Auf jeden Fall ist der–Hmm, wie soll man das nennen?–das Ding da bei RTL-explosiv sehenswert. Nicht weil es irgendetwas erklären würde. (Mir scheint es eher Desinformation zu sein.) Der Unterhaltungscharakter von so viel Blödsinn ist allerdings nicht zu leugnen. Wenn es nicht Leute gäbe, die glauben, was da erzählt wird, wäre es gar nicht schlimm.
Da es aber Leute gibt, die das glauben, ist es legitim, nein sogar geboten, den Journalisten, die solch einen unfassbaren Mist verzapfen einmal auf die Füße zu treten, wie es Lukas von Coffee and TV macht.
Ich kann den Netzer echt nicht mehr ertragen.
Ich weiß, ich weiß:
Deutsche Sprache und Grimme und Torwandrekord
und und und.
Trotzdem ist es so,
und ich kann es auch nicht ändern:
Ich kann den Netzer echt nicht mehr ertragen.
Je länger ich darüber nachdenke, desto problematischer scheint mir die Idee des Fußballlivestreamschauens in der Bibliotheka Albertina. Zuerst einmal müsste sicher gestellt werden, dass der Stream auch noch steht, wenn man um 22 Uhr aus dem Gebäude fliegt. Fängt man auf dem Grünstreifen davor noch genug WLANlinge ein? Fliegen die nachts überhaupt? Und auch im Lesesaal selbst: Möchte man, dass solche Bilder wie im Screenshot dargestellt, in den heiligen Hallen zu sehen sind?
Während andernorts (nämlich im Fernsehen) schon längst die Werbung oder das Wetter oder so laufen sollte, kann man beim Livestream auch schon einmal hinter die Kulissen schauen. Zwar weiß man dann nicht, wie das Wetter wird, wohl aber, was die Sprecherin eigentlich untenrum anhat… (Nein, auf dem Bild ist die Sprecherin nicht mehr zu sehen).
…meint Gregor Peter Schmitz in Washington via CNN aus dem Publikum der auf dem Campus der University of Texas in Austin stattfindenden Vorwahldebatte zwischen Barack Obama and Hilary Clinton vernehmen zu können, als Obama schließt, dass seine Anhänger irgendwie einem Wahn unterliegen (YouTube bei 2:20). Es scheint ein netter Wahn zu sein. Obama spricht klarer. Er kann sprechen. Er sagt z. B. nicht “die Staaten im Süden”; er sagt “Mexiko”. Das kommt an. Er sagt aber auch, dass er keine Pflichtkrankenversicherung für alle Bürger seines Landes haben möchte. Trotzdem ist man zufrieden im Publikum. Irgendwie schafft er es. Er kann sprechen. Letztlich scheint er ein großer Verpackungskünstler, wohingegen seine derzeitige Konkurrentin wie eine revolutionäre Fischfrau wirkt, die ihr Versprechen des Wandels nur in altes Zeitungspapier einschlägt.
Auch das Studio Hamburg scheint die Folge stark diskutierter Tatort-Folgen fortsetzen zu wollen. Diesmal gibt es jedoch keine inzestuösen Aleviten oder andere kleinasiatische Spezialitäten sondern eine Totemgeschichte. Der deutsche Kommissar als Schamane, der–dem Wolf folgend, selber ein Wolf seiend– … Also eigentlich ist das ja viel komplexer mit dem Schamanismus: das Krafttier und dessen Symbolik, Nebel, das Totenreich, und und und. Doch bevor man sich da irgendwo zwischen dem Baltikum und Mexiko total verzettelt, haut man lieber die Axt in den Kopf, verschmiert so richtig das Schlafzimmermobiliar und hofft, dass man sich auf diese Schlachtorgie konzentriert und nicht auf die extrem unausgegorene Handlung. Hätte so schön sein können zwischen Kistenauftauch-Slapstick und Ontologie. Leider haben wohl aber Mut oder Übersicht gefehlt. Oder beides.
Es ist zum Aus-der-Haut-Fahren. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender für die zweite Lebenshälfte zeigt wieder einmal eine Reportage aus der Reihe Terra-X, “Der Nibelungen-Code: Deckname Siegfried“. Über den Namen kann man streiten, über Effekthascherei und nachgestellte Szenen auch. Nicht aber über eine korrekte Aussprache. Ich bin da ja kein Krümelkacker. Aber wenn Wörter wie Nibelungen, Nibelungenlied, Nibelungensage und andere Nibelungenkomposita alle Nase lang auftauchen, da kann man schon erwarten, dass jemand - kann ja vielleicht auch ein un(ter)bezahlter Praktikant machen - mal die Aussprache nachschlägt. Werde zDf wohl in Zukunft bewusst auf der zweiten Silbe betonen. Die steht für mich dann aber eben nicht für ‘deutsches’ oder ‘deutsch’ - wäre ja absurd -, sondern einfach für ‘doof’.
