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Category Archives: Politisches

Netzgemeindeersetzungsregel für politische Meinungsbekundungen von Profis

Immer wenn ein Politiker oder ein Journalist die fürchterliche (weil unpassende) Bezeichnung “Netzgemeinde” verwenden möchte, möge er bitte vorher prüfen, ob sich die geplante Aussage auch tätigen lässt, wird “Netzgemeinde” durch “Bürger” ersetzt. Falls ja, möge er eine Äußerung versuchen. Falls nicht, möge er bitte in eine Zeit vor 1989 zurück reisen und sich dort glücklich fühlen, oder–so ihm das unmöglich ist–, alternativ, einfach die Klappe halten. Er tut sich und der Netzgemeinde damit einen Gefallen. ;-)

Eli Pariser on Online “Filter Bubbles”

Almost a year old but still very topical and worthwhile TEDTalk on filter bubbles and the threat that content-filtering algorithms might pose to democratic societies in the age of the internet.

[via]

Newark Mayor Cory Booker on First- and Second Class Citizenship in the USA

[via Sebastian; Beware of the audio feedback at 3:22.]

Zivilklauseldebatte

Gerade im Kommentarbereich der Lokalzeitung gepostet (X):

@Jörg Pistorius: Ich denke, es sollte bei solch einem schwierigen und auch gesellschaftlich höchst aktuellem und wichtigen Thema um Inhalte gehen und um Argumente, nicht um Diskussionskultur. Sicher ist auch die immer wichtig, hier aber doch nicht zentral. Kritikpunkt der durch den AStA vertretenen Studierendenschaft war ja meines Wissens nicht die Diskussionskultur sondern die befürchtete Militarisierung des akademischen Betriebs. Natürlich kann man auch Nebenschauplätze aufmachen, aber das ist dann eigentlich “off-topic”/nebelkerzig bzw. typischer Spin. Nein, Thema ist nicht Diskussionskultur, sondern die gefühlte stärkere Präsenz einer bestimmten Art der Darstellung von Militär und Krieg im akademischen Kontext. In der PM des AStA findet sich die Kritik daran, “Kriege als legitimes Mittel deutscher Politik darzustellen und nur noch in Bezug auf die Effektivität ihrer Durchführung zu untersuchen”. Auch die Kritik am bloßen (Kriegs-)“Anekdotenerzählen” findet sich dort. Dass es um genau das bei der aktuellen Veranstaltung ging (auch wenn die Ziele von Veranstalter, geladenen Gästen und Hörern sich unterschieden haben mögen), lässt sich gut aus dem vorliegenden Bericht des TV und dem Kommentar von @Christian Le entnehmen. Die implizite Behauptung Ihres Kommentars, die Studierendenschaft wolle Themen tabuisieren oder brandmarken geht fehl. Sie sorgt sich vielmehr um die Darstellung und die Funktion von bestimmten Arten von Diskursen im akademischen Rahmen. Nein, wie @Christian Le in seinem Kommentar schreibt, dreht sich die Kritik nicht darum, dass die Themen Krieg und Konflikt aus dem universitären Bereich verdrängt werden sollen. Ganz im Gegenteil! Sie richtet sich aber beispielsweise gegen das Beiseiteschieben wesentlicher Fragen, indem man die Diskussion auf die Ebene des Technischen oder auf die Ebene persönlicher Anekdoten zieht und damit möglicherweise klammheimlich eine gewisse Akzeptanz von kriegerischen Konflikten herbeizuführen hofft. Um es einmal platt und auch als Frage zu formulieren: Sollte die Universität fragen, wie eine Sprengfalle funktioniert und wie der Soldat damit umgeht oder eher darum, warum und von wem sie eingesetzt wird, welche Effekte sie auf das Leben der Menschen hat, wer von ihr auf welche Art profitiert–oder anders (ich gehe Fachbereiche und Fächer durch) beispielsweise: FB I: Wie kann man die Menschen zum Frieden erziehen? Welchen Sinn haben Krieg und Frieden/warum ist der Mensch kriegerisch? Was passiert mit der Psyche von Soldaten und Zivilisten im Krieg? FB II: Wie wird Propaganda produziert? Wie wird Krieg und Trauma narrativ verarbeitet? FB III: Wie sind die Bezüge zwischen antiken Kriegen und modernen? Wie werden Kriege in der Kultur dargestellt? Wem nützt Krieg? Wer sind die Profiteure und die Opfer? FB IV: Für wen und wie rechnet sich Krieg? FB V: Welches Recht gilt im Krieg? FB VI: Wie formen Konflikte die Erdoberfläche? … Dass Werbung für die Truppe oder geschickte Propaganda nicht zu den Aufgabenbereichen der Universität gehören, unterschreiben wir sicher alle. Warum also eigentlich keine Zivilklausel? Langer Text ist zu lang. Sorry.

