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Category Archives: Leben

Bei dem Wetter genau richtig: Linsenpampe mit Bockwurst

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[Linsensuppe mit Bockwurst hier]

Wenn ich mir überlege, dass dies wirklich ein nesid adaschim war, wird mir ganz übel. Allerdings ganz andere Vorzeichen als bei Esau. Der war gierig. Ich war selbstlos–mehrfach sogar. Resultat: Fast das gleiche. Well, Undank und so…

Volleyball in Trier: Pritsch Deluxe

Volleyball in Trier: Pritsch DeluxeIn der Reihe Volleyball in Trier möchte ich die Mannschaft Pritsch Deluxe vorstellen. Sie nennen sich selbst die “Schwul-LesBische Volleyballmanschaft in Trier”. Aber das ist falsch, denn die einzige Frau, die momentan mitspielt, ist gar nicht lesbisch. Und die Männer nicht alle schwul oder bisexuell. Jede Woche Mittwoch trifft sich der sympathische Haufen zum Training, und dann und wann wird auch in der schwul-lesbischen Liga gespielt (mit mäßigem Erfolg aber großer Eleganz). Mehr Infos zu Pritsch Deluxe auf der (schlecht gepflegten) Website: Volleyball in Trier.

Momentan wird übrigens eine andere Freizeit-Volleyball-Gruppe aus Trier und Umgebung zum gelegentlichen Kräftemessen gesucht…

[PS: Man könnte diesen Eintrag als SEO-Post bezeichnen. Ich bitte die regelmäßigen Leser um Nachsicht. Ist doch für eine gute Sache. ;-) ]

Exma: Das ist schon ein bisschen … *schnöff*

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Kater

Wie kann denn das sein, dass ich Muskelkater vom Volleyball habe? Mir schmerzen die Hände (Adduktoren der kleinen und der Ringfinger), Beine (Oberschenkel), Füße (Irgendeinmuskel), Schulter und Brust. Und bei der Brust sollte das doch eigentlich unmöglich sein, so wie ich kieser (D5 bei 100 Pfund). Vielleicht ist das isolierte Muskeltraining doch nicht so gut? Hmm… Anyway, hoffe, dass das beim nächsten Mal besser ist.

Wenigstens bin ich nicht so ein Schisser, wie diese Ente.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: Ich habe wieder Volleyball gespielt. Yay!

Tatort im Textorium

Sonntag, 5. Juli 2009, Textorium in der TUFa in Trier: Zwei anscheinend leicht überforderte Bedienungen laufen zwischen Freisitz und Kneipe umher. Dabei scheint doch gar nicht so viel los. Okay, ein paar Leute haben Essen bestellt. Dafür gibt es aber einen Koch. Es gibt auch noch einen Kollegen, der nur zu zapfen scheint. Irgendwo in einem Hinterraum spielt eine Kapelle. Klingt nach Übung.

Elf Minuten dauert es, bis eine der Bedienung mich fragt, ob ich gern etwas hätte. Das finde ich nett. Leider habe ich bis dahin schon ein paar Minuten vom Tatort verpasst, weil ich ja mehr damit beschäftigt war, einen Blickkontakt mit den Bedienungen herzustellen als auf die Leinwand zu kucken.

Auf dieser ist aber zuerst sowieso nicht so viel zu erkennen. Es ist zu hell. Die Lampen innen und das Außenlicht lassen den Beamer blass aussehen. Nach ein paar Minuten wird ein Vorhang zugezogen und die Lampen etwas gedimmt. Dummerweise hängt eine der Lampen penetrant vor der Leinwand herum (Das kenne ich schon–es ist nicht mein erster Besuch hier. Die Leute vom Textorium wissen es auch.). Dabei wäre es doch so einfach, die aus dem Weg zu hängen. Schließlich wird der Sonntagstatort doch hier immer gezeigt. (Haken an die Decke und das Ding vor dem Film mit einem Stecken dort dran gehoben.)

