarz und Weiß.” Das ist ja 1.) entweder totaler Quatsch (siehe Überschrift bzw. hier) und stilistisch blöde (Was soll mittels C64-Verweis gesagt werden? Geht es um eine Mystifikation der Figur Assange?) oder 2.) eine verhunztes Synekdoche und damit eine starke Vereinfachung (Alle digitalen Geräte arbeiten mit Binärcode.) und damit genau das, was Assange im nächsten Absatz vorgeworfen wird (Ironie? Ist der Text etwa heimlich auf der Seite Assanges?): Wikileaks sei (vom Text durch einen mutmaßlichen Assange fokalisiert) eine “Cybermassenvernichtungswaffe“, die gegen alles Böse eingesetzt würde. “Er ist ein großer Vereinfacher, das erklärt auch seine Popularität…”. Und diesem fiktiven Assange, der Geistfigur Ankenbrands, möchte man entgegnen: “Käse! Wissen ist höchstens Macht und keine Massenvernichtungswaffe.” Oder: “Wahrheit kann nie schaden.” Oder: “Die Wahrheit triumphiert nie.” Oder: “Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.” Oder auch einen anderen abgedroschenen Spruch. Für Ankenbrand und die FAS kann man höchstens geltend machen, dass Dichtung ja bekanntlich nur “eine Expedition nach der Wahrheit” ist. … Naja.

…blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir…

[Poster von pantoffelpunk / CC-BY-NC-SA]

Der novellierte Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) lauert schon. Hoffentlich führt er vor allem dazu, dass sogenannte Grüne–ich sage nur: “Wir sind weiterhin gegen den JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen”–bei der nächsten Wahl ein paar Stimmen weniger bekommen. So unaufrichtig! Bäh!

Also, falls es notwendig wird, was ich nicht glaube (vgl. Lawblog), bin ich mein eigener Jugendschutzbeauftragter. Schließlich habe ich erst gestern mit Staunen gelesen, dass ich in einer “Tageseinrichtung für Kinder” arbeite.

Weltweit ca. 60 Mio Menschen infiziert; 25 Mio Menschen verstorben


Heute ist Welt-AIDS-Tag.

Tag X

On the doorstep…

Banksy zeichnet kritische und wahnsinnig geile Simpson-Eröffnungssequenz

Einer der wichtigsten Britischen Gegenwartskünstler ist zweifellos Banksy. Dieser hat nun ein eine erweiterte Eröffnungssequenz für die US-amerikanische Animationsserie The Simpsons gestaltet (siehe UNBEDINGT!!!1!!! unten). BBC News weiß von Banksy, dass “his storyboard led to delays, disputes over broadcast standards and a threatened walk out by the animation department”. Der Simpsons-Produzent Al Jean habe gemeint, “This is what you get when you outsource”. Auf jeden Fall aber sehr sehenswerte einhundertvier Sekunden:

PS: Ach so, das Ganze ist natürlich nicht die erste Auseinandersetzung des Künstlers mit den Simpsons. “I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. I must not copy what I see on the Simpsons. …

[Graffiti depicting graffiti removal by Banksy. May 2008, Leake Street, London, painted over by August 2008. (details).]

Spaß im Parlament

Finanzminister Hans-Rudolf Merz beantwortet eine Frage zur Importmenge gewürzten Fleisches und bekommt einen Lach-Flash. Wunderbar! So möchte ich NICHT unseren Gesundheitsminister, unsere Familienministerin, Zensursula oder Atom-Angela sehen. Aber gern einen sympathischen Politiker. Es wird viel zu wenig gelacht. Generell aber besonders in der Politik und beim Sex. So!

Video vom 20.09.2010, 15:42

[via Fefe]

Das vollkommen zerlachte Wort bei 1min 15s ist übrigens Bündnerfleisch.

Leseempfehlung: “Vor dem Alkoholverbot: Auf ein letztes” von Peter Richter/FAS

Der Alkohol, heißt es, hat den Menschen in der Eiszeit gewärmt, gestärkt und sesshaft gemacht, er hat über Jahrtausende die Lebensmittel haltbarer und das Dasein erträglicher gemacht. Das alles muss er heute nicht mehr; wir haben Heizungen, Kühltruhen und eine Bundeskulturstiftung. [hier]

Grandios konstruierter Essay. Das ist die hohe Kunst.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Warum nicht einfach freie Inhalte?

