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Category Archives: *nachdenk*

Wie sich Leipzig, Sachsen und der Bund im Moment doch sehr unterscheiden, wenn man die Organisation der öffentlichen Sicherheit betrachtet…

Na wie schön, jetzt gehen die Verfassungsschutzakten über mutmaßlich organisierte Kriminalität doch an die Staatsanwaltschaft. Wichtig sei nach André Hahn von der Parlamentarischen Kontrollkommission des sächsischen Landtags nun, dass die Dokumente auch an die Generalbundesanwaltschaft und das BKA gingen, da die sächsischen Staatsanwaltschaften selbst verwickelt seien. “Die Unterlagen sollen brisantes Material zu Korruption, Amtsmissbrauch und Kinderprostitution enthalten”–das volle Programm also–und es seien “auch Politiker, Justiz- und Polizeibeamte aus Leipzig verwickelt” [hier].

Bunkhardt Jung indessen wartet auf Hinweise aus Dresden. Vielleicht kommen die ja doch noch, die Zeichen und Wunder aus dem Osten. Vielleicht…

[audio:http://mephisto976.uni-leipzig.de/mp3/news/160507s1.mp3]
[Quelle: Mephisto]

Ach, und falls der lustige sächsische Sumpf nicht trockengelegt wird, dann kann man, falls man diese sächsische Qualifikation noch nicht erworben hat, das Nassfilzen auch erlernen.

Heiligendamm SchutzzaunNoch nicht qualifizierten Staatsdienern sei aber bewusst, dass sie ohnehin schon verdächtig sind: Du bist Staatsfeind [via: Batz]. Da kann man sich nur darüber wundern, dass im Bereich um unseren derzeitigen Lieblingszaun um Heiligendamm herum keine Selbstschussanlagen oder Minen angebracht wurden. Das gab es doch schon einmal, und hat ein paar Jahre ganz gut funktioniert. Damit ließen sich Demonstrationen im Sicherheitsbereich (200m / 2000m) doch viel leichter vermeiden. Lieber Herr “Staatssicherheitsminister”, das wäre doch viel effektiver als vorbeugende Haft.

Quelle-Versand arbeitet an seinem Image als Captain of Industry

323 Beschäftigten des Quelle-Versandzentrums in Leipzig soll nun gekündigt werden. Das ist jede vierte Stelle. Für den Rest bedeutet das, dass die Arbeitszeit von 38 auf 42 Stunden pro Woche steigt. Das nenne ich doch mal sozial! Wahrscheinlich heißt das dann also, dass Quelle geringfügig mehr einnimmt (weniger für die Löhne ausgibt) und Kosten an das Gemeinwesen abschiebt. Für mich heißt es, dass ich dort bestimmt nicht bestellen werde–ich freue mich immer, wenn ich bei soetwas konsequent ideologisch sein kann (“Keine Müller-Milch für mich, bitte!”). Schließlich bekommen die ehemaligen Arbeiter von mir ja schon direkt über die Sozialabgaben Geld. Vielen Dank, Quelle!

Barbara Hans über Cyber-Bullying von Lehrern: Ein Grund mehr…

Die Gründe für die Belastungen sind zahlreich: Die Klassen werden immer größer, die Eltern immer kritischer, zugleich erziehen sie ihre Kinder immer weniger, und die Kultusbürokratie erlässt immer mehr Auflagen. [hier]

Sehr milde drückt sich da Frau Hans aus. Man könnte das auch krasser formulieren.

