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Category Archives: Alle doof

Waage Marisa oder: Sie wurden bedient…

…von wem, steht nicht auf dem Kassenzettel. Ist auch egal, denn besonders bemerkenswert waren lediglich die Unpersönlichkeit und die schlechten Manieren der Verkäuferin. Das ist mir natürlich nur aufgefallen, weil ich 1.) überempfindlich (Jetzt hab dich doch nicht so!) bin und mich 2.) einmal bewusst dafür entschieden habe, einmal nicht online zu kaufen, obwohl das meist billiger und viel bequemer ist. Ja, ich habe mir so gedacht, dass man doch einmal die Kaufhäuser unterstützen müsse. Außerdem bieten die doch persönliche Beratung. Aber denkste!

Naja, egal. Irgendwie dann doch meine (Ich habe mir für 24.95€ bei der Galeria Kaufhof eine Personenwaage gekauft, weil meine alte Ikea-Waage schon vor geraumer Zeit die Hufe hoch gemacht hatte.) Waage zur Kasse und hatte zumindest dort auf einen angenehmen Verkäuferkontakt (Herzlichen Dank, dass Sie bei uns gekauft haben, und mir damit einen Teil meines Lohns und meinem Sohn die neue Spielkonsole… Oder so.) gewartet. Aber nein! Kundin vor mir. Das ist okay. Man unterhält sich über die Materialeigenschaften von Espressotassen. Das ist wichtig. Beratungsgespräche müssen eben–weil sonst niemand dort durch die Gänge schleicht–an der Kasse durchgeführt werden. Dann ich an der Reihe. Die Verkäuferin sieht mich nicht an. Ich grüße sie. Sie reagiert nicht. Nachdem sie den Barcode der Waage eingelesen hat, nennt Sie mir den Preis. Ohne “Bitte”. Noch nicht einmal ein “Das wären dann…”. Nein. Nur den Preis. Ohne Euro. Keinen vollständigen Satz bin ich dieser Frau wert. Ich kaufe mir aus ideologischen Gründen ein vollkommen überflüssiges Produkt im falschen Laden (bei Karstadt kostet dieselbe Waage übrigens nur 19€ (später herausgefunden)), hoffe auf das, was diese Warenhäuser überhaupt am besten können sollten–weshalb sie überhaupt nur überleben könnten (von der Feinkost-Abteilung abgesehen): Beratung (is nich), einen netten menschlichen Kontakt…

- 24,95

Ich hole meine Karte raus, gebe sie der Verkäuferin. Sie zieht sie durch die Maschine und wirft (!) mir einen Stift hin. Den Zettel zum Unterschreiben liefert sie kurz darauf. Kein Wort. Ich werde langsam ein bisschen sauer, unterschreibe, und produziere ein deutlich hörbares “Bitteschön”, als ich ihr Zettel und Stift rüberschiebe.

- (An der Stelle kann man sich zirpende Grillen oder durch den Laden rollendes Wüstengras vorstellen.) Sie sagt: Nichts. Gar nichts. Sie packt die Waare in eine Tüte (ich stehe mit meinem geöffneten Rucksack an der Kasse) und schiebt sie mir rüber. Meine Karte klatscht sie mir auch hin.

- Dankeschön!

- (Wieder Wüstengras, Grillen, etc.) Ich nehme meine Tüte und verabschiede mich. Während ich die ersten Schritte laufe, merke ich, wie ich leicht den Kopf schüttle. (Ein erschreckendes Zeichen des Älter- oder Verrücktwerdens.) Sie muss aufgesehen haben, das Schütteln gesehen, den schockierten Unterton in meiner Stimme wahrgenommen haben. Ein leises “Wiedersehen” schiebt sie dann doch noch hinterher.

Ich bin mir unsicher, ob sie das wirklich möchte, was sie da macht, diese Kassiererin.