Volksempfänger: Wikimedia-Commons-Nutzer KMJ, CC-Lizenz (BY-SA-3).Es ist mir vollkommen rätselhaft, wie die öffentlich-rechtlichen MurksProduzenten ständig über das Verweildauerkonzept für Inhalte im Netz jammern können aber nicht auf die Idee kommen, Content einfach unter CC-Lizenz (oder ähnlichem (z. B. einer Lizenz für Gebührenzahler)) zu produzieren und den Rundfunktteilnehmern die Verbreitung zu überlassen. Bisher werden Angebote über antiquierte und auch widersinnige urheberrechtliche Beschränkungen (warum sollten öffentlich-rechtlich produzierte Inhalte überhaupt urheberrechtlich geschützt werden?) von der freien Verbreitung ausgeschlossen. Auch Menschen, die mit ihren Gebühren für die Produktion der Inhalte zahlen, haben letztlich keine Rechte daran. Es ist absurd. Gleichzeitig klagen die Produzenten jetzt darüber, dass durch das Verweildauerkonzept die Inhalte im Netz verloren gingen. Dabei waren sie es doch, die sich bewusst gegen eine Freigabe ihrer Inhalte entschieden haben. (Ich habe das Copyright-Zeichen aus dem Fernsehen gelernt.) Mir tun sie gar nicht Leid. Übrigens auch deswegen nicht, weil in Deutschland mit wahnsinnigen Gebührengeldmengen m. E. vor allem minderwertiger Mist produziert wird–ganz im Gegensatz übrigens zu überlegenen Anstalten wie der BBC. Wahrscheinlich liegt das am System oder am Selbstverständnis.

So, jetzt stelle man sich einmal vor, die Öffentlich-Rechtlichen würden unter CC-Lizenz publizieren, die Menschen könnten Inhalte speichern und weiterverbreiten! Plötzlich wäre es nicht mehr der Rundfunkrat oder der Intendant oder der Chefredakteur oder wer auch immer, der entschiede welche Beiträge wie im Netz aufrufbar blieben (unter Einhaltung der gesetzlichen Maximalverweildauer). Nein! Plötzlich wären es die Konsumenten, die Finanziers der Rundfunkanstalten. Was passierte denn dann, wenn das Steckenpferd eines Intendanten von niemandem gespeichert und angeboten würde? Hui! Plötzlich gäbe es eine Konkurrenzsituation! Das können viele Entscheidungsträger in den Anstalten nicht wollen. … Mal schauen, was sich da in der nächsten Zeit tut (ich glaube nicht, dass die sich wirklich rühren)! Vorerst freue ich mich, wenn ich für die Archivierung des über die Jahren produzierten Drecks nicht noch einmal zahlen muss.

[Volksempfänger: Wikimedia-Commons-Nutzer KMJ, CC-Lizenz (BY-SA-3).]

Trier zeigt Flagge: Impressionen

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Trier Hoists Rainbow Flag

At this very moment, the rainbow flag is being hoisted on Trier’s marked square. For the first time in history, Trier shows its pride of being a tolerant, friendly and open city by allowing the flag to flutter at central places. After a rather lengthy discussion in the City Council this May, in which the Christian conservatives mainly opposed the idea (allegedly for reasons other than homophobia) of flying the flag, the motion, which had been brought forward by human rights activists of the Green Party and the Social Democrats, was eventually endorsed by the majority of the house. It is part of the CSD weekend here.

Pictures of the event to follow… // Watch this wonderful video in the meantime:

UPDATE: Pictures are here.

Schland Oh! Schland

Also mache ich mich auch zum Erfüllungsgehilfen dieser mehr oder weniger latent chauvinistischen Fußballproletenbewegung… Darauf Prost!

UPDATE: Hier eine andere Version:

Zensursula als Präsidentin? Nur prophylaktisch…

…möchte ich mich bereits jetzt distanzieren.

Die Rede des Aristo… ähem, der Hedwig… – Happy IDAHO!

Schon einmal auf die Rede des Aristophanes verwiesen. Hier zwar eine Vergewaltigung des Originaltexts aber trotzdem schön. Und da heute IDAHO ist, passt die Geschichte besonders gut.