Jean Baudrillard tot

Gerade habe ich aus England eine billige Ausgabe der Barthes’schen Sammlung Image, Music, Text bekommen, mich sogleich noch einmal über den sogar falsch zitierenden Lev Manovi? geärgert und etwas über das Simulacrum nachgedacht, da erfahre ich, dass Jean Baudrillard verstorben ist. Wie damals bei Kurt Cobain (der sich eine Woche nachdem ich entschieden hatte, richtig Nirvana-Fan werden zu wollen das Hirn wegblies) oder später bei den Beatles (ich gebe zu: die hatten sich bereits geraume Zeit vor meinem Interesse aufgelöst) komme ich auch diesmal nicht mehr dazu, das Werk zu Lebzeiten des Autors* zu verfolgen. Vielleicht hat das in diesem Fall sogar Vorteile. Obgleich ich mir schon eine Weile “Forget Baudrillard!” gesagt habe, überlege ich jetzt wieder. Man kann von einem abgeschlossenen Werk ausgehen, was ganz andere Perspektiven eröffnet, einem eine gewisse Sicherheit verschafft. Wie dem auch sei. Traurig ist so etwas immer. Im GWZ wird sicher mindestens ein Professor mit schwarzer Binde herumlaufen. Aber es bleibt die sehr exakte Karte des Poststrukturalismus. Sie bleibt auch dann ein genaues Abbild des Geländes, wenn dieses bereits verschwunden ist. Nur gut!

Früher aufstehen und mit dem orange Schleifi eine Runde drehen

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich meist

  • eine Minute vor dem Wecker aufstehe und, dass
  • ich synchron mit dem Fahrplan des Schienenschleifzugs lebe. Ich treffe ihn fast täglich auf der Arthur-Hoffmann südlich der Eisner.

Jetzt frage ich mich natürlich, was denn los ist, woran das alles liegt und ob ich etwas dagegen tun könnte und sollte. Es ist ja nicht etwa so, dass die LVB einen Satz Schienenschleifzüge gewonnen hätte und die jetzt, bestückt mit Langzeitarbeitsloses (das nennt sich dann “Aktiv-Excel” oder so) pausenlos über die Leipziger Schienen schlurfen ließe. Oder doch?

Zum Thema LVB noch ein Nachsatz: Weiß jemand, wie die dort auf den Namen “Aktiv-Office” gekommen sind, was das zu bedeuten hat und ob eine Agentur dahinter steckt? Auf meine Anfrage reagiert bei den Leipziger Verkehrsbetrieben niemand…

Ein Browser ist ein Netzleser

Im Allgemeinen sind Browser Programme, mit denen Textdateien betrachtet werden können. To browse bedeutet im Englischen stöbern, und genau das tut nun der Browser: er stöbert (durch Verzeichnisse, Textdokumente, Skripte etc.).

Nun denkt man aber bei Browser vor allem an Web-Browser, also den Internet Explorer, Safari, Mozilla, Opera, Firefox, Konqueror oder gar den Netscape Navigator. Diese Programme sind allgegenwärtig, nur man redet nicht über sie. Browser (gesprochen: ‘Brauser’) kommt den Menschen schwer über die Lippen (ausgenommen sind natürlich die Netzarbeiter). Warum gibt es da kein deutsches Wort? Mit einem einfach zu merkenden deutschen Wort könnte man auch die Alleinstellung des IE bei Windows leichter brechen. “Wie gehen Sie ins Internet?” “Da starte ich mein’ Internet (Explorer) und gebe da die Adresse ein.” …

Die Macher des weltbesten* Internetbrowsers Opera (gesprochen: ‘Oppera’) sitzen in Oslo/Norwegen. Wenn man sie fragte was denn ein Browser sei, würden sie vielleicht so etwas sagen wie,

En nettleser (engelsk browser) er et program som brukes til å vise innhold fra internett som finnes i HTML-formatet. Nettleserens jobb er å ‘oversette’ HTML-kodene som angir plassering av tekst og bilder og vise dette i henhold til koden. Nettlesere opererer vanligvis på den delen av internett som kalles Verdensveven (WWW — World Wide Web). [Hier]

Und da kommt es schon vor: nettleser. Die Norweger verwenden diesen Begriff. Die deutsche Variante Netzleser könnte ein Ersatz für genanntes Problem sein. Ein paar Leute fordern diese Bezeichnung schon: der Wupperbayer oder der SoeDib. Der auf mich sehr suspekt wirkende Verein Deutsche Sprache e. V. (da wird auf der Website Erika Steinbach gefeatured und bei der Abkürzung “e. V.” verzichtet man auf das Leerzeichen zwischen den beiden Buchstaben) empfiehlt in seinem merkwürdigen Anglizismen-Index den Begriff Navigator, der unmöglich ist, da er als Begründungsgrundlage nur das Netscape-Produkt hat und keinem Menschen natürlich über die Lippen kommt.

