Skip to content

Category Archives: Alle doof

Pädokriminell

pädokriminell - Google Search_1253062258093

Nimmt ja kein Wunder, dass das Thema so beliebt ist, so bei 20% schwer Pädokriminellen, die sich da im Netz tummeln.

Fällt mir noch der Begriff der “digital natives” ein. Vielleicht sind die Mengen gar deckungsgleich… “[G]eschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”, … könnte passen. ;-)

Günter Werner Freiherr von Gravenreuth ist tot…

…und Twitter kocht über.

Manche drücken ihre Anteilnahme aus:

@j4k3: Meine Anteilnahme gehört den hinterbliebenen Blogs und Angehörigen der in den Ruin prozessierten.

Andere sind dem Verstorbenen noch immer böse

@zynaesthesie: Was #Gravenreuth angeht, hat @dieternuhr Recht: so einer zeigt noch mit dem Suizid, dass er eine Drecksau war

… oder reagieren sarkastisch auf die Todesmeldung:

@sa7yr: Uiuiui, #Gravenreuth hat sich final selbst abgemahnt …

@kjow: oh und diese beiden tags müssen natürlich auch noch gepaart werden: #gravenreuth #attentionwhore

@joesstar: Schonmal jemand daran gedacht das das nur eine Finte ist und er uns jetzt alle Abmahnt, da wir über Ihn twittern?

Natürlich folgt darauf die Frage nach der Pietas:

@katjaberlin: bei so etwas zeigt twitter immer so schnell sein hässliches gesicht, dass man auf der stelle aufhören möchte.

@ReintjesT: Menschliche Abgründe tun sich auf beim Klick auf #gravenreuth :-(

@SpezNas: De mortius nihil nisi bene – über die Toten rede nur wohlwollend. Latein-Spezial zum Tode von “Tanja” #GvG #Tanja #Günni

Doch es gibt auch menschliche Worte. Einige sorgen sich um die Hinterbliebenen:

@eclipser: Die Frage, die sich mir in Sachen #Gravenreuth stellt, ist die: Was macht #Tanja #Nolte-#Berndel?

@FrogmasterL: Tanja Nolte-Berndel ist wieder zu haben: #Gravenreuth ist verstorben

Und manche loben Gravenreuth sogar:

@dori_doreau: vorbildliches verhalten eines abmahnwahnanwaltes…

@zynaesthesie: +++ Eil +++ #Gravenreuth Sonderpreis für längsten Zeitlupen-Amok +++ #Bosbach: Killerspielverbot für Anwälte +++

Andere trennen den Hype um den Tod eines Menschen vom Tod des Menschen.

@sixtus: Jobs, die man heute eher nicht machen möchte: Community-Management im Heise-Forum.

@dl1ely: Ich setze 10 EUR auf das heutige Top-Trending-Topic in der deutschen Netzgemeinde…

Das scheint auch vernünftig. Gravenreuth war sicher eine der schillerndsten Person der deutschen Computerszenengeschichte. Sein Name war nicht gut besetzt. Insofern kann man von den Massen keine milden Worte erwarten, was aber nicht heißt, dass der Einzellne nicht einsehe, dass der Tod eines Menschen traurig ist und dass der Selbstmord eines Menschen ein schlechtes Licht auch auf die ihn umgebende Gesellschaft–uns alle–wirft.

Die Katholische Kirche – Stephen Fry bei The Intelligence² Debate

Man muss was sagen an einem Tag, an dem Leute wie Walter Mixa – den ich, wie Joseph Ratzinger, für einen großen geistigen Brandstifter halte – die “Wahrheit” m. E. ganz bewusst verdrehen. Ich sage es mit dem grandiosen Stephen Fry, denn besser als er kann man das wohl nicht ausdrücken. Unbedingte Videoempfehlung.

[Info zum Rahmen der Rede]

Obama and Clinton Condemn Uganda’s Odious Anti-Gay Agenda

The National Prayer Breakfast, which is actually a series of meetings and luncheons, is held annually on the first Thursday of February. There is always a famous keynote speaker; this year, the Prime Minister of Spain, José Luis Rodríguez Zapatero. It is tradition that the US President takes part in this little event and delivers a speech–as I was told, normally something that would flatter the corrupted egos of the attending Christians. However, this time, the president and the foreign secretary pissed on the parade of their hosts, the so called “Fellowship,” a well-connected Christian fundamentalist organisation. Members of this group fostered the Evangelical revival in Uganda, they are said to be responsible for the rise in HIV infections, and they had proposed the bill that called for death penalty for homosexuals (details w/ links about the Uganda connection of the “Fellowship” on Wikipedia). Let us hope that the luncheons following up the speeches of Clinton and Obama had a slightly bitter taste for some of the hate preachers.

[via]

Winter ist die Zeit zum Scheibenkratzen…

..aber was ist mit dem Geld für den neuen Player?

Scheibenkratzen

Studentenproteste lokal: Realitätsverleugnung beim Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen?

Zuerst einmal die Pressemitteilung des AStA der Uni Trier: hier (PDF, Quelle).

Dann der Artikel “OB Jensen verteidigt Stadt gegen AStA-Kritik” von Marcus Stölb bei 16vor (inklusive einiger triertypischer (engstirnig, provinziell, moralisierend) Kommentare).

Was ist nun von der Jensens Reaktion gegenüber 16vor zu halten? Klaus Jensen (SPD) sei erstaunt und befremdet über die Kritik des AStA, auch weil dieser sich direkt an die Presse gewandt habe, ohne vorher das Gespräch mit dem Rathaus gesucht zu haben. Ist ja blödsinnig, denn 1.) sollte die Wohnraumsituation und der Zustand des ÖPNV im Rathaus bekannt sein, wenn die Zuständigen nicht vollkommen auf der ältesten Wolke Deutschland schweben. 2.) Seit wann muss man, wenn man etwas zur Lage Triers sagt, das Rathaus um Erlaubnis bitten? Viele mögen sich in diesem miefigen Kaff mit allen anderen arrangieren, niemandem auf den Schlips treten wollen. Dass dieses Gebaren allerdings von den politischen Akteuren dieser Stadt erwartet wird, wirft schon einen dunklen Schatten auf ebendiese. 3.) Die Positionen des AStA sind bekannt. Im letzten Semester gab es gar ein Podiumsdiskussion zum Thema ÖPNV. Übrigens wurde damals auch die Haltung der Entscheidungsträger offensichtlich: mit ein paar Cent mehr Studienbeiträgen sei der Nachtbus schnell finanziert. Umschichtungen von Stadt nach SWT seien schwierig. Um- und Neudenken sind (so mein Eindruck) in Trier prinzipiell ausgeschlossen. Alles, was nicht aus dem Trierer Filz sickert, ist sowieso nichts wert… Dass eine Großstadt auch nachts ein halbwegs annehmbares ÖPNV-Netz bereitstellen sollte, versteht sich von selbst. Dass Trier es nicht tut, ist traurig und entlarvt die Stadt als Großstadt auf dem Papier. Dass der Oberbürgermeister einerseits die Studenten deklassieren zu wollen (keine Extrawurst!) und dann aber doch nichts gegen eine Finanzierung des städtischen Nachtverkehrs aus Studentenhand zu haben scheint, entlarvt ihn als Heuchler vor dem Herrn jemanden, der nicht zu wissen scheint, was er sagt oder will. Ich würde Klaus Jensen übrigens einmal empfehlen, eine Woche nur Bus zu fahren. Auch morgens kurz vor zehn vom Avelertal aus. Oder auch abends nach 20 Uhr von der Arnoldistraße Richtung Stadt.

Neben den irren Bemerkungen zum ÖPNV schlägt schon allein Jensens Hinweis auf die Wohnsituation für Studenten in Trier dem Fass die Krone ins Gesicht. In Trier-West solle aus einer ehemaligen Kaserne ein Studentenwohnheim werden. Braucht man gar nicht lange drüber nachzudenken. Man muss nur “Studenten” z. B. mit “Behinderten”, “Rentnern” oder “schwarzafrikanischen Asylbewerbern” ersetzen und schauen, ob das dann immer noch so gut klingt. Hätte der Trierer Oberbürgermeister gesagt, dass in Trier-West aus einer ehemaligen Kaserne ein Wohnheim für schwarzafrikanische Asylbewerber werden solle, hätte es wahrscheinlich schon deshalb Protest gegeben. Wie kann man die Leute in eine umgebaute Kaserne abschieben?

Latenten Hass auf Studenten möchte ich Klaus Jensen (neben all der zum Teil satirischen Polemik) nicht unterstellen. Eine große Arroganz und Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Gegebenheiten der Stadt möchte ich nicht ausschließen. Die Uni und die Studenten sind ein wichtiger Standortfaktor und eine Bereicherung für diese Stadt. Dass die Politik die Studenten nicht ernst nimmt, sie stattdessen fast wie Dreck zu behandeln scheint und ihre kritischen Vorschläge einfach so vom Tisch wischen möchte, ist wirklich sehr sehr traurig.

Eigentlich müsste man in dieser Situation den AStA dazu aufrufen, das Semesterticket zu kündigen und den Studenten empfehlen, sich nicht in Trier anzumelden (bzw. sich wieder abzumelden). Eigentlich.

PS: Zur Unlogik des SWT-Verkehrsbetriebschef Frank Birkhäuer, der in Stölbs Artikel auch zu Wort kommt, kann man fast nichts mehr sagen. Der Nachtbus richte sich fast ausschließlich an eine Bevölkerungsgruppe und werde deswegen nicht von den SWT finanziert. … Die Busse morgens richten sich auch vor allem an eine Gruppe der Bevölkerung, nämlich die, die Frühschicht haben. Trotzdem werden die Busse von den SWT finanziert. Käse also, was Birkhäuser da meint. Vielmehr geht es wohl, wie auch bei Jensen, eher darum, dass man glaube, es mit den Studenten machen zu können.

Logik des Wikipedia-Relevanzkriteriums

Frage 1: Welches ist das relevanteste Thema, dass gerade noch nicht relevant genug für einen Wikipedia-Eintrag ist?

Ich nehme an, dass es auf diese Frage eine Antwort (”Die Antwort“) gibt und nenne das entsprechende Thema “Thema X“. Nun habe ich noch eine zweite Frage, deren Antwort nicht so trivial ist.

Frage 2: Ist Thema X nicht schon deshalb eintragsrelevant, weil es Die Antwort ist?

Falls die Antwort auf Frage 2 “nein” ist, dann ist alles prima.

Falls die Antwort auf Frage 2 “ja” ist, dann haben wir einen Widerspruch, aus dem folgt, dass es keine Antwort auf Frage 1 geben kann und damit jedes Thema das Relevanzkriterium der Wikipedia erfüllt.

Der Gedankengang stammt von Michael Nielsen, der auf die Ähnlichkeit zum Interessante-Zahlen-Paradoxon verweist.

[via]

Ich möchte wetten, dass die Wikipedia-Blockwarte dem Thema X keine Relevanz beimessen, weil sie sowieso alles löschen, was sich nicht wehrt. Für sie wäre also alles prima. ;-)

Sharon Osbourne über Susan Boyle

Da stolpre ich zufällig bei Youtube darüber, wo man sich in den Kommentaren normalerweise einen Vorgeschmack vom Untergang aller möglicher Kulturen holen kann, und bin ganz erstaunt ob der hinterlassenen Kommentare:

Z. B. “Susan Boyle is more beautiful inside than you will ever be Sharon Osbourne.” Die Kommentare sind fast durchweg Osbourne-kritisch ohne die beleidigsten Worte der englischen Sprache zu verwenden. Auch das rätselhafte Youtube-Gay taucht nicht auf… Gibt es noch Hoffnung?

