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Monthly Archives: August 2011

Aus der losen Reihe “Last Night”

Last night a…

…saved my life.

“Das Blog ist tot,…”

“…es lebe der Blog”, schreibt Anatol Stefanowitsch im Sprachlog [via] und begründet das stichhaltig mit Korpusanalysen und einer nichtrepräsentativen Umfrage. Interessant die Diskussion unter seinem Post. Besonders Stephan, der meint, dass Sprachwandel passiere und dass man ihn nicht aufhalten könne. Ja, nicht bewusst und gesteuert natürlich. Aber Sprachwandel ist ein Phänomen der dritten Hand 😉 (vgl. Rudi Keller) und deswegen ist es genau so Quatsch zu sagen, dass etwas richtiger wäre und jetzt so und nicht anders gemacht werden darf–besonders dann, wenn man nicht durch institutionelle Eingebundenheit bestimmten Regeln folgen muss. Also: Weiterhin das Blog als Neutrum zu deklinieren, ist genau so okay. Man muss wohl damit rechnen, dass man dabei für altmodisch oder eigenartig gehalten wird, oder die Neublogger, Altmedienblogger und Tagebuchblogger irgendwann anfangen, einen zu belehren. Aber vielleicht kommt das Blog in ein paar Jahren wieder. Retro. Yeah! Als zwischenzeitliche Alternative schlage ich den Diminutiv vor: das Blöggchen oder Blögglein. Und dann kann man auch fast wieder kürzen und das Blög sagen…

Aber seis drum! Ich muss jetzt weg vom Klapprechner, zur Kaufhalle. Da gibt es donnerstags immer Broiler.

You Are All Stardust

Every atom in your body came from a star that exploded. And the atoms in your left hand probably came from a different star than your right hand. It really is the most poetic thing I know about physics.

You are all stardust.

You couldn’t be here if stars hadn’t exploded. Because the elements, the carbon, nitrogen, oxygen, iron, all the things that matter for evolution weren’t created at the beginning of time. They were created in the nuclear furnaces of stars. And the only way they could get into your body is if the stars were kind enough to explode.

So forget Jesus. The stars died so you could be here today.

[from: Lawrence M. Krauss, “A Universe from Nothing,” AAI 2009, full speech here (worth watching)]

Danke, Loriot!

Aus der losen Reihe “Food Photography zum Wegrennen”: Dessert Fork Plays Hide and Seek

[“Dessert Fork Plays Hide and Seek”, Café Mohrenkopf, Trier]

Rallye-Impressionen

Auf dem Weg zum Bäcker an der Rallye vorbeigekommen. In der Thebäerstraße, wo ich im letzten Jahr eine Reisegruppe älterer amerikanischer Touristen getroffen hatte, die dort aus dem Reisebus geschmissen worden waren und nun versuchten, zu ihrem Hotel, dem Römischen Kaiser, zu kommen (arme Schweine: nicht ortskundig, nicht so gut zu Fuß, Gepäck dabei, keine Rallye-Karten (was aus 400 m zum Hotel einen Umweg von mindestens 2 km machte)), dort, auf jeden Fall, ein total irritiertes japanisches Paar getroffen. Sie hatten sich auf das römische Trier gefreut. *lol* Hätten sie sich im Reisebüro doch nur für Heidelberg entschieden…

Sehr sympathisch: Absperrung für die Rallye vom Steingröverweg direkt an der Nordallee, und die nette Dame im ADAC-Leibchen möchte gern festlegen, wer alles dort (also außerhalb der Absperrung) stehen bleiben darf: Nur Leute mit Karte, die ein älterer Herr nicht hat. “Ja, aber ich bin doch außerhalb der Absperrung.” “Aber Sie kucken ja zu.” “Dann drehe ich mich eben um.” (Dreht sich um.) “Ja, aber trotzdem.” (Älterer Herr mit Frau ab.)

PS: Übrigens soll ja jetzt zur Wirkung der Rallye auf die Anwohner und Touristen befragt werden. Hoffentlich werden dabei nicht die Leute vergessen, die man mit der ADAC-Rallye vor ihre romantisierten Köpfe gestoßen hat…

Radwege: Konzer Tälchen

Zu großer Vogel ist zu groß (für Baum)

Homöopathiekonzern gegen Blogger

Ich rege mich ja schon darüber auf, dass Menschen in Gegenden mit gutem Leitungswasser Wasserflaschen von der Kaufhalle nach Hause schleppen, die vorher durch ganz Deutschland transportiert wurden, eine fürchterliche Umweltbilanz haben, eklig nach Plaste und Weichmachern schmecken und im Vergleich mit Leitungswasser um einiges teurer sind. Stilles Wasser sind die Schlimmsten!!1! Anyway… Was richtig krass ist, ist, dass man viel kleinere Packungen Wasser zu vergleichsweise irrsinnig hohen Preisen verkaufen kann, wenn man Homöopathie drauf schreibt. Dass Homöopathie Blödsinn und Abzocke ist, sollte man m. E. schon längst verstanden haben, wenn man nicht geblendet werden möchte oder einfach blöde ist. Dass Homöopathie keine Naturmedizin ist, ist bekannt (auch wenn das leider noch nicht zu Lobbypolitikern wie Renate Künast vorgedrungen zu sein scheint). Ich stelle mit den typischen Homöopathen irgendwie als fehlgeleiteten Knallkopp vor, und bin also erstaunt über die Skrupellosigkeit einer Industrie, die, soweit ich weiß, vor allem mit Hoffnung, Unwissen, leeren Versprechungen und kleinen, teuren Wasserfläschlein ihr Geld macht.