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Der Ton ist heute fürchterlich. Das Besteckgeklapper vom Nachbartisch ist laut, im Hintergrund diskutiert der Koch etwas mit der Bedienung. Aus einer offenen Tür (ich nehme an, es ist die Küche) kommt ein Geräusch, als würden dort unzählige Schnitzel gebraten. Auch die Band spielt laut und von außen dringt das Geschrei umherrennender Kinder. Es gibt zwei Reihen Lautsprecher. Doch nur aus der linken tönt der Tatort. Das lenkt sehr ab. Man schaut nach vorn, bekommt aber den Ton direkt von links–und nicht besonders laut.

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Der Tatort selbst ist auch scheiße. Einer der schlechtesten ever. Ästhetik aus den frühen Neunzigern, ein überstrapaziertes Seriengesicht (Dennenesch Zoudé), wirre Story. Sowieso eine Wiederholung von 2003 (Wieso muss man so einen Dreck wiederholen?). Ich entscheide mich also zu gehen und spreche die Bedienung beim Zahlen auf den schlechten Ton an. Ach ja? Sie höre hier (an der Kasse) gar nichts vom Ton. Vielleicht ist das ja ein Indiz, dass er zu leise ist? Aber es scheint keiner so richtig zu bedauern, wenn auch der Mann hinterm Tresen einen Blick auf die Musikanlage wirft. Ob der Ton danach besser wird, kann ich nicht sagen, denn ich bin schon auf dem Weg nach Hause.

Tatort heute: m. E. ein Mega-Fail.

Frühlings Erwachen im Sommer

Wie die Wahrnehmung einen manchmal austrickst! Das ist schon unglaublich. Da gibt es die Geschichte der modernistischen britischen Autorin Virginia Woolf, „An Unwritten Novel“, in der die Erzählerin im Zug sitzt und darüber nachdenkt, welche Geschichte die Mitreisende, die ihr gegenüber sitzt, denn haben könnte. So ähnlich ging es mir heute.

Ich bin gerade auf dem Weg nach Mainz, im Zug eingeschlafen und wache ausgerechnet kurz vor St. Goar an der Loreley auf. Unglaublich! Ich mache also die Augen auf und erblicke die Lore. Das ist aber nicht alles. Was ich auch noch erblicke ist ein Zettel, der zu meinen Füßen liegt. Ein zerknüllter Brief. Weil er so direkt für mich hindrapiert zu liegen scheint, hebe ich ihn auf und streiche ihn glatt um ihn zu lesen. So etwas mache ich selten. Mich interessieren die meisten privaten Details anderer Leute nicht. In dem Fall ist es aber anders. Ich kann nicht sagen warum.

Also lese ich den Brief, den ein Lehrer des Kaiserin Friedrich Gymnasiums in Leerte an den Vater eines Zehntklässlers geschrieben hat. Ziel des Briefes ist, den Vater davon zu überzeugen, den Sohn die zehnte Klasse wiederholen zu lassen. Mir kommt das Ansinnen des Lehrers ekelhaft vor. Der Schüler, Moritz, sei „unkonzentriert, oft sehr verträumt“ und lenke sich und andere häufig vom Unterricht ab. In den Augen des Lehrerkollegiums ein Zeichen dafür, dass es Moritz an geistiger Reife fehle. Wie kann man so etwas tun? Ich meine, das schadet doch dem Heranwachsenden! Er verlässt sich auf klare Regeln: Wenn du die Noten hast, wirst du versetzt. Und dann bleibt er doch sitzen!

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Da haben wir doch in Frank Wedekinds „Kindertragödie“ Frühlings Erwachen auch so eine ähnliche Situation. Daran muss ich bei der Lektüre des Briefs denken. Bei Wedekind bringt sich der Schüler am Ende (naja, vor dem letzten Drittel) um. Unter anderem, weil er schulischem Druck ausgesetzt ist. Natürlich auch wegen der ganzen emotionalen Konfusionen, die die frisch durch die Adern strömenden Hormone mit sich bringen. Wie dem auch sei, muss ich also daran denken, weil der Schüler, an dessen Vater der Brief des Klassenlehrers gerichtet ist auch so heißt wie die Figur aus dem Drama: Moritz Stiefel. Verrückt!