Es ist 9.30 Uhr. Vorm Haus diskutieren ältere Menschen aus dem Umland, ob es denn zu diesem besonderen Anlass okay wäre, in der zweiten Reihe zu parken. Leute stehen auf dem Bürgersteig und schaffen es nicht, die Straße zum Aldi zu überqueren. Was ist passiert? Der Heimatsender feiert seinen Tag der offenen Tür. Zur großen Einzugssause des MDR nach der Umwidmung des alten Schlachthofs im Jahr 2000 waren die Nachbarn nicht eingeladen, sie sammelten sich vor dem verschlossenen Tor am Ende der Kantstraße und beobachteten von dort ein spektakuläres Feuerwerk. Aber man veranstaltete einen Tag der offenen Tür. Der gab und gibt (denn er wiederholt sich) allen die Möglichkeit zu sehen, wie es bei den Öffentlich-Rechtlichen aussieht. Man erstaunt sich über Wasser im Hochhaus, man freut sich über B- und C-Prominente. “Stars” aus Funk und Fernsehen werden aufgeboten als Verkünder einer verzerrten Medienrealität. Für den MDR ist das eine ganz wichtige Sache. Schon geraume Zeit stehen auf dem Gelände die großen Veranstaltungszelte. An kleineren Aufbauten wurde gestern Abend noch geschraubt. Jetzt ist es soweit. Autos aus den Vororten und dem Umland blockieren die südliche Südvorstadt östlich der Karl-Liebknecht-Straße.
Die “Stars” des MDR verteilen Autogramme.
Vorsorglich hatte der MDR schon einmal Zettel mit dem Hinweis auf eventuelle Geräusch- und Verkehrsbelästigung am Freitagabend (MDR-Sommerfest) und Samstag an die Haustüren umliegender Häuser geklebt. Die 240 Meter bis zu mir hat man nicht geschafft, auch wenn inzwischen so ziemlich jede Parkverbotszone innerhalb von 500 Metern um den Eingang zum MDR-Gelände zugestellt ist und im Aldi gegenüber vielleicht der Umsatz einbricht, weil Einkaufswillige keinen Parkplatz mehr finden oder schlicht den Gang über die Straße scheuen.
Es ist keine ganz neue Nachricht. Aber nachdem der Film kurzzeitig aus dem Online-Angebot des NDR verschwunden war, möchte ich nach dessen Wiederauftauchen noch einmal darauf hinweisen, dass der Sender tatsächlich den kompletten Film als Flash ins Netz gestellt hat. Zwischen zwei verschiedenen Qualitäten kann gewählt werden, und man kann sogar mitten in den Film springen. Wer ihn noch nicht gesehen hat, dem sei er ans Herz gelegt.
Habe übrigens jetzt einen deutschen Musiksender und einen recht neuen Comedy-Kanal aus meiner Fernsehprogrammliste gelöscht. Hintergrund sind Entscheidungen deutscher Gerichte zur ‘Störerhaftung’ (ich würde so etwas als Zensurinstrument bezeichnen wollen). Danach sei z. B. ein Blog-Betreiber für die Kommentare seiner Besucher haftbar, nicht die Kommentatoren selbst. Stefan Niggemeier hat das schon spüren müssen. Eine Firma, die eine Sendung produziert, die über die beiden bei mir entfernten TV-Sender ausgestrahlt wird, sah ihre Rechte durch Kommentare auf Stefans Blog beschnitten und ließ ihn abmahnen. Auch der Spiegel schrieb über diese Firma. Ich werde nicht darüber schreiben; auch keinen Brief an Frau Zypries, die als Bundesministerin der Justiz ein Auge auf absurde, repressive und gegen den Internetstandort Deutschland gerichtete Gesetzgebung und Rechtsprechung haben sollte. Ich drehe für mich einfach das Prinzip der Störerhaftung um und schalte entsprechende Sender nicht mehr ein. Das heißt für mich dann auch: nie wieder Klingeltonwerbung. *Jubel*.