Deswegen stelle ich folgende These zur Diskussion: Das Wort Netzleser ist eine brauchbare deutsche Bezeichnung für Webbrowser.

Netzleser, der; -s, – (EDV): 1.) Software zum Finden und Ansehen von Inhalten im World Wide Web. 2.) jmd., der etw. im Internet liest.

Ich bin mir bewusst darüber, dass man nicht nur mit Webbrowsern im Netz lesen kann. Übrigens sollte klar sein, dass ich kein Anglizismenhasser bin. Ich habe jedoch sehr viel mit netztechnisch unbeleckten Leuten zu tun, für die Bezeichnungen wie Browser oder Client immer noch unmöglich schwer sind. Diese Wörter gehen einfach nicht in den Kopf rein. Und das, obwohl diese Menschen täglich mit solchen Applikationen arbeiten. Noch etwas: im Englischen gibt es neben dem browser auch readers. Z. B. wenn es um RSS-Feeds oder PDF-Dokumente geht.

Jetzt wird dem Vista-Nutzer die Candara angezogen

Specimen of the typeface Comic Sans. Source: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:ComicSansSpec3.svgWer kennt sie nicht, die Verdana von Matthew Carter, die Times New Roman von Stanley Morison und Victor Lardent, die Arial von Robin Nicholas und Patricia Saunders oder die oft von Förderpädagogen missbrauchte Comic Sans MS von Vincent Connare? Warum sind sie so viel bekannter als die Frutiger, die Baskerville oder die Helvetica? Machen wir uns nichts vor! Das liegt daran, dass die erstgenannten zu den Microsoft-Kernschriften für das Internet gehören. Früher durften sogar Unix- oder Mac-User diese Schriften kostenlos von Microsoft beziehen. Dies geht jetzt nicht mehr. Auch für Microsoft-Nutzer gibt es eine Änderung, denn nun gibt es ein neues Set Standardschriften. So hat in Office 12 Calibri die Times New Roman als Regelschrift verdrängt und im GUI von Vista tummeln sich auch die anderen: Cambria, Candara, Consolas, Constantia und Corbel. Stuart Brown berichtet in seinem Modern Life is Rubbish genau so darüber, wie Anne van Wagener bei Poynter Online. Sascha A. Carlin zeigt wie diese Schriften nun ohne ClearType aussehen.

Wie lange es dauern wird, bis sich diese Schriftarten überall durchsetzen, ist nicht klar. Schließlich werden sie diesmal nicht ‘cross-platform’ verbreitet. Wer dann aber am Mac eine Cambria-Website betrachtet, kann nur hoffen, dass der Webdesigner in seinem CSS Georgia als zweite Schriftart angegeben hat.

Ich bin gespannt, wann dann das erste Mal die Studis im Grundstudium vor der ersten Hausarbeit fragen, ob sie diese in Cambria oder Calibri setzen sollen. Mit Calibri schindet man ja Seiten und dann sieht es auch irgendwie frischer aus. Und wenn diese Menschen dann eine alte Hausarbeit von vor 2007 zur Hand nehmen, werden sie feststellen, dass die schon komisch aussieht, ungewöhnlich, irgendwie altbacken…

Was die Comic-Sans-Fans von der Grundschuldidaktik und Förderpädagogik mit diesen Schriften anfangen sollen, ist noch unklar.

