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Monthly Archives: December 2010

Überblick

Immer schwierig bei Tabletts ohne Besteckfach

Guter Tipp auch für den Abwasch nach dem fetten Weihnachtsessen:

Scheibchen

Illies, Kracht nicht! / FAS-Nachlese: Feuilleton vom 19. Dezember 2010

“Man muss gehen, bevor es kracht”, ist über Nils Minkmars Nachruf auf Florian Illies (FAS 19. Dez. 2010) zu lesen. Das stammt natürlich aus dem Text:

fast hat man den Eindruck, Florian Illies verlasse die Party, bevor es kracht. (Früh zu gehen gehört zu seinen Angewohnheiten. Als er einmal anders entschied. blickte er gegen 22.30 auf die Uhr und schaute erwartungsvoll in die Runde: Würden nun endlich all die Ausschweifungen stattfinden, von denen ihm die Spättrinker immer vorgeschwärmt haben?) [33]

Christian Krachts vollständiger Name taucht nur einmal auf. Einer der immens talentierten Schriftsteller Illies’ Generation sei er. Aber was nun genau der wahrscheinlich kalauernde Verweis auf ihn im Titel soll, das hat Minkmar wohl bei all der Selbstbespiegelung (Natürlich ist der Illies–oder sollte ich sagen “Der Flo”?–ein alter guter Freund und so…) versäumt herauszuarbeiten. Ansonsten so gut zu lesen, wie sein Contra christliche Feiertage “Weg von Spezialeffekten” eine Seite zuvor.

Keine Werbung außer Minne

Gesehen in Kürenz/Trier.

Musik im Münchner Tatort “Nie wieder frei sein”

Wie Nebel richtig feststellt, ist die Musik von Sebastian Pille im BR-Tatort “Nie wieder frei sein” wunderschön. Auf der Komponisten-Website findet man einige Hörbeispiele. Mich hat sie ein bisschen an Max Richter erinnert, der ja auch gern Musik für audiovisuelle Produktionen macht (Die Fremde, Vals Im Bashir u. a.):

Schweinehackfans essen…

PS: Und ich frage mich natürlich, ob es nächstes Jahr vielleicht auch Nagellack- und Schminkfan-Packs geben wird.

Aus der losen Reihe “Food Photography zum Wegrennen”: Entenelend: Blitzen oder Nicht-Blitzen

Weder ganz ohne (bei starkem Rauschen/schlechter Empfindlichkeit) noch direkt zerblitzt wird es was. Merke: Enten freuen sich über indirekte zusätzliche Beleuchtung.

Wir Deutschen sollen noch mehr billige Agitation ertragen / FAS-Nachlese

Der Wirtschaftsteil der letzten FAS, wie häufig, schwer zu ertragen. Der Aufmacher: Holger Steltzners Text über dem tatsächlich “Wir Deutschen sollen noch mehr zahlen” (35) steht. “Wir Deutschen”? “Noch mehr”? “Zahlen”? WTF? Also, erst einmal, lasse ich mich ungern in irgendwelche Gruppen zwingen. Kumpanei mit konservativen, möglicherweise arroganten und eigentlich blöden Stehkragenwirtschaftsleuten? Nein! Das möchte ich mir sparen. Diese billige Anbiederung ist mir zuwider. Die rhetorische Strategie des Titels lässt mich schnell umblättern. Bäh!

Besonders bemerkenswert aber die Werbung. Auf Seite 37 ein Ulrich Wickert mit fürchterlich zerschnittenem Gesichte. Daneben ein Zitat: “…Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele”. Genau! Komisch eigentlich, dass es in der Geschichte der westlichen Philosophie noch kein erstzunehmender Denker zu dieser Einsicht gebracht zu haben scheint. Oder von dem durfte man das Abbild nicht so schrecklich entstellen… Auf jeden Fall frage ich mich jetzt, ob Wickert noch andere Offenbarungen zu verkünden hatte, in dem Brief, der neulich mit der Post kam. Drauf stand “Mädchen haben es noch schwerer… // Bitte nicht knicken: PHOTO // Wichtige Mitteilung von Ulrich Wickert”. Ich hatte angenommen, dass es sich nur um die übliche, rührselig daherkommende, allweihnachtliche Spendenbettelei handeln müsse und den Brief erst geknickt, ungelesen zerrissen und in die Papiertonne verschoben. Vielleicht habe ich so große Wahrheiten verpasst, leichtfertig meine Erleutung verspielt. Darn!