“The Origin of Love” aus Hedwig and the Angry Inch (Dir. John Cameron Mitchell, New Line Cinema, Fine Line Features, 2001). Rufus hat auch seine Fassung:

Bigots, “Where are they flocking from?”

I can understand Gordon Brown‘s reaction. However, it is not democratic. He should have sat down with Gillian Duffy to discuss her fear of immigrants and all the other crap. I would just have told her to bugger off, but this would not have been nice either, I s’pose…

For a Safer Internet – Cleanternet

Cleanternet is a campaign to support European Commissioner Cecilia “Censilia” Malmström in her plans to introduce a website blocking system in Europe.

Oh, if you want to support our common cause, think about it and spread the word.

[By Alexander Lehmann. Posted for those who do not read the via--everybody does, though. No?]

Günter Werner Freiherr von Gravenreuth ist tot…

…und Twitter kocht über.

Manche drücken ihre Anteilnahme aus:

@j4k3: Meine Anteilnahme gehört den hinterbliebenen Blogs und Angehörigen der in den Ruin prozessierten.

Andere sind dem Verstorbenen noch immer böse

@zynaesthesie: Was #Gravenreuth angeht, hat @dieternuhr Recht: so einer zeigt noch mit dem Suizid, dass er eine Drecksau war

… oder reagieren sarkastisch auf die Todesmeldung:

@sa7yr: Uiuiui, #Gravenreuth hat sich final selbst abgemahnt …

@kjow: oh und diese beiden tags müssen natürlich auch noch gepaart werden: #gravenreuth #attentionwhore

@joesstar: Schonmal jemand daran gedacht das das nur eine Finte ist und er uns jetzt alle Abmahnt, da wir über Ihn twittern?

Natürlich folgt darauf die Frage nach der Pietas:

@katjaberlin: bei so etwas zeigt twitter immer so schnell sein hässliches gesicht, dass man auf der stelle aufhören möchte.

@ReintjesT: Menschliche Abgründe tun sich auf beim Klick auf #gravenreuth :-(

@SpezNas: De mortius nihil nisi bene – über die Toten rede nur wohlwollend. Latein-Spezial zum Tode von “Tanja” #GvG #Tanja #Günni

Doch es gibt auch menschliche Worte. Einige sorgen sich um die Hinterbliebenen:

@eclipser: Die Frage, die sich mir in Sachen #Gravenreuth stellt, ist die: Was macht #Tanja #Nolte-#Berndel?

@FrogmasterL: Tanja Nolte-Berndel ist wieder zu haben: #Gravenreuth ist verstorben

Und manche loben Gravenreuth sogar:

@dori_doreau: vorbildliches verhalten eines abmahnwahnanwaltes…

@zynaesthesie: +++ Eil +++ #Gravenreuth Sonderpreis für längsten Zeitlupen-Amok +++ #Bosbach: Killerspielverbot für Anwälte +++

Andere trennen den Hype um den Tod eines Menschen vom Tod des Menschen.

@sixtus: Jobs, die man heute eher nicht machen möchte: Community-Management im Heise-Forum.

@dl1ely: Ich setze 10 EUR auf das heutige Top-Trending-Topic in der deutschen Netzgemeinde…

Das scheint auch vernünftig. Gravenreuth war sicher eine der schillerndsten Person der deutschen Computerszenengeschichte. Sein Name war nicht gut besetzt. Insofern kann man von den Massen keine milden Worte erwarten, was aber nicht heißt, dass der Einzellne nicht einsehe, dass der Tod eines Menschen traurig ist und dass der Selbstmord eines Menschen ein schlechtes Licht auch auf die ihn umgebende Gesellschaft–uns alle–wirft.

Die Katholische Kirche – Stephen Fry bei The Intelligence² Debate

Man muss was sagen an einem Tag, an dem Leute wie Walter Mixa – den ich, wie Joseph Ratzinger, für einen großen geistigen Brandstifter halte – die “Wahrheit” m. E. ganz bewusst verdrehen. Ich sage es mit dem grandiosen Stephen Fry, denn besser als er kann man das wohl nicht ausdrücken. Unbedingte Videoempfehlung.

[Info zum Rahmen der Rede]

[Transkript der Rede]