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Category Archives: Bayreuth
Dokumentarfilmbashing
Bratwurstfest am Wochenende

Wer noch nicht weiß, welche gesundheitsförderliche und durchaus auch familienfreundliche Aktivität er am Wochenende tätigen sollte, könnte ja einmal darüber nachdenken. Die Programmpunkte auf dem Plakat klingen jedenfalls alle sehr verlockend. Was die Mainwelle präsentiert, kann ja nur absolut genial sein. Viel besser bestimmt noch als Katharina als Juror bei DSDS.
Mensaessen vom SWO
Da habe ich mir also überlegt, wie man das Essen des Studentenwerks Oberfranken so richtig in Szene setzen könnte. Es ist aber gar nicht notwendig, da es schon jemanden gibt, der in dieser Tätigkeit seine Berufung gefunden hat. Lecker Bayreuther Mensaessen findet sich, leider nicht in Blogform, bei h@bl.
Was soll man schon von einem Schrank erwarten, …
… der in einer Universität steht?
Jay D. Bolter in Bayreuth
Yes, he talked at the Americanisms conference in Bayreuth. Topic: “The Scopic Regimes of American Media Culture”.

"Ich bin der Direktor von Holiday on Ice": Henryk M. Broder mit jüdischem Selbsthass bei der Langobardia

22.1.2008, gegen 18.30 Uhr beginnt Broder seinen Vortrag im Hörsaal 32 der Campus-Universität Bayreuth. Veranstalter ist die K. D. St. V. Langobardia. “K. D. St. V.” steht dabei für “Katholische Deutsche Studentenverbindung”. Es liegen Flyer aus, deren Titelseite junge Männer, Leute aus der Verbindung, zeigt, die sich vor dem Markgrafenbrunnen haben ablichten lassen. Im Hintergrund also Christian Ernst, mittels Pferd auf einem Türken (mit Turban) herumtrampelnd, im Vordergrund die Prinzipen Glaube, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat. Ich möchte mich fast übergeben, stelle aber fest, dass Herr Broder zu einem recht unterhaltsamen Vortrag anhebt. Thema ist der Selbsthass der Juden. Historisch, pathologisch, überhaupt. Sehr interessante Verweise, z. B. zu Karl Kraus, zu Karl Marx, zu Wilhelm Marr, zu Alexander Roda Roda und Reuven Moskovitz. Broder ist gut anzusehen: schwarze Armbanduhr, schwarze Brille, schwarzes Poloshirt, schwarze Hose, schwarzes Jackett und braune Schuhe. Er erzählt vom Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment, vom Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus, vom Ausbleiben von Vergewaltigungen palästinensischer Frauen durch Israelische Soldaten, vom sekundären Antisemitismus, der aus dem Gefühl entstehe, dass der Täter dem Opfer nicht verzeihen könne, dass es ihn zur Tat verleitet hätte. Dieser Mechanismus gelte für Triebtäter wie auch für das Verhältnis von Deutschen und Juden. Ja, irgendwie bekommt nämlich Broder, der erst fast nur über Juden redet, am eine Kurve, nach der er über die Verteidigung Israels und das Verhältnis von Deutschen und Juden redet. Ein bisschen inhomogen wirkt er auf mich, ein bisschen als ob das Hauptziel immer das Gegenargument, das Widersprechen, sei. Auf die Frage, wie er sich politisch einordne, erwidert er, “ich glaube, dass ich noch ein linker bin. Nur denke ich, dass die Linke schon ganz woanders ist.” Deswegen vielleicht bekundet er wohl auch sein Bedauern darüber, dass der Veranstalter keine schlagende Verbindung sei. Das hätte seine linken und liberalen Freunde nämlich noch mehr geärgert.
Ankündigung: Bericht vom grünen Hügel
Heute eine Karte für Bayreuth gekauft. Demnächst dann ein Bildbericht im Gelblog.