Die Hits des Jahres 2006, und die von 1986: Bei Gudrun sind sie nicht wirklich zu hören

StempelIch bezeichnete die Ilse ja eine Zeit lang als meinen Hausklub, aber was sich eben dort abspielte spottet jeder Beschreibung: fünf Euro Eintritt scheinen mir noch in Ordnung zu sein. Aber wenn man seine Bude dann so füllt, dass man nirgends mehr tanzen kann und vom Eingang kaum zum Klo oder von der Bar kaum zum Ausgang oder vom Klo kaum zur Bar oder wie auch immer kommt, dann hat die reine Profitgier wohl wirklich obsiegt und die Ilse wird zur No-Go-Area. War das früher besser? Vielleicht ist ja Gudruns Gesellschaft für angewandte Popkultur mbH der Beitrag der Zeit zu Kopf gestiegen? Wer noch etwas wirklich alternatives oder neues erleben möchte, kann nun wahrscheinlich wirklich nicht mehr in der Südvorstadt oder in Connewitz bleiben… Ich, jedenfalls, habe die Schnauze erst einmal gehörig voll vom Ilses Erika und gehe demnächst vielleicht wieder in die MB. Ist ja dasselbe, nur größer und billiger. 😉

Zur Hölle mit der Moral?

Christian Stöcker von SpOn schreibt gestern über die mogelnden, tricksenden und betrügenden Deutschen. Eine neue Studie zeige, dass die Mehrheit der Deutschen sich nicht an Gesetze halte und dass Misstrauen gegenüber dem Markt, Angst vor Verbrechen und “rechtlicher Zynismus” den Bürgern den Anstand austreiben.

“‘Die moralische Sensibiltät [sic] ist unterentwickelt’, sagt [Georg] Lind [Experte für Moralpsychologie an der Universität Konstanz]. In den Schulen sollten Jugendlichen anhand konkreter Entscheidungsbeispiele beigebracht werden, frühzeitig über ethische Grundsatzfragen nachzudenken. Wer sich ethischer Prinzipien wirklich bewusst sei, könne gar nicht anders, als sich richtig zu verhalten: Wie ein Mensch, der einen anderen ertrinken sehe, auch ohne nachzudenken zu Hilfe eilen würde.” [hier]

Das klingt ja furchtbar! Aus mindestens zwei Gründen.

Erst einmal sollen schon wieder die Schulen ran bei der Erziehung. Da wird dann nicht nur die richtige Mülltrennung, das Poppen mit Präser und die einseitige Toleranz gegenüber muslimischen Fundamentalisten eingeübt, nein, die ohnehin schon überforderten Lehrer sollen ethische Grundsatzfragen, interindividuell differenziert natürlich, denn wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft (außer natürlich in den national-befreiten Provinzkäffern Ostdeutschlands und Bayerns), im Unterricht aushandeln. Nur muss man sich dann, wenn es praktisch werden soll, auch auf einen ethischen Rahmen einigen. Welcher soll denn das sein? Eigentlich müsste das doch, mit unserem schönen abendländisch-christlichen Hintergrund, ein deontologischer sein. Nur wie will man das denn unterrichten, wie kann denn das Gewollte geschult werden, und, vor allem, passt das auch gar nicht zu einem Rechtstaat wie Deutschland, der, bis auf wenige Ausnahmen, dann doch das Resultat als Maxime kennt. Vertragstheoretisch müsste also dann der Ethikunterricht sein. Man müsste ihn mit dem Wirtschaft- und Recht-Unterricht zusammenlegen, doch was dabei raus käme, wenn man ständig Gesetze und ihre Begründungen predigen würde, ist klar: entweder ein Aufbegehren gegen diesen Unsinn oder gesetzestreue Idioten.

Zuletzt ist Lind wohl immer noch zwei Fehllehren verfangen, 1.) dass Wirtschaft gleich Leben ist und die Einhaltung von Gesetzen moralisch, und 2.) dass Fähigkeiten und Fertigkeiten allein zu einem guten Menschen führen. Um mal den Heidegger rauszukramen: Was kann den Menschen nach dem Scheitern des Humanismus noch Zähmen? Liebe, Gott, Strafen, …, …? Die Frage klingt zwar ein bisschen zu ernst für das Thema der Mogler und Trickser, ist aber im Grundsatz gerechtfertigt. Wäre es nicht vielleicht angebracht, gerade das Brechen von Gesetzen (das Unrecht) zu legitimieren um dem Guten zu dienen?

