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Waage Marisa oder: Sie wurden bedient…

…von wem, steht nicht auf dem Kassenzettel. Ist auch egal, denn besonders bemerkenswert waren lediglich die Unpersönlichkeit und die schlechten Manieren der Verkäuferin. Das ist mir natürlich nur aufgefallen, weil ich 1.) überempfindlich (Jetzt hab dich doch nicht so!) bin und mich 2.) einmal bewusst dafür entschieden habe, einmal nicht online zu kaufen, obwohl das meist billiger und viel bequemer ist. Ja, ich habe mir so gedacht, dass man doch einmal die Kaufhäuser unterstützen müsse. Außerdem bieten die doch persönliche Beratung. Aber denkste!

Naja, egal. Irgendwie dann doch meine (Ich habe mir für 24.95€ bei der Galeria Kaufhof eine Personenwaage gekauft, weil meine alte Ikea-Waage schon vor geraumer Zeit die Hufe hoch gemacht hatte.) Waage zur Kasse und hatte zumindest dort auf einen angenehmen Verkäuferkontakt (Herzlichen Dank, dass Sie bei uns gekauft haben, und mir damit einen Teil meines Lohns und meinem Sohn die neue Spielkonsole… Oder so.) gewartet. Aber nein! Kundin vor mir. Das ist okay. Man unterhält sich über die Materialeigenschaften von Espressotassen. Das ist wichtig. Beratungsgespräche müssen eben–weil sonst niemand dort durch die Gänge schleicht–an der Kasse durchgeführt werden. Dann ich an der Reihe. Die Verkäuferin sieht mich nicht an. Ich grüße sie. Sie reagiert nicht. Nachdem sie den Barcode der Waage eingelesen hat, nennt Sie mir den Preis. Ohne “Bitte”. Noch nicht einmal ein “Das wären dann…”. Nein. Nur den Preis. Ohne Euro. Keinen vollständigen Satz bin ich dieser Frau wert. Ich kaufe mir aus ideologischen Gründen ein vollkommen überflüssiges Produkt im falschen Laden (bei Karstadt kostet dieselbe Waage übrigens nur 19€ (später herausgefunden)), hoffe auf das, was diese Warenhäuser überhaupt am besten können sollten–weshalb sie überhaupt nur überleben könnten (von der Feinkost-Abteilung abgesehen): Beratung (is nich), einen netten menschlichen Kontakt…

- 24,95

Ich hole meine Karte raus, gebe sie der Verkäuferin. Sie zieht sie durch die Maschine und wirft (!) mir einen Stift hin. Den Zettel zum Unterschreiben liefert sie kurz darauf. Kein Wort. Ich werde langsam ein bisschen sauer, unterschreibe, und produziere ein deutlich hörbares “Bitteschön”, als ich ihr Zettel und Stift rüberschiebe.

- (An der Stelle kann man sich zirpende Grillen oder durch den Laden rollendes Wüstengras vorstellen.) Sie sagt: Nichts. Gar nichts. Sie packt die Waare in eine Tüte (ich stehe mit meinem geöffneten Rucksack an der Kasse) und schiebt sie mir rüber. Meine Karte klatscht sie mir auch hin.

- Dankeschön!

- (Wieder Wüstengras, Grillen, etc.) Ich nehme meine Tüte und verabschiede mich. Während ich die ersten Schritte laufe, merke ich, wie ich leicht den Kopf schüttle. (Ein erschreckendes Zeichen des Älter- oder Verrücktwerdens.) Sie muss aufgesehen haben, das Schütteln gesehen, den schockierten Unterton in meiner Stimme wahrgenommen haben. Ein leises “Wiedersehen” schiebt sie dann doch noch hinterher.

Ich bin mir unsicher, ob sie das wirklich möchte, was sie da macht, diese Kassiererin.

Eigentlich glaube ich, mag sie gar nicht Menschen abkassieren. Sie ist eine Beraterin. Dazu ist sie geboren: Leuten zu erklären, wie man Klebchen von neu gekauften Steingutespressotässchen ab bekommt. Erst in die Spülmaschine. Dann geht das ganz leicht (Wir haben das früher mit Butter gemacht)… Eigentlich glaube ich auch, dass die Galeria Kaufhof heute um 12.34 Uhr total versagt hat. Wenn ich mir die nächste Personenwaage kaufe (wenn diese nicht binnen kürzester Zeit unter meiner Masse in tausend Teile zerspringt), hoffe ich, dass es Warenhäuser mit blöden Verkäuferinnen, die unfreundlich sind, die keine Beratung bieten (oder wenn, dann im falschen Moment), Warenhäuser mit überhöhten Preisen … dass es also diese Warenhäuser nicht mehr gibt. Geschlossen sollten sie werden, und alle Leute entlassen. Aus den frei gewordenen Räumen könnte man Spielzimmer machen, und Rheinland-Pfalz kann aus dem kostenlosen Kindergartenangebot ab 2 Jahren eine kostenlose Rundumbetreuung ab 0,5 Jahren machen mit In-Door-Spielplätzen in den Innenstädten.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich die Waage gleich wieder umtausche. Ist das normal, dass die, je nachdem, auf welcher Unterlage und wie und je nachdem, wie man genau auf der Waage steht unterschiedliche Ergebnisse liefert (Eine Spanne von ganzen 3 kg! Die Fett-Anteil-Messung allerdings kommt immer auf 10,2%.)? Vielleicht bringe ich sie morgen zurück. Werde sagen, dass der Kauf ein Irrtum war. Ein großer. So wie das ganze Kaufhaus einer ist.