Ich hatte in der Schule bei einer Aufführung des gesellschaftskritischen und auch einigermaßen satirischen Stücks Wedekinds mitgewirkt. Pastor Kahlbauch war ich und einer der fürchterlichen, gefühlskalten Lehrer. Das war eine sehr gute und intensive Zeit. Eine sehr wichtige Erfahrung, über die ich hier im Detail nicht schreiben möchte, da sie mir zu wertvoll ist (über die Logik kann man gern diskutieren). Wie ich also so über die Zeit damals nachdenke schlafe ich wieder ein und träume total absurd.

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Ich träume, dass ich nach Mainz nicht fahre, um mir den Kammerchor der katholischen Hochschulgemeinde Gießen unter der Leitung von Ralf Stiewe im Mainzer Dom anzuhören (eine wunderbare Veranstaltung übrigens), sondern dass ich nach Mainz ins Staatstheater fahre, wo die Derniere einer Neufassung des Wedekind-Dramas stattfindet. Ich sitze in der ersten Reihe. Direkt in der Mitte. Die Schauspieler spielen mich manchmal an, und ich freue mich zutiefst, weil die vom Rapper Nuran David Calis besorgte Neufassung des Stoffs das Original ehrt und immer wieder auf es verweist, was für Kenner des Originaltextes ein amüsantes Spiel ergibt. „Glaubst du nicht auch, Melchior, dass das Schamgefühl im Menschen nur ein Produkt seiner Erziehung ist?“ fragt Moritz, noch angezogen in einem der Löcher im Bühnenboden hockend sein Gegenüber. „Darüber habe ich erst vorgestern noch nachgedacht“ entgegnet Melchior, zitiert also das Original um alsgleich den Stil mit einer flapsigen Bemerkung direkt zu kommentieren und zur normalen, unmarkierten jugendlichen Umgangssprache zurückzukehren aber trotzdem genau das zu besprechen, was auch Wedekind seinerzeit diskutierte.

Aber dann geht der Traum mit mir durch. Ich sehe die Schauspieler nackt oder in verrückten Kostümen, die zeitlos wirken sollen. Ich imaginiere mir Namen von Schauspielern, die da mitwirken könnten. Im Gedächtnis sind mir jetzt noch die nasse Martha (die ganze Zeit hockt sie in einem Wassertrog auf der Bühne um manchmal hervorzukriechen und wild ins Publikum zu schreien), die von Tatjana Kästel gespielt wird. Auch grandios Friederike Bellstedt als Frau Bergmann. Die Männer haben aber, das mag am Text liegen, die schwierigeren und vielfältigen Rollen. Melchior, gespielt von Stefan Graf, Moritz (Lorenz Klee), Hänschen Rilow (Thomas Prazak) und Papa Stiefel (Stefan Walz), der im Original der Rentier Stiefel ist, spielen begnadet.

Wie macht man aber so ein Stück wirklich zeitgemäß? Ich stelle mir vor, dass die Jugendlichen Alkopops trinken, dass sie coole Sprüche ablassen, dass sie, was Sexualität angeht, nicht mehr verklemmt sind sondern nur bei Zärtlichkeit und Liebe, dass das Lehrerkollegium ganz anders dargestellt werden müsste oder am besten weggelassen—schließlich sind die Lehrer heute auch so individuell, dass sie keine Klasse von repressiven Idioten mehr bilden können. Und was ist mit den ganzen Szenen, die sich mir bei unserer Aufführung von Frühlings Erwachen so eingeprägt haben?