Boiron ist ein riesiger Homöopathie-Konzern mit einer guten halben Milliarde Euro Umsatz im letzten Jahr. Dieser internationale Konzern steht also gerade auf der einen Seite, ein kleiner Italienischer Blogger, der sich erlaubt hat, eine Wahrheit zu sagen, der steht auf der anderen einer Auseinandersetzung, bei der es, wie ich glaube, darum geht, dass einer mundtot gemacht werden soll. Wer das ist? Klar. Aber lest selbst. Übrigens hat der Blogger, Samuel Riva, auch eine eigene Seite mit Updates in Englisch aufgemacht. Wer also sehen möchte, wie sich Boiron bis auf die Knochen blamiert und–das hat natürlich etwas Gutes–dazu beiträgt, dass vielleicht ein Homöopathieanwender mehr über die Praktiken der Industrie und die Unwirksamkeit der Methode aufgeklärt wird, der kann dort in den nächsten Tagen einmal vorbeischauen.

Update: Bei dem Medikament, um das es vorrangig geht (das Umsatz-Zugpferd des Unternehmens), handelt es sich anscheinend nicht um Wasser, sondern um Zucker. In Kalifornien läuft gegen das Unternehmen im Moment eine Sammelklage.

Aus der losen Reihe “Die CDU und ihre Probleme mit der Judikative”: Günter Krings attackiert das Bundesverfassungsgericht

Dies ist eine Leseempfehlung für einen Post beim Verfassungsblog. // Da fällt mir ein, dass man das Wortbildungsprodukt “rechtskonservativ” auf verschiedene Arten lesen kann…

Are Religious People the Biggest Nerds in the World?

Let’s see…

[via]

Ein halber Liter ist kein Pint

Das ist ein Pint! Auch wenn’s in Litern drauf steht…

…und auch nicht als Pint verkauft wird, sondern als 13,5% obendrauf als Geschenk.

Tea Party! America Thanks You!

[by D. C. Douglas]

Only Boys Accepting Feminism Get Kissed Meaningfully


[“HR-sparse-de” von Sch, CC-BY-SA]

Ist auch schwer zu merken, die Reihenfolge der Spektralklassen im Hertzsprung-Russell-Diagramm. Wir sollten das aber mit einem der unglaublich vielen Merksätze hin bekommen. Schließlich feiert das HRD dieses Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag, denn Ejnar Hertzsprung hatte es in seinem Aufsatz Ueber die Verwendung photographischer effektiver Wellenlängen zur Bestimmung von Farbenäquivalenten, Publikationen des Astrophysikalischen Observatorium zu Potsdam 63.22.1 (1911), (Leipzig: Engelmann, 1911) zum ersten Mal in dieser Form verwendet. Spannende Geschichte übrigens, denn nicht umsonst taucht da auch ein gewisser Russell in der Bezeichnung auf. Wie dem auch sei, habe ich mich schon länger gefragt, warum die Benennung nicht alfabetisch ist. Aber da gibt es diesen empfehlenswerten Podcast von Astronomy Cast, der das erklärt. Und natürlich sind die Frauen Schuld:

People started taking spectral images of stars – this is where you take the starlight and you shine it through a slit, a prism, and […] as a result, you end up with the light spread out into very fine-grained rainbow, where you can see where light gets absorbed out by the atmosphere of the star and where there’s extra light due to emission lines in the atmosphere of the star. […] These neat lines on the rainbows of these stars and the first people to try and figure out how to sort out what these spectra meant were two of Pickering’s women at Harvard. So on one hand you had Antonia Maury […]. And she came up with this really complicated system that looked at the widths of the lines, what the lines were, and it had some basis in physical reality, but we didn’t understand that at the time. Then there was Wilhelmina Fleming, who looked at the lines and took a very straightforward approach. She knew what the Hydrogen Balmer series was, she knew what the lines were in the stars, and she classified the stars, such that “A” stars had the most Hydrogen Balmer lines, and as you worked your way down the alphabet, the Balmer lines slowly disappeared.

Erst später hat man dann festgestellt, dass die verschiedenen Farben Temperaturindikatoren sind und das Spektrum dementsprechend neu geordnet, dabei aber die alten auf der Analyse tausender Spektren basierender Bezeichnungen beibehalten.