39 Kommentare

  1. nebel wrote:

    Shopping. You’re doing it wrong.

    Aber das erinnert mich, daß ich auch mal wieder neue, tolle, enge Hemden kaufen möchte um meinen tollen Körper zu betonen. Kannst ja mitkommen, dann siehst du mal, wie man trotz und sogar aufgrund unfreundlicher Ladenangestellter viel Freude beim Einkaufen haben kann.

    Monday, August 2, 2010 at 3:54 pm | Permalink
  2. Horatiorama wrote:

    Das können wir machen, wenn ich Marisa zurück bringe… Aber wahrscheinlich sind die bei dir einfach alle total nett wegen der engen Hemden, deines tollen Körpers und deines jugendlichen Alters. ;-)

    Monday, August 2, 2010 at 4:04 pm | Permalink
  3. E.W.Salz wrote:

    Schade um den Offline Einkauf.

    Ich hatte mir vorgenommen, da – der Buchpreisbindung sei Dank – sowieso Bücher überall das gleiche kosten, wieder vermehrt in Buchhandlungen zu gehen und weniger bei amazon zu kaufen. Ein Besuch hat gereicht, sowas von lustlos, aktiv (!) unhöflich und dumm belehrend habe ich seltenb erlebt.

    Tuesday, August 3, 2010 at 8:34 am | Permalink
  4. Aksel wrote:

    Das ganze verwundert mich ein wenig…
    Die Frau an der Kasse hatte eindeutig einen schlechten Tag! Ich vermiße bei diesem Erlebniss das gebetsmühlenartige Aufsagen der Frage “Sammeln sie Paybackpunkte?”

    Tuesday, August 3, 2010 at 8:56 am | Permalink
  5. Don Ribaldo wrote:

    Vielleicht wurde der Frau vom Arbeitsamt der Kassenjob auch nur als (unbezahltes) Praktikum aufgezwungen (mit angedrohter Sperre natürlich!), obwohl sie vielleicht Linux-SysAdmin ist? Da hätte ich auch keine Lust, Kunden noch die Stiefel zu küssen. Nach zwei Wochen in so einem Haß-Praktikum reichts dann vielleicht auch nichteinmal mehr zu einem Bitte-Danke…

    Tuesday, August 3, 2010 at 9:01 am | Permalink
  6. Alex wrote:

    Dass elektronische Waagen je nach verwendetem Untergrund unterschiedliche Ergebnisse anzeigen ist durchaus normal.

    Auch habe ich Markenwaagen erlebt, die diese 3kg Toleranz an unterschiedlichen Orten gezeigt haben. Andere Waagen sind durchaus unempfindlicher. Meine Noname-Discounter-Waage liegt da ganz gut. Und die Erwartung an freundliche Bedienung war bei LI*L deutlich niedriger, so dass der Kauf weitaus weniger enttäuschend war.

    Der Untergrund muss hart und eben sein. Teppich oder unebene Fliesen führen dazu, dass man auch die Auskunft nach dem eigenen Gewicht fragen kann.

    Tuesday, August 3, 2010 at 9:04 am | Permalink
  7. hrool wrote:

    Körperfettwaagen sind Snakeoil. Gar nicht erst kaufen.

    Tuesday, August 3, 2010 at 9:16 am | Permalink
  8. Horatiorama wrote:

    @Aksel: Sehr gut beobachtet. Ich war auch erst verwundert. Aber weil ich so selten dort einkaufe, dachte ich noch an der Kasse, dass das mit diesen Punkten vielleicht im anderen Kaufhaus war. Erst zu Hause auf dem Kassenzettel gesehen, dass jemand, der diese Punkte sammelt, 25 Punkte hätte mitnehmen dürfen.

    @Gipsnacken: Bitte benutze doch die Toilette! Eckenpinkler werden hier nicht geduldet. Obgleich das natürlich auch eine geile Überschrift gewesen wäre. ;-)

    Tuesday, August 3, 2010 at 9:49 am | Permalink
  9. hrool wrote:

    Im Übrigen funktionieren Personenwaagen mit elektronischer Anzeige erfahrungsgemäß besser als mechanische (bei deren Konstruktion ist meistens einfach zu viel Reibung und Verschleiss im Spiel).

    Von den elektronischen sind m. E. die am besten, die aus einer Wägeplatte (i. d. R. aus Hartglas) bestehen, welche mittig in einem Punkt auf den Unterbau geklebt ist.