Göltzschtalbrücke
So sieht man sie aus dem Weltraum, die Göltzschtalbrücke. Die Eisenbahnbrücke zwischen Mylau und Netzschkau bei Reichenbach im Vogtland ist die größte Ziegelbrücke der Welt. Na, kann man da sagen, es gibt ja so unglaublich vielfältige Superlative–auch anderswo: siehe Superleipzig. Aber die Göltzschtalbrücke ist echt etwas besonderes. Fährt man mit dem Zug über sie, merkt man ihre Besonderheit daran, dass man angeglotzt wird wie die Bonobos im Pongoland. Wirklich. Da gibt es einen großen Platz im Göltzschtal am Fuße der Brücke auf dem immer Leute mit Fernglas und Kamera stehen und das Bauwerk mit Zug (!) betrachten oder aufnehmen wollen. Und dann ist da noch dieser Fesselballon, den man in der ostdeutschen Provinz gar nicht verorten wollen würde. Eher in Hamburg (vgl. Highflyer) oder Berlin. Nein, auch im Göltzschtal kann man sich 150 Meter in die Höhe heben lassen.
Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”
Zum Abschluss der Vorlesungszeit endlich das versprochene Foto vom Freisitz des Reichenbacher Bahnhofskiosks. Auf dem Rückweg nach Leipzig mache ich meist in Plauen Halt. Dort gibt es am Bahnhof nicht nur den Fanshop einer lokalen Brauerei, einen ganz eigenartigen Geschenkeladen (hässliche Plüschtiere, Kunstblumen und Fahrscheine) und einen Döner, sondern seit ein paar Wochen eben auch den Wiener Feinbäcker, der dort mit sehr viel Liebe von einer engagierten und sympathischen Frau betrieben wird. Leider haben die Plauener wohl noch nicht erkannt, dass es an ihrem Bahnhof jetzt auch sonntags frische Brötchen gibt. Mal schauen also, wie lange der Bäcker dort Bestand haben wird. Ich bin auf ihn angewiesen, da ich sonst nirgends vernünftigen Kaffee bekomme. Im Zug und an dem anderen Minibäckerstand am Bahnhof Plauen dort gibt es nur eine lauwarme Plürre, die einem wohl, ehe man sich’s versieht, die Zähne bis zur Wurzel auflöst.
Zäpfle, Plauen, Bayreuth
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Am Wochenende in Leipzig die Bierbörse. Naja… Für eine Stadt wie Borna oder Grimma oder Plauen wäre das ja ein Ereignis gewesen. In Leipzig bekommt man (z. B.) Newcastle Brown Ale auch in den englischen und irischen Kneipen, und auch in den Feinkostabteilungen der Kaufhäuser. Apropos Plauen: Da ist der mutmaßliche Prostituiertenmörder her, der sich jetzt wohl in Bayreuth das Leben genommen hat. … Obgleich ich noch nicht ganz gesund bin, mach ich mich jetzt auch mal in die Richtung auf. Einen guten Wochenstart! |
Bayreuther Donnerträchtigkeit
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Das ist übrigens ein Nachteil einer Campusuniversität, die mitten zu flacher Erde steht und deren Gebäudedächer aus Blech sind: Bei einem Gewitter schlägt ständig ortsnah der Blitz ein. Jetzt vermute ich auch, zu wissen, warum der zentrale Platz abgesenkt ist. Es soll vermieden werden, dass reihenweise Studenten vom Blitz erschlagen werden, wenn sie die Freifläche queren. |
Rufus Wainwright: “Release The Stars In Stores Now”…