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[via]

“Vada a bordo, CAZZO!”- Shirt

This is What Wikipedia’s Protest against SOPA and PIPA Looked Like / 2012-01-18

[This is a post for historians of the future, when Wikipedia, after it will have been forbidden entirely (like all major "anarchistic" publications of the early years of the State-Grid-Halliburton-Google-Web (called World-Wide-Web back then)), will also have been systematically purged from all archives.]

Users at the time were not fully aware of the threatening danger posed by a legislation influenced by state politics/old-ecomnomy oligarchs/criminal syndicates to free speech, network neutrality, accessibility of internet services, … (plus the once in a century chance to change the whole planet for the better), worldwide. Therefore, they, instead of joining the protest, rather switched off JavaScript on Wikipedia.org and complained about those political nerds/idiots. Could they actually be so naive to believe that they could possibly change anything?

Impressive GetUp! Commercial

Really worth having a look at this Australian commercial against sex-based marriage discrimination. Next to the wonderful music and images, the speed of the narrated time together with fast cutting puts viewers readily into the perspective of the focalizer, who is one part of a young couple living their life together. In the end, the other half proposes… And the viewer can decide whether to accept or not…


["It's Time," Get Up! Action for Australia, YouTube, Music Oliver Tank ("Last Night I Heard Everything in Slow Motion"), 24 Nov. 2011, via]

Background is that the majority of Australian voters support marriage equality, but PM Julia Gillard opposes it on grounds of the usual Christian-fundamentalist-based ideas of the inequality of men and women…

Auch knapp 150 Jahre nach der Veröffentlichung…

…scheint mir der Ruskin überaus lesenswert und höchst aktuell. Vielleicht sollte man Politiker und Wirtschaftsfunktionäre zur Lektüre solcher Texte drängen? (Das ist möglicherweise ein Vorteil der konsekutiven Studiensysteme, in denen als BA so etwas sinnvolles wie Literatur, Kultur oder Philosophie und als MA dann berufliches Handwerkszeug wie Wirtschaft oder Jura studiert wird…)

So far as I know, there is not in history record of anything so disgraceful to the human intellect as the modern idea that the commercial text, “Buy in the cheapest marekt and sell in the dearest,” represents, or under any circumstances could represent, an available pinciple of [...] economy. (John Ruskin, “Unto this Last: Four Essays on the First Principles of Political Economy” (Unto this Last and Other Writings; Hg. Clive Wilmer; London: Penguin, 1997; 155-228; Print; 187))

…Mal so ganz aus dem Zusammenhang gerissen. Sorry. Müsster selber lesen! ;-)

Heute spricht der “Papst” vor dem Bundestag…

Dass er das darf, halte ich für äußert fragwürdig. Obwohl, naja, vielleicht gibt es ja vor dem Bundestag die große Verwandlung, und der absolute Monarch der Vatikanstadt spricht endlich über seine Rolle in der Vertuschung sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche. Vielleicht bittet er aber auch für die massive strukturelle Gewalt,* die Vertreter der Kirche in seinem Auftrag an Minderheiten ausüben um Entschuldigung (ich meine zuerst die Gewalt der Kirche an Homosexuellen). Vielleicht verkündigt er eine Veränderung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung von Frauen in der Kirche und ernennt eine Päpstin. Vielleicht korrigiert er seine Einschätzung der anderen Religionen (i.e. Sekten und religiöse Laiengruppen wie die evangelische Kirche, aber auch Islam und so ein Zeugs) und bekennt sich zu Toleranz und Respekt dem anderen Gegenüber. Vielleicht sagt er auch was zur Piusbruderschaft. Wäre ja passend: deutscher Papst (ein ehemaliger Hitlerjunge) spricht vor dem deutschen Bundestag über die Versöhnung mit dem Holocaust-Leugner. Vielleicht erklärt der Papst auch die einseitige Auflösung des Reichskonkordats, weil es ihm peinlich ist, die Leute ständig als Sünder hinzustellen, die ihn und seine Einrichtung finanzieren, oder auch, weil er staatlich finanzierte Missionsarbeit als Gefahr ansieht. …

Nah, ich weiß. Das wird alles nicht passieren.

Und, damit ich nicht den Papst aufsuchen muss, werde ich mir um 16.30 Uhr nicht die Rede von Ratzinger anhören, sondern die von Stephen Fry (bei The Intelligence² Debate gehalten–ich hatte die schon einmal gepostet) der spricht auch über die katholische Kirche, ist sehr intelligent und ein guter Mensch.

[Info zum Rahmen der Rede]

Übrigens glaube ich, ich war auch schon einmal Papst.

* Ich möchte den Begriff nicht ideologisch verstanden wissen.

Aus der losen Reihe “Die CDU und ihre Probleme mit der Judikative”: Günter Krings attackiert das Bundesverfassungsgericht

Dies ist eine Leseempfehlung für einen Post beim Verfassungsblog. // Da fällt mir ein, dass man das Wortbildungsprodukt “rechtskonservativ” auf verschiedene Arten lesen kann…

Tea Party! America Thanks You!