    Solche Waagen haben mehrere kreisförmig versetzte Meßwertaufnehmer, die die unterschiedliche Belastung bei Schräglage kompensieren können. Einziger Nachteil ist oft, dass man erst lernen muss, einige Sekunden absolut still zu stehen (erst wenn die Signale der einzelnen Messwertaufnehmer nicht mehr schwanken, bildet die Elektronik den Mittelwert).

    Tuesday, August 3, 2010 at 9:52 am | Permalink
  10. Dominik wrote:

    Wenn man weiss wieviel eine Kassenkraft bei Kaufhof, Karstadt oder ähnlichem verdient und wie die Arbeitsbedingungen dort sind, dann ist eigentlich auch sofort klar, warum der Service so schlecht ist.

    Man sollte sich als Kunde halt überlegen wo man einkauft. Gibt auch sehr viele sehr gute Läden, die tatsächlich Service bieten. Kostet die Waage halt 2 euro mehr, weswegen viele sich dann doch lieber wieder auf in den Kaufhof machen.

    Tuesday, August 3, 2010 at 10:01 am | Permalink
  11. syvi25 wrote:

    Also ich finde ein “Guten Tag”, ein ganzer Satz beim Ansagen des Preises und ein “Auf Wiedersehen” sollte selbstverständlich sein, auch wenn man wenig verdient. Meine Mitmenschen bekommen die Begrüßung sogar ganz kostenlos!

    Ganz abgesehen davon, dass schlechtbezahlte Kassenkräfte durch das versprühen schlechter Laune auch nicht mehr verdienen und sich mit Sicherheit schlechter fühlen als wenn sie ab und an lächeln würden und ein freundliches Wort spendieren. Sie bekommen dann nämlich auch was positives zurück und kein Kopfschütteln.

    Tuesday, August 3, 2010 at 10:14 am | Permalink
  12. r so wrote:

    Ich will nur kurz daran erinnern, dass die Karstadts, Kaufhofs oder Woolworths dieser Erde bereits der erste Schritt des Niedergangs waren, weil sie die kleinen Einzelhändler verdrängten. So sie noch leben, gehe ich gern zu den kleinen Krautern. Inzwischen überwiegend in Einkaufsgenossenschaften organisiert, sind sie auch längst nicht mehr unverschämt teuer. Unmotiviertes und übellauniges 400-Euro-Personal habe ich dort schon lange nicht mehr erlebt. Dafür aber jede Menge Fachkompetenz.

    Tuesday, August 3, 2010 at 10:43 am | Permalink
  13. Sale Addict wrote:

    Man kann das Gefühl der totalen Missachtung durch “Servicepersonal” in Vollendung erleben, wenn man in eine beliebige P&C-Filiale spaziert, betont salopp gekleidet (Bermudas, Sneaker, Poloshirt ÜBER der Hose oder noch besser: T-Shirt!) und sich demonstrativ nur die reduzierten Markenklamotten ansieht. Die Frage, ob man mir helfen könne, wurde mir in dieser Aufmachung dort jedenfalls noch nie gestellt. Gespräche mit Kollegen sind ja auch viel interessanter. Richtig spaßig wird’s dann an der Kasse, nachdem die Kassiererin sich ein gepresstes Lächeln und ein “Sie wissen aber, dass reduzierte Ware vom Umtausch ausgeschlossen ist?” abgerungen hat. Je nachdem, ob P&C Hamburg oder Düsseldorf kann man dann nämlich noch seine Payback-VISA-Karte vorlegen (haha) und ein zutiefst genervtes “Nur bar oder EC!” vorgeworfen bekommen. Funktioniert auch bei SinnLeffers (nur ohne das VISA-Erlebnis). Beachtet mich! Ich will doch auch nur Geld ausgeben!

    Tuesday, August 3, 2010 at 11:40 am | Permalink
  14. Oh mein Gott, du hat X aus Y eine (in Worten: 1) schlecht gelaunte Kassiererin getroffen! Glücklicherweise wurde dieses unfassbare Ereignis gleich “gebloggt”, sonst täten wir das ja nie mitgekriegt haben.

    Vielleicht solltest man Kassiererinnen, die keinen Bock auf Kunden mit ihren pisseligen Waagen und anderen Problemchen haben, von vorneherein darauf hinweisen, dass ihr ungebührliches Verhalten eventuell im Internet zu finden ist. Dann aber!

    Tuesday, August 3, 2010 at 12:36 pm | Permalink
  15. Sonne wrote:

    Ich verstehe Ihren Unmut aufgrund dieses Erlebnisses. Die andere Seite sieht aber auch nicht besser aus. Ich arbeite bei einer bekannten Bekleidungskette (faire Arbeitsbedingungen, Tariflohn), meist an der Kasse, und erlebe es ständig, daß Kund(inn)en nicht zurückgrüßen, mich nicht angucken, nicht Danke sagen, wenn man ihnen das Wechselgeld oder die Karte zurückgibt, nicht das “Auf Widersehen und einen schönen Tag noch!” erwidern oder überhaupt quittieren. Statt dessen wird telephoniert, in der Nase gebohrt, betont gelangweilt Kaugummi (mit offenem Mund) gekaut usw., also als wenn ich gar nicht da wäre.