Uwe ist so sexy; und schlau ist er auch!

Stefan Schmitt schreibt bei SpOn über Vornamen-Vorurteile.

“Ist Birgit attraktiv oder hässlich? Ist Christian dumm oder schlau? In welche Schublade wir jemanden stecken, hängt enorm von seinem Vornamen ab. Das haben deutsche Psychologen herausgefunden – sie verraten, mit welchen Namen man am besten wegkommt.”

Udo Rudolph, Robert Böhm und Michaela Lummer (alle Sozialpsychologen | TU-Chemnitz) haben untersucht, was bei vielen Menschen im Kopf abläuft, wenn sie einen Unbekannten kennen lernen. Vom Vornamen ausgehend schlössen viele Menschen auf das Alter und dann auch auf die Attraktivität und Intelligenz der jeweiligen Person. Älter heißt dabei dümmer und hässlicher.

Ob da wirklich etwas (außer einem statistischen Effekt) dran ist? Wer von euch einen intelligenten und attraktiven Dirk, Frank, Heiko, Holger, Jens, Jörg, Mario, Mike, Olaf, Peter, Torsten oder Uwe persönlich kennt, möge bitte diesen Eintrag kommentieren!

Nach zehn Jahren

Irgendwie werden doch alle älter. Die anderen immer mehr als man selber. Aus Jungs werden richtige Kerle, aber manche bleiben, zum Glück, wie sie immer waren: Kinder eben. Ich hoffe, ich gehöre dazu. Dass bei mir nicht das Kinderkriegenfernsteuerungsprogramm läuft lobe ich, da ich gesehen habe, wie aus Mädchen Muttis werden. Da dreht sich alles nur um das eine, und das ist viel schlimmer als bei Männern, bei denen sich ja ohnehin immer alles um Sex dreht.

Zum nächsten Klassentreffen werden wir vielleicht einen Tisch der Kinderlosen aufstellen, und wer dann in zehn Jahren immer noch dort sitzt, ist dann gleich ein Outlaw. Mein Vorschlag, in die Adressliste unseres Abi-Jahrganges gleich den Familienstand und die Anzahl der Kinder einzutragen um der lästigen und unverschämt indiskreten Fragerei aus dem Weg zu gehen, stieß als Reaktion nur auf ein Lächeln. Vielleicht hätten einige sonst ja gar nichts zu erzählen. Ich habe aber etwas gelernt über Comics (von Sandra), Globus (den Supermarkt / von Enrico), Promovieren in Berlin (von Torsten), Klatsch und Tratsch (von Karin) und wie sich manche doch noch machen (… / … / …). Vielleicht hefte ich mir in fünf oder zehn Jahren ein Schild an um unbotmäßige Anfragen abzublocken?

Bare Branches in Meck-Pom

Methusalem-Schirri schreibt gestern in der FAZ und heute bei SpOn über Triebwähler in Meck-Pom:

“Je mehr heiratsfähige Männer aus sozialen Gründen daran gehindert werden zu heiraten, weil es die Frauen dazu entweder nicht gibt oder von denen, die es gibt, keine die Zurückgebliebenen haben will, desto mehr Testosteron zirkuliert.
‘Bare branches’ – nackte Äste werden diese Milieus junger Männer inmitten alter Leute in Indien und China genannt, wo der Männerüberschuss (aufgrund der Abtreibung von Mädchen) ganze Regionen mit Gewalt überzieht. Junge Männer ohne Zukunft sind eines, junge Männer ohne Zukunft und ohne die Chance zur festen Bindung etwas anderes; und junge chancenlose Männer, ohne die Chance zur Heirat, ohne Arbeit und als Teil alternder Gemeinschaften sind schlichtweg explosiv.”

