Empfohlene Portionsgröße

Mjam mjam. Weil die Pommes scheinbar schon den ganzen Tag portionsgrößenillustrierend unter der Wärmelampe stehen, müssen sie wohl ab und zu benetzt werden, was das Wasser auf dem Teller erklärt. Der Illustrationskartoffelsalat daneben, ist jedoch gänzlich eingetrocknet, kann aber keinem Betrachter zugemutet werden. Nur die Assoziationen beim Betrachten also: Straßenpizza, eingetrockneter See oder eingetrockneter See mit Straßenpizza.

X-Wurf in BT (X von Xerox)

Wie ist denn überhaupt die Mehrzahl von Russ. Russe? Auf jeden Fall hat man in Bayreuth den Russ kloniert und verscherbelt ihn jetzt an Festspieltouristen, damit diese, den Hund–nach viel Diskussion wahrscheinlich gar im Handgepäck–in die ferne Heimat mitnehmen können, wo er dann ein paar Jahre im Garten sitzen wird. Die Nachbarn haben eine Reihe pink Flamingos, aber wir, wir haben einen schwarzen Hund aus Europe. Wagner’s Hund. You know, the composer…

Ach übrigens: Eine Woche noch.

Bratwurstfest am Wochenende

Wer noch nicht weiß, welche gesundheitsförderliche und durchaus auch familienfreundliche Aktivität er am Wochenende tätigen sollte, könnte ja einmal darüber nachdenken. Die Programmpunkte auf dem Plakat klingen jedenfalls alle sehr verlockend. Was die Mainwelle präsentiert, kann ja nur absolut genial sein. Viel besser bestimmt noch als Katharina als Juror bei DSDS.

"Ich bin der Direktor von Holiday on Ice": Henryk M. Broder mit jüdischem Selbsthass bei der Langobardia

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22.1.2008, gegen 18.30 Uhr beginnt Broder seinen Vortrag im Hörsaal 32 der Campus-Universität Bayreuth. Veranstalter ist die K. D. St. V. Langobardia. “K. D. St. V.” steht dabei für “Katholische Deutsche Studentenverbindung”. Es liegen Flyer aus, deren Titelseite junge Männer, Leute aus der Verbindung, zeigt, die sich vor dem Markgrafenbrunnen haben ablichten lassen. Im Hintergrund also Christian Ernst, mittels Pferd auf einem Türken (mit Turban) herumtrampelnd, im Vordergrund die Prinzipen Glaube, Wissenschaft, Freundschaft und Heimat. Ich möchte mich fast übergeben, stelle aber fest, dass Herr Broder zu einem recht unterhaltsamen Vortrag anhebt. Thema ist der Selbsthass der Juden. Historisch, pathologisch, überhaupt. Sehr interessante Verweise, z. B. zu Karl Kraus, zu Karl Marx, zu Wilhelm Marr, zu Alexander Roda Roda und Reuven Moskovitz. Broder ist gut anzusehen: schwarze Armbanduhr, schwarze Brille, schwarzes Poloshirt, schwarze Hose, schwarzes Jackett und braune Schuhe. Er erzählt vom Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment, vom Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus, vom Ausbleiben von Vergewaltigungen palästinensischer Frauen durch Israelische Soldaten, vom sekundären Antisemitismus, der aus dem Gefühl entstehe, dass der Täter dem Opfer nicht verzeihen könne, dass es ihn zur Tat verleitet hätte. Dieser Mechanismus gelte für Triebtäter wie auch für das Verhältnis von Deutschen und Juden. Ja, irgendwie bekommt nämlich Broder, der erst fast nur über Juden redet, am eine Kurve, nach der er über die Verteidigung Israels und das Verhältnis von Deutschen und Juden redet. Ein bisschen inhomogen wirkt er auf mich, ein bisschen als ob das Hauptziel immer das Gegenargument, das Widersprechen, sei. Auf die Frage, wie er sich politisch einordne, erwidert er, “ich glaube, dass ich noch ein linker bin. Nur denke ich, dass die Linke schon ganz woanders ist.” Deswegen vielleicht bekundet er wohl auch sein Bedauern darüber, dass der Veranstalter keine schlagende Verbindung sei. Das hätte seine linken und liberalen Freunde nämlich noch mehr geärgert.