Damals war’s: Fraggles Rock

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“Fraggles sind etwa 60 cm große, verschiedenfarbige humanoide Lebewesen, die in einer Höhle unter dem Wohnhaus des Doc (einem menschlichen Wissenschaftler […]) leben. Den Tag verbringen die Fraggles mit Lachen, Singen und Tanzen.” [hier]

Dann leben in der Höhle auch noch die Doozers, kleine grüne Wesen, die die ganze Zeit wohlschmeckende Gerüste bauen, die dann von den Fraggles aufgeknabbert werden. Eine Art Symbiose findet dort statt. In einer Folge entscheiden die Fraggles, nicht mehr die Bauwerke zu essen, was dazu führt, dass die Höhle komplett verbaut ist und die Doozers über einen Wegzug nachdenken.

Meine Lieblingsfigur war aber die “Allwissende Müllhalde”, Marjorie:

“Die Müllhalde lebt in den Wäldern hinter dem Schloss der Gorgs. Sie ist ein lebender Komposthaufen – eine Sammlung von alten Grapefruits, Gras, Konservendosen, Kaffefiltern, Kartoffel-Schalen und sostigem [sic] Müll, welcher eines Tages misteriös [sic] zum Leben erweckt wurde. […] Die Müllhalde ist ein Orakel. Sie sieht alles, weiß alles, ist alles.
Sie ist das zu Hause für Philo und Gunge, ihre zwei Nagetier-Freunde. Sie agieren als Interpreten, Vertreter und beste Freunde der Müllhalde. Philo und Gunge sind die beiden einzigen, die sie mit ihrem Vornamen ansprechen dürfen: Marjoriy. Wenn man bei ihr ist lassen einen die beiden Nagetiere wissen, wenn die Sprechzeit vorbei ist, indem sie sagen: ‘Die Müllhalde hat gesprochen!'” [hier]

Zwar ist alles im Fraggles Rock allegorisch zu verstehen, ein Mikrokosmos der menschlichen Befindlichkeiten. Nur das mit der Müllhalde kriege ich nicht auf die Reihe. Eine Vorahnung des Internet?

http://www.fragglerocker.com/media/audio.asp

Altersdurchschnitt 70 1/4 Jahre: Das literarische Quartett spricht über Bert Brecht

Hat Hellmuth Karasek (72) schon immer so heftig gestikuliert? Sah Marcel Reich-Ranicki (86) schon immer zu zusammengefallen aus? Mein Gott! Ich glaube, man sollte schon einmal Nachrufe schreiben. Und sie reden über Brecht, der so jung ist. Brecht ist doch Jugendliteratur! Die Show der lebenden Literaturleichen im ZDF. Da tun sich ja Abgründe auf. Oder besser: Passt sich das ZDF wieder seiner Altersgruppe an? Wenn schon Iris Radisch (47) schulmeisterlich für ihr auswendig gelerntes Wissen (Anzahl der Dramen Brechts etc.) gelobt wird… Peter Rühmkorf (76) sagt zum Glück nicht mehr viel–manchmal singt er. Notwendigerweise sendet das ZDF diese Tales from the Literary Crypt nach elf, denn diese gegenseitige längst impotente Verbalmasturbation (mit Iris als mädchenhafte Voyeurin) ist wohl wirklich nur etwas für Leute über sechzehn.