Die Beerdigung findet nicht statt. Die Masturbationszene von Hänschen Rilow „Die Sache will’s“ läuft ohne Strohballen, dafür mit Staubsauger. Es gibt keinen vermummten Herren mehr. Und aus der Pistole, mit der sich Moritz erschießt, wird ein großer roter Luftballon, den er am Ende so zum Zerplatzen bringt, wie die Melone, die zermatscht auf der weißen Bühne liegt. Sie ist das abgetriebene Kind von Melchior und Wendla, und ein großes klebendes Hindernis nach Ende des Stücks beim Applaus (ja, auch Abtreibungen führen nicht mehr so häufig zum Tod der Schwangeren). Für das Fehlen des vermummten Herren gibt es mehrere triftige Gründe. 1.) Melchior ist schon gegangen. 2.) Es gibt stattdessen Videoprojektionen. Und 3.) … aber das ist auch wieder etwas, was ich nicht erzählen möchte…

Ich träume also von dieser Aufführung. Das beste dabei: Ich stelle mir vor, dass der Regisseur André Rößler ist. Der junge Mann, der das Hänschen in unserer Aufführung gegeben hat. (Masturbation hinter dem Strohballen.) André Rößler, jetzt ein junger, begnadeter und deswegen erfolgreicher Theaterregisseur. Und ich treffe ihn sogar wieder. Nach der Aufführung, am Bühneneingang sehe ich die Schauspieler, die darüber reden, wer sie denn jetzt nackt gesehen habe (eigentlich: „Ganz Mainz kennt jetzt unsere Sch****e“) und André mit Frau und Kind. Alle drei sehen, zusammen sogar noch mehr, gut aus. Es ist ein bisschen komisch mit ihm zu reden. Zu lange haben wir uns nicht gesehen. Was kann und will man da spontan erreichen? Aber doch zu sehen, dass es dem anderen gut geht und dabei ein bisschen an die Vergangenheit erinnert zu werden ist doch schön.

Aber da ist der Traum auch schon zu Ende. Ich wache kurz vor Mainz mit verstreuten Satzfetzen in Hirn auf: „ich will frei sein“, „ich will jemandem unter die Haut gehen“, „ich will dass mir jemand unter die Haut geht“, „das Schamgefühl im Menschen ist Produkt seiner Erziehung“, „Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit jedem Jahr das ich älter werde, die Temperatur um mich sinkt“ und „Schließlich hat jeder sein Teil–Sie das beruhigende Bewusstsein, nichts zu haben–du den enervierenden Zweifel an allem.–Leben Sie wohl!“

Den Brief habe ich noch immer in meiner Hand. Ich werde ihn aufheben, auch wenn er gar nicht an mich gerichtet ist sondern an den Vater des toten Moritz.

Der Chor im Dom singt: „Locus iste a Deo factus est, inaestimabile sacramentum, irreprehensibilis est.“ / „Dieser Ort ist von Gott gemacht, ein unschätzbares Geheimnis; er ist untadelig.“

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Neulich am Geldautomaten oder Ach, wie schön ist es, bei der Sparkasse zu sein

Ja, habe mich vertan, eine Ziffer zuviel getippt oder so. Auf jeden Fall halte ich jetzt elfmal so viel Geld in der Hand, wie ich eigentlich ziehen wollte. Für mich als Kartenzahler ist das doof. Erstmal verstopft die Kohle meine Geldbörse (ich weiß noch immer nicht wie man Portmonee schreibt). Außerdem kommt bald die Kreditkartenabrechnung, und da sollte schon genug Geld auf dem Konto sein. Die von der Kreditkartenfirma habe doch immer so tolle Aktionen. Jeden Tag, an dem ich mit der Kreditkarte bezahle, nehme ich an der Verlosung von irgendeinem begehrenswerten Konsumgut teil. Ich werde also täglich vom Menschen zum Verbraucher, kaufe unnützen Krempel und zahle mit Kreditkarte…