Auch erstaunlich, dass BP ganz vorweihnachtlich daran erinnert (41), dass das Bohrloch seit Juli verschlossen sei. Schöne Farben in der Anzeige. Kein schmieriges Schwarz-Braun. Alles farbenfroh, neon-grün und -rot. Und ich habe tatsächlich überlegt, ob ich das wegen der Montage bei PsD einschicke…

Und Werbung ist auch lehrreicht. So erfährt man beispielsweise auf Seite 43, dass ein gewisser Schauspieler keine Probleme mit dem räumlichen Sehen hat. “Moritz Bleibtreu sieht die Welt bereits dreidimensional.” Herzlichen Glückwunsch, Herr Bleibtreu! Ja, und herzlichen Glückwunsch auch Herr Otto Philipp Braun, 32, zum Aufrücken in den Vorstand des Medizintechnikkonzerns B. Braun Melsungen! Die Meldung dazu direkt neben der Werbung für ein elektrisches Rasiergerät, dass von einer Procter-&-Gamble-Tochter mit dem Namen Braun hergestellt wird. Natürlich denkt jetzt niemand, dass das eine Firma ist, die sich zur Anzeige gleich einen Artikel gekauft hat. Es ist nicht so. Aber die FAS scheint trotzdem ein wenig unglücklich gesetzt zu haben.

Aktuelles Schneestandsfoto 2010-12-17 0028hrs

PS: Ja, ich habe die Levels ausgeglichen (es ist gerade Nacht).
PPS: Ja, und er ist ideal zum Schneemannbauen und für Schneeballschlachten.

Medienrepräsentation von WikiLeaks und Stillosigkeiten bei der ARD / FAS-Nachlese

Nach dem verunglückten Assange-Bashing von Hendrik Ankenbrand im Mantelbogen der FAS vom letzten Sonntag ist das Feuilleton wirklich eine Erholung. Nicht nur dass Medienmann Harald Staun kenntnisreich die irreführende Medienrepräsentation von Wikileaks und den Protesten gegen Zensur gerade rückt. Er schreibt:

Dass viele Medien solche digitalen Provokationen als ‘Angriffe’ brandgefährlicher Cyberkrieger beschreiben, liegt nicht nur an technischer Unkenntnis, sondern auch am klaren Willen, Wikileaks wieder in den Kontext des Verbrechens einzuordnen. Kaum jemand macht sich deshalb die Mühe zu erklären, was eigentlich an den ‘Angriffen’ gefährlich oder kriminell sein soll. ‘Distributed Denial of Service’-Versuche sind sicher keine besonders zivilisierte From der Meinungsäußerung–und trotzdem handelt es sich eher um die zeitgemäße Form eines Sit-ins als um virtuelle Gewalt. (“Daten statt Worte: Wikileaks oder Wie die Medien den Cyberkrieg erfinden”, FAS 12. Dez. 2010: 33)

Nein. Besonders gut: Nils Minkmars Aufmacher “Gerechtigkeit für Anne Will! Warum belohnt die ARD weder Loyalität noch Qualität?”. Klar, weil sie möglicherweise nach dem Bohlen-Prinzip verfährt. Eine Schande! Wills Sendung habe eine Reihe starker Fernsehmomente produziert. Zum Beispiel war da “die Erläuterung von Bischof Franz-Joseph Overbeck zur Homosexualität: ‘Das widerspricht der Natur. Die Natur des Menschen ist angelegt auf das Miteinander von Mann und Frau.’ Ein Satz für die Archive, abgelegt gleich neben solchen Dokumenten, in denen früher Wissenschaftler die unterlegene Natur der Frau oder die geistige Primitivität der Schwarzen darlegten” (ibid., 25). Minkmar fällt auch auf, dass die Frauen in der ARD, der “dysfunktionalen Familie”, offenbar einen schweren Stand haben: “Am Ende der ganzen ARD- Renovierung (sic) haben die Frauen den späten Wochentagsplatz, die Herren talken besonders wertvoll für die wachen Geister. Man möchte nicht, dass das beispielgebend ist”. Stark auch Minkmars letzter Absatz über die “ans Vulgäre grenzende Stillosigkeit” der ARD in dieser Sache.

PS: Minkmar ist auch nicht ganz ironiefrei. Wie er beispielsweise den Moderator des deutschen Franchises eines britischen Game-Show-Formats und eines boulevardesken Reportagemagazins ständig als “berühmt” bezeichnet, lässt zumindest jüngere Leser schmunzeln.

Poke 53280,11; Poke 53281,12; Print chr$(155)

Schon der Mantelbogen der FAS von gestern ist ein großes Ärgernis. Neben den furchtbar geschriebenen Aufhängerartikeln über einen pädophilen Lehrer dann das Assange-Bashing von Hendrik Ankenbrand auf Seite 14. Dieser schreibt: “Assanges Weltsicht kennt keine Grautöne, wie bei seinem ersten Computer, einem Commodore C 64, mit dem er mit 16 Jahren erstmals in ein großes Firmennetzwerk einbrach, gibt es nur 0 und 1, ein und aus, Schwarz und Weiß.” Das ist ja 1.) entweder totaler Quatsch (siehe Überschrift bzw. hier) und stilistisch blöde (Was soll mittels C64-Verweis gesagt werden? Geht es um eine Mystifikation der Figur Assange?) oder 2.) eine verhunztes Synekdoche und damit eine starke Vereinfachung (Alle digitalen Geräte arbeiten mit Binärcode.) und damit genau das, was Assange im nächsten Absatz vorgeworfen wird (Ironie? Ist der Text etwa heimlich auf der Seite Assanges?): Wikileaks sei (vom Text durch einen mutmaßlichen Assange fokalisiert) eine “Cybermassenvernichtungswaffe“, die gegen alles Böse eingesetzt würde. “Er ist ein großer Vereinfacher, das erklärt auch seine Popularität…”. Und diesem fiktiven Assange, der Geistfigur Ankenbrands, möchte man entgegnen: “Käse! Wissen ist höchstens Macht und keine Massenvernichtungswaffe.” Oder: “Wahrheit kann nie schaden.” Oder: “Die Wahrheit triumphiert nie.” Oder: “Die Wahrheit ist eine Braut ohne Aussteuer.” Oder auch einen anderen abgedroschenen Spruch. Für Ankenbrand und die FAS kann man höchstens geltend machen, dass Dichtung ja bekanntlich nur “eine Expedition nach der Wahrheit” ist. … Naja.

