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Category Archives: Heimat

Dial Up Modem Handshake Sound – Spectrogram

There is only a thin tranche of the population whose memories (will) include the tinkling of a dial-up modem as it connects. If you are one of them, you are most probably tech-savvy, between 30 and 40 years of age and from the so-called Western World. Right?

Die Löffelfamilie in HD mit Bimmelton im Hintergrund. So … 04107!

[via Heldenstadt]

Eiscafé des Monats: Eiscafé Capri in Triptis

Garandiert früsche Ärdbeern. Und: Es gibt die original Schleizer Baisertorte, auf die bereits Konrad Duden geschworen hat.*

* mutmaßlich

Polytechnische Oberschule Rudolf-Schwarz im Schnee

Warum die Schule, als ich sie besuchte, nach dem NS-Widerstandskämpfer benannt war, obgleich der meines Wissens niemals in der Orlaquellperle Triptis gewesen war, ist mir bis heute schleierhaft. Vielleicht hatte die Ostthüringische Kleinstadt keine eigenen Antifaschisten aufzubieten? Wie auch das “Orlatalgymnasium” in der Nachbarstadt, hat man sich nach der Wende nach all den politischen Wirrungen des letzten Jahrhunderts dafür entschieden, der Schule einen politisch möglicht unverfänglichen Namen zu geben. Jetzt heißt das Ding “Am Morgenberg“–eigentlich ja ein Straßenname–und ist eine Regelschule (Thüringer Real-/Hauptschul-Kombipack). Dabei hätte die Stadt mindestens zwei wichtige historische Figuren zu bieten gehabt (einen Fotografen/Dokumentarfilmer und den Linguisten, von dem de Saussure seine Unterscheidung zwischen Langue und Parole hat). Aber sei es drum! Solange die frische Farbe einen schönen Kontrast zum Schnee vor der Braunsdorfer Straße abgibt, ist mir das Wurst. Klick!

Krichten

Meine Ohrhörer sind kaputt. Deswegen gestern beim Sport den m. E. schlechtesten Radiosender ever hören müssen. Jump, der angeblich neue Sound im Radio, ist by-default in der Muckibude eingestellt. Einerseits passt das ganz gut, denn Dudelsender nimmt man eben für Zwecke, wo es sowieso egal ist, wo es also nur im Hintergrund dudeln muss, weil die verzogene Meute keine Stille mehr erträgt. Anyway. Jump scheint ja mehr Selbstbeweihräucherungsjingles zu spielen als alles andere. Sehr suspekt. Irgendwo zwischen diesen Clips und massentauglich weichgespültem und durchproduziertem Gesang dann tatsächlich auch Nachrichten, in denen sogar auf den Tod eines mir unbekannten Autors eingegangen wurde, ein gewisser Krichten. Der Name wurde in der Meldung wiederholt und ein paar seiner Romane erwähnt. Mir schwante, dass es sich doch nur um einen bekannteren Autor handeln könnte. Vielleicht stimmt es tatsächlich, dass Journalisten nicht googeln (können), denn selbst bei Wikipedia steht die Aussprache des Namens in IPA-Umschrift.

Gefahr Gelbsucht

gefahr_gelbsucht.jpg

Fest steht: Gelb ist eine schwierige Farbe. Ist man zu blass, macht Gelb das Gesicht noch fahler, ist man wiederum braungebrannt, sieht die Farbe schnell billig aus. In Kombination mit Schwarz erinnert Gelb leicht an Biene Maja, und wer den Komplettlook wagt, darf sich über ein hinterhergerufenes “Kanarienvogel” nicht wundern.

Andererseits: Keine andere Farbe strahlt soviel Optimismus und Lebensfreude aus wie ein kräftiges Sonnengelb. Und in Schneestürmen, bei Nebel oder im Dunkeln auf dem Fahrrad wird man bedeutend schneller gesehen.

[Sandra Danicke, “Gefährliche Gelbsucht,” FR 10. Apr. 2008: 45.]

Waldbrandstufe auf dem Sandberg

Triptis, die kleine Stadt an der Orla, ist ja–das ist nichts besonderes für kleine Städte–nicht gerade für aufregendes kulturelles Leben bekannt. Da ist es schon erstaunlich, dass ein paar Leute dort eine Freilufttanzveranstaltung mit elektronischer Musik organisieren. Waldbrandstufe nennt sich das ganze und fand vorgestern zum wiederholten Male am Triptiser Sandberg (Triptiser Sand ist in der ganzen Welt…) statt. Hier gibt es Bilder der Waldbrandstufe 3 vom Sommer 2004. Es muss wohl, so wie die WILMA-Party in Leipzig, die geilste Party der kleinen Stadt an der Orla sein.

Ostthüringen und die deutsche Standardsprache

Wie es bei einem Blick in die Titeleien scheint, werden beide relevanten* aktuellen deutschen Rechtschreibwörterbücher in Pößneck beim GGP gedruckt. Damit ist Ostthüringen nach Georg von der Gabelentz das erste Mal wieder ein Zentrum der deutschen Sprachwissenschaft (*lach*). Wie schön!

[*: über Zehetmairs/Bertelsmanns Werk kann man sicher streiten, medienpräsent ist es allemal]

Das Reich hockt in seinem Bunker

Magdeburg ist eine Stadt in Deutschland. Sie ist die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt und die flächengrößte Stadt sowie eines der drei Oberzentren dieses Bundeslandes. Magdeburg ist sowohl katholischer als auch evangelischer Bischofssitz und Standort zweier Hochschulen: der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH).

Die Stadt liegt an der Elbe und am Rand der Magdeburger Börde auf altem Kulturboden. Im Jahr 2005 feierte sie ihr 1200-jähriges Bestehen.
[wikipedia]

Soweit Wikipedia. In Magdeburg liegt auch Otto der Große. Ansonsten ist dort entweder Safari (jeder trägt beige oder eine ähnliche Unfarbe) oder DDR (hat sich aber ganz schön entwickelt, mein Geburtsland, in den letzten 16 Jahren: vgl. Video).

Oh, und dann ist da noch eine ganz furchtbare Ausstellung zum “Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen“. Diese Ausstellung findet in einem Bunker statt. Es wimmelt von tollen Exponaten, aber ständig tritt einem einer der anderen Besucher auf den Zeh, rammt einem die Tür in den Rücken (wenn man versucht die am Boden befestigten Beschriftungen im Dämmerlicht zu entziffern) oder stinkt einfach so. Ist nicht leicht im Bunker. Einen Kurator scheint es auch nicht zu geben, oder er kommt wirklich aus der Zeit der aktiven Bunker im Reich…