Also denke ich mir: Kein Problem. Es wird bei der Sparkasse Trier ja auch einen Einzahlungsautomaten geben. Also: Handy raus, auf die Website der Sparkasse und nachgeschaut. Denkste. F r a m e s. Ich dachte ja, die seien vor tausenden von Jahren ausgestorben. Aber nein, bei der Sparkasse Trier beherrschen Frames die Filialsuche. Anyway, geht trotzdem, nur eben viel umständlicher und unbequemer. Vielleicht kann man denen mal einen Webdesigner vorbeischicken? Als Ergebnis eine Filiale mit Einzahlungsautomat. Da fahre ich also hin und suche den Automaten, den ich nicht gleich finde. Es ist ein kombiniertes Ein- und Auszahlungsgerät. Wie fortschrittlich, denke ich noch, als ich meine Sparkassenkarte in den Automaten schiebe. “Einzahlung” wähle ich, das Gerät meditiert eine Weile und gibt ein “Diese Funktion steht momentan nicht zur Verfügung” aus. Aha! Das ist ja eine differenzierte Fehlermeldung. Eine “Warum?”-Taste gibt es leider nicht. Kann mir den Spaß der Programmierer richtig vorstellen. Wenn die Variablen so und so oder so oder so oder so oder so und so sind, dann setz $gähtnisch auf 1. Und am Ende wird bei $gähtnisch==1 ein “Diese Funktion steht momentan nicht zur Verfügung” ausgegeben.

Am Schalter am nächsten Tag wird mir dann erklärt, dass ich als Kunde einer anderen Sparkasse den Automaten gar nicht nutzen könne. Ich könnte jedoch am Schalter einzahlen, wie jeder andere Mensch. Und da die Sparkassen zwar miteinander verknüpft seien, dann aber doch nicht, gibt es die volle Ladung: Ausweis Kopieren und 5 € zahlen.

Liebe Sparkasse, ich habe da einige Verbesserungsvorschläge. Aber wahrscheinlich willst du die gar nicht hören. So lieb und so gut mir eigentlich die kommunal gehaltenen Banken sind, ist das so ein großes Ärgernis, dass mir nichts bleibt als zu einer überregionalen Bank zu wechseln (Vielleicht sollte ich zur Commerzbank. Die sind doch auch in staatlicher Hand, oder?). Denn wer weiß, was beim nächsten Mal ist. Da funktioniert die Kartensperrhotline von hier nicht, oder ich bekomme nur noch Mark der DDR ausgezahlt oder oder oder. $gehtgarnicht = 1; $scheißverein = 1;

Stimmlippen abgekackt. Ich fordere ein Rauchverbot in Kneipen.

Vorvorgestern in der Kneipe gar nicht gegröhlt oder gesoffen und trotzdem mir total die Stimme zerschossen. Es lag sicher am Rauch. Lange klang ich nicht mehr so jämmerlich. Bitte seht heute von Anrufen ab!

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Was ich ja nicht verstehe ist, was nun aus den Rauchverboten geworden ist. Das war so schön, als sie noch gültig waren, dort wo sie gültig waren. Und nun mieft es, und brennt es in den Augen, und am nächsten Tag klingt man wie Leonard Cohen. Ach!

UPDATE: Inzwischen klinge ich noch viel furchtbarer. Ich glaube, ich gehe erst einmal zum Arzt. :-(

Spiegel-Studentenpisa-Ergebnis

Ich wusste ja, dass ich in Geschichte eine Niete bin. Und wer ist schuld? Wer? Natürlich! Frau Fischer, meine ehemalige Geschichtslehrerin. ;-)

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Protestaktion an der Uni Leipzig / GWZ besetzt / Ist Tillig willig?