[by D. C. Douglas]

Fine-Art Photography: “Live/Lev” by Thomas Petersen


["Live/Lev: In memory of all the people who died on Utøya and in Oslo we shall live more than ever" by courtesy of Thomas Petersen/Grundvold. © All rights reserved.]

What really strikes me about this photo is its natural dynamics, the innocent nakedness and the colour scheme that focusses on the tone of the human skin. The abstracted young man running through the woods (maybe fleeing from somebody or something?) is caught by the camera as a mere shadow, as a kind of ghost, if you like, but at the same time very much alive.

Suffragettes on CCTV

I know it is not CCTV, but still an interesting story about, perhaps, UK’s first spy pictures ever. A couple of years ago, the National Archives uncovered how the police spied on the suffragettes. You can read about this here: Dominic Casciani, “Spy pictures of suffragettes revealed,” BBC News Online, 3 Oct. 2003.

How to Be a Retronaut have just posted a whole section of these photos that were used by police officers to identify suspects. Now, it seems to be a gallery of pride in the fight for women’s rights.

[Unfortunately, I cannot give full credit to the photographers. However, due to crown copyright regulations, the photo is in the public domain.]

Dan und Dan und der Abhörskandal

Ganz Großbritannien spricht über den Abhörskandal um News of the World.
Ganz Großbritannien?

Ja, ganz Großbritannien! Sogar Dan und Dan. Und sie haben eine Geschäftsidee…

“Thrush” ist übrigens “Soor”, also eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut.

Volkswagen – The Dark Side / Greenpeace

A very sexy campaign that looks as glossy as the car manufacturer’s own ad. Published by Greenpeace, it is a kind of follow up to Volkswagen’s own campaign emphasizing on the stark contrast between VW’s corporate image and what they are actually doing in terms of CO2 emission, fuel efficiency and general eco friendliness.

Really worth having a look: the videos (especially part II), the facts and the viral part of the campaign (a kind of game). You might also want to join the rebellion and get some jedi training.

Copying Is Not Theft

Wunderschönes Video wiedergefunden, das die Sache sehr anschaulich macht…

Spannend übrigens die vielen verfügbaren Arrangements des Lieds.

“Now Here This” by Stuart Moulthrop

There’s all kinds of political comments in Stuart Moulthrop’s Victory Garden (the whole text is stance against the Persian Gulf War of 1990/91 (at least)). The different forms of these are especially interesting. This is a poem therefrom:

Hear it comes again, riverRerun past towering erections of the five Cousins with but one middle initial among them. I’ve seen The Best Minds of My Generation but I should’ve waited for the sequel. Revenge, renege, regain, once more around the bases.

Doesn’t nobody on this bus know any new jokes—Of course not, O Fool, for this is America I here singing: New Boston, New Trier, New London, New Berlin, New Hiroshima, New Victorygarden, New Jeruseylem [sic]. All’re bored!

Life mag say Mars Is Our Next Home (gee ‘n’ I can’t afford the one I ain’t got now) we’re gonna take that red planet & paint the town blue & we shall build an urb upon that orb & its name shall be calléd [sic]: SeemYouLackerTM : Registered Treadmark [sic] of the New and Improved Babylon.

Or jes Slacktown to them as knows.
Get back.

[Stuart Moulthrop, Victory Garden (Watertown, MA: Eastgate, 1991), "Now Here This".]

Forum der Regionalzeitung zum geplanten Grillverbot im Palastgarten

Leider am frühsten Morgen angesetzt. ;-) Und zu früh zu Ende. Sollte das nicht bis 14 Uhr gehen? Naja, anyway…

Ich hoffe, dass da wirklich diskutiert wurde. Wieso überhaupt hat man das nicht auf der Wiese im Pal gemacht? Im großen Picknicksitzkreis? Das wäre doch adäquat gewesen. Ich meine das sehr ernst. Vielleicht ja für die angeblichen Hauptakteure, die selbst von ihren Plänen nicht betroffen sind, und Trier ein bisschen zu unspießig…

[Und wenn man unbedingt eine Hüpfburg aufbauen muss, weil man sie nunmal hat, dann hätte man das ja nebenan trotzdem noch machen können.]

IDAHO in Trier

Und plötzlich waren da, total spontan, viele gleichgeschlechtliche Paare,* die Hand in Hand durch die Trierer Innenstadt liefen…

Mit diesem Flashmob sollte anlässlich des IDAHO ein Zeichen gegen Homo- und Transphobie gesetzt werden. Im Gegensatz zum CSD geht es beim IDAHO nicht darum, stolz zu nichtheteronormalen sexuellen Identitäten zu stehen oder sich zu weigern, sich dafür zu rechtfertigen oder schämen zu müssen. Der Fokus ist nach außen gerichtet. Es geht darum zu zeigen, wie schändlich und gesellschaftlich schädlich Homophobie ist, und wie notwendig ihre sozialen Dekonstruktion und Bekämpfung.