Homophobe Schmiererei kann wohl kein Qualitätsjournalismus sein

Philipp Gut hat in einer Zeitung eine m. E. homophobe Schmähschrift veröffentlichen dürfen. Das ist nicht nur peinlich für die Zeitung sondern auch an sich ein skandalöser Vorgang. Während manche das Thema aufgreifen ohne Stellung dazu zu beziehen, kocht in vernünftigeren und demokratischeren Medien die Empörung hoch. Mario Sixtus erkennt in Guts “Sud aus Gift, Hysterie und Dumpfheit” das Versagen des Journalismus der alten Medien. Ich wollte mich an dieser Stelle auch genauer mit dem Text Guts beschäftigen, muss es aber gar nicht mehr, wenn ich auf Stefan Niggemeiers sehr richtige Analyse verlinke. Bleibt mir nur, ein paar Pfuis auszusprechen: Pfui, Herr Ruf! Pfui, Weltwoche! Pfui, Welt Online!

Britische Pressezensur: Kafkaeske Palamentsberichtserstattung beim Guardian

Der Guardian soll schweigen und schreibt stattdessen:

Today’s published Commons order papers contain a question to be answered by a minister later this week. The Guardian is prevented from identifying the MP who has asked the question, what the question is, which minister might answer it, or where the question is to be found.

The Guardian is also forbidden from telling its readers why the paper is prevented – for the first time in memory – from reporting parliament. Legal obstacles, which cannot be identified, involve proceedings, which cannot be mentioned, on behalf of a client who must remain secret.

[hier weiterlesen]

Krasse Geschichte. Nun stelle ich mir–nachdem ich mich über die Pressezensur geärgert und über den herrlichen Text von David Leigh gefreut habe–die Frage, ob es denn im Print-Bereich auch den Streisand-Effekt gibt. Vielleicht muss das Netz dann dem Guardian etwas helfen…

Huch! Das ging aber schnell. There you go.

Peter Hettlich, MdB (Bündnis 90/Grüne) auf dem Bau

Ab 0:30 ungefähr!

[via]

Fundamentalistische Christen, Hassprediger und geistiger Brandstifter in Deutschland

Konkretes Beispiel: Gewalt gegen einen Schülerzeitungsautor wegen eines kritischen Berichtes über die Evangelikalen und das Christival (über das hier ja auch schon einmal zu lesen war).

Ein interessanter Beitrag von Zapp/NDR (24.06.2009, 23.00 Uhr).

Linkliste zum Thema (u. a. auch mit dem Beitrag von Schülerzeitungsautor Hannes Grosch) im Kirchensumpf.

Walter Kardinal Kasper zum CSD: Ich glaube es hackt, oder?

Meine Position zur christlichen Religion ist völlig klar: Respekt vor dem Einzelnen, aber wenig Verständnis für das Zur-Schau-Stellen, diese Propaganda bei den “Gottesdiensten” und “öffentlichen Glaubensbekundungen” wie “Kirchentagen” oder “Prozessionen” UND wohl im Einklang mit der Mehrheit der Bevölkerung–NEIN zur Einmischung der Kirche in die Politik und NEIN zur christlich-fundamentalistischen Intoleranz und Gewalt.

Geht einem ja wieder einmal die Hutschnur hoch, wenn man sich das Gebrabbel dieser Knallköppe anhört. Gibt es da keinen Filter gegen? (Zensursula hilf!)

GelbTube

This posting is not available in your country.

