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Category Archives: Glossiert/Fiktional

Fortschritt

Höre meinen AB ab und höre den Anrufautomaten von Infratest (ich würde gleich verbunden) und dann eine verwirrte Frau. “Hallo?“ Hat natürlich meinen AB-Spruch nicht gehört, und der Anrufautomat sagt es ihr nicht. Technischer Fortschritt eben.

Bye bye, digitaler Kabelanschluss! Oder: Wie mich die Synchronsprechermafia ab jetzt im Arsche lecken kann

Heute also habe ich meinen Receiver für den Empfang digitalen Fernsehens an Kabel Deutschland zurück geschickt. Jahre enttäuschter Fernsehhoffnungen für 16,90€ pro Monat enden damit.

Doch warum “enttäuscht”? Digitales Fernsehen über Kabel ermöglicht die Übertragung riesiger Datenmengen:

  • mehrere Audiospuren,
  • verschiedene Kamerawinkel,
  • ein hochauflösendes störungsfreies Bild,
  • Mehrwertdienste wie der EPG etc…

Damit verbunden ist auch die Möglichkeit neuer, aufregender, medienechter Formate und eine Differenzierung des Angebots hinsichtlich verschiedener Zielgruppen. Allerdings sind die beiden einzigen Dinge, die es für 16,90€ pro Monat tatsächlich gibt die Auflösung und der EPG. Ansonsten ist das Angebot so blöde wie auch schon zuvor. Keine neuen Fernsehformate, die sich der Technik ästhetisch bedienen würden. Nichts da mit einer sinnvollen Nutzung verschiedener Audiospuren. Ich hatte ja gedacht, dass man nun endlich auch fremdsprachige Filme/Serien/Shows/etc. im Originalton genießen kann. Die Unart des ungekonnten (weil stilistisch unbefriedigenden und inhaltlich falschen) Drüberquatschens a.k.a. Synchronisierens setzt sich im Digitalen fort. Systematisch werden ästhetische Medientexte entstellt und dann an den Kunden gegen Geld weitergegeben. (Das ist ein bisschen wie bei den DVD-Beilegern diverser Zeitschriften, die vorgeblich das Werk genialer Regisseure und talentierter Schauspieler enthalten, dann aber doch die Audiospur weglassen und irgendwelches Gequake von Martin Müller aus Mannheim und Klara Klein aus Kassel beigeben–nicht gegen die beiden persönlich.) Dabei wäre es ein Leichtes, statt des Stereotons und des 5.1-Tons der überquatschten Fassung einfach auch den Originalton zu übertragen. Das würde in der Lizenz für die zumeist eingekauften Serien und Spielfilme aus dem englischsprachigen Raum ein bisschen teurer. Aber dafür erfüllte man wenigstens ein sinnvolles der selbst verkündeten Heilsversprechen. Man muss sich einmal vor Augen halten, dass selbst Eigenproduziertes nicht vollständig weitergegeben wird (vgl. Arte).

Für 6,90€ weniger im Monat könnte man sich übrigens einen Proxy-Server in den USA oder dem Vereinten Königreich mieten und damit dann online Fernsehen aus dem englischsprachigen Raum sehen. Das wäre dann die Befreiung vom Diktat der Filmdrüberquatscher/Synchronsprechermafia. Endlich Trash als authentischer Trash mit den wahren Worten und den wahren Stimmen der Schauspieler. Das wäre ehrliches Fernsehen. Und wenn sich mal irgendwo ein Klötzchen bildete, dann könnte man lachen und an den alten digitalen Fernsehanschluss denken und wie sich da auch immer Klötzchen bildeten, wenn sich die Pumpe vom Kühlschrank abschaltete, oder wenn jemand auf das Kabel trat…

Defekt einer Anlage im Kernkraftwerk Cattenom: Französisches AKW trotz Störfalls noch am Netz*

Im französischen Atomkraftwerk Cattenom hat sich erneut ein Störfall ereignet. Wie aus Kreisen verlautete, war im Rahmen regulärer Wartungsarbeiten eine Schlossfalle fehlerhaft eingerichtet worden. Dies habe zu einem unsicheren Betrieb und schließlich zum vollständigen Versagen des Schließsystems einer Anschlagtür geführt, so dass die Anzahl funktionstüchtiger individueller Sanitärkabinen in der Nähe des Blocks 2 unter eine kritische Marke gefallen sei. Dieser Reaktorblock war erst am 10. Februar wegen eines technischen Fehlers automatisch abgeschaltet worden.

Nach Angaben des Betreibers EDF habe der aktuelle Vorfall keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen im Ganzen, auf das Personal oder die Umwelt gehabt. Der Vorfall habe sich im nicht-nuklearen Bereich der Anlage ereignet. Block 2 ist EDF zufolge nach einem Störfall am 10. Februar erst am Montag wieder angefahren worden. Dass dieser Reaktor trotz des aktuell aufgetretenen Defekts nicht erneut vom Netz getrennt wurde, stößt bei Politik und Anti-Atom-Aktivisten auf Unverständnis und Kritik.

