Schrille Paradiesvögel mit quirliger Entourage – Ein Beispiel wie man nett verreißt

Sehr sehr sympathischer Totalverriss von Christoph Meyring in der Kurzrezension zur DVD-Publikation der “turbulenten Komödie” Männer zum Knutschen (De 2011, Regie: Robert Hasfogel, Pro-Fun) in der Sissy 16 (Dez. 2012-Feb. 2013), der mit dem Bekenntnis und dem Entschluss endet: “Weil Darsteller und Crew beim Dreh offenbar einen Mordsspaß hatten und auswärtigen Spaßbremsen die Feinheiten des Hauptstadthumors mitunter nicht wirklich zugänglich sind, sollen dies der Worte genug sein” (41). Überaus beneidenswert, dass sich der Rezensent nicht zu derbem Fäkalvokabular hat hinreißen lassen, denn schließlich muss die Durchsicht dieses, naja, Films (?) m. E. einer Folter gleichgekommen sein.

3 thoughts on “Schrille Paradiesvögel mit quirliger Entourage – Ein Beispiel wie man nett verreißt”

  1. Ich hab mich königlich bei dem Film amüsiert. Klar ist der keine große Kunst und hier und da holpert es, aber sowas hat sich schon lange keiner mehr im deutschen schwulen Film getraut. So konsequent trashig zu sein und es doch zu schaffen dass man emotional ergriffen ist, das verdient dann doch schon meinen Respekt.

  2. Sehe, dass du aus Berlin schreibst, Torsten. Vielleicht ist das wirklich sehr spezifischer Hauptstadt-Humor. Und was das Trauen angeht: In der Tat hast du Recht. Ich war mehr oder weniger zufällig zur Premiere in Berlin und muss sagen, dass ich auch außergewöhnlich stark emotional ergriffen war. Bei mir waren es aber eher: Erstaunen, Entsetzen, Ärger und Verdruss. Ich habe, soweit ich mich erinnern kann, im Kino noch nie einen m. E. so schlechten (Plot, schauspielerische Leistung, Cast, Mise en scène, Politizität, Humor, Cliché) Film gesehen. Ich akzeptiere aber, dass Menschen verschiedene Ästhetiken bevorzugen und auch unterschiedliche Ansprüche/Erwartungen an Film haben.

  3. Ich finde es gerade bei diesem Film sehr erstaunlich dass es zwei Extreme an Meinungen gibt. Die Einen, die ihn hassen und die Anderen, die ihn in den Himmel hoch loben. Ich fand ihn seltsamerweise sehr gut. Komisch nur, dass ich ihn normalerweise auch zerreissen würde, aber ich kann es nicht weil der Film so besonders ist, dass ich ihn irgendwie aus dem Kopf nicht raus kriege. Kritik berechtigt, aber bitte verurteilt nicht dass ich ihn scheisse geil fand. Auch ich bin aus Berlin.

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