[via]

20% der Leser zum Teil schwer pädokriminell (Testen Sie sich selbst)

Bereits geringfügiges technisches Wissen legt den Verdacht nahe, dass man ein Kinderschänder sei. (Wissen an sich legt übrigens den Verdacht nahe, man könnte nicht CDU wählen.) Prüfen Sie sich selbst! Wissen Sie, wie man ein Fahrrad repariert? Wissen sie, wie man einen Videorekorder programmiert? Haben Sie schon einmal ein Loch in eine Wand gebohrt? Wissen Sie, was ein Browser ist und wie man Einstellungen an ihm vornimmt? Dann gehören Sie zu den 20% der nicht ganz normalen Bürger, die zum Teil schwer pädokriminell sind. So ungefähr meint zumindest die Familien- und Zensur- Ministerin.

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

[Quelle: Interview "Kopf der Woche: Ursula von der Leyen" von Radio Eins/RBB am 24. 4. 2009.]

Übrigens ist natürlich auch erschreckend, dass 80% der “User des Internet” nicht fähig sein sollen, einen DNS-Server einzustellen (und dass, obgleich eine vollständige Anleitung dazu noch nicht einmal 30 Sekunden dauert).*

Besonders problematisch ist wohl, dass diverse Parteien das Thema Pädokriminalität offensichtlich wahlkampfstrategisch ausschlachten (vgl. Zensursula). Etwa ähnliches passierte ja vor geraumer Zeit auch beispielsweise in Leipzig (vgl. Mordfall Michelle), wo die Braunen bei Demonstrationen mit der Forderung der Todesstrafe für Kinderschänder für sich geworben haben. Nun wirbt die CDU mittels ihrer Ministerin in einer Debatte um die Bekämpfung von Kinderpornographie mit einer Internetsperre, die eines demokratischen Rechtstaats nicht würdig scheint; die nicht einmal funktioniert, die allerdings eine Zensurinfrastruktur schafft; die vor allem nicht das Übel, nämlich die schändliche sexualisierte Gewalt an Kindern anpackt, sondern nur einen Sichtschutz für die Bevölkerung installiert. Selbst Opfer dieser Gewalt wenden sich gegen das Vorgehen der Bundesregierung (z. B.). Bei der Zeit gibt es ein interessantes Interview dazu.

Da kann ich nur zwei Dinge inständig hoffen. 1.) Dass das BKA sich nicht nur um den Sichtschutz kümmert sondern auch wirklich gegen diese Gewalt an Kindern vorgeht, Inhalte aus dem Netz tilgen lässt und die Hintermänner dingfest macht. Auch hoffe ich 2.), dass die CDU mit dieser ekligen Wahlkampfmasche ordentlich auf die Fresse fällt. Die Sperrenkritiker, die offenbar mit der Leyen’schen Propaganda (vgl. Radiointerview) in die kriminelle Ecke gestellt werden und damit womöglich mundtot gemacht werden sollen, hat sie nun wohl schon gegen sich. Glückerweise sind das sehr häufig Multiplikatoren.

[via | via | via]

*Das ist übrigens ganz und gar keine schändliche Sache, sondern angezeigt, wenn man beispielsweise sich selbst gegen Phishing-Seiten oder sein Netzwerk mitnutzende Kinder vor gestimmten Inhalten (z. B. Pornographie, Gewalt, Cartoons, Religion oder anderes) schützen möchte. Dann kann man z. B. Open DNS nutzen.

UPDATE: Ein gut verständlicher Rant gegen die Symbolpolitik bei Telepolis von Bettine Winsemann.

Buchmesseimpressionen von Eigenartigem

img_3479

img_3494

img_3503

img_3505

img_3516

img_3582

img_3750

img_3757

img_3758

img_3763

img_3764

img_3766

[Zu den Scientology-Knallköppen vielleicht noch eine Geschichte. Man denkt ja, da sind so viele Leute am Stand (es sind offensichtlich viel zu viele für so eine müde Psychogruppe, die ihre Rituale um eine Wheatstonesche Brückenschaltung aufbaut). Aber: Als ich hinkam, um den Tisch mit dem E-Meter zu fotografieren, waren die beiden Mädels, die so aussahen, als seien sie interessierte Buchmessebesucher, die nur eben mal im Vorbeigehen ein paar Minuten am Stand zubringen, sehr daran interessiert, auch wirklich meinen Namen vom Schild zu entziffern.]