Eigentlich glaube ich, mag sie gar nicht Menschen abkassieren. Sie ist eine Beraterin. Dazu ist sie geboren: Leuten zu erklären, wie man Klebchen von neu gekauften Steingutespressotässchen ab bekommt. Erst in die Spülmaschine. Dann geht das ganz leicht (Wir haben das früher mit Butter gemacht)… Eigentlich glaube ich auch, dass die Galeria Kaufhof heute um 12.34 Uhr total versagt hat. Wenn ich mir die nächste Personenwaage kaufe (wenn diese nicht binnen kürzester Zeit unter meiner Masse in tausend Teile zerspringt), hoffe ich, dass es Warenhäuser mit blöden Verkäuferinnen, die unfreundlich sind, die keine Beratung bieten (oder wenn, dann im falschen Moment), Warenhäuser mit überhöhten Preisen … dass es also diese Warenhäuser nicht mehr gibt. Geschlossen sollten sie werden, und alle Leute entlassen. Aus den frei gewordenen Räumen könnte man Spielzimmer machen, und Rheinland-Pfalz kann aus dem kostenlosen Kindergartenangebot ab 2 Jahren eine kostenlose Rundumbetreuung ab 0,5 Jahren machen mit In-Door-Spielplätzen in den Innenstädten.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich die Waage gleich wieder umtausche. Ist das normal, dass die, je nachdem, auf welcher Unterlage und wie und je nachdem, wie man genau auf der Waage steht unterschiedliche Ergebnisse liefert (Eine Spanne von ganzen 3 kg! Die Fett-Anteil-Messung allerdings kommt immer auf 10,2%.)? Vielleicht bringe ich sie morgen zurück. Werde sagen, dass der Kauf ein Irrtum war. Ein großer. So wie das ganze Kaufhaus einer ist.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Warum nicht einfach freie Inhalte?

Volksempfänger: Wikimedia-Commons-Nutzer KMJ, CC-Lizenz (BY-SA-3).Es ist mir vollkommen rätselhaft, wie die öffentlich-rechtlichen MurksProduzenten ständig über das Verweildauerkonzept für Inhalte im Netz jammern können aber nicht auf die Idee kommen, Content einfach unter CC-Lizenz (oder ähnlichem (z. B. einer Lizenz für Gebührenzahler)) zu produzieren und den Rundfunktteilnehmern die Verbreitung zu überlassen. Bisher werden Angebote über antiquierte und auch widersinnige urheberrechtliche Beschränkungen (warum sollten öffentlich-rechtlich produzierte Inhalte überhaupt urheberrechtlich geschützt werden?) von der freien Verbreitung ausgeschlossen. Auch Menschen, die mit ihren Gebühren für die Produktion der Inhalte zahlen, haben letztlich keine Rechte daran. Es ist absurd. Gleichzeitig klagen die Produzenten jetzt darüber, dass durch das Verweildauerkonzept die Inhalte im Netz verloren gingen. Dabei waren sie es doch, die sich bewusst gegen eine Freigabe ihrer Inhalte entschieden haben. (Ich habe das Copyright-Zeichen aus dem Fernsehen gelernt.) Mir tun sie gar nicht Leid. Übrigens auch deswegen nicht, weil in Deutschland mit wahnsinnigen Gebührengeldmengen m. E. vor allem minderwertiger Mist produziert wird–ganz im Gegensatz übrigens zu überlegenen Anstalten wie der BBC. Wahrscheinlich liegt das am System oder am Selbstverständnis.

So, jetzt stelle man sich einmal vor, die Öffentlich-Rechtlichen würden unter CC-Lizenz publizieren, die Menschen könnten Inhalte speichern und weiterverbreiten! Plötzlich wäre es nicht mehr der Rundfunkrat oder der Intendant oder der Chefredakteur oder wer auch immer, der entschiede welche Beiträge wie im Netz aufrufbar blieben (unter Einhaltung der gesetzlichen Maximalverweildauer). Nein! Plötzlich wären es die Konsumenten, die Finanziers der Rundfunkanstalten. Was passierte denn dann, wenn das Steckenpferd eines Intendanten von niemandem gespeichert und angeboten würde? Hui! Plötzlich gäbe es eine Konkurrenzsituation! Das können viele Entscheidungsträger in den Anstalten nicht wollen. … Mal schauen, was sich da in der nächsten Zeit tut (ich glaube nicht, dass die sich wirklich rühren)! Vorerst freue ich mich, wenn ich für die Archivierung des über die Jahren produzierten Drecks nicht noch einmal zahlen muss.

[Volksempfänger: Wikimedia-Commons-Nutzer KMJ, CC-Lizenz (BY-SA-3).]