In der Vergangenheit hatten sich der saarländische Landtag und die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke für eine Abschaltung ausgesprochen. Auch der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker dringt auf eine dauerhafte Stilllegung der Anlage. Insgesamt wurden in Cattenom seit der Inbetriebnahme des ersten Reaktorblocks 1986 rund 750 sicherheitsrelevante Ereignisse registriert. Die Anlage ist nur wenige Kilometer Luftlinie von den Grenzen zu Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.

[Original]

* Achtung: Satire. Bitte beachtet das About.

Schimpfsprache im FSU?

Ich frage mich, ob ich vielleicht doch Deutsch als Schimpfsprache im FSU nutzen sollte? Im Englischen vergreife ich mich–mangels Praxis bei derartigen kommunikativen Handlungen–schnell im Ton. Ganz im Gegensatz dazu, hätte ich auf Deutsch neulich sehr elegant und überaus souverän den notwendigen Tadel formulieren können: “Ich krieg das Kotzen, wenn ich deine hässliche Fresse noch länger ertragen muss. Verpiss dich, du dumme Sau!” Das wäre sicher gut verstanden und überaus positiv aufgenommen worden…

Heute spricht der “Papst” vor dem Bundestag…

Dass er das darf, halte ich für äußert fragwürdig. Obwohl, naja, vielleicht gibt es ja vor dem Bundestag die große Verwandlung, und der absolute Monarch der Vatikanstadt spricht endlich über seine Rolle in der Vertuschung sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche. Vielleicht bittet er aber auch für die massive strukturelle Gewalt,* die Vertreter der Kirche in seinem Auftrag an Minderheiten ausüben um Entschuldigung (ich meine zuerst die Gewalt der Kirche an Homosexuellen). Vielleicht verkündigt er eine Veränderung der geschlechtsspezifischen Diskriminierung von Frauen in der Kirche und ernennt eine Päpstin. Vielleicht korrigiert er seine Einschätzung der anderen Religionen (i.e. Sekten und religiöse Laiengruppen wie die evangelische Kirche, aber auch Islam und so ein Zeugs) und bekennt sich zu Toleranz und Respekt dem anderen Gegenüber. Vielleicht sagt er auch was zur Piusbruderschaft. Wäre ja passend: deutscher Papst (ein ehemaliger Hitlerjunge) spricht vor dem deutschen Bundestag über die Versöhnung mit dem Holocaust-Leugner. Vielleicht erklärt der Papst auch die einseitige Auflösung des Reichskonkordats, weil es ihm peinlich ist, die Leute ständig als Sünder hinzustellen, die ihn und seine Einrichtung finanzieren, oder auch, weil er staatlich finanzierte Missionsarbeit als Gefahr ansieht. …

Nah, ich weiß. Das wird alles nicht passieren.

Und, damit ich nicht den Papst aufsuchen muss, werde ich mir um 16.30 Uhr nicht die Rede von Ratzinger anhören, sondern die von Stephen Fry (bei The Intelligence² Debate gehalten–ich hatte die schon einmal gepostet) der spricht auch über die katholische Kirche, ist sehr intelligent und ein guter Mensch.

[Info zum Rahmen der Rede]

Übrigens glaube ich, ich war auch schon einmal Papst.

* Ich möchte den Begriff nicht ideologisch verstanden wissen.

De Thomas sei Körperbehaarung

Gestern drei gerade noch präpubertäre Jungs vorm Netto, halb stehend, halb liegend auf den Einkaufswagenschlangen abhängend… Thema: de Thomas sei Körperbehaarung. (Ich lass die regio- und soziolektale Markierung mal weg.). Drei Haare habe er unter den Achseln. Man habe sie gesehen. Schlimm! Der muss sich also einmal rasieren! … Und ich überlege, wie denn das früher einmal war. Da waren diese pubertierenden Jungs, die irgendwann anfingen zu stinken, und man musste ihnen ein Deo kaufen und sie für Hygiene begeistern. Dann sahen sie irgendwann aus, wie ein seit einigen Wochen in einer Höhle kampierender Shaggy Rogers und man schenkte ihnen einen Rasierer. … Doch anstatt darüber zu reden und die Jugendlichen davon zu überzeugen, dass die paar Flusen im Gesicht irgendwie eklig aussahen, schenkte man ihnen fast ohne Worte das Gerät. Vielleicht folgte noch kurz der lebenswichtige Hinweis: “nur nicht mit/gegen den Strich!” Eine Formel, ein deklarativer Sprechakt, der viel wichtiger war als anderen Initiationsrituale. … T. S. Eliot meinte einmal, dass es nur zwei Arten von Menschen gäbe: die, die Katzen lieben und die, die das nicht tun. Nunja. Ich denke eher, dass die Trennlinie zwischen den zwei Rasurklassen von Männern (mit oder gegen den Strich (und eine Minderheit quer (Kollaborateure, Trickster und Königsmörder))) liegt. Aus dieser Trennung entspringt der naive Grunddissens, der dann im Verlauf sowohl des einzelnen Lebens als auch der Menschheitsgeschichte Streit, Zwietracht, Chaos, Religionen, Kriege, Genozide, die Atombombe und den ersten Menschen in den Weltraum bringt. Und warum? Wegen der Rasur! … Aber sei es drum! Was ich mich gestern fragte war: Schenken Väter/Onkel ihren Söhnen/Neffen jetzt (etwas früher als früher*) Rasierer mit den Worten, “Rasier dir mal die Achseln! Und nur nicht gegen den Strich!” (“Und wäsch disch!“)? Und wie wird das in Zukunft sein? Werden diese Kinder dann ihren Kindern einen Rasierer oder eine Tube Enthaarungscreme bereits in die Schultüte packen, damit das erste Haar auch nicht zu lange stehen bleibt? Wir werden sehen…