    Davon können alle Beschäftigten im Einzelhandel ein Lied singen (siehe das wunderbare Buch “Tüte oder sowas” von Ulrike Sterblich).

    Die allgemeinen zwischenmenschlichen Basics (Guten Tag, bitte, danke, Auf Wiedersehen) gelten auch an der Kasse, für beide Seiten. Und machen beiden Seiten gute Laune.

    Tuesday, August 3, 2010 at 12:38 pm | Permalink
  16. Horatiorama wrote:

    @Friedrich: Du sprichst die Frage der Funktion, der Relevanz und der Textsorte von Blog-Posts an und auch von literarischen Texten. Ein spannendes Thema, das man an geeigneter Stelle unbedingt diskutieren sollte (was im Übrigen auch passiert). Es tut mir Leid, falls dich dieser Text ästhetisch nicht angesprochen hat. (Übrigens ist auch interessant, wie er von der Mehrzahl der Leser gelesen wird. Ich lese ihn selbst nicht so, dass es vorrangig um schlecht gelaunte Verkäufer ginge. Für mich ist es eher eine Art Selbstoffenbarung des Erzählers. Aber was habe ich da noch zu sagen?)

    @Sonne: Danke für den Kommentar. Das kann ich mir sehr gut vorstellen; und es ist ein trauriger Umstand.

    Tuesday, August 3, 2010 at 1:04 pm | Permalink
  17. Lukanga wrote:

    Die Unterschiede zwischen Kaufhaeusern sind enorm. Hirmer, Beck und Konen in Muenchen beraten zum Beispiel ganz ausgezeichnet (mich zumindest). Darum gehe ich da auch immer wieder hin. Sonst sind die kleinen Einzelhaendler inzwischen preislich oft guenstiger und beraten gerne ausfuehrlich. Neulich habe ich es anders gemacht: ich habe mich gut beraten lassen, aber das Angebotene danach sehr viel guenstiger online gekauft. Einen Teil der Ersparnis habe ich dann in eine Flasche Wein und ein Trinkgeld fuer die Beratung investiert. Das wird besonders gerne angenommen, weil es steuerfrei ist und somit einen guten Teil des entgangenen Profites abdeckt. Und ich bin mir sicher, dass ich auch bei meinem naechsten Besuch wieder gut beraten werde.

    Tuesday, August 3, 2010 at 1:11 pm | Permalink
  18. a wrote:

    die klammern tun innen augen weh

    Tuesday, August 3, 2010 at 1:51 pm | Permalink
  19. Ich kaufe mittlerweile wieder mehr im Geschäft als online. Kein Witz. Bei eBay habe ich mir schon lange nichts mehr bestellt, bei amazon hin und wieder. Bücher kaufe ich dort noch gerne, weil die Auswahl bedeutend größer ist. Schade eigentlich.
    Ansonsten bin ich überzeugter Fachhändler-Käufer (Nein, ich kaufe keine Fachhändler ^^). Die Preise können meistens mit dem Online-Preis mithalten, wenn man das Porto dazu rechnet. Auf die Beratung verzichte ich sogar oft und erkundige mich über das Internet. Aber ich bin froh, wenn ich das Produkt sofort in der Hand habe und darüber hinaus denke ich auch an die Abwicklung, wenn ich etwas zurück geben will oder wenn ein Garantiefall besteht. Die Fachhändler nehmen die Produkte in der Regel ohne Probleme zurück (es gibt keine Gesetz, dass sie das müssen) und bleiben trotzdem noch freundlich. SIe sind auf jeden Kunden angewiesen. Im Kaufhaus ist das schon etwas anders. Da habe ich mich schon zwei Mal beim Geschäftsführer beschwert. Aber wenn ich bedenke, dass ich etwa zwei mal die Woche einkaufen gehe, so bin ich doch zu 99,9 % zufrieden. Hut ab vor den netten Damen und Herren, die für einen Niedriglohn ihre Arbeit verrichten.

    Tuesday, August 3, 2010 at 2:05 pm | Permalink
  20. maniacator wrote:

    Das ist natürlich eine unerfreuliche Begebenheit und doch leider die Regel heutzutage. Ich würde das aber weniger der Verkäuferin ankreiden als dem System “Kaufhaus” an sich. Ich hatte da vor kurzem ein sehr interessantes Gespräch, es ging um Entfremdung von Ware. Der Verkäuferin ist es letzendlich tatsächlich vollkommen egal was sie da über den Scanner schiebt. Ihr ist es auch egal wer oder was dafür Geld hinlegt. Ihr wäre prinzipiell es sogar egal, wenn du damit rausgehst ohne zu zahlen. Ist das etwa ein Produkt, das SIE an den Mann bringen will? Quatsch. IHR Job ist es dazusitzen, und zu kassieren. Ein nettes Gespräch über Kaffeeautomaten versüßt ihr vielleicht den Tag. Aber wenn sie für Freundlichkeit nicht bezahlt wird (und solange ihr Chef sie nicht zusammenstaucht und mit Rausschmiss droht wird sie das auch weiterhin so sehen) sondern fürs dasitzen und kassieren wird sie genau das machen. Weil ihr die Produkte egal sind. Weil sie null und nix davon hat, ob die verkauft werden oder nicht.