Nicht nur politischer Radikalismus an sich, sondern auch Frauenmangel und Überalterung sind der Grund, weshalb in diversen Regionen der heutigen DDR* ein gewaltbereiteres Milieu entsteht, in dem radikale rechte Parteien gewählt werden. Das hat mit den von den rechten favorisierten Männerbündnissen zu tun. Kein Job, keine Frauen, keine Chancen, selbst zu blöde: da säuft und kloppt man sich eben–das ist bekannt–und fühlt sich zu männerbündischen Lebensformen hingezogen…

Hmm? Vielleicht sollten die Stargayte– und Cocks-Betreiber es mal in diesen Gegenden versuchen? Dann hätte man vielleicht ruck, zuck eine breite Basis Grünen- und FDP-Wähler, die sich dann nur noch zum CSD in Warschau oder in Moskau rumkloppen und sich sonst gegenseitig Kuchen backen und Topflappen häkeln.

[* Pardon, vertippt. Meinte so ziemlich alle “national-befreiten Zonen” in Ostdeutschland = die furchtbare Provinz]

Schau mal, ein Flugzeug!

Hana Jensel hat ja in ihrem Buch Zonenkinder* so manche erstaunliche Befindlichkeit ostdeutscher Menschen meiner Generation festgehalten. Da ist das Gefühl, eben weder Playmobil– noch Lego-Kind gewesen zu sein, wenn man im Ausland Erfahrungsberichten der anderen Deutschen lauscht. Da ist die Erfahrung, dass die Eltern einem irgendwie nicht so die Ratschläge zum Überleben im System geben können, weil sie genau so lange darin sind wie die Kinder etc…

Was sie aber vergessen hat ist die eigenartige Angewohnheit, jedes vorüberfliegende Flugzeug, jeden Hubschrauber zu kommentieren. Vielleicht liegt das daran, dass es früher so wenige davon gab. Dieser Flugzeugmangel sitzt noch in den Köpfen die sich dann automatisch drehen, immer wenn ein Motor am Himmel brummt. Leute zeigen nach oben, bleiben stehen, schauen nach. Bin mal gespannt, was passiert, wenn DHL in Leipzig ist. Ob der Verkehr ob der vielen angefahrenen Fußgänger auf den leipziger Straßen zum Erliegen kommt?

* [irgendwo ist da ein Dreher drin]

Was meint Herr Bienert?

Wellen. Bei der Liebe am Nachmittag war ich aber ratlos…

Was meint Herr Bienert?

Aachen. Eine komische Mischung: Die Walküre von Carl Maria von Weber, das Libretto vom Prince von Sachsen-Österreich (man kennt ihn aus Bonanza). Na, ich gebe zu, gut war das nicht.

Ein Held unserer Zeit: Gregori Perelman. Er hat di…

[Bild]Ein Held unserer Zeit: Gregori Perelman. Er hat die Poincaré-Vermutung bewiesen. Er hat die Fields-Medaille nicht persönlich angenommen und zeigt damit, dass Wissenschaft mehr ist als Drittmittelakquise und die Jagd nach neuen Einnahmequellen. Es scheint ihm lediglich um die Sache an sich zu gehen. Wird doch immer gesagt, dass Wissenschaft seit geraumer Zeit nicht mehr die Angelegenheit verschrobener Genies sei sondern ein kollaboratives Projekt, beweist er doch das Gegenteil. Da hat der Elmar Schenkel mit seinem Buch Die elektrische Himmelsleiter: Exzentriker in den Wissenschaften Recht und seine Rezensenten wie Jürgen Kaube Unrecht: Wissenschaft kann eben doch von visionären Einzelgängern getragen werden, nicht nur von kognitiven Gemeinschaften.

Zu alt für die Böhsen Onkelz?

[Illustration: Onkelz-Logo]Komisch! Habe gerade den Matt noch von den Onkelz begeistern wollen. Meine Jugendmusik. Höre sie gerade und finde sie total trivial und eintönig. Dabei dachte ich doch immer, dass das ganz tolle Musik sei. Hatte sie sogar noch in England im Shuffle-Modus parallel zu Slime gehört, was zugegebenermaßen auch schon damals eigenartig war. Ich glaube, ich bringe die CDs jetzt in den Keller und lege lieber Heino auf (vielleicht liegts am Alter) ;-).

[Illustration: Hey Punk!/Slime]