Skip to content

Category Archives: Leipzig

Das Drei(-kippelige)-Säulen-Modell der Leipziger CSD-Woche

Pride Season ist ist nicht nur in Köln oder Berlin, sondern auch in Leipzig. Das Schöne an Leipzig: Man möchte auch politisch und kulturell sein. Dafür gibt es viel Beifall, und die Veranstaltung sind bis zum Anschlag mit Aktivisten gefüllt, wie man bereits ganz am Anfang, am Samstag bei der “Queeren CSD-Eröffnungsparty mit DJane Claudia K.” in der Frauenkultur in der Windscheidstraße erleben konnte. Massenhaft strömte man nach Connewitz um zu tanzen und gleichzeitig für die gute Sache … §$%&/ kratz )%/$” spring &$§)%) …

[Huch! Da stehen ja nur ein paar Leute vor dem Haus (und es ist keine Warteschlange). Öh hm?]

[Huch! Da ist ja auch kaum jemand im Haus (Hängen da etwa Aquarelle?). Öh hmhm?]

Ja, war irgendwie ziemlich leer dort in der Windscheidstraße. Ein paar Frauen, die zur Stammbelegschaft zu gehören schienen. Ein junger Mann mit Partei-Name-Badge stolperte auch noch durch die Anlage. Ansonsten war es das. War es das wirklich? Ja.

Ich möchte wetten, dass zum großen Pride-Ball eine Woche später die Kongresshalle am Zoo proppenvoll sein wird. Und über diesen anzunehmenden Umstand könnte ich mich wieder aufregen. Tue es aber nicht, sondern lese die Pressemitteilung Nummer 001, in der “das bewährte Konzept mit den drei Säulen Politik, Kultur und Party” gelobt wird. Irgendetwas scheint mir daran nicht zu stimmen. Irgendwas steht da schief. Selbst die Partysäule scheint nur dann nicht zu kippeln, wenn man sie mit genug Trash oder “knackig rattigen Terrorschwestern” unterfüttert. Autsch!

Prolog-Festival morgen am Start

Na, was ist denn da los?

Die Heinzelmännchen von der Radrennbahn haben ü-ber-all in der Stadt grüne Plakate geklebt. Hoffentlich hat es sich gelohnt und das Leipziger Prolog-Festival, das mit dem Fockebergzeitfahren am Sonntag verbunden ist, wird voll und cool und alles. Neben den Leipzigern A Heart Is an Airport, Mikesh, Outcry und Palestar kommen ein paar Bands von weit weit weg in die Pleißemetropole. Plata O Plomo, nämlich aus dem wunderschönen Magdeburg, Timid Tiger aus Köln und The Horror The Horror aus Sörmland. Schon einmal reinhören:

In der Bibo müffelts nach Liebe

Pimmelzwang?

Den Post von Batz zum Tag gegen Homophobie muss ich verlinken. Zum einen, weil seine Aufstellung der Aussagen von “Ich hab ja nix gegen … aber”-Mitbürgern unterhaltsam ist, zum anderen, weil sie jeder schon einmal gehört hat oder gar selbst verwendet. In ein paar Tagen beginnt in Leipzig die CSD-Woche. Ich hatte mich im letzten Jahr schon ein bisschen über die von mir empfundene Janusgesichtigkeit dieses Projekts ausgelassen (und ein bisschen vergaloppiert), aber: dass die Veranstaltungen des CSD politisch sind und dass richtige und gute Forderungen aufgestellt werden, ist sehr lobenswert und verlangt auch nach Interesse und Unterstützung. Deswegen, Freunde der Sonne, werft einen Blick in das Programm des CSD in Leipzig und geht hin!

Wirklich in der Bibo streamen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto problematischer scheint mir die Idee des Fußballlivestreamschauens in der Bibliotheka Albertina. Zuerst einmal müsste sicher gestellt werden, dass der Stream auch noch steht, wenn man um 22 Uhr aus dem Gebäude fliegt. Fängt man auf dem Grünstreifen davor noch genug WLANlinge ein? Fliegen die nachts überhaupt? Und auch im Lesesaal selbst: Möchte man, dass solche Bilder wie im Screenshot dargestellt, in den heiligen Hallen zu sehen sind?

Screenshot mit ARD Website

Siegermahl

Wer hätte heute Mittag gedacht, dass diese ekeligen kurzen Würstchen ohne Darm an trockenen Reis und Knoblauchsoße das Mahl der Sieger ist?

Cevapcici, Tzatziki, Gemüserisotto (haha) und Weißkohlsalat in der Mensa Petersteinweg

[Mensaspeak: übrigens, trockener Reis heißt ab sofort Gemüserisotto. Dann schmeckt es nämlich gleich viel besser.]