    Nehmen wir als krasses Gegenbeispiel den Schuster um die Ecke. Der Mann hat wirklich Arbeit in sein Produkt gesteckt, die Existenz seines Ladens hängt davon ab, ob er genug Schuhe verkauft. Er wird ALLES tun, diesen Schuh an den Mann zu bringen. Er wird dem potentiellen Kunden einen Stuhl anbieten, Kaffee kochen, ihm genau die Vorzüge der einzelnen Schuhe erklären usw. Er wird sich Zeit nehmen, selbst wenn wir dann aufstehen und gehen.

    Das Kaufhaus muss das nicht. Die Leute werden weiterhin da kaufen, selbst wenn sie nach jedem Kauf mit nem Fußtritt rausbefördert würden. Weil man da möglichst billig Dinge einkaufen kann, die man gleich in der Hand hat. Das ist der EINZIGE Vorteil. Aber uns reicht das, trotzdem immer wieder hinzugehen, zumindest den meisten. Diese Kaufhäuser gibt es nur, weil wir alles billiger haben wollen. Nur geht die Gleichung Gut – Billig – Schnell nunmal nicht auf, das ging sie noch nie. Etwas bleibt immer auf der Strecke. Den Materialwert kann man einsparen (Willkommen im Plastikland- Material der Waage…?), die Produktionskosten senken (ein HOCH Auf die Sweatshops!) und dann bleibt nur noch wenig Spielraum. Also wird beim Service gespart. Der Verkäuferin kann für all das nichts, sie wurde nur zum Verkaufen eingestellt. Sie steckt keine Arbeit in die Produkte, sie hat kein Interesse daran, dass der Laden bestehen bleibt (naja abgesehn davon, dass sie nen neuen Job braucht…) sie tut, was sie soll: Verkaufen. Und wenn es reicht, das ohne viel Worte und Tamtam zu tun, warum sollte sie mehr tun als unbedingt nötig? Ich glaube jeder von uns würde auf dauer genau dasselbe tun. Wenn man seinen Frust auf die Verkäuferin abzuwälzt trifft man damit also nicht unbedingt den Richtigen. Man sollte bei sich selbst und seiner Bequemlichkeit anfangen. Muss ich das Produkt unbedingt sofort haben? Wieviel will ich ausgeben und was kann ich dafür dann alles noch erwarten?

    Tuesday, August 3, 2010 at 2:47 pm | Permalink
  21. Thomas N. wrote:

    Hallo!

    Du bist ja ein Jammerlappen. Einmal ‘ne schlechte Erfahrung gemacht, schon wird gemeckert … dann kauf mal schön online ein und wundere Dich dann, wenn auch da mal nicht alles hundertprozentig klappt.

    Tuesday, August 3, 2010 at 4:01 pm | Permalink
  22. Matze wrote:

    What goes around comes around, endlich scglaegt die Geiz ist geil Mentalitaet zurueck! Man koennte auch Fragen, was war zu erst da, das Huhn oder das Ei? Ach nee, seit kurzem ist das ja klar… was ich sagen will ist, was zu erst da, die Arooganz und hochnaesigkeit von Kunden oder die Unfreundlichkeit von Verkaeufern? Waehrend meiner Ausbildung im damaligen Euro Markt sind mir Unverschaemtheiten von sogenannten Kunden an den Kopf geworfen worden, mit denen man Buecher fuellen koennte. “Ick zahle schliesslich ihr Jehalt also machen se ooch wart ick ihnen sage” war doch noch eher komisch. Jetzt aber mal ernsthaft…. Wer Beratung haben moechte und diese braucht kann heute nicht mehr in die Warenhaeuser oder Hypermaerkte gehen, weil die sich inzwischen in einem ruinoesen Presikampf befinden, denn fuer viele Menschen ist der Preis immernoch wichtiger als Beratung, also schraubt man an den Personlakosten. Ja man selbst ist freundlich, aber waren es die Kunden vor einem auch? Geht ins Fachgeschaeft und lasst Euch dort beraten, denkt aber daran, dass der Verkaeufer und der Inhaber auch leben wollen, obwohl solch moralische Bedenken ja auch nicht mehr Zeitgemaess sind, fachmaennischen Rat einholen und dann bei Saturn, Kaufhof oder im Internet kaufen; da wird man noch als clever bezeichnet, oder kommt sich zumindest so vor. Leben und Leben lassen… wie altmodisch… in diesem Sinne einen schoenen Abend noch

