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Monthly Archives: September 2010

Musik im Tatort “Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen” (Berlin)

Endlich wieder einmal ein Tatort mit einem schönen Soundtrack.

Natürlich das beste Lied von Imogen Heap: “Hide and Seek” vom Album Speak For Yourself (2006). (Hier kann man bei Amazon reinhören.)

Und dann war doch noch ein anderes, nämlich “Summer In Siam” vom The-Pogues-Album The Very Best of the Pogues (2001) (zuerst auf Hell’s Ditch (1990) veröffentlicht).

Oh ja, und da waren noch zwei Stücke, die nur angespielt wurden. Für sachdienliche Hinweise bin ich dankbar.

Überholen ohne Einzuholen beim Zwersten Trierer Science Slam

Die Zweiten werden die Ersten sein, heißt es irgendwo. Vielleicht auch nicht. Aber das ist auch egal, denn es scheint zumindest beim ersten Trierer Science Slam so zu sein. Der ist mindestens der zweite, was aber keinen stört, denn mit der Wahrheit ließe sich schlechter werben.

Beim Stadtblog mit Identitätsproblem lokalen Nachrichtenportal 16vor schreibt man, dass das Studentenwerk zusammen mit dem Verein “Kulturraum Trier” zu Beginn des Semesters den “ersten Trierer ‘Science Slam’ veranstalten” wolle. “Wir sind auf dem besten Weg, eine rheinland-pfälzische Premiere zu veranstalten”, weiß dann auch der Organisator zu behaupten. Allerdings wird nur durch einen O-Ton die Unwahrheit nicht richtiger. (Und ganz nebenbei: Eine gute Idee, keinen Verfasser zum offensichtlich überhaupt nicht recherchierten Artikel bei 16vor zu setzen.)

Interessanterweise verweist der Text nicht auf die vom traditionreichsten Slam-Veranstalter, dem Haus der Wissenschaft in Braunschweig, geführte Website scienceslam.org, sondern auf so etwas wie die zweite Reihe der Szene (was ja dann auch wieder zum Motto–die Zweiten werden die Ersten sein–passt): auf die Website der Hamburger Biologin Dr. Julia Offe, die u. a. auch den zweiten Berliner Science Slam veranstaltet. (Übrigens unterscheiden sie die beiden URLs, wenn man will, nur in einem Bindestrich: scienceslam.de vs. scienceslam.de) Überhaupt scheint es in dem Bereich einiges an Wettbewerb zu geben, wie ein Blick auf die Veranstaltungsseite der ersten Berliner Slammer zeigt. Die wollen u.a. auch nach Köln, wo Frau Offe schon veranstaltet. Aber all das ist total verworren und kompliziert und sowieso ohne Garantie und vollkommen uninteressant. Was viel wichtiger ist, ist festzustellen: der erste Trierer Science Slam fand bereits am 14. Mai 2010 statt. Und er war auch noch richtig authentisch trierisch, denn er wurde vom ortsansässigen selbstredend e. V. organisiert.

Wer das alles noch einmal nachlesen möchte: Informationen zum wirklich ersten Trierer Science Slam gibt es hier. Ach so, und dass die Pressestelle der Uni die falsche Nachricht weiterverbreitet (obgleich sie es am besten wissen sollte, schließlich war die Uni Veranstaltungsort des ersten Slams), kommentiere ich am besten nicht.

PS: Für die nächste Werbeoffensive: Powerpoint-Karaoke gibt es übrigens auch schon regelmäßig in Trier. Da kann man eigentlich auch wieder nur Zwerster sein. 😉

UPDATE/KORREKTUR: Erfahre gerade [via Marcus Stölb], dass Meldungen, die de facto nur auf einer Pressemitteilung basieren nicht mit Namen getaggt werden. Also kein passender Einfall für diesen spezifischen Artikel bei 16vor, sondern generelles Prinzip.

Spaß im Parlament

Finanzminister Hans-Rudolf Merz beantwortet eine Frage zur Importmenge gewürzten Fleisches und bekommt einen Lach-Flash. Wunderbar! So möchte ich NICHT unseren Gesundheitsminister, unsere Familienministerin, Zensursula oder Atom-Angela sehen. Aber gern einen sympathischen Politiker. Es wird viel zu wenig gelacht. Generell aber besonders in der Politik und beim Sex. So!

