#tddl / Ingeborg-Bachmann-Preis / Tage der deutschsprachigen Literatur 2011

Alles natürlich–wie immer–total eigenartig und aus verschiedenen Gründen ärgerlich. Aber: Schon vorher scheint sich ein Favorit für den Publikumspreis abzuzeichnen. Noch eine halbe Stunde ist Zeit…

<Live Rant>
Nach kurzem Blick ins Twitterland, scheint mir Leif Randt der große Favorit für den Bachmannpreis zu sein. Und wenn es nicht der Bachmannbachmannpreis ist, dann zumindest der Publikumspreis, für den man angeblich heute bis 20 Uhr online abstimmen können soll.

Unglücklicherweise scheint die Abstimmungswebsite stümperhaft programmiert, so dass viele ihre Lust an der Stimmabgabe verlieren könnten. Beispiel: In maximal 400 Zeichen soll man seine Wahl begründen. Dummerweise ersetzt irgendein Skript Umlaute und sonstiges im HTML, so dass ein “Ö” zu einem “&Ouml;” wird und damit als 6 Zeichen gilt. Von der Fehlerwebsite wird man dann–zu allem Überfluss–auch nicht zurück zum Formular geführt, sondern auf eine andere Seite, auf der man den Hinweis findet, dass da nichts steht. Eueueueu! (Inzwischen wird erklärt, welchen der beiden Absende-Buttons man klicken soll, um nicht auf dieser Fehlerseite zu landen: “wählen Sie bitte zum Abschicken des ausgefüllten Formulars unten die Option ‘Abschicken SSL’. Derzeit kann es zu technischen Störungen kommen, es wird daran gearbeitet.” Na, es ist ja noch massig Zeit bis 20 Uhr. ;-))

Ein paar Kommentare dazu: “Gut, dann eben nicht…“, “Wenn man bei den #tddl nicht möchte, dass zum Publikumspreis gevotet wird, dann streicht ihn doch einfach.“, “jedes mal fehlermeldung” …

Mal schauen, was morgen rauskommt. Ich wette auf Leif als Publikumspreisgewinner. Der Rest ist bei der Expertise, die die Jury bewiesen hat, sicher ohnehin nebensächlich. Nicht falsch verstehen! Sicher sind das alles ganz liebe Leute. Aber: In der Diskussion gehen sie in ihren intrinsischen Lesarten in der Regel nicht in die Tiefe der Erzählung, beschränken sich zumeist auf eine Wiedergabe des Settings und eine Analyse der Figuren. Über den Leser finden sie fast nie einen Zugang zum Text. Kontextorientierte Ansätze versanden meist in psychologisierenden Mutmaßungen über Gesellschaftskritik. Und dann geht es ständig darum, zu überzeugen oder Wahrheitsnähe zu schaffen. Pfff! Das ist alles ungefähr erstes Semester Literaturstudium an einer vernünftigen Hochschule, bereichert um die Eigentümlich- und Eitelkeiten der Diskutanten und das absurde Setting. Auf jeden Fall ein Spektakel, auch wenn es es, in der gefühlten Resonanz, nicht mit aktuellen Randsportartenweltmeisterschaften aufnehmen zu können scheint…
</Live Rant>

UPDATE: Doch nicht Randt. Thomas Klupp ist es geworden. Na gut. Als letzter vor der Abstimmung gelesen, nicht? Und natürlich das alte Problem mit Sex und Gewalt bei lesungsnahen Publikumsabstimmungen (man kennt das ja von Slams). In seinem Text geht es u. a. um Pornografie. // Schön übrigens am Finale die Probleme mit dem Ton. Man hatte immer so ein beunruhigendes Flüstern und Tuscheln im Hintergrund. Vielleicht saß ja der Webmaster auch am Mischpult?

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