    Tuesday, August 3, 2010 at 4:12 pm | Permalink
  23. Julius wrote:

    @Horatiorama Du triffst mit Deiner Antwort auf Friedrich den Nagel auf den Kopf. Ich glaube Dank der ganzen idiotischen “Blogger vs. Journalisten”-Diskussion erwartet mancher plötzlich voll recherchierte Artikel, die (z.B. in diesem Fall dann hier) die Arbeitsbedingungen der Verkäuferin kritisch hinterfragen. Kann auch sein daß diese Erwartungshaltung dadurch entsteht, daß Printjournalisten ihre Texte auch oft mit lebensnahen Erfahrungen und Anekdötchen teasern, keine Ahnung.
    Daß hier teils unterschiedliche Textsorten miteinander verglichen und gegeneinander aufgewogen werden, was dann teils völlig absurd endet – meine Rede (will aber irgendwie keiner hören).

    Tuesday, August 3, 2010 at 4:47 pm | Permalink
  24. KHM wrote:

    Ich kann Syvi25 nur zustimmen – wobei ich letztens noch die Erfahrung gemacht habe, dass man von einer Kassiererin (ich hatte da Lidl/Aldi im Kopf) freundlicher behandelt wird, als im örtlichen Krankenhaus, denn dort bekommt man zumindest ein “Guten Tag” und am Freitag meistens auch ein schönes Wochenende. Auch wenn die Damen nicht im Pflegebereich, sondern in der Verwaltung beschäftigt waren (Aufdruck der Daten auf die AU-Bescheinigung), fand ich doch erschreckend, mit welcher Arroganz meine Bettnachbarin und ich dort behandelt wurde.

    Auch wenn die Arbeit vielleicht öde ist, auch wenn man am Tag 20 Gesichter sieht, die man begrüßen muss – wo bleibt denn da die Höflichkeit? Bricht man sich wirklich einen Zacken aus der Krone, wenn man dem 19. auch noch einen schönen Tag wünscht?? Und wie das so ist mit dem Wald, aus dem es spiegelähnlich herausschallt: Mehr Spaß macht das Arbeiten so sicherlich auch nicht!

    Ich selbst habe mich gefragt, obschon sonst überhaupt nicht meine Art, ob mich darüber bei der Krankenhausleitung beschweren sollte. (Leider waren auch eine Ärztin nicht viel besser!) Denn wenn sich keiner beschwert, dann merken die es ja vielleicht nicht mal? Wie sollen die sich dann ändern?? Ich hab es dann gelassen… In der Hoffnung, dass Karma sein Übriges tut :)

    Tuesday, August 3, 2010 at 5:49 pm | Permalink
  25. Horatiorama wrote:

    @Thomas N.: *lol* Vollkommen richtig.

    @Julius: Danke. Ist für manche in dem Fall vielleicht besonders schwierig, weil der Link vom meta-journalistischen Bildblog kommt…

    Tuesday, August 3, 2010 at 6:44 pm | Permalink
  26. Johannes wrote:

    Das hat vielleicht aber auch etwas mit dem Kulturkreis zu tun. Ich lebe seit drei Jahren in Wales, und im Vergleich ist Deutschland wirklich eine Servicewüste. In aller Regel wird man hier nett und freundlich bedient, egal ob im kleinen Privatgeschäft, im Kaufhaus oder bei Lidl an der Kasse. Wenn ich dann doch mal in Deutschland bin, bin ich jedes Mal aufs Neue schockiert, was man sich alles anhören muss von Leuten, die vermeintlich im Servicebereich arbeiten. Wenn man, um ein wirklich bizarres Beispiel rauszugreifen, am Informationsschalter eines Flughafens arbeitet, sollte man ja vielleicht drauf eingestellt sein, Fragen beantworten zu müssen. ;-) Was nicht heißen soll, dass es nicht ohne Ende nettes Verkaufspersonal gäbe, aber die Zahl der Ausreißer nach unten hin ist irgendwie schon deutlich im Vergleich, finde ich.

    Wednesday, August 4, 2010 at 12:01 am | Permalink
  27. Schonzeit wrote:

    Ich habe selbst lange Jahre immer mal wieder im Einzelhandel verkauft und kann einerseits sagen, dass dies keine Einzelfälle sind, andererseits aber auch nicht jedes schlechte Beratungsgespräch auf das Konto des Mitarbeiters geht. Eine passiv aggressive Einstellung des Kunden wird oftmals wirklich recht früh von dem Berater aufgenommen. Man soll sich da wirklich manchmal wundern.

    Dennoch ist natürlich alles keine Entschuldigung für schlechten Service. Dieser sollte stets geboten sein. Doch auch wenn man jeden Kunden versucht gleich zu behandeln, dann scheitert man manchmal. In meiner Laufbahn bin ich immer mal wieder der Beste Berater aller Zeiten gewesen, wie auch die inkompetenteste Person auf der Welt. Oftmals scheitert man an der Erwartungshaltung des Gegenüber und das wegen Kleinigkeiten.