Video vom 20.09.2010, 15:42

[via Fefe]

Das vollkommen zerlachte Wort bei 1min 15s ist übrigens Bündnerfleisch.

Freck langsam – Trailer

Also ich glaube ja fast, dass man sich das getrost wird sparen können. Aber vielleicht geh ich da fehl.

Bei dem Wetter kann man eigentlich…

…nur auf der Fensterbank hocken, rausschauen, Tee trinken und Musik hören. Diese zum Beispiel:

Feist, “The Park”; Bright Eyes, “Poison Oak”; José Gonzales, “Heartbeats”; Beck, “Lonesome Tears”; Babyshables, “A’rebours”; Clueso, “Keinen Zentimeter”; Keinzeit, “Kling Klang”; Stina Nordenstam, “Sailing”

Aus der siebenteiligen Reihe “Warum wir Literatur studieren”: 7. Grund

Weil man neben Gründen 1-6 leicht noch mehr finden kann.

Ach so: Vorsicht, übrigens! Das Ende/das Ziel des Literaturstudiums ist nicht sein Grund.

Aus der siebenteiligen Reihe “Warum wir Literatur studieren”: 6. Grund

Weil der Mensch das Wichtigste ist, und weil zum Menschen Kultur und Literatur gehören, diese nahe an seinem Wesen sind. Darum ist das Studium der Literatur ein Studium des Menschen.

Doch nicht vom Tisch! Was Hunde in Sektionsdarstellungen suchen…

Hogarth, "The Reward of Cruelty"

Tatsächlich scheint die Kunst den Hund bei der Darstellung der Sektion nicht vergessen zu haben. Er bekommt das, was vom Tische fällt. Wie beim Essen auch. Eine Art Nebenmotiv in der Darstellung der Obduktionspraxis. Vielleicht mit einem zwinkernden Auge gezeichnet. In William Hogarths The Four Stages of Cruelty (1751) z. B. findet sich der Hund in einer ausgezeichneten Position. Er ist einer der Endverwerter des zur Strafe geschändeten Tom Nero, dessen Karriere der Grausamkeit freilich auch mit dem Quälen von Hunden began, wie die erste Bildtafel zeigt. Eine späte Genugtuung also. Die vierte Tafel vielleicht ein Zitat, vielleicht ein Pastiche von anderen.

Vesalius, _De humani corporis fabrica_

Im Frontispiz zu Andreas Vesalius’ De humani corporis fabrica (1543) findet sich der Hund etwas weiter abseits als Zuschauer. (Auch einen Affen gibt es.) Aber er hat das Maul schon aufgerissen, muss zurückgehalten werden.

Im nächsten möglichen Vorbild, der Sektionsszene aus Johannes de Kethams Fasiculo de Medicina (1495), gibt es keinen Hund. Vielleicht geht er gerade Gassi. Warum aber ausgerechnet Rembrandt van Rijn 1632 glaubte, dass seine Anatomie des Dr. Tulp ohne Hund auskäme, bleibt bis heute rätselhaft. Noch nicht einmal ein versteckter Hinweis, ein Napf in der Ecke oder so etwas!

Besonders schön indes, gemalte Kommentare zur Motivpraxis: wenn Hunde Hunden zuschauen. So wie in Emile-Edouard Mouchys “Physiological Demonstration with Vivisection of a Dog” (1832). Ich gebe zu, eine Nekropsie wäre das bessere Beispiel.

Swanenburgh, "Anatomische Theater zu Leiden" (1610)

Übrigens: Mein Favourit ist Willem Swanenburghs Kupferstich von 1610, “Anatomische Theater zu Leiden”. Wie frech der Hund den Betrachter anzuschauen scheint! Wie er zu wissen scheint, wo es etwas zu Fressen gibt. Jetzt, und potentiell auch später, wenn der Betrachter in Leiden aufgeschnitten und verfüttert wird an den besten Freund des Menschen.

 

 

 

 

Rainald Grebe – Prenzlauer Berg

Neulich wieder drüber nachgedacht, zu Weihnachten über den Prenzlberg zu ziehen. Da sind dann alle bei den Eltern in Süddeutschland und man hat das Viertel für sich…

[via Carsten]