Schwein am Spieß

Noch ein Nachtrag zum österlichen Markttreiben in LE. Da ist dieses Foto, das in Marions, Martinas oder Roswitas bebildertem Kochbuch bestimmt nicht zu finden ist: Das Schwein am Spieß. Natürlich darf das Bild–wie fast alles (hier auf dem Server abgelegte) in diesem Blog aber eben im Gegensatz zu besagter Roswita, Martina, Marion oder so–hier gern verwendet werden: by-nc-nd. Also: Schiebt ein Schwein auf den Spieß und berichtet darüber! (Und wer in Zukunft–auch in kritischer Absicht–noch auf bebilderte Abmahnkochbücher à la Martina oder Marion oder so verlinkt, wird aus meinen Feeds geschmissen.)

Noch was zur eröffneten Grillsaison: Gibt es schon Bilder der neuen Mensa Petersteinweg? Habe gehört, dass gestern schon die Türe offen stand. Am Montag bin ich allerdings zur Eröffnung des neuen Salattempels nicht da. Da bin ich anderswo.

Der Hetero-Analverkehr ist die Metrosexualität des kleinen Mannes: Dietmar Dath zum Arschfick

Bristol Stool ChartMan kann eigentlich ebensogut auch gleich mal über das Anale reden. Dafür sind wir Deutschen ja prädestiniert. Man sieht es an unseren Schimpfwörtern und Flüchen und eben unseren popkulturellen Provokationen, wie Dietmar Dath sie in der von satt.org feierlich mit Lorbeerkranz ausdrapierten Abhandlung beschreibt und zugleich zelebriert. Aber vielleicht geht das schon zu weit und man muss mit einem Gegenwartsbezug beginnen, denn zwar feiert Frank Fischer den Dath’schen Traktat am 6. Januar, jedoch stammt jener bereits vom April 2006 und bezieht sich auf ein Musikstück, dass noch viel älter ist.

Also: “Gas-Like Odor Permeates Parts of New York City,” schreiben Christine Hauser und Sewell Chan am 8. Januar in der New York Times: “The smell was reported from midtown to Battery Park City, and strong odors were reported in Jersey City.” Behörden versuchten an jenem Tag den Beschwerden vieler Einwohner New Yorks nachzugehen, die sich auf einen penetranten faulgasähnlichen Geruch in der Stadt bezogen. Faulgas (natural gas), das ist vor allem Methan, aber eben auch Schwefelwasserstoff (schon einmal an faulen Eiern gerochen?). In der Natur entsteht dieses Gas, von anaerob lebenden Bakterien gebildet, in stehenden Gewässern und Sümpfen, weshalb es auch Sumpfgas genannt wird. Es wird aber auch im Darm von Tieren und Menschen und im Pansen von Wiederkäuern erzeugt. Wie dem auch sei, roch es in New York nach Sumpf, Faulturm, Kuhrülps, Fleischfurz oder eben nach Faulgas. Angestellte wurden aus Bürogebäuden evakuiert, Belüftungsanlagen ausgeschaltet, Schulen geschlossen, doch die Quelle des Gestanks blieb unklar, wie so oft: “Mysterious odors come and go in the New York City area, sometimes never identified.” (Mehr zur “Gas Mystery”.)

Letztendlich bleibt die Erinnerung an Ausscheidungen ganz generell unheimlich, weil Ausscheidung, Verstoffwechslung unheimlich ist–viel zu direkt sensuell körperlich. Deswegen die Reaktionen. Im selben Moment in dem die Meldung über den bestialischen Gestank in New York durch die Medien kreiselt und sich Journalisten fragen, wie sie diese unhaltbaren Zustände in den audio-visuellen Medien darstellen sollen, stolper ich über den Bristol Stoll Chart, ein Diagramm zur Kategorisierung von menschlichem Kot. Sehr interessant, ermöglicht dieses Diagramm doch eine differenziert standardisierte Beschreibung menschlichen Fäzes. Lustigerweise wird diese Kategorisierung in Bristol weder vom United Bristol Healthcare NHS Trust noch vom North Bristol NHS Trust benutzt. Ob die Einordnungen in Deutschland üblich sind, ist mir unbekannt.

Doch zurück zum “teils weißen und teils nicht ganz so weißen Schmuddel-HipHop aus Berlin,” wie Dath ihn nennt. Dem Literazisten ist an einer Analyse (es kalauert!) dieser populärkulturellen Erscheinung gelegen. Ganz klassisch steckt der Schmuddel-HipHop seinen Claim mittels “archetypischer” Verfahren ab: Man suche sich einen Punkt in der Mitte zwischen Spießer und Perversem und erstürme ihn, offene Türen einreißend. Diesen Zugang zum Analen gliedert Dath in die Geschmacksnoten “ganz schlecht,” “etwas besser,” “noch besser” und “am besten.” Wie er das genau tut, und wie man am Ende doch “heavily into urine and excrement” landet, lese man jetzt wirklich bei Dath selbst, der seine Betrachtungen in veränderter Form auch in dem Buch Sauerei Moderne veröffentlichen möchte. Hoffentlich streicht er den alles wieder vereinenden letzten Schmus-Absatz.

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Mittlerweile hat das öffentlich zugängliche Testsystem des StudiVZ einige Liebhaber gefunden, da man dort ziemlich freidrehen kann. Da gibt es Gruppen wie “Ich bin der einzige hier mit seinen echten Daten”, zu der neben Theo Tester und Hans Dampf auch solch illustre Persönlichkeiten wie Albert E. und Peter Krumbein gehören.

Auch gibt es Gruppen mit den Namen “Geile Schnitten und noch viel mehr!”, “Hilfe, mein Geschlechtsteil kann sprechen!”, “Ich schwitze beim Kacken” und viele andere mehr.

Da nur falsche Personendaten angegeben werden sollen, dem Identitätsbetrug also bewusst Tür und Tor geöffnet wurde, finden sich eine Reihe kreativer Charaktere unter den Nutzern. Erwähnenswert ist da vielleicht Lassmiranda den Sewillja, eine junge Studentin der TU-Sofia, die gern Marathon läuft und auch sonst für Leistungssport zu begeistern ist. Zur Zeit ist sie Praktikantin.



Natürlich feiert die StudiVZ-Community sich auf diesen Seiten selbst, nimmt sich sogar selbst auf den Arm. Es ist ein karnevaleskes Spektakel, doch man verabredet sich schon für später: für dann nämlich, wenn das Testsystem wieder abgeschaltet wird und man sich im nüchternen und gezügelten StudiVZ wiederfindet; wahrscheinlich mit einem Kater.

WILMA-Party am Freitag

Die beste Party des Jahres steht an: Am Freitag, den 20 Oktober wird die erste WILMA-Party in diesem Semester gefeiert. Geile Mukke und preiswerterte Getränke sind neben den nettesten Studenten aus fast allen Ländern dieser Welt ein Grund diese Kultveranstaltung nicht zu verpassen. Los geht es um 20 Uhr im Kulturbundhaus, Elsterstraße 35. Der Eintritt 2 Euro.