    Alles jedoch natürlich keine Entschuldigung für schlechten Service. Nur mal der Versuch auch differenziert an die Sache ranzugehen.

    Wednesday, August 4, 2010 at 8:21 am | Permalink
  28. Amuthon wrote:

    Ich glaube nicht, daß hier kritisiert wird, daß der Beitrag nicht gut genug “recherchiert” wurde. Klar ist es nur ein Blog-Eintrag, aber Sätze wie “Oh mein Gott, da hat X aus Y eine (in Worten: 1) schlecht gelaunte Kassiererin getroffen!” würde ich (und vermutlich auch einige der bisherigen Kommentatoren) genauso bringen, wenn mir das einer beim Feierabendbier in meiner Stammkneipe erzählt.

    Ansonsten muß ich sagen, finde ich die Verkäufer/innen in besagten großen Kaufhäusern in der Regel eher zu aufdringlich in ihrem permanenten Wunsch, dem Kunden zu helfen. Richtig nervig finde ich jedoch die im Artikel angesprochene Tütensucht der Kassiererinnen. Selbst, wenn man Ihnen sagt, daß man keine Tüte möchte, wird häufig trotzdem eine hervorgekramt.

    Ansonsten finde ich, wer nette, gut gelaunte Verkäufer will, wird natürlich in den großen Kaufhäusern eher selten fündig – im Internet jedoch gar nicht. Von daher kann ich die ‘Aufregung’ (kommt jedenfalls im Text so rüber) eigentlich nicht verstehen: Wer fast alles im Internet bestellt, weil es “bequem und einfach” ist, sollte sich doch eigentlich wie zu Hause fühlen, wenn die Verkäuferin ungefähr so viele Worte macht wie mein PC. ;)

    Wednesday, August 4, 2010 at 12:00 pm | Permalink
  29. nebel wrote:

    @Amuthon: Was für ein Unsinn! Du weißt schon, daß “das Internet” nicht einfach magisch auf deinem Bildschirm erscheint, wenn du den Browser startest? Man mag es kaum glauben, aber da stecken tatsächlich Menschen – Personen gar! – dahinter, die in kleinen wie großen Online-Shops Waren verkaufen. Und die können durchaus nett und gut gelaunt sein, und hilfreich noch dazu, was leicht dazu führen kann, daß man lieber beim freundlichen Online-Händler einkauft als bei dem unfreundlichen, der nunmal zufällig einen Raum nicht unweit von mir einnimmt.

    Aber um mal wieder zurück zum eigentlichen Thema zu kommen: Danke für die Begleitung, “horatiorama”, das neue Hemd ist ganz fantastisch!

    Wednesday, August 4, 2010 at 1:22 pm | Permalink
  30. Horatiorama wrote:

    @Johannes: Das kenne ich. Finde aber, dass es in Deutschland regional große Unterschiede gibt. (Zwischen den Individuen sowieso aber auch im wahrgenommenen Schnitt.) Gebrechlichen Menschen Türen aufhalten scheint mir ein guter Test zu sein. Das kann man ja am Bahnhof machen und weiß dann gleich, worauf man sich in der jeweiligen Stadt einlässt…

    @Amuthon: “Nur ein Blog-Eintrag”. Wieso “nur”? ;-) Feierabendbier in der Stammkneipe: Wo ist denn die Ähnlichkeit zwischen Stammkneipe und teil-literarischem Blog, das von (de facto) Kunstfigur(en) geführt wird? Die Frage wäre für mich eigentlich: Würdest du auch bei einer Lesebühne so reagieren?

    @Nebel: Obgleich du mir die Demonstration schuldig geblieben bist… Dafür konnte ich erleben, wie herzlich und auch beredt die Verkäuferin bei der Warenrückname war (also nach dem Hin- und Her-Geschicke durch das Warenhaus (das wäre per Mail übrigens einfacher gewesen, wg. copy&paste, z. B.)).

    Wednesday, August 4, 2010 at 2:25 pm | Permalink
  31. Daniel wrote:

    Ich war auch schon auf schlecht gemachten Internet-Seiten – deshalb surf ich trotzdem weiter. Gibt halt gute und schlechte Verkäufer, und Du bist halt an eine Schlechte geraten. Wenn Du deshalb nur noch online einkaufst, entgehen Dir die Guten.

    Ansonsten kann ich mich einigen meiner Vorkommentatoren nur anschließen: Ich hab selbst einige Zeit im Einzelhandel gearbeitet und weiß, dass man nach einigen Kunden erstmal ins Hinterzimmer gehen und da gegen ne Tür treten muss. Dass man auch mal nen schlechten Tag hat, sich mal nicht gut fühlt, mit dem Gedanken beim Partner oder Kind ist, das krank Zuhause im Bett liegt. Das liegt daran, dass da Menschen arbeiten. Der Wunsch, dass die alle gefeuert werden, wirkt da garantiert nicht deeskalierend.