Trierer Blogbiertrinken 2010 am 16. Dezember um 20 Uhr im SchwaSi

Der Termin wurde nach Aufruf ausgedoodelt:

Donnerstag, 16. Dezember um 20 Uhr treffen sich die Blogger Triers im Schwach und Sinn zum Blogbiertrinken a.k.a. Bloggertreffen a.k.a. Badexcusefordrinkingagain a.k.a. etc. 2010.

Natürlich sind auch Microblogger (Twitterer, Indenti.caer etc.) eingeladen und sehr gern gesehen. Traut euch–auch wenn ihr nicht mitgedoodelt habt! Kommt einfach vorbei!*

Spread the word!

Winterliche Grüße

Horatiorama


Blogbier in Trier 2010 (CC-Lizenz: BY-NC-SA)

* Falls du keinen aus der Runde kennst: Blogger erkennt man natürlich am Tux-Shirt, den langen Haaren… – ähm… – nein, am Hello-Kitty-Shirt, der Emo-Frisur… – ähm… – nein, am Youtube-Shirt und an der professionellen Kamera, die… – ähm… – nein, an der Piratenflagge, an der Wikileaks-Spendenbox… – ähm… – nein, an den Klowänden… – ähm… – nein, daran, dass unter ihnen kein Journalist ist… – ähm… – … -äh – tja? Vielleicht machst du dir besser selbst ein Bild! Man wird sich finden. Sicher.

Aus der losen Reihe “Food Photography zum Wegrennen”: English Breakfast oder…

…zu viel Beige funktioniert nicht. Und wenn man die gebackenen Bohnen nicht riecht/schmeckt, dann sehen sie auch fürchterlich aus. Von dem komisch gebratenen Ei und dem fehlenden Bacon einmal ganz abgesehen.

Viva la resolución

Hihi! Das Shirt ist da. 🙂

Trierer Blogbiertrinken 2010

Blogger Triers,

ihr, die Gegenöffentlichkeit, seid aufgerufen, euch zu versammeln um friedlich und gesellig ein Bier zu trinken (oder auch zwei oder drei, zur Not auch Viez, Brause, Wasser oder Wein) und dabei über Dinge zu reden, die euch sonst vor allem im Web 2.0 umtreiben. Oder auch über anderes, nicht-nerdiges. 😉 (Naja, vor allem geht es darum, sich wieder einmal im echten Leben zu sehen oder sich ganz neu kennen zu lernen.)

Vielleicht klappt es ja mit dem zweiten Trierer Bloggertreffen noch dieses Jahr. Vielleicht können wir den Termin erdoodeln: Doodle hier!

Und: Spread the word!

Winterliche Grüße

Horatiorama


Blogbier in Trier 2010 (CC-Lizenz: BY-NC-SA)

Falling “E.M. Forster”

I wonder if this means that less and less Forster is being tought at universities and high schools. Does the graph below vindicate this idea? The lows during the summer breaks stay more or less stable whereas the rest dwindels over the years.

By the way: Quite interesting to see how the precise search term has changed over the years and how it is also a function of the origin of searchers. The Brits, e.g., don’t exactly seem to like the dots after the given name initials…

…blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir blei’m hier! Mir…

[Poster von pantoffelpunk / CC-BY-NC-SA]

Der novellierte Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) lauert schon. Hoffentlich führt er vor allem dazu, dass sogenannte Grüne–ich sage nur: “Wir sind weiterhin gegen den JMStV, die Fraktion hat sich aufgrund parlamentarischer Zwänge anders entschlossen”–bei der nächsten Wahl ein paar Stimmen weniger bekommen. So unaufrichtig! Bäh!

Also, falls es notwendig wird, was ich nicht glaube (vgl. Lawblog), bin ich mein eigener Jugendschutzbeauftragter. Schließlich habe ich erst gestern mit Staunen gelesen, dass ich in einer “Tageseinrichtung für Kinder” arbeite.

Weltweit ca. 60 Mio Menschen infiziert; 25 Mio Menschen verstorben


Heute ist Welt-AIDS-Tag.