Wie viele wissen, hatte es der StuRa der Uni Leipzig mit seiner hirnrissigen und undemokratischen Aktion im Streikwinter 97/98 bei mir und vielen anderen Studenten meines Jahrgangs verschissen. Schön ist aber, wenn man die Situation mit der an anderen Universitäten–ich denke da an Universitäten in Franken–vergleicht, dass es überhaupt eine streitbare studentische Vertretung gibt. Wenn der momentane Protest der Leipziger Studenten also nicht nur die Sache einer kleinen Elite ist sondern von großen Teilen der Studentenschaft getragen wird, dann kann man nur die Daumen drücken, dass die notwendige Stamina zur Durchdringung des bekannten Dresdner Filzes gegeben ist und man tatsächlich etwas erreicht. Der Forderungskatalog des StuRa klingt auf jeden Fall sehr überlegt und könnte, falls sich die Politik zu Gesprächen herablässt, tatsächlich eine Verhandlungsgrundlage sein. Allerdings sind die Druckmittel recht beschränkt. Von gerichtlichen Auseinandersetzungen abgesehen haben die Studenten nicht viel in der Hand, wenn sie die breite Masse der Wähler auf ihre Seite ziehen. (Studiengebühren zahlt man ja in Sachsen noch immer nicht.)

Ach, es gibt einen längeren, etwas umständlichen (Stichwort “Studentinnenrates”) Radio-Blau-Beitrag dazu.

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[Beitrag unter CC-Lizenz. Siehe Link oben.]

Stadt der neunundneunzig Kirchen, Plätze und Brunnen

Alles Gute den Mitmenschen in L’Aquila!

Verspätete Fastenzeit

Etwas spät überlege ich mir, ob denn eine Art vorchristlicher Steizeitdiät für die Fastenzeit das richtige sein könnte. Steinzeitdiät meint eine Ernährungsweise, die die Errungenschaften “Ackerbau” und “Viehzucht” zurückweist. Da der Mensch ja einen Großteil seiner Evolution ohne Äcker und Ställe zugebracht hat, scheint das vielen logisch. Schauen wir uns einmal die klassische Ernährungpyramide an:

ErnährungspyramideAn ihrer Basis stehen die sogenannten Grundnahrungsmittel, die vor allem Stärken enthalten, wie Brot, Reis und Nudeln. Das sind Produkte, die erst durch den Ackerbau zur Alltäglichkeit wurden. Kann es gut sein, sich so modern zu ernähren, oder müssen wir einfach so essen wie unsere Urahnen?

Der Frage entsprechend gibt es allerhand alternative Ernährungspyramiden, die alle mit ihrer jeweiligen Verpackung sexy sind. Vielleicht sollte man das in der Fastenzeit einmal probieren? Die Logi-Pyramide wirkt besonders interessant und ist, trotz der äußerst negativen Einstufung der Kartoffel, gerade in Deutschland sehr erfolgreich. Gemüse und Obst ohne Ende, und dann Fisch, Fleisch, Milchprodukte etc. Das Deutschen Instituts für Ernährungsforschung sieht diese Diätform sehr kritisch und meint, dass nicht erwiesen sei, dass die Senkung des Kohlehydratanteils anderen Formen der diätischen Intervention (z. B. Fettanteil senken) überlegen sei (vgl.).

Da das nun aber alles immer auch irgendwie mit Lobbypolitik zu tun hat–man erinnere da nur an den Butterberg, der die Butter plötzlich so gesund machte, nachdem der Nachkriegsmangel die Margarine so gut dastehen ließ oder auch an das ach so gesunde Olivenöl, das nur dort so wahnsinnig gesund ist, wo es auch eine Agrarlobby dafür gibt–schreite ich nun zum Selbstversuch und versuche die glykämische Last zu senken. Über die Resultate werde ich berichten.

(Status 2009-02-28: 17796)

04275-T-Shirt-Nachfolger gesucht

04275 Leipzig Südvorstadt T-Shirt

04275 Leipzig Südvorstadt T-Shirt

Bekanntlicherweise mache ich ja wohl bald hier den Abflug–ohne, dass ich je eines dieser schönen Südvorstadt-T-Shirts aus meinem Spreadshirt-Shop verkauft hätte. Da ich dieses Hemd dann nicht mehr durch Connewitz, das Zentrum-Süd, Schleußig oder Plagwitz tragen werde, muss also endlich ein Nachfolger ran. Also, kauft euch dieses T-Shirt! Exakt neun Cent gehen dabei an mich. Mit dem Rest des Geldes stützt ihr ein kleines äußerst sympathisches und auch besonders soziales Leipziger Unternehmen. Na?