Intertextualität…

…kann man, wenn man davon ausgeht, dass alles irgendwie Text ist, auch dadurch erzeugen, indem man auf Bilder verweist, die ein anderes Blog potentiell bringen könnte. In diesem Fall erhoffe ich den Verweis via Trackback. Aber vielleicht bleibt es ja ein Missing Trackback, weil die Quarkkeulchen auf der anderen Seite gar nicht verwurstet werden. Letztlich passt Verwurstung und sächsische Quarkkeulchen auch nicht zusammen. Anyway…

“The Bouquet residence, the lady of the house speaking” - Ich hatte da was bestellt.

Jetzt weiß ich, an wen mich die Frau erinnert, die derartig entschleunigt über die grauen Filzböden der Bibo schlurchst, dass man ihr–zumindest theoretisch–beim Laufen die Schuhe neu besohlen könnte–was ein Problem darstellt, wenn sie Bücher aus dem Regal holen muss (Ich hoffe immer, dass bis zu ihrer Wiederkunft die Einrichtung nicht schließt.). Auf jeden Fall erinnert mich die sehr liebenswerte Dame an die ebenso liebenswerte Hauptfigur einer Britischen Kultserie aus den Neunzigern: Hyacinth Bucket. Pardon! Bouquet meine ich natürlich.

Polizistenbeleidigung als letzte Rettung?

Der neue Polizeipräsident Horst Wawrzynski wolle, laut Mephisto, stärker gegen Beleidigungen von Polizisten vorgehen. Jedes Schimpfwort gegenüber Polizisten solle zukünftig zur Anzeige gebracht werden. Ist man nicht ganz doof, weiß man, dass diese Ankündigung und auch die Praxis so destruktiv ist, wie die Entfernung der Namensschilder in Parks rumprügelnder oder Pfeffergas versprühender Polizisten: Das alles entfernt den Polizisten von dem, dem er dient und den er schützen soll. Man stelle sich einmal vor, jeder in Schulen geplagte Lehrer würde alle Ausfälle der Schüler zur Anzeige bringen! Unterrichten wäre in Deutschland nicht mehr möglich. Aber vielleicht hat es ja auch etwas Gutes. Wenn man beispielsweise eine Meute randalierender Menschen vor einer Billigdisko sieht und die Polizei nur daneben steht, und der Sachbeschädigung untätig zuschaut, gar toleriert, dass Menschen in der Einrichtung zusammengeschlagen werden, dann hilf es vielleicht, und der einzelne Bürgerdiener in grün lässt sich zum Handeln motivieren, indem er beleidigt wird. Also: “Wirst du erschossen und der Polizist kuckt nur zu, beleidige ihn und gerettet wirst du”—oder so.

[Satirische Symbolcollage mit Browserscreenshot von Youtube.]

Militärflughafen Leipzig?

300.000 amerikanische Soldaten im Transit und auch Waffen, wie ich gerade bei Mephisto lese, allein im letzten Jahr. Was mir dabei Sorgen bereitet ist nicht, dass die Soldaten nicht in die Stadt kommen, was ganz sicher ein nicht zu verachtender Faktor im Touristengeschäft wäre, sondern vor allem, dass ich 1.) nichts über etwaige Folterlagerflüge via Leipzig lese, dass 2.) die Bevölkerung m. E. nicht ausreichend darüber informiert wurde, was 3.) schon allein deshalb geboten scheint, da die Stadt mit einem Militärflughafen sicher zu einem terroristischen Ziel werden könnte. Dazu kommt noch, dass ich mit Nachtflügen von normalen Reisenden oder der Wirtschaft (DHL et al.) gern leben möchte. Wenn ich dann aber durch von mir abzulehnende Militärflüge geweckt werde, fällt es mir schwer, das zu akzeptieren. Ganz dicken, fetten Minuspunkt für den Flughafen Leipzig und dessen Betreiber.