Hitze-Rant. Oder: Ich glaub mich streift ein SWT-Bus

Haben die SWT bereits auf Ferienjobber umgestellt? Heute um 20.22 Uhr, Wasserweg in süd-westlicher Richtung, 40 m vor der Schöndorfer Straße überholt mich ein Ziehharmonika-Bus der Stadtwerke (ohne Linien-Nummer), zieht dann kurz vor mir nach rechts rüber um abzubiegen. Der Bus also noch links neben mir, mich also demzufolge zwischen sich und der Bordsteinkante neben der Abbiegespur (auf die er mich gedrängt hat) einzuklemmen drohend. Aber wenigstens weiß ich wegen des superidiotischen Busfahreridioten dieser Sache, 1.) wie es sich anfühlt, wenn man fast vom Bus gestreift wird und 2.) wie schnell ich in den Stand abbremsen kann. Ist ja auch was. Trotzdem wäre ich lieber cool–anstatt perplex–geblieben und hätte 3.) mir das Nummernschild merken sollen oder 4.) (das scheint fast die beste Option) dem Typen folgen, um ihmihn am nächsten Stop in die Fresse zu schlagen darüber zu informieren, dass seine Fahrweise m. E. nicht im Geringsten vorausschauend, ja noch nicht einmal vorsichtig oder Rücksicht nehmend ist. Das wäre sicher überaus informativ und hilfreich für ihn gewesen.

Unerträglich, quälend, blödsinnig–In Klagenfurt werden wieder Menschen gefoltert

Er ist zum aus der Haut fahren, der Blödsinn, den die Juroren des Bachmannpreises von sich geben. Man könnte meinen, Jahrzehnte Literaturwissenschaft seien von ihnen verschlafen worden. Karin Fleischanderl, beispielsweise, scheint noch nicht einmal zwischen Autor und Erzähler unterscheiden zu können/wollen. Sie ist dabei aber nicht die einzige. Was haben diese Menschen für ein Selbstverständnis? Unerträglich, quälend, blödsinnig–m. E. zumindest. Das Schöne ist, ich kann wegschalten. Nur die Autoren tun mir sehr Leid–gerade eben jetzt der Ostthüringer Aleks Scholz. Vor allem, weil viele von ihnen gefoltert werden und am Ende doch keine Kohle bekommen…

Schland Oh! Schland

Also mache ich mich auch zum Erfüllungsgehilfen dieser mehr oder weniger latent chauvinistischen Fußballproletenbewegung… Darauf Prost!

UPDATE: Hier eine andere Version:

Zensursula als Präsidentin? Nur prophylaktisch…

…möchte ich mich bereits jetzt distanzieren.

Formal richtig gerechnet…

Calories-in-Heinz-Baked-Bea

…denn von den Baked Beans isst man ja 254g (one cup), während ein Mayonnaise-Tütchen nur 12 g enthält. Gesunder Deal also.

Andere gesunde Ideen: hier.

Pädokriminell

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Nimmt ja kein Wunder, dass das Thema so beliebt ist, so bei 20% schwer Pädokriminellen, die sich da im Netz tummeln.

Fällt mir noch der Begriff der “digital natives” ein. Vielleicht sind die Mengen gar deckungsgleich… “[G]eschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft”, … könnte passen. ;-)

Günter Werner Freiherr von Gravenreuth ist tot…

…und Twitter kocht über.

Manche drücken ihre Anteilnahme aus:

@j4k3: Meine Anteilnahme gehört den hinterbliebenen Blogs und Angehörigen der in den Ruin prozessierten.

Andere sind dem Verstorbenen noch immer böse

@zynaesthesie: Was #Gravenreuth angeht, hat @dieternuhr Recht: so einer zeigt noch mit dem Suizid, dass er eine Drecksau war

… oder reagieren sarkastisch auf die Todesmeldung:

@sa7yr: Uiuiui, #Gravenreuth hat sich final selbst abgemahnt …

@kjow: oh und diese beiden tags müssen natürlich auch noch gepaart werden: #gravenreuth #attentionwhore

@joesstar: Schonmal jemand daran gedacht das das nur eine Finte ist und er uns jetzt alle Abmahnt, da wir über Ihn twittern?

Natürlich folgt darauf die Frage nach der Pietas:

@katjaberlin: bei so etwas zeigt twitter immer so schnell sein hässliches gesicht, dass man auf der stelle aufhören möchte.

@ReintjesT: Menschliche Abgründe tun sich auf beim Klick auf #gravenreuth :-(

@SpezNas: De mortius nihil nisi bene – über die Toten rede nur wohlwollend. Latein-Spezial zum Tode von “Tanja” #GvG #Tanja #Günni

Doch es gibt auch menschliche Worte. Einige sorgen sich um die Hinterbliebenen:

@eclipser: Die Frage, die sich mir in Sachen #Gravenreuth stellt, ist die: Was macht #Tanja #Nolte-#Berndel?