Der besondere Dreh des Hemdes ist, dass die Postleitzahl der Südvorstadt in Spiegelschrift drauf steht und niemand fähig sein wird, zu entschlüsseln, was das denn nun heißen soll. Vielleicht so etwas wie “arsho” oder so? Letztlich geht das Shirt also an seinem Zweck (gewissermaßen ein Südvorstadt-Pride-Shirt) vorbei. Allerdings: Man hat mit dem Hemd immer einen Vorwand, interessante Menschen aufs Klo (wo der Spiegel hängt) zu locken. (Warum auch immer das ein Vorteil sein soll…)

Also, trotz der absoluten Hermetik der Nachricht, trotz des Arscho-Faktors und des Preises von Spreadshirt-Textilien: Kauft, Leute kauft!

(Dieser Beitrag ist übrigens kein kommerzieller.)

Küche anzugeben (inkl. Gerd dem Herd, Waschvollautomat Hannelore und Kühlschrank Rudi)

Wer in Leipzig eine Küche sucht, könnte bei mir an der richtigen Stelle sein. Wenn du also jemanden kennst, der auf ein bisschen DDR-Charme steht oder sich komplett küchenmäßig einrichten möchte (erste Bude oder so), gib ihm Bescheid! Wäre ja echt schade, wenn das gute Stück in die ewigen Jagdgründe etc…

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(Ich weiß, dass ich mal wieder den Kühlschrank abtauen sollte. Aber das überlasse ich dann lieber dem neuen Eigentümer bzw. dem Wertstoffhof.)

PS: Wem Gerd der Herd bekannt vorkommt, der liegt nicht falsch. Der gute war hier vor mehr als zwei Jahren schon einmal ein Thema.

UPDATE: Die Küche war sehr schnell weg. Frank bekommt sie. Herzlichen Glückwunsch!

Jetzt geht es schon wieder los …

… mit den bundesweiten Abnehmaktionen. Aber auch diesmal werden sie scheitern. Fast alle. Vielleicht sollte man sie zu Projekten machen. So ganz öffentlich. Bei der Rauchentwöhnung fruchtet dieses Vorgehen ja auch.

Nasse Kälte…

…kriecht in die Glieder, schlägt sich auf Hirn und Knochen. Ein Schaudern geht durch die Halswirbelsäule und lässt Kopf und Schulter gefrieren.

[Aufnahme von hier]

Dazu fällt mir direkt ein Gedicht von Arthur Schramm ein…

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage

Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen,
lass dir die matten Gesänge gefallen,
wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht!



[Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche zu Leipzig am 6. Dezember 2008. Man beachte das Transparent am unteren Bildende, links. Das ist ein Bild der im Entstehen befindlichen Aula der Alma Mater Lipsiensis.]

Gerade zurück vom WO (Liebe Kinder, da fehlt kein finales W.) in der Thomaskirche. Geilen Platz gehabt. Vor uns saß, nach Auskunft der Kaiserin, wohl die Schwester von Sebastian Krumbiegel. Die kann angeblich auch singen. Hat sie aber heute nicht. Den Part haben die grandiose Annekathrin Laabs (Alt) und Andreas Fischer (Tenor), der wohl, wie Ch. meint, auch einen Bezug nach Ostthüringen hat, übernommen. Auch die anderen waren gut: Sopran, Bass, das Leipziger Vocalensemble und das Leipziger Barockorchester unter der Leitung von Philipp Amelung. Dieses WO bringt einen so richtig in Weihnachtsstimmung. Leider ist zwischen zweiter und dritter Kantate jemand umgekippt, der dann aus der Kirche getragen werden musste. Also nicht für alle positiv. Für mich aber wohl. Ich werde mir jetzt Gedanken über die Weihnacht machen–tiefe.