Zugsitzschmutzschutz für die Kordhose

schmutzschutz1

schmutzschutz2

Sie standen noch im Gang, kurz vor dem Aussteigen, als ich diese Fotos machte. Sie, die sie die Sitze mit Fahrgastinformationszetteln und mitgebrachten Folien abgedeckt hatten. Die Sitze am Fenster waren für ihre Rucksäcke bestimmt. An ihrem hing ein kleiner Plüschbärenanhänger. Er trug eine braune Breitcordhose und dunkelgrüne Schuhe. Sie hatte ihre Mütze aufgelassen. Sie kamen mir komisch vor. Nicht etwa, weil sie nicht miteinander sprachen. Das machen viele Paare so. “Mit dir kann ich auch schweigen. Wie schön!” Nein, sie saßen da, als ob sie den Zug jede Sekunde verlassen wollten. Nicht wegen der Mütze oder der Fragen, wie lange es denn jetzt noch dauere (ja, darüber sprachen sie). Nein, sie lehnten sich nicht an. Das war es! Er saß mit seinen Ellenbogen auf dem Tisch abgestützt vorn übergebeugt, während sie einfach kerzengrade in den Raum ragte. Leider habe ich erst später gesehen, dass sie die Sitze abgedeckt hatten. Sonst hätte ich sie genauer beobachtet. Wie stehen sie im Zug auf, ohne die Armlehne oder den Tisch zu berühren? Wie öffnen sie die Türen ohne den verkeimten Türknöpfe zu betätigen? Wie halten sie sich im Zug fest (schließlich verfügt der über die Neigetechnik, weshalb es immer wieder zu kotzenden Fahrgästen kommt)? Alles solche Fragen. Doch die größte ist sicher: What the fuck?

Liebe LVB,

ich habe mich gerade wahnsinnig über euch geärgert und finde euch von nun an–das ist ein Schwur–nur noch Scheiße. In alle Ewigkeit. So wahr euch eure Schienen rosten.

Von wegen akute Wetterlage! Akute Unfähigkeit würde ich es nennen. Warum muss ich denn auf die 0:07-Uhr-Neun am Bayerischen warten, wenn sie doch nicht kommt? Bei fast 12 °C minus so etwas? Und dieses höhnische “wir lassen Sie nicht im Regen stehen”, das man minutenlang in der Warteschleife der Service-Hotline der LVB (19449) zu hören bekommt (ohne dass jemals jemand ran geht), das könnt ihr euch auch in euren Stümperarsch schieben! Ich bin sauer und werde in Zukunft lieber schwarz fahren, als euch nur einen einzigen Cent zukommen zu lassen! Und wenn ich nicht schwarz fahre, dann kaufe ich mir Wanderschuhe und wander regelmäßig von Thonberg bis nach Lindenau. Und weil euch das bestimmt noch mehr ärgert, wander ich zukünftig auch von Schönefeld nach Markkleeberg und zurück (auch wenn ich da gar nichts will). Jeden Dienstag. Und wenn es die Chance gibt, gemeinschaftlich auf eure Bahnen Schneebälle zu werfen, werde ich an vorderster Front stehen.

Ist es denn so schwer, die Haltestellenanzeige aktuell zu halten? Wenn man keine Bahn einsetzen kann oder will, dann kann man das den Fahrgästen doch zumindest mitteilen. Nicht?

Herzliche Grüße von jemandem, der euch im nächsten Semester dem Sockelbetrag aufkündigen wird.

:-P

Horatiorama

Spinnt der Stadtrat total? Fahrverbot in der Leipziger Innenstadt

Habe ich das recht verstanden? Soll die Grimmaische wirklich auf gesamter Länge für Radfahrer gesperrt werden?


View Larger Map

Da hätten die Leipziger Lobbypolitiker den Vogel abgeschossen. (Man bemerke an der Stelle noch, dass allein die Grünen dagegen gestimmt haben.) Das würde nämlich bedeuten, dass es keine vernünftige Stadtquerung in Ost-West-Richtung für Radfahrer mehr geben wird, was die Regelung ad absurdum führt, weil sich kein vernünftiger Mensch daran halten wird. Allerdings wird sich so mancher Radfahrer über diese Regelungen so ärgern, dass er auf den verbliebenen Strecken nicht mehr so rücksichtsvoll fahren wollen wird wie bisher (und gerade diese besondere Rücksichtnahme auf Fußgänger hat den Radverkehr in Leipzig ausgezeichnet). Ich denke da nur an die Schillerstraße, den in der Karte gelb markierten prophezeiten Unfallschwerpunkt um Neumarkt und Reichsstraße, den Nikolaikirchhof und die Straßen um den Burgplatz.

Was kann man da tun? Protestpassantenslalomwettbewerbe auf dem Thomaskirchhof? Weg aus Leipzig? Mit dem Auto fahren? Die entsprechenden Parteien nicht mehr in den Stadtrat wählen? Interessanterweise haben Fakten im Vorfeld (”Die Polizei hat in einer Stellungnahme zum Konzept darauf hingewiesen, dass sie personell zu keinen verstärkten Kontrollen des Verkehrs in der Innenstadt in der Lage ist und dass die Unfallstatistik keine Beschränkung des Radverkehrs rechtfertige – und daher auf eine generelle Freigabe des Radverkehrs in der Innenstadt gedrungen” L-IZ) keine Wirkung auf den Stadtrat gezeitigt. Warum nur?

UPDATE: Torsten hat den Bericht aus dem Stadtrat, sieht die Sache aber m. E. zu positiv.
UPDATE 2: Die Lizzy schreibt über die Reaktion des ADFC.

Wikipedia und die Linke und die Stasi und die Norddeutschen und so weiter und so weiter …

[Browserscreenshot mit Website von Spiegel-Online]

Erstaunlich ist ja auch, was man sich dann schnell als Feindbild heraussucht. Man könnte ja auch auf die Norddeutschen, auf die Sachsen, auf Schwule, auf Juristen oder gar auf Politiker schimpfen. Letzteres wäre ja vielleicht sogar ganz passend, wird doch hier einfach eine Seite geschlossen, die lediglich woanders hin verlinkt. Und das ist deutsches Recht. Letztlich hätte das Gericht jede Seite mit Verweis auf Wikipedia.org schließen lassen können, nicht? Wieso regt sich jetzt kaum jemand über die in Deutschland übliche Rechtspraxis der Linkhaftung und anderer heute eigentlich (zumindest in dieser Form) unmöglichen rechtlichen Bedingungen auf? Verrückt ist schon, dass man mit Servern in Deutschland immer wieder solche Probleme hat. Ich sage nur Flickr.de, die dann lieber diese absurden Radikalfilter installiert haben. Oder auch die Plantet Romeo GmbH, die ihr Projekt dann lieber nach Holland verschoben hat. Ganz abgesehen natürlich von Abmahn-Adligen oder der Stadtplanmafia.

PS: Der Vorwurf der Stasi-Methoden, der gerade in allen möglichen Foren zu finden ist, ist überaus erstaunlich, nachgerade absurd, denn die Stasi war objektiv genau das Gegenteil. 1.) Nicht rechtsstaatlichen Prinzipien unterworfen. Glaube nicht, dass die irgendwo geklagt hätten, wenn man auch hätte kurzen Prozess machen können. 2.) Als Einrichtung der DDR sowieso pre-WWW und, selbst wenn das nicht so wäre, technisch immernoch Jahrzehnte hinterher. Ich sage nur SR1.

UPDATE: Na, das bekommt von mir das Prädikat “in größter Eile hingerotzt”.

[Screenshot mit Quelltextansicht der Webseite Heilmanns (2008-11-16 16:45)]