@FrogmasterL: Tanja Nolte-Berndel ist wieder zu haben: #Gravenreuth ist verstorben

Und manche loben Gravenreuth sogar:

@dori_doreau: vorbildliches verhalten eines abmahnwahnanwaltes…

@zynaesthesie: +++ Eil +++ #Gravenreuth Sonderpreis für längsten Zeitlupen-Amok +++ #Bosbach: Killerspielverbot für Anwälte +++

Andere trennen den Hype um den Tod eines Menschen vom Tod des Menschen.

@sixtus: Jobs, die man heute eher nicht machen möchte: Community-Management im Heise-Forum.

@dl1ely: Ich setze 10 EUR auf das heutige Top-Trending-Topic in der deutschen Netzgemeinde…

Das scheint auch vernünftig. Gravenreuth war sicher eine der schillerndsten Person der deutschen Computerszenengeschichte. Sein Name war nicht gut besetzt. Insofern kann man von den Massen keine milden Worte erwarten, was aber nicht heißt, dass der Einzellne nicht einsehe, dass der Tod eines Menschen traurig ist und dass der Selbstmord eines Menschen ein schlechtes Licht auch auf die ihn umgebende Gesellschaft–uns alle–wirft.

Die Katholische Kirche – Stephen Fry bei The Intelligence² Debate

Man muss was sagen an einem Tag, an dem Leute wie Walter Mixa – den ich, wie Joseph Ratzinger, für einen großen geistigen Brandstifter halte – die “Wahrheit” m. E. ganz bewusst verdrehen. Ich sage es mit dem grandiosen Stephen Fry, denn besser als er kann man das wohl nicht ausdrücken. Unbedingte Videoempfehlung.

[Info zum Rahmen der Rede]

Obama and Clinton Condemn Uganda’s Odious Anti-Gay Agenda

The National Prayer Breakfast, which is actually a series of meetings and luncheons, is held annually on the first Thursday of February. There is always a famous keynote speaker; this year, the Prime Minister of Spain, José Luis Rodríguez Zapatero. It is tradition that the US President takes part in this little event and delivers a speech–as I was told, normally something that would flatter the corrupted egos of the attending Christians. However, this time, the president and the foreign secretary pissed on the parade of their hosts, the so called “Fellowship,” a well-connected Christian fundamentalist organisation. Members of this group fostered the Evangelical revival in Uganda, they are said to be responsible for the rise in HIV infections, and they had proposed the bill that called for death penalty for homosexuals (details w/ links about the Uganda connection of the “Fellowship” on Wikipedia). Let us hope that the luncheons following up the speeches of Clinton and Obama had a slightly bitter taste for some of the hate preachers.

[via]

Winter ist die Zeit zum Scheibenkratzen…

..aber was ist mit dem Geld für den neuen Player?

Scheibenkratzen

Studentenproteste lokal: Realitätsverleugnung beim Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen?

Zuerst einmal die Pressemitteilung des AStA der Uni Trier: hier (PDF, Quelle).

Dann der Artikel “OB Jensen verteidigt Stadt gegen AStA-Kritik” von Marcus Stölb bei 16vor (inklusive einiger triertypischer (engstirnig, provinziell, moralisierend) Kommentare).

