Bremer Tatort “Stille Wasser”: Karlsen schnuppert Selbstreflektivität

Total nervige Drohnenflugästhetik im Bremer Tatort “Eisblumen”Stille Wasser” von Thorsten Näter (Regie und Buch) heute. Sehr sehr eigenartig auch die unnötig hochkarätige Besetzung von Nebenrollen mit Leuten wie Anna Maria Mühe oder Ulrich Matthes. Die beste Leistung allerdings von der Darstellerin der traumatisierten jungen Mordaugenzeugin Nadine durch Sina Monpetain. Herzzerreißend glaubwürdig und tief. Ein besonderer Spaß natürlich die ironische Metanarration. Karlsen (Winfried Hammelmann), der einmal durch Entwicklung aus seiner Rolle als Funktionsfigur zu fallen droht, sich dann aber sofort zusammen nimmt und sogar dafür entschuldigt. (Wie sähe denn so ein Tatort ohne die vielen flachen, statischen Kollegen, Sekretärinnen, Gerichtsmediziner und Kriminaltechniker aus?) Oder auch der Umstand, dass die dargestellte Bremer Unterschicht gerade dadurch ein bisschen unheimlich wirkt, weil sie wirklich weder Fernsehen kuckt noch ständig vor dem Rechner hängt. Fjeden ziemlich interessanter und auch sehenswerter RB-Tatort.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.