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…schreibt die News-Abteilung von Rufus Wainwright am 14. Mai. Es ist ein Lacher. Wenn man Amazon.de glaubt, liegt das Album erst seit heute dort bereit. Bei iTunes bekommt man es auch erst seit dem 25. Mai. Für echte Rufus-Wainwright-Fans außerhalb des UK und der USA gab es als Option in der Zwischenzeit nur allofmp3. Das Album dort zu kaufen, war nicht etwa nur viel billiger, sondern eben die einzige (!) Option. Es ist echt verrückt, wie die BBC schon seit Wochen für Geffen Werbung für die Platte macht, sie jedoch niemand hierzulande kaufen kann. Am 25. Mai habe ich eine rechte-mininimierte Version bei iTunes erworben und mich gleich wieder darüber geärgert, dass ich die Lieder nicht sofort auf meinem MP3-Player anhören konnte. Umweg also über eine CD und CDex. Zum Glück ist wenigstens das erlaubt. Wie zu erwarten, ist “Release the Stars” nicht schlecht. Wenn man Rufus nicht als “Geheule” einschätzt, wird man nicht enttäuscht. Die meisten Lieder klingen wie die Titel auf Want Two, also nicht übel, sondern barock, opulent, herzzerreißend prall. Es sind keine großen Hits dabei, aber das Album insgesamt ist sehr solide. Der beste Titel, “Going to a Town,” glänzt erstaunlicherweise durch fehlende Wainwright-Pomade, wird aber wohl auch keine Nummer 1 werden, da er für Amerika zu politisch und für den Rest der Welt dann doch zu speziell ist. “Neuschwanstein und Bayreuth haben mich tief berührt” sagte der Sänger noch im Vanity-Fair-Interview. Richtig glaubhaft ist sein Interesse an Deutschland nicht, denn wenn man sich die Tourdaten ansieht, stellt man fest, dass hier nicht ein einziger Auftritt geplant ist–trotz Aufnahme des Albums in Berlin, deutschem Lebensgefährten, dem Lied “Tiergarten” (sprich: “tear garden”) …
Übrigens hat D-Radio auch gerade (10.42-10.50 Uhr) das Werk rezensiert. Einen Podcast-Link scheint es allerdings nicht zu geben. Tenor dort: barock, zuweilen kitschig aber nett. |
Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”
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Wie bereits versprochen, mal ein Bild aus Lovely Reichenbach. Draufklicken und das Panorama genießen! Ja, mein Canon-Stitch-Assistent funktioniert nicht richtig, deswegen habe ich ein bisschen Info aus dem Bild genommen. Aber einen generellen Eindruck bekommt man schon. Das nächste Mal hoffe ich, die für Kiosk-Besucher bereitgestellte Festzeltgarnitur ablichten zu können. |
Es drostelt: "niemand hat ein Bömbchen für Bayreuth übrig"
Auf meiner Suche nach Parallelen zwischen Bayreuth und Beirut–denn so sprechen die Dortgeborenen wohl den Städtenamen aus–stolpere ich also über den MDR-Droste. Wiglaf. Aber nicht beim hirnlosen MDR. Diesmal wortschwurbelt er bei der TAZ herum. Dass er die kleine oberfränkische Wagner- und Jean-Paul-Metropole “ein geistloses Erdloch” nennt, stößt mir aber fast schon ein bisschen auf…
Wagners Russ
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Hier ruht und wacht Wagners Hund Russ (Jetzt mal ehrlich, da steht doch ‘Guss’, oder?). Ja, das ist ja mal was! Viel besser, als in der Mensa Academica den Genuss des Erbseneintopfs abbrechen zu müssen–heute geschehen–, weil man irgendwann auch auf den zweiten Stein beißt und nicht mehr an einen unglücklichen Zufall denkt ist ja, durch Beirut zu schlendern und das Haus Wahnfried zu besuchen, dass durch die bescheidene Zwischenetage auffällt, in der ehemals auch Wagners Bad und Ankleideraum war. Natürlich hatte der, trotz des Dranges, sich irgendwie besonders toll präsentieren zu müssen, schon eine Idee, dass hohe Räume irgendwie doch schlecht zu beheizen sind, und dass man nach dem Bade also frieren könnte. Haus Wahnfried ist eine Reise wert, und sei es nur, ob des eigenartigen Rundgangs durch die Obergeschosse: Im Musiksaal tönen die Tonträger und im Garten wacht der Hund am Grab von Cosima und Richard. Wie schön! |