    Wednesday, August 4, 2010 at 8:54 pm | Permalink
  32. Amuthon wrote:

    @Nebel:
    “Man mag es kaum glauben, aber da stecken tatsächlich Menschen – Personen gar! – dahinter, die in kleinen wie großen Online-Shops Waren verkaufen.” Klar – nur ob die freundlich sind oder nicht, merke ich beim Online-Kauf idR nur, wenn ich Reklamationen oder Nachfragen habe, alles andere wird standardisiert erledigt, also wie im Supermarkt mit Selbstbedienungskasse – es gibt Personal, aber eben nicht zu sehen.

    @HORATIORAMA:
    ““Nur ein Blog-Eintrag”. Wieso “nur”?”
    Nur ein Blog-Eintrag bezog sich auf Deine Aussage, daß man hier eben keine journalistisch hinterfragten Thesen veröffentlicht, sondern Kommentare zu seinem Alltag – ich sehe die meisten Blogs eher in der Tradition von Stammtischreden als in der Tradition journalistischer Arbeit. Zur Lesebühne: Sofern es dort eine ähnliche Möglichkeit gäbe (anschließende Diskussionsrunde), würde ich mich vermutlich auch dort sinngemäß so äußern, wenn der Text wirklich so kommentierend daher kommt wie obiger und nicht einfach eine literarische (=unkommentierte) Geschichte ist.

    Thursday, August 5, 2010 at 11:09 am | Permalink
  33. Horatiorama wrote:

    @Amuthon: Von Kommentaren zum Alltag habe ich nicht geschrieben, @Julius auch nicht wirklich. Das ginge ja ein wahrscheinlich in die Online-Tagebuch-Richtung; und über dieses Verständnis von Blogs sind wir ja zum Glück raus. Dass du Blogs in der Tradition von Stammtischreden siehst, finde ich wirklich interessant. (Allemal besser als die berühmten Klowände. ;-) ) Damit unterstellst du eine orale Tradition. Auch bei LitBlogs? (Das fände ich einen interessanten Stammtisch, dem ich gern beitreten würde–wenn man so etwas mit Stammtischen könnte.) Warum eigentlich nicht in der Tradition des Geschichtenerzählens oder der des Ratschens/Tratschens/Schwatzens? Bei Lesebühnen empfehle ich dir, dein Missfallen immer direkt reinzubrüllen. Aber Vorsicht: mit Plot- bzw. Sujet-bezogenen Relevanz-Fragen (Wen interessiert das schon? Was ist das für eine müde Story?) öffnest du dann vielleicht die Büchse der Pandora…

    Thursday, August 5, 2010 at 11:34 am | Permalink
  34. Amuthon wrote:

    “Warum eigentlich nicht in der Tradition des Geschichtenerzählens”

    Wie schon im vorigen Comment erwähnt, ist der große Unterschied die eigene Kommentierung. Allein schon die Einleitung, also der erste Absatz obigen Beitrags, ist für mich jenseits sämtlicher literarischer Erzählung.

    Passender finde ich die Tradition des Tratschens/Schwatzens – das ist imho das gleiche wie meine Stammtischreden, denn was ist das Gefasel von Leuten an einem solchen denn anderes als Schwatzen? Jedenfalls dort, wo ich verkehre, läuft es häufig so, daß einer etwas in ähnlicher Form wie oben geschrieben erzählt (wenn auch weniger druckreif) und dann um die Ohren gehauen bekommt, daß er doch bitte nicht von einer Kassiererin auf alle schließen soll.

    Thursday, August 5, 2010 at 3:43 pm | Permalink
  35. Über 30 wrote:

    Oh mein Gott, da bloggt der Heiko jahrelang und seit ich mitlese, gibt es äußerst selten mal mehr als 4 bis 5 Kommentare und ich mag da falsch liegen, aber kann mich nicht daran erinnern, dass es mal mehr als 10 Kommentare gab. Und dann bin ich hier bei so einem scheinbar belanglosen Thema Nummer 35! Schon krass…

    Und ohne, dass ich jetzt jeden Kommentar bis ins Detail gelesen habe, möchte ich hinzufügen: Willkommen in der Servicewüste Deutschland! Befrag mal Leute aus dem englischsprachigen Raum über die Freundlichkeit von jeglichem Servicepersonal in Deutschland. Ich kenne Leute, die regen sich fast täglich darüber auf…

    Ich glaube aber wie andere hier auch, dass viele Käufer ebenso unfreundlich sind. Ein deutsches Problem! Da lobe ich mir doch die oberflächliche englischsprachige Freundlichkeit…

    Und ich glaube ehrlichgesagt nicht, dass die Löhne im englischen/amerikanischen/irischen Einzelhandel extrem viel höher sind. Das Geld kann nicht der (einzige) Grund sein…

    Thursday, August 5, 2010 at 8:01 pm | Permalink
  36. Heiko wrote:

    Ach Ike! … … Aber gut beobachtet, dass sonