Morgen werde ich mich ans Messer liefern, denn Ubi pus, ibi evacua. Der Anästhesist warf mir in Vorbereitung darauf schon mal ein Schöckchen zu. Ich habe das ja mit den Stöckchen in Blogs nie verstanden. Wo kommen die her? Wird man dazu aufgefordert, oder nimmt man sich die irgendwo und warum überhaupt, und protestieren nicht so viele Menschen gegen Vorratsdatenspeicherung und geben dann ganz freimütig etc…
1.) Welchen Beruf üben Sie aus?
Ich bin Angestellter und Freiberufler in den Bereichen Bildung und Kunst. Warum ist das wichtig?
2.) Tragen Sie ein Hörgerät?
Nein.
3.) Tragen Sie Kontaktlinsen?
Mit Brille sehe ich angenehmer aus. Die verbirgt meine Augenringe und lässt mich, da ich übersichtig bin, wacher aussehen.
4.) Tragen Sie herausnehmbaren Zahnersatz?
Nein. Aber die Beschaffenheit meiner Zähne deutet darauf hin, dass es nicht ewig so weitergehen kann.
5.) Befanden Sie sich in letzter Zeit in ärztlicher Behandlung?
Hier fängt das ärztliche Schöckchen an unpräzise zu werden. Was heißt “in letzter Zeit”? Ich habe mich letzte Woche impfen lassen. Ob das zählt?
6.) Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
Nein.
7.) Wurde bei Ihnen schon einmal eine Operation mit Betäubungsverfahren durchgeführt?
Nope.
8.) Haben Sie schon einmal eine Bluttransfusion bekommen?
Bisher nur gespendet, und zwar entgeltfrei beim Roten Kreuz.
9.) Haben Sie für die vorgesehene Operation Eigenblut gespendet?
Jetzt bin ich verunsichert. Hätte ich das tun sollen? Wäre bestimmt besser gewesen. Aber eigentlich sollte nicht so viel Blut fließen. Doch wer weiß? Gibt es im Moment genug Spenderblut? Gerade am Sommeranfang ist doch immer das Blut knapp, oder? Die vier Feinde der Blutspendedienste: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das war zumindest das, was mir das DRK nach meinen Blutspenden jahrelang geschrieben hatte. Oder so ähnlich? Ich weiß nicht mehr.
10.) Leiden oder litten Sie an einer der folgenden Krankheiten?
Nein, außer bei der Sache mit diesen wuscheligen mausefangenden Dingern. Ich scheine fast absolut gesund zu sein. Da wundert es mich schon, dass es mir immer so schlecht geht. Ja, man wirft mir zuweilen vor, Hypochonder zu sein. Schnickschnack! Wenn man ab und an befürchtet, eine todliche, unheilbare Krankheit zu haben, dann muss das doch nicht krankhaft sein? Oder? Noch nie gedacht, dass Sie, lieber Leser, Krebs haben könnten (diverse Arten), HIV, eine Blutvergiftung, einen schlimmen Herzfehler, Tuberkulose oder auch Mukoviszidose? Nein? Oh! Naja… *Räusper (Bronchitis?)*
Hier breche ich mal ab, und erkenne, das Stöckchen nichts für mich sind. Sie machen mich nur fertig und produzieren unnützen Traffic für die Feed-Abonnenten, was in Zeiten globaler Erwärmung, kleinerer Salate in der Mensa, Nutten im Leipziger Rathaus, Nazis auf dem Triptiser Markt und so weiter nicht angebracht scheint.
Ja, wünscht mir Glück! Ich wünsche dem Operateur ein gutes Auge und eine ruhige Hand. War schön mit euch! Macht’s gut! (Ich hoffe, dass ich schon wieder übertreibe…)