Homöopathiekonzern gegen Blogger

Ich rege mich ja schon darüber auf, dass Menschen in Gegenden mit gutem Leitungswasser Wasserflaschen von der Kaufhalle nach Hause schleppen, die vorher durch ganz Deutschland transportiert wurden, eine fürchterliche Umweltbilanz haben, eklig nach Plaste und Weichmachern schmecken und im Vergleich mit Leitungswasser um einiges teurer sind. Stilles Wasser sind die Schlimmsten!!1! Anyway… Was richtig krass ist, ist, dass man viel kleinere Packungen Wasser zu vergleichsweise irrsinnig hohen Preisen verkaufen kann, wenn man Homöopathie drauf schreibt. Dass Homöopathie Blödsinn und Abzocke ist, sollte man m. E. schon längst verstanden haben, wenn man nicht geblendet werden möchte oder einfach blöde ist. Dass Homöopathie keine Naturmedizin ist, ist bekannt (auch wenn das leider noch nicht zu Lobbypolitikern wie Renate Künast vorgedrungen zu sein scheint). Ich stelle mit den typischen Homöopathen irgendwie als fehlgeleiteten Knallkopp vor, und bin also erstaunt über die Skrupellosigkeit einer Industrie, die, soweit ich weiß, vor allem mit Hoffnung, Unwissen, leeren Versprechungen und kleinen, teuren Wasserfläschlein ihr Geld macht.

Boiron ist ein riesiger Homöopathie-Konzern mit einer guten halben Milliarde Euro Umsatz im letzten Jahr. Dieser internationale Konzern steht also gerade auf der einen Seite, ein kleiner Italienischer Blogger, der sich erlaubt hat, eine Wahrheit zu sagen, der steht auf der anderen einer Auseinandersetzung, bei der es, wie ich glaube, darum geht, dass einer mundtot gemacht werden soll. Wer das ist? Klar. Aber lest selbst. Übrigens hat der Blogger, Samuel Riva, auch eine eigene Seite mit Updates in Englisch aufgemacht. Wer also sehen möchte, wie sich Boiron bis auf die Knochen blamiert und–das hat natürlich etwas Gutes–dazu beiträgt, dass vielleicht ein Homöopathieanwender mehr über die Praktiken der Industrie und die Unwirksamkeit der Methode aufgeklärt wird, der kann dort in den nächsten Tagen einmal vorbeischauen.

Update: Bei dem Medikament, um das es vorrangig geht (das Umsatz-Zugpferd des Unternehmens), handelt es sich anscheinend nicht um Wasser, sondern um Zucker. In Kalifornien läuft gegen das Unternehmen im Moment eine Sammelklage.

Das Frauenfußballweltmeisterschafteinesgroßenverbandesindeutschlandsommermärchen möge beginnen!

Immer wieder die Frage danach, ob die Frauenfußballweltmeisterschaft ein sogenanntes Sommermärchen wie die Männerfußballweltmeisterschaft im Jahre 2006 würde.

Ja, aber klar!

Jedes Jahr sorgt eine im Breitensport so gut aufgestellte Sportart dafür, dass sich wochenlang begeisterte Anhänger und Aktive bei traumhaftem Wetter in den Freisitzen und Stadtstränden treffen, um gemeinsam medialisiert zu konsumieren, sich zu freuen und zu saufen, um anschließend schön bunt angemalt mit dem Auto hupend durch die Cruisingmeile des jeweiligen Kaffs auf- und abzufahren. Genau dieses Sommermärchen wird es bei der Frauenfußballweltmeisterschaft eines großen Verbandes in Deutschland geben. Genau, wie im letzten Jahr Mitte Juli zur Cable-Wakeboard-WM, oder Anfang August zur Frisbee-Junioren-WM oder direkt im Anschluss zur Barfuß-Wasserski-WM. Auch im Jahr davor gab es ein Sommermärchen. Es begann 2009 mit der Leichtathletik-WM Mitte August und setzte sich über die Kegel-WM-Einzel-Schere bis zur Sommerbiathlon-WM fort. Das wird ein Spaß. In diesem Sinne. Ball heil!

