In seinem Text “Höchst zerbrechliches Kulturgut” schreibt Jörg Thomann heute in der FAS über Neuentwicklungen bei Biergläsern in Großbritannien. Komische Textsorte, denn den letzten Satz “Jetzt müssen sie [die Briten] nur noch lernen, ordentliches Bier zu brauen”, kann ich schlecht zuordnen. Glosse oder Chauvinismus?
[Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 28 Februar 2010, 55]
Der Guardian soll schweigen und schreibt stattdessen:
Today’s published Commons order papers contain a question to be answered by a minister later this week. The Guardian is prevented from identifying the MP who has asked the question, what the question is, which minister might answer it, or where the question is to be found.
The Guardian is also forbidden from telling its readers why the paper is prevented – for the first time in memory – from reporting parliament. Legal obstacles, which cannot be identified, involve proceedings, which cannot be mentioned, on behalf of a client who must remain secret.
Krasse Geschichte. Nun stelle ich mir–nachdem ich mich über die Pressezensur geärgert und über den herrlichen Text von David Leigh gefreut habe–die Frage, ob es denn im Print-Bereich auch den Streisand-Effekt gibt. Vielleicht muss das Netz dann dem Guardian etwas helfen…
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Und damit das nur gleich klar ist: Wir können auch gerne mal außerhalb einer Pressekonferenz fabelhaft auch uns zum Tee treffen und dann sprechen wir nur Englisch.
Für mich klingt das nach Kaffee-/Teekränzchen. Deswegen die Idee: Lasst uns doch alle am Wochenende Kränzchen abhalten, bei denen nur Englisch gesprochen wird!
Under the yellow sun of a bright summer dawn,
A crowd flowed over London Bridge, so many,
I had not thought death had undone so many.
Sighs, short and infrequent, were exhaled,
And each man (and a couple of women) fixed their eyes before their feet (or onto their iPod).
Flowed up the hill and down King William Street,
To where Saint Mary Woolnoth kept the hours With a dead sound on the final stroke of nine.
With dead sounds on all strokes of nine.
There I saw one I knew, and stopped him, crying: ‘******** (Name der Redaktion bekannt)!
‘You who were with me on the dance floor in Heaven!
‘That guy you snogged last night on the RnB floor,
‘Has he texted you already? Will you meet tonight?
Manche Physiker bezweifeln ja, dass Moses auf den Gesetzestafeln die zehn Gebote erhalten hätte. Das wäre furchtbar ineffizient, da sich das Göttliche doch leichter und eleganter ausdrücken ließe. So z. B.:
Oder auch so, wenn man die Integralform mehr liebt. (Ja, und es ist auch Genesis und nicht Exodus.)
Ob Moses nun also die Maxwellschen Gleichungen oder die zehn Gebote erhalten hat, ist mir eigentlich Wurst, denn das Göttliche kam gestern zu mir per Post. Da ist es:
Bin total begeistert. Die Post-Urlaubsvertretung, die viel später kommt, als der eigentliche Bote, brachte mir gerade die in Seattle georderte 1909-Ausgabe von O. Henrys Roads of Destiny. Wie im Katalog beschrieben, scheint das Buch neuwertig. Der Buchblock ist frei von Markierungen. Das Papier ist hell, offensichtlich säurefrei. Es sieht aus, als sei es gestern erst gedruckt worden. Allein der Leineneinband zeigt am Rücken Lichtspuren und die Leimung ist etwas brüchig. Aber der Blätter knacken beim Öffnen manchmal leicht an der Schnittkante. Das Buch stand hundert Jahre ungelesen im Regal. Vielleicht in Seattle. Vielleicht irgendwo anders. Warum es gekauft und aber nicht gelesen wurde, oder warum es im Lager eines Buchhändlers auf Käufer wartete, die nie kamen, oder oder oder: das sind alles jeweils eigene Geschichten.
Zur Feier des Tages ein kleines Liedchen von Mama Cass.
Wegen dieses sehr putzigen Channel-Four-Films komme ich auf sie (der deutsche Trailer ist ziemlich gut, aber ein bisschen eigen, weil man erst nicht weiß, wer da erzählt).
“A marble!” says my mother, with a child’s delight. “Remember all those marbles Stephen used to collect?”
“Yes,” I say. But this one was mine.
I look into it, and see my life entire.
Nach anfänglicher großer Skepsis wegen der Autorin und wegen meiner Schwierigkeiten in den Text zu kommen, was erst nach siebzig Seiten gelang, als ich mich plötzlich in ein kleines Mädchen hineinversetzt fühlte, das von seinen Freundinnen schikaniert wird, ist dieses Buch doch ein großer Gewinn. (Dank an Kati für den Vorschlag.) Schon allein deshalb, weil es mich doch auf die letzten Seiten noch emotional gepackt hat. Empfehlung also für lange Winterabende.
Warum wird die Meinung eines Menschen oft dadurch relevant, dass er einen Preis bekommen hat? Bei Aravind Adiga ist das ja äußerst frappant. Jetzt erzählt er Oliver Jungen noch etwas von seinen (fehlenden) Vorlieben für deutsche Autoren. Ich möchte wetten, dass größte Expertise aus seiner Bewertung spricht.
Take a look at the Memexes designed by the students of the Cybertexts Seminar at the University of Bayreuth. Starting from Bush’s first text about the Memex, they were to discus the look of the machine and to depict it, as they understood it, at the blackboard. Remarkable is the glimpse one can get of the imaginative framework of a person in 2008 if one asks these questions: How do screens look like? How do levers look like? What’s the size and the form of a keyboard? What else is important about such a machine and working with a Memex in general.