Kyrieleis!

Webexperiment: Briefe schreiben

Mein Webexperiment geht in die nächste Runde. Ich habe mich seit ein paar Wochen in meine viel zu teure LWB-Wohnung zurückgezogen, um auszuprobieren, wie es so ist, wenn man nicht zum Aldi nach gegenüber geht oder zum Späti oder zur Arbeit oder so, sondern alles über das Netz macht. Dass einem jemand etwas bringt ist die einfachste Übung. Neben Bestellungen bei Bringdiensten oder das Ordern von Klopapier im Rossmann-Online-Shop sind aber auch komplexere Dinge möglich.* Beispiel Briefe schreiben. Ausgangslage: Man hat keine Marke zur Hand, der Briefkasten ist weit (200 m), die Post–wegen der Marken, Briefumschlägen etc.–noch weiter (800 m) (jetzt merkt das geübte Auge auch, warum die Wohnung so teuer ist–die Lage machts). Briefumschläge und Papier sind bei einhundert verschiedenen Versendern zu bestellen. Manche bieten, wie der posteigene Bürobedarfshandel auch Briefmarken (mein Favorit: die 500er-Rolle “Narzisse” für 450 Euro). Natürlich kann man die Frankierung auch ausdrucken, so dass man gar keine Marken benötigt. Ein Problem bleibt: Wie bekommt man seinen Brief in den Kasten?

Aber auch dafür gibt es mindestens zwei Lösungen.

1.) Pixelletter.de
Der kleine Briefversender aus München bietet gestaffelte Preise. Verschickt man einen einseitigen Brief kostet das aktuell 84 c plus Briefporto von 55 c, also 1,39 € (siehe). Bei 10000 Briefen sind es nur 29 c plus Briefporto. Es werden alle möglichen Sonderleistungen angeboten.**

2.) L-Vin Post
Bei der Firma aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg kostet ein einfacher Brief 1 € (siehe).**

Das Prinzip ist ähnlich: Man übermittelt elektronisch die Daten, der Anbieter druckt das Schreiben aus, faltet es, steckt es in einen Briefumschlag, frankiert das ganze um es alsdann zur Post zu bringen.

Also auch das geht vom Sofa. Und man spart dabei auch noch Stauraum für Briefumschläge, Gänge zur Post, zum Briefkasten etc. Ist das nicht prima?

* Hinweis: In Wirklichkeit werde ich ganz gut von Freunden ver- und umsorgt. “I can’t describe it in any words what [...] [I am] feeling right now. It’s just incredible. And tonight [...] [I] don’t wanna thank [...] [my] record company, [...] [my] management, [...] [my] producers. [...] Tonight [...] [I] just wanna thank [...] [my friends] all over the world. Thank you so much. That means a lot to [...] [me]. Thank you so much. Danke” (#).
** Preisangaben von heute und ohne Gewähr.

Plötzlich waren da überall diese Aufforderungen…

It is the spectator, and not life, that art really mirrors, sag ich mir immer.

Unkaputtbares: Meine alten Badelatschen

In den alten Tagen der Billigproduktion hat man auf vieles verzichtet. Sogar auf das Anbringen von Sollbruchstellen. In der internationalen Produktion von Badelatschen aus Kunststoff gab es noch kein Phöbuskartell und keine Haltbarkeitsregel. Deswegen leben meine Latschen jetzt schon vielleicht fünfzehn Jahre. Weil sie nicht kaputtgehen, kann ich auch nicht umsteigen auf modischere Adiletten oder gar auf Zehenstegsandalen (es wäre Verschwendung). Nach Angabe meiner alten Chemielehrerin zerfällt Kunststoff erst nach ein paar Millionen Jahren. Wenn das stimmt, muss ich den Umstieg zum moderneren Modell wohl noch einmal verschieben.