Ich finde übrigens, dass ich soetwas viel häufiger tun sollte. So wie mein norditalienischer Bekanntenkreis - aus für mich nachvollziehbaren Gründen - keine Produkte des größten Lebensmittelkonzerns kauft, so meide ich schon seit langem Produkte einer bestimmten deutschen Molkerei. Leider kann man schwer eine Liste fieser Geschäftemacher publizieren. Vielleicht sollte man es anders herum tun: Einfach einmal Firmen loben, die sich ihrer gesellschaftlichen/sozialen Verantwortung bewusst sind und entsprechend handeln. Für Umweltverträglichkeit gibt es eine Reihe verschiedener Ökosiegel. Wie steht es mit der Sozialverträglichkeit?
Jetzt wurde es der Gebühreneinzugszentrale wohl auch zu bunt. (Imho) hatte man jahrelang Schwarzkucker als “Schwerkriminelle” dargestellt–man erinnere an Heinz G.–oder versucht ebendiese einzuschüchtern* um sie zur Anmeldung eventuell vorhandener Radios und Fernseher zu bewegen. Nun ärgert man sich wohl über das damit aufgebaute Image, das natürlich auch auf die Rundfunkanstalten zurück fällt. Continue reading ›
Ich hatte immer gedacht, dass die Grauen ein Problem mit den Führungspersönlichkeiten ihrer Kleinpartei haben müssten. Ein Politiker muss in der Öffentlichkeit über Jahre aufgebaut werden. Bei den Grauen gibt es aber natürliche Grenzen. Da kann es schon passieren, dass einem ein zukünftiger Bundeskanzler auf halbem Weg zur positiv besetzten Personenmarke plötzlich entschläft. Umso erfreuter war ich, nach Jahren des festen Glaubens, dass es wohl auch schon so weit gewesen wäre, zu hören, dass Trude Unruh, Bundes- und Gründungsvorsitzende der Grauen, noch lebt. Sie hat sich wohl mit eigenartigen Argumenten gegen die Absetzung einer deutschtümelnden Musiksendung im Fernsehen ausgesprochen. Ist ja im Prinzip egal. Aber sie lebt noch. Schön. Dumm nur, dass man von Dieter Meyer, Uwe Held oder Heinz-Georg Barth irgendwie noch nicht so richtig viel gehört hat. Aber vielleicht klappt es ja noch… *fingers crossed*
Aha! Dann hat es sich ja wohl gelohnt. Katrin Bauerfeind übernimmt die Schwangerschaftsvertretung von Tita von Hardenberg. Das schreibt die Süddeutsche gestern und liefert ein Bild von Frau Bauerfeind (dpa), auf dem sie aussieht, als sei sie 45. Oder gar 55? Ein klassischer Fall von “Zuvielmakeup”. Normalerweise findet man so etwas nur bei Christiansen & Co. Bei älteren Moderatorinnen werden die Mallorca-/Sonnenbank-Furchen wohl zugespachtelt wie Hagelschäden an einem asiatischen Kleinwagen. Warum Frau Bauerfeind so unvorteilhaft geschminkt wurde, ist schon schleierhaft. Im Blog der von ihr zukünftig moderierten Sendung ist sie ohne/oder mit wenig Maske zu sehen. Das steht ihr. Schließlich ist sie erst vierundzwanzig. Mal sehen, mit wie vielen Kilogramm Schminke sie übermorgen, wenn sie auch mit durchsichtigen Kärtchen herumfuchteln darf, bei Polylux auftritt.
Übrigens schlägt die Bildunterschrift im SZ-Feuilleton dem Fass die Krone ins Gesicht: “Katrin Bauerfeind: Gibt ihren Senf jetzt zu Polylux.” Ja, schönen Schrank auch!
Ich denke ja nicht, dass die Öffentlich-Rechtlichen unbegrenzt wachsen müssen. Die Mediathek des zweiten Programmes hat jedoch tatsächlich ein paar Vorteile. Eben habe ich das Nachtstudio vom 6. Mai gesehen. Der von mir hoch geschätze Hannes Wader im Konzert mit der mir bis dato gänzlich unbekannten Manuela Uhl. Sehr schön. Neben einem quellgesichtigen Sebastian Krumbiegel gab es dort dann auch noch Karl Adamek, der tatsächlich das Prinzip Ohrspange praktiziert. Also, wer es noch nicht gesehen hat: “Die Magie der Stimme–Warum Singen glücklich macht“. Es lohnt sich.
Da baut die Kommune 1 ein neues Leben auf einem Leichenberg auf, und der Reinhold verteitigt seinen Vater, den einfachen Mitläufer. Emotionen im weich gewaschenen Talk im Ersten. Na, das Öffentlich-Rechtliche kann manchmal doch noch was.