Guttenberg letztlich nur ein weiteres Zeichen der Bananenrepublikanisierung

Wieso braucht man da eine Abstimmung in Zeitungen? Wer sich nach dem Auffliegen seines Diebstahls und Betrugs nicht für eine Zeit in seine Ecke verzieht, kann nur zutiefst verderbt sein und hat in einem Spitzenamt nichts zu suchen.

Obgleich es in der Regierung noch andere gibt… Bin mir nicht ganz sicher, wie sich Finanzminister, die eben mal vergessen, dass sie tausende Euro Schwarzgeld in der Schublade haben; Familienminister ohne Familie (obgleich die wahrscheinlich noch eine der besten im Kabinet ist–ohne Ironie–auch wenn sie sich selten durchzusetzen scheint); Familienminister, die die Schirmherrschaft für Veranstaltungen mit Hasspredigern übernehmen; Minister, die ganz offensichtlich gegen jeden Sinn und gegen ihren eigenen angenommenen Verstand eine Agenda vorantreiben, ständig verfassungswidrige (vgl. Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung, Luftsicherheit) Gesetzesvorhaben voranbringen oder einfach auch so by default lügen … ob die also viel besser sind.

Guttenberg scheint mir ein so offensichtlicher, krasser Fall zu sein, dass es schon mehr als irritierend ist. Dass die Kanzlerin, eine Physikerin, die Temperaturdifferenzen auch gern mal in Grad Celsius angibt (Brigitte und Martin Staudte eine schlaflose Nacht), sich freut, wenn der Aufstieg eines möglichen Konkurrenten gebremst wird, dass sie lieber einen schwachen Minister als einen starken Herausforderer hat, kann ich verstehen (nicht aber gutfinden). Aber was ist mit zu Guttenberg selbst? Besitzt der kein Fünkchen Ehre mehr? Nicht, dass das eine Kategorie wäre, die ich für essentiell hielte. Aber in solch konservativen, vorgeblich traditionsbewussten Kreisen generell und bei jemandem, dessen Markenkern eine gewisse Tugendhaftigkeit, im Speziellen, sein soll… (obgleich er von Anfang an, auch in dieser Hinsicht, eine fragwürdige Figur abgegeben hat: ich sage nur “Wirtschaftskompetenz“)?

Die Bananenrepublikanisierung schreitet, gestützt von unfähigen Journalisten, gewissenlosen Politikern und einer Welle von bodenloser Einfältigkeit voran. Ich werde einen Taschenspiegel einpacken. Und immer, wenn sich jemand überheblich über den Zustand der politischen Klasse in Italien oder die Korrumpiertheit in Südeuropa aufregt, werde ich den Spiegel zücken. … Du, scheinheiliger Prediger; mein Ebenbild; mein Freund!

PS: Um mal zu illustrieren, warum sich Frau Merkel ins eigene Fell ihrer Glaubwürdigkeit beißt:

Man darf nicht sagen, ach das ist doch nicht so schlimm. Hier ‘n bisschen was weggeschmissen und dort einen angerempelt, hier mal auf’m Bürgersteig gefahren und dort mal in der dritten Reihe geparkt, immer so hinter dem Motto “Is alles nicht so schlimm”. / Ist alles nicht nach dem Gesetz, und wer einmal Gesetzesübertretungen duldet, der kann anschließend nicht mehr begründen, warum’s irgendwann schlimm wird und irgendwann nicht so schlimm ist. [hier]

Rutschgefahr

Wer die Ecke kennt, wunderte sich spontan, behauptete ich, dass jemand diese Fotografie am 24. August letzten Jahres verfertigt hätte. Es wehte das Gerücht von Skandalen und Revolutionen durch die Flure…

Doch,
niemand behauptet nichts.

Alles ist in ruhig und in bester Ordnung.
Und unser Herz schlägt fest und sicher.

Poke 53280,11; Poke 53281,12; Print chr$(155)

Schon der Mantelbogen der FAS von gestern ist ein großes Ärgernis. Neben den furchtbar geschriebenen Aufhängerartikeln über einen pädophilen Lehrer dann das Assange-Bashing von Hendrik Ankenbrand auf Seite 14. Dieser schreibt: “Assanges Weltsicht kennt keine Grautöne, wie bei seinem ersten Computer, einem Commodore C 64, mit dem er mit 16 Jahren erstmals in ein großes Firmennetzwerk einbrach, gibt es nur 0 und 1, ein und aus, Schwarz und Weiß.” Das ist ja 1.) entweder totaler Quatsch (siehe Überschrift bzw. hier) und stilistisch blöde (Was soll mittels C64-Verweis gesagt werden? Geht es um eine Mystifikation der Figur Assange?) oder 2.) eine verhunztes Synekdoche und damit eine starke Vereinfachung (Alle digitalen Geräte arbeiten mit Binärcode.) und damit genau das, was Assange im nächsten Absatz vorgeworfen wird (Ironie? Ist der Text etwa heimlich auf der Seite Assanges?): Wikileaks sei (vom Text durch einen mutmaßlichen Assange fokalisiert) eine “Cybermassenvernichtungswaffe“, die gegen alles Böse eingesetzt würde. “Er ist ein großer Vereinfacher, das erklärt auch seine Popularität…”. Und diesem fiktiven Assange, der Geistfigur Ankenbrands, möchte man entgegnen: “Käse! Wissen ist höchstens Macht und keine Massenvernichtungswaffe.” Oder: “Wahrheit kann nie schaden.” Oder: “Die Wahrheit triumphiert nie.” Oder: “Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.” Oder auch einen anderen abgedroschenen Spruch. Für Ankenbrand und die FAS kann man höchstens geltend machen, dass Dichtung ja bekanntlich nur “eine Expedition nach der Wahrheit” ist. … Naja.

Überholen ohne Einzuholen beim Zwersten Trierer Science Slam

Die Zweiten werden die Ersten sein, heißt es irgendwo. Vielleicht auch nicht. Aber das ist auch egal, denn es scheint zumindest beim ersten Trierer Science Slam so zu sein. Der ist mindestens der zweite, was aber keinen stört, denn mit der Wahrheit ließe sich schlechter werben.

Beim Stadtblog mit Identitätsproblem lokalen Nachrichtenportal 16vor schreibt man, dass das Studentenwerk zusammen mit dem Verein “Kulturraum Trier” zu Beginn des Semesters den “ersten Trierer ‘Science Slam’ veranstalten” wolle. “Wir sind auf dem besten Weg, eine rheinland-pfälzische Premiere zu veranstalten”, weiß dann auch der Organisator zu behaupten. Allerdings wird nur durch einen O-Ton die Unwahrheit nicht richtiger. (Und ganz nebenbei: Eine gute Idee, keinen Verfasser zum offensichtlich überhaupt nicht recherchierten Artikel bei 16vor zu setzen.)

Interessanterweise verweist der Text nicht auf die vom traditionreichsten Slam-Veranstalter, dem Haus der Wissenschaft in Braunschweig, geführte Website scienceslam.org, sondern auf so etwas wie die zweite Reihe der Szene (was ja dann auch wieder zum Motto–die Zweiten werden die Ersten sein–passt): auf die Website der Hamburger Biologin Dr. Julia Offe, die u. a. auch den zweiten Berliner Science Slam veranstaltet. (Übrigens unterscheiden sie die beiden URLs, wenn man will, nur in einem Bindestrich: scienceslam.de vs. scienceslam.de) Überhaupt scheint es in dem Bereich einiges an Wettbewerb zu geben, wie ein Blick auf die Veranstaltungsseite der ersten Berliner Slammer zeigt. Die wollen u.a. auch nach Köln, wo Frau Offe schon veranstaltet. Aber all das ist total verworren und kompliziert und sowieso ohne Garantie und vollkommen uninteressant. Was viel wichtiger ist, ist festzustellen: der erste Trierer Science Slam fand bereits am 14. Mai 2010 statt. Und er war auch noch richtig authentisch trierisch, denn er wurde vom ortsansässigen selbstredend e. V. organisiert.

Wer das alles noch einmal nachlesen möchte: Informationen zum wirklich ersten Trierer Science Slam gibt es hier. Ach so, und dass die Pressestelle der Uni die falsche Nachricht weiterverbreitet (obgleich sie es am besten wissen sollte, schließlich war die Uni Veranstaltungsort des ersten Slams), kommentiere ich am besten nicht.

PS: Für die nächste Werbeoffensive: Powerpoint-Karaoke gibt es übrigens auch schon regelmäßig in Trier. Da kann man eigentlich auch wieder nur Zwerster sein. 😉

UPDATE/KORREKTUR: Erfahre gerade [via Marcus Stölb], dass Meldungen, die de facto nur auf einer Pressemitteilung basieren nicht mit Namen getaggt werden. Also kein passender Einfall für diesen spezifischen Artikel bei 16vor, sondern generelles Prinzip.

Frühlings Erwachen im Sommer

Wie die Wahrnehmung einen manchmal austrickst! Das ist schon unglaublich. Da gibt es die Geschichte der modernistischen britischen Autorin Virginia Woolf, „An Unwritten Novel“, in der die Erzählerin im Zug sitzt und darüber nachdenkt, welche Geschichte die Mitreisende, die ihr gegenüber sitzt, denn haben könnte. So ähnlich ging es mir heute.

Ich bin gerade auf dem Weg nach Mainz, im Zug eingeschlafen und wache ausgerechnet kurz vor St. Goar an der Loreley auf. Unglaublich! Ich mache also die Augen auf und erblicke die Lore. Das ist aber nicht alles. Was ich auch noch erblicke ist ein Zettel, der zu meinen Füßen liegt. Ein zerknüllter Brief. Weil er so direkt für mich hindrapiert zu liegen scheint, hebe ich ihn auf und streiche ihn glatt um ihn zu lesen. So etwas mache ich selten. Mich interessieren die meisten privaten Details anderer Leute nicht. In dem Fall ist es aber anders. Ich kann nicht sagen warum.

Also lese ich den Brief, den ein Lehrer des Kaiserin Friedrich Gymnasiums in Leerte an den Vater eines Zehntklässlers geschrieben hat. Ziel des Briefes ist, den Vater davon zu überzeugen, den Sohn die zehnte Klasse wiederholen zu lassen. Mir kommt das Ansinnen des Lehrers ekelhaft vor. Der Schüler, Moritz, sei „unkonzentriert, oft sehr verträumt“ und lenke sich und andere häufig vom Unterricht ab. In den Augen des Lehrerkollegiums ein Zeichen dafür, dass es Moritz an geistiger Reife fehle. Wie kann man so etwas tun? Ich meine, das schadet doch dem Heranwachsenden! Er verlässt sich auf klare Regeln: Wenn du die Noten hast, wirst du versetzt. Und dann bleibt er doch sitzen!

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Da haben wir doch in Frank Wedekinds „Kindertragödie“ Frühlings Erwachen auch so eine ähnliche Situation. Daran muss ich bei der Lektüre des Briefs denken. Bei Wedekind bringt sich der Schüler am Ende (naja, vor dem letzten Drittel) um. Unter anderem, weil er schulischem Druck ausgesetzt ist. Natürlich auch wegen der ganzen emotionalen Konfusionen, die die frisch durch die Adern strömenden Hormone mit sich bringen. Wie dem auch sei, muss ich also daran denken, weil der Schüler, an dessen Vater der Brief des Klassenlehrers gerichtet ist auch so heißt wie die Figur aus dem Drama: Moritz Stiefel. Verrückt!

Ich hatte in der Schule bei einer Aufführung des gesellschaftskritischen und auch einigermaßen satirischen Stücks Wedekinds mitgewirkt. Pastor Kahlbauch war ich und einer der fürchterlichen, gefühlskalten Lehrer. Das war eine sehr gute und intensive Zeit. Eine sehr wichtige Erfahrung, über die ich hier im Detail nicht schreiben möchte, da sie mir zu wertvoll ist (über die Logik kann man gern diskutieren). Wie ich also so über die Zeit damals nachdenke schlafe ich wieder ein und träume total absurd.

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Ich träume, dass ich nach Mainz nicht fahre, um mir den Kammerchor der katholischen Hochschulgemeinde Gießen unter der Leitung von Ralf Stiewe im Mainzer Dom anzuhören (eine wunderbare Veranstaltung übrigens), sondern dass ich nach Mainz ins Staatstheater fahre, wo die Derniere einer Neufassung des Wedekind-Dramas stattfindet. Ich sitze in der ersten Reihe. Direkt in der Mitte. Die Schauspieler spielen mich manchmal an, und ich freue mich zutiefst, weil die vom Rapper Nuran David Calis besorgte Neufassung des Stoffs das Original ehrt und immer wieder auf es verweist, was für Kenner des Originaltextes ein amüsantes Spiel ergibt. „Glaubst du nicht auch, Melchior, dass das Schamgefühl im Menschen nur ein Produkt seiner Erziehung ist?“ fragt Moritz, noch angezogen in einem der Löcher im Bühnenboden hockend sein Gegenüber. „Darüber habe ich erst vorgestern noch nachgedacht“ entgegnet Melchior, zitiert also das Original um alsgleich den Stil mit einer flapsigen Bemerkung direkt zu kommentieren und zur normalen, unmarkierten jugendlichen Umgangssprache zurückzukehren aber trotzdem genau das zu besprechen, was auch Wedekind seinerzeit diskutierte.

Aber dann geht der Traum mit mir durch. Ich sehe die Schauspieler nackt oder in verrückten Kostümen, die zeitlos wirken sollen. Ich imaginiere mir Namen von Schauspielern, die da mitwirken könnten. Im Gedächtnis sind mir jetzt noch die nasse Martha (die ganze Zeit hockt sie in einem Wassertrog auf der Bühne um manchmal hervorzukriechen und wild ins Publikum zu schreien), die von Tatjana Kästel gespielt wird. Auch grandios Friederike Bellstedt als Frau Bergmann. Die Männer haben aber, das mag am Text liegen, die schwierigeren und vielfältigen Rollen. Melchior, gespielt von Stefan Graf, Moritz (Lorenz Klee), Hänschen Rilow (Thomas Prazak) und Papa Stiefel (Stefan Walz), der im Original der Rentier Stiefel ist, spielen begnadet.

Wie macht man aber so ein Stück wirklich zeitgemäß? Ich stelle mir vor, dass die Jugendlichen Alkopops trinken, dass sie coole Sprüche ablassen, dass sie, was Sexualität angeht, nicht mehr verklemmt sind sondern nur bei Zärtlichkeit und Liebe, dass das Lehrerkollegium ganz anders dargestellt werden müsste oder am besten weggelassen—schließlich sind die Lehrer heute auch so individuell, dass sie keine Klasse von repressiven Idioten mehr bilden können. Und was ist mit den ganzen Szenen, die sich mir bei unserer Aufführung von Frühlings Erwachen so eingeprägt haben?

Die Beerdigung findet nicht statt. Die Masturbationszene von Hänschen Rilow „Die Sache will’s“ läuft ohne Strohballen, dafür mit Staubsauger. Es gibt keinen vermummten Herren mehr. Und aus der Pistole, mit der sich Moritz erschießt, wird ein großer roter Luftballon, den er am Ende so zum Zerplatzen bringt, wie die Melone, die zermatscht auf der weißen Bühne liegt. Sie ist das abgetriebene Kind von Melchior und Wendla, und ein großes klebendes Hindernis nach Ende des Stücks beim Applaus (ja, auch Abtreibungen führen nicht mehr so häufig zum Tod der Schwangeren). Für das Fehlen des vermummten Herren gibt es mehrere triftige Gründe. 1.) Melchior ist schon gegangen. 2.) Es gibt stattdessen Videoprojektionen. Und 3.) … aber das ist auch wieder etwas, was ich nicht erzählen möchte…

Ich träume also von dieser Aufführung. Das beste dabei: Ich stelle mir vor, dass der Regisseur André Rößler ist. Der junge Mann, der das Hänschen in unserer Aufführung gegeben hat. (Masturbation hinter dem Strohballen.) André Rößler, jetzt ein junger, begnadeter und deswegen erfolgreicher Theaterregisseur. Und ich treffe ihn sogar wieder. Nach der Aufführung, am Bühneneingang sehe ich die Schauspieler, die darüber reden, wer sie denn jetzt nackt gesehen habe (eigentlich: „Ganz Mainz kennt jetzt unsere Sch****e“) und André mit Frau und Kind. Alle drei sehen, zusammen sogar noch mehr, gut aus. Es ist ein bisschen komisch mit ihm zu reden. Zu lange haben wir uns nicht gesehen. Was kann und will man da spontan erreichen? Aber doch zu sehen, dass es dem anderen gut geht und dabei ein bisschen an die Vergangenheit erinnert zu werden ist doch schön.

Aber da ist der Traum auch schon zu Ende. Ich wache kurz vor Mainz mit verstreuten Satzfetzen in Hirn auf: „ich will frei sein“, „ich will jemandem unter die Haut gehen“, „ich will dass mir jemand unter die Haut geht“, „das Schamgefühl im Menschen ist Produkt seiner Erziehung“, „Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit jedem Jahr das ich älter werde, die Temperatur um mich sinkt“ und „Schließlich hat jeder sein Teil–Sie das beruhigende Bewusstsein, nichts zu haben–du den enervierenden Zweifel an allem.–Leben Sie wohl!“

Den Brief habe ich noch immer in meiner Hand. Ich werde ihn aufheben, auch wenn er gar nicht an mich gerichtet ist sondern an den Vater des toten Moritz.

Der Chor im Dom singt: „Locus iste a Deo factus est, inaestimabile sacramentum, irreprehensibilis est.“ / „Dieser Ort ist von Gott gemacht, ein unschätzbares Geheimnis; er ist untadelig.“

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Göttliches aus dem Briefkasten

Manche Physiker bezweifeln ja, dass Moses auf den Gesetzestafeln die zehn Gebote erhalten hätte. Das wäre furchtbar ineffizient, da sich das Göttliche doch leichter und eleganter ausdrücken ließe. So z. B.:

Maxwell-Gleichungen in differentieller Form + Materialgleichungen

Oder auch so, wenn man die Integralform mehr liebt. (Ja, und es ist auch Genesis und nicht Exodus.)

Ob Moses nun also die Maxwellschen Gleichungen oder die zehn Gebote erhalten hat, ist mir eigentlich Wurst, denn das Göttliche kam gestern zu mir per Post. Da ist es:

MLA Handbook, seventh edition

Amen!

Liste von Autoren (von denen ich nur einen kenne) und ihren aktuellen Büchern (von denen ich keines gelesen habe)

  • Wilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen Zeiten (Carl Hanser Verlag)
  • Reinhard Jirgl: Die Stille (Carl Hanser Verlag)
  • Daniel Kehlmann:* Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten (Rowohlt Verlag)
  • Sibylle Lewitscharoff: Apostoloff (Suhrkamp Verlag)
  • Andreas Maier: Sanssouci (Suhrkamp Verlag)
  • Julia Schoch: Mit der Geschwindigkeit des Sommers (Piper Verlag)

* Den kenne ich. Der hat einen starken Ösi-Akzent und wird selten vorteilhaft im Bild dargestellt (Bei der Zeitungswerbung für Ruhm ist das gelungen.). Eine männliche Judith Hermann.

Bin schon gespannt auf das Vorstellungs-Battle zur einzig wahren Buchmesse, bei der in diesem Jahr wohl viel weniger los sein soll. Der Spiegel hat keinen Stand? WFT? Dabei brauche ich doch einen neuen Spiegel-Notizblock.

😉

Liebe LVB,

ich habe mich gerade wahnsinnig über euch geärgert und finde euch von nun an–das ist ein Schwur–nur noch Scheiße. In alle Ewigkeit. So wahr euch eure Schienen rosten.

Von wegen akute Wetterlage! Akute Unfähigkeit würde ich es nennen. Warum muss ich denn auf die 0:07-Uhr-Neun am Bayerischen warten, wenn sie doch nicht kommt? Bei fast 12 °C minus so etwas? Und dieses höhnische “wir lassen Sie nicht im Regen stehen”, das man minutenlang in der Warteschleife der Service-Hotline der LVB (19449) zu hören bekommt (ohne dass jemals jemand ran geht), das könnt ihr euch auch in euren Stümperarsch schieben! Ich bin sauer und werde in Zukunft lieber schwarz fahren, als euch nur einen einzigen Cent zukommen zu lassen! Und wenn ich nicht schwarz fahre, dann kaufe ich mir Wanderschuhe und wander regelmäßig von Thonberg bis nach Lindenau. Und weil euch das bestimmt noch mehr ärgert, wander ich zukünftig auch von Schönefeld nach Markkleeberg und zurück (auch wenn ich da gar nichts will). Jeden Dienstag. Und wenn es die Chance gibt, gemeinschaftlich auf eure Bahnen Schneebälle zu werfen, werde ich an vorderster Front stehen.

Ist es denn so schwer, die Haltestellenanzeige aktuell zu halten? Wenn man keine Bahn einsetzen kann oder will, dann kann man das den Fahrgästen doch zumindest mitteilen. Nicht?

Herzliche Grüße von jemandem, der euch im nächsten Semester dem Sockelbetrag aufkündigen wird.

😛

Horatiorama

Der Planet der Affen…

beginnt im Pongoland. Ich habe schon immer befürchtet, dass die sich irgendwann gegen die Menschen verschwören würden. Schließlich sind die MPI-Affen bestimmt besonders intelligent.

Aufs Grün gezielt

Jetzt ist sie leer, die Tüte. Hat lecker geschmeckt. Ja, Haribo eben. Damals beim Einkleiden haben wir sie bekommen. Überall hatte ich sie dabei: Horn von Afrika, im Kosovo und in Afghanistan. Ganz unten in der Tasche lag sie. Erst als Mitbringsel für leidende Kinder. Dann vergessen. Auf dem Bahnhof von Zwickau habe ich sie dann aufgerissen und geleert. Gummibärchengenozid gelungen.

To Be or not to Be a Computer at the Datenschutzgipfel


[Screenshot]

Die Tagesschau zeigt einen Bericht von Wolfgang Wanner über den Datenschutzgipfel und illustriert das unter anderem mit einem Computer, der sich ständig selber pingt. Es kann sich dabei nur um eine subtile Kritik in Zeiten der Meinungsmache (siehe den aktuellen Skandal um Putin-Roth-Interview) handeln. Da steht zwischen all diesen Politikern, die über Datenschutz und -sicherheit reden ein kleiner Computer, der sich mit der eigenen Ontologie beschäftigt. Ein Kind, dass noch nicht weiß, dass es ist, was es ist und vor allem wie schnell es ist (<1ms). Ach! Es blutet einem das Herz.

Das Drei(-kippelige)-Säulen-Modell der Leipziger CSD-Woche

Pride Season ist ist nicht nur in Köln oder Berlin, sondern auch in Leipzig. Das Schöne an Leipzig: Man möchte auch politisch und kulturell sein. Dafür gibt es viel Beifall, und die Veranstaltung sind bis zum Anschlag mit Aktivisten gefüllt, wie man bereits ganz am Anfang, am Samstag bei der “Queeren CSD-Eröffnungsparty mit DJane Claudia K.” in der Frauenkultur in der Windscheidstraße erleben konnte. Massenhaft strömte man nach Connewitz um zu tanzen und gleichzeitig für die gute Sache … §$%&/ kratz )%/$” spring &$§)%) …

[Huch! Da stehen ja nur ein paar Leute vor dem Haus (und es ist keine Warteschlange). Öh hm?]

[Huch! Da ist ja auch kaum jemand im Haus (Hängen da etwa Aquarelle?). Öh hmhm?]

Ja, war irgendwie ziemlich leer dort in der Windscheidstraße. Ein paar Frauen, die zur Stammbelegschaft zu gehören schienen. Ein junger Mann mit Partei-Name-Badge stolperte auch noch durch die Anlage. Ansonsten war es das. War es das wirklich? Ja.

Ich möchte wetten, dass zum großen Pride-Ball eine Woche später die Kongresshalle am Zoo proppenvoll sein wird. Und über diesen anzunehmenden Umstand könnte ich mich wieder aufregen. Tue es aber nicht, sondern lese die Pressemitteilung Nummer 001, in der “das bewährte Konzept mit den drei Säulen Politik, Kultur und Party” gelobt wird. Irgendetwas scheint mir daran nicht zu stimmen. Irgendwas steht da schief. Selbst die Partysäule scheint nur dann nicht zu kippeln, wenn man sie mit genug Trash oder “knackig rattigen Terrorschwestern” unterfüttert. Autsch!