Hauptlesesaal Albertina Leipzig

Hauptlesesaal Albertina Leipzig am Abend

5:4 im Wartezimmer

Kati meint, dass die großen Serviceunterschiede zwischen Privat- und Kassenpatienten in Leipzig–ich erzählte ihr vom ersten Anruf bei meiner Orthopädin (privat:nächste Woche, Kasse:in drei Monaten)–daher kämen, dass so wenige Menschen hier privat versichert seien, was mir sofort einleuchtete. Auch hier ein Art Almendeproblem. In Leipzig warten jedoch nicht nur Privatversicherte noch nicht, sondern auch die Vertreter der Pharmaunternehmen. Zumindest ist das bei meiner Hausärztin so, auch wenn sie sie nicht sofort ins Sprechzimmer ruft. Am Montag stand es bei Frau Z. in der Kochstraße 5:4. Also fünf wartende Patienten vs. vier wartende Pharma-Vertreter. Zwei von denen, eine Dame, die mir das ideale Bild zum Eintrag “ungainly” in einem Bildwörterbuch des Englischen zu sein schien, und ihre Kollegin, eine aufgetakeltes Schiff, gehörten zusammen und entschieden sich für die mittlere Variante einer Reihe möglicher Vorgehensweisen in gefüllten Wartezimmern: die Mittelschnelle, bei der man die Ärztin vor dem Sprechzimmer abfängt und ihr fünf Minuten nimmt. Ein Herr, der mit seinem Subsubnotebook neben mit sitzend “zauberte” (so nannte das die recht formlose Dame)–ja, man kennt sich gut in der Szene–hatte sich indes für die lange Variante entschieden: Er würde es aussitzen bis er an die Reihe kam. Der letzte, ein Typ vom Schlage eines Agraringenieurs, kam zuletzt, entschied sich für den schnellen Weg, indem er nur eine Broschüre hinterließ, und eile alsbald, seine Kollegen kaum gewürdigt habend wieder davon. Vier von neun hatten also die Wahl. Der Rest saß bis zum bitteren Ende.

Connewitz zugestellt: Wenn die Parkplatzsuche zum Problem wird.

meldet das charmante Lokalradio mit studentischem Flair.

Sausen

Da bekommt man beim Lesen dar Mephisto-News ja echt das Muffensausen: da wird ein Nachtbus in Leipzig kurz und klein geschlagen, in Grünau sticht man sich mit Messern und Großsympath und Leipziger Claus Weselsky löst den scheidenden Manfred Schell an der Spitze der GDL ab.

3 Kartoffelpuffer, Tsatsiki-Quark und 2 Äpfel

…das Super-Angebot in der Mensa-Petersteinweg um 20 vor 2. Oh ja, und dann auch noch paniertes Seehechtfilet mit Dillkartoffeln ohne Dill - dafür mit Petersilie und Schnittlauch - und - auf Wunsch - brauner Soße. Ach ja, Salat gab es auch nicht mehr, was jedoch schon besser war als letztes Mal, als es zum Salat keine Brötchen mehr gab - das war aber schon kurz nach 12. Oder beim vorletzten Mal, als man mal für einen Tag den Brötchenpreis um 50 % angehoben hatte. … Derzeit esse ich lieber zu Hause. Vielleicht ist das auch wegen der maßlosen Überlastung der innenstädtischen Mensen das Ziel, denn, wie ich heute sah, ist die Welt in der Jahnallee noch in Ordnung, wenn man auch schon einmal Ratschläge für den Ernstfall gibt:

die_traeumer.png

Geplärre

“Mensch, ein Geplärre draußen. Was issn da los?”
“Das sind die Dauerläufer.”
“Wie, Dauerläufer?”
“Na hier, die vom Leipzig Mahra…”
“Ach die vom Marathon!”
“Ja ja.”
“… Na, das wäre mir was! Bei dem Wetter hier quer durch Leipzig rammeln. Am Sonntag. Nee!”
“… Ja ja.”

Montags, zehn vor zwölf in Reudnitz

zehn_vor_zwoelf_in_reudnitz.png

Muss komisch sein: dort zu wohnen und sich ständig selbst zu sehen…

Mensa Petersteinweg

namenswettbewerb.png

Mensch, da hat sich die Mühe wohl doch noch gelohnt, wenn ich auch gern meinen Vorschlag realisiert gesehen hätte.

Mittelmeer-Feeling in Leipzig

Ganz klar: Nicht in irgendeine Pizzeria oder zum Griechen oder Südfranzosen oder so. Nein, zu Subway auf den Bahnhof muss man, denn wie mir scheint, wird dort die Toilette mit dem von mir sehr geschätzten Klorix gewischt. Und wenn man dort auf der Schüssel sitzt, die Augen schließt und tief, und auch sehr langsam, durch die Nase einatmet, könnte man glauben, dass man in einem billigen Hotel an der Costa Brava auf dem Klo sitzt, dass draußen der Strand oder abends die Party auf einen wartet. Vielleicht fühlt man sich sogar wieder ganz jung. So jung, wie die Menschen in der Rainbow-Tours-Werbung, die nach Lloret de Mar zum Feiern fahren, die dann die ganze Nacht über der Schüssel hängen, und auch so den wundervollen Klorix-Duft einatmen. Das sieht und riecht man aber nicht in der Werbung.

Bratwurst

bratwurst.jpg

Diese in Wirklichkeit sicher sehr zu empfehlenden Bratwürste warten auf hungrige Messebesucher.