Was ist nun von der Jensens Reaktion gegenüber 16vor zu halten? Klaus Jensen (SPD) sei erstaunt und befremdet über die Kritik des AStA, auch weil dieser sich direkt an die Presse gewandt habe, ohne vorher das Gespräch mit dem Rathaus gesucht zu haben. Ist ja blödsinnig, denn 1.) sollte die Wohnraumsituation und der Zustand des ÖPNV im Rathaus bekannt sein, wenn die Zuständigen nicht vollkommen auf der ältesten Wolke Deutschland schweben. 2.) Seit wann muss man, wenn man etwas zur Lage Triers sagt, das Rathaus um Erlaubnis bitten? Viele mögen sich in diesem miefigen Kaff mit allen anderen arrangieren, niemandem auf den Schlips treten wollen. Dass dieses Gebaren allerdings von den politischen Akteuren dieser Stadt erwartet wird, wirft schon einen dunklen Schatten auf ebendiese. 3.) Die Positionen des AStA sind bekannt. Im letzten Semester gab es gar ein Podiumsdiskussion zum Thema ÖPNV. Übrigens wurde damals auch die Haltung der Entscheidungsträger offensichtlich: mit ein paar Cent mehr Studienbeiträgen sei der Nachtbus schnell finanziert. Umschichtungen von Stadt nach SWT seien schwierig. Um- und Neudenken sind (so mein Eindruck) in Trier prinzipiell ausgeschlossen. Alles, was nicht aus dem Trierer Filz sickert, ist sowieso nichts wert… Dass eine Großstadt auch nachts ein halbwegs annehmbares ÖPNV-Netz bereitstellen sollte, versteht sich von selbst. Dass Trier es nicht tut, ist traurig und entlarvt die Stadt als Großstadt auf dem Papier. Dass der Oberbürgermeister einerseits die Studenten deklassieren zu wollen (keine Extrawurst!) und dann aber doch nichts gegen eine Finanzierung des städtischen Nachtverkehrs aus Studentenhand zu haben scheint, entlarvt ihn als Heuchler vor dem Herrn jemanden, der nicht zu wissen scheint, was er sagt oder will. Ich würde Klaus Jensen übrigens einmal empfehlen, eine Woche nur Bus zu fahren. Auch morgens kurz vor zehn vom Avelertal aus. Oder auch abends nach 20 Uhr von der Arnoldistraße Richtung Stadt.

Neben den irren Bemerkungen zum ÖPNV schlägt schon allein Jensens Hinweis auf die Wohnsituation für Studenten in Trier dem Fass die Krone ins Gesicht. In Trier-West solle aus einer ehemaligen Kaserne ein Studentenwohnheim werden. Braucht man gar nicht lange drüber nachzudenken. Man muss nur “Studenten” z. B. mit “Behinderten”, “Rentnern” oder “schwarzafrikanischen Asylbewerbern” ersetzen und schauen, ob das dann immer noch so gut klingt. Hätte der Trierer Oberbürgermeister gesagt, dass in Trier-West aus einer ehemaligen Kaserne ein Wohnheim für schwarzafrikanische Asylbewerber werden solle, hätte es wahrscheinlich schon deshalb Protest gegeben. Wie kann man die Leute in eine umgebaute Kaserne abschieben?

Latenten Hass auf Studenten möchte ich Klaus Jensen (neben all der zum Teil satirischen Polemik) nicht unterstellen. Eine große Arroganz und Ignoranz gegenüber den tatsächlichen Gegebenheiten der Stadt möchte ich nicht ausschließen. Die Uni und die Studenten sind ein wichtiger Standortfaktor und eine Bereicherung für diese Stadt. Dass die Politik die Studenten nicht ernst nimmt, sie stattdessen fast wie Dreck zu behandeln scheint und ihre kritischen Vorschläge einfach so vom Tisch wischen möchte, ist wirklich sehr sehr traurig.

Eigentlich müsste man in dieser Situation den AStA dazu aufrufen, das Semesterticket zu kündigen und den Studenten empfehlen, sich nicht in Trier anzumelden (bzw. sich wieder abzumelden). Eigentlich.

PS: Zur Unlogik des SWT-Verkehrsbetriebschef Frank Birkhäuer, der in Stölbs Artikel auch zu Wort kommt, kann man fast nichts mehr sagen. Der Nachtbus richte sich fast ausschließlich an eine Bevölkerungsgruppe und werde deswegen nicht von den SWT finanziert. … Die Busse morgens richten sich auch vor allem an eine Gruppe der Bevölkerung, nämlich die, die Frühschicht haben. Trotzdem werden die Busse von den SWT finanziert. Käse also, was Birkhäuser da meint. Vielmehr geht es wohl, wie auch bei Jensen, eher darum, dass man glaube, es mit den Studenten machen zu können.

Logik des Wikipedia-Relevanzkriteriums

Frage 1: Welches ist das relevanteste Thema, dass gerade noch nicht relevant genug für einen Wikipedia-Eintrag ist?

Ich nehme an, dass es auf diese Frage eine Antwort (“Die Antwort“) gibt und nenne das entsprechende Thema “Thema X“. Nun habe ich noch eine zweite Frage, deren Antwort nicht so trivial ist.

Frage 2: Ist Thema X nicht schon deshalb eintragsrelevant, weil es Die Antwort ist?

Falls die Antwort auf Frage 2 “nein” ist, dann ist alles prima.

Falls die Antwort auf Frage 2 “ja” ist, dann haben wir einen Widerspruch, aus dem folgt, dass es keine Antwort auf Frage 1 geben kann und damit jedes Thema das Relevanzkriterium der Wikipedia erfüllt.

Der Gedankengang stammt von Michael Nielsen, der auf die Ähnlichkeit zum Interessante-Zahlen-Paradoxon verweist.

[via]

Ich möchte wetten, dass die Wikipedia-Blockwarte dem Thema X keine Relevanz beimessen, weil sie sowieso alles löschen, was sich nicht wehrt. Für sie wäre also alles prima. ;-)

Sharon Osbourne über Susan Boyle

Da stolpre ich zufällig bei Youtube darüber, wo man sich in den Kommentaren normalerweise einen Vorgeschmack vom Untergang aller möglicher Kulturen holen kann, und bin ganz erstaunt ob der hinterlassenen Kommentare:

Z. B. “Susan Boyle is more beautiful inside than? you will ever be Sharon Osbourne.” Die Kommentare sind fast durchweg Osbourne-kritisch ohne die beleidigsten Worte der englischen Sprache zu verwenden. Auch das rätselhafte Youtube-Gay taucht nicht auf… Gibt es noch Hoffnung?

Homophobe Schmiererei kann wohl kein Qualitätsjournalismus sein

Philipp Gut hat in einer Zeitung eine m. E. homophobe Schmähschrift veröffentlichen dürfen. Das ist nicht nur peinlich für die Zeitung sondern auch an sich ein skandalöser Vorgang. Während manche das Thema aufgreifen ohne Stellung dazu zu beziehen, kocht in vernünftigeren und demokratischeren Medien die Empörung hoch. Mario Sixtus erkennt in Guts “Sud aus Gift, Hysterie und Dumpfheit” das Versagen des Journalismus der alten Medien. Ich wollte mich an dieser Stelle auch genauer mit dem Text Guts beschäftigen, muss es aber gar nicht mehr, wenn ich auf Stefan Niggemeiers sehr richtige Analyse verlinke. Bleibt mir nur, ein paar Pfuis auszusprechen: Pfui, Herr Ruf! Pfui, Weltwoche! Pfui, Welt Online!

Britische Pressezensur: Kafkaeske Palamentsberichtserstattung beim Guardian

Der Guardian soll schweigen und schreibt stattdessen:

Today’s published Commons order papers contain a question to be answered by a minister later this week. The Guardian is prevented from identifying the MP who has asked the question, what the question is, which minister might answer it, or where the question is to be found.

The Guardian is also forbidden from telling its readers why the paper is prevented – for the first time in memory – from reporting parliament. Legal obstacles, which cannot be identified, involve proceedings, which cannot be mentioned, on behalf of a client who must remain secret.

[hier weiterlesen]

Krasse Geschichte. Nun stelle ich mir–nachdem ich mich über die Pressezensur geärgert und über den herrlichen Text von David Leigh gefreut habe–die Frage, ob es denn im Print-Bereich auch den Streisand-Effekt gibt. Vielleicht muss das Netz dann dem Guardian etwas helfen…

Huch! Das ging aber schnell. There you go.

Peter Hettlich, MdB (Bündnis 90/Grüne) auf dem Bau

Ab 0:30 ungefähr!

[via]

Fundamentalistische Christen, Hassprediger und geistiger Brandstifter in Deutschland

Konkretes Beispiel: Gewalt gegen einen Schülerzeitungsautor wegen eines kritischen Berichtes über die Evangelikalen und das Christival (über das hier ja auch schon einmal zu lesen war).

Ein interessanter Beitrag von Zapp/NDR (24.06.2009, 23.00 Uhr).

Linkliste zum Thema (u. a. auch mit dem Beitrag von Schülerzeitungsautor Hannes Grosch) im Kirchensumpf.

Walter Kardinal Kasper zum CSD: Ich glaube es hackt, oder?

Meine Position zur christlichen Religion ist völlig klar: Respekt vor dem Einzelnen, aber wenig Verständnis für das Zur-Schau-Stellen, diese Propaganda bei den “Gottesdiensten” und “öffentlichen Glaubensbekundungen” wie “Kirchentagen” oder “Prozessionen” UND wohl im Einklang mit der Mehrheit der Bevölkerung–NEIN zur Einmischung der Kirche in die Politik und NEIN zur christlich-fundamentalistischen Intoleranz und Gewalt.

Geht einem ja wieder einmal die Hutschnur hoch, wenn man sich das Gebrabbel dieser Knallköppe anhört. Gibt es da keinen Filter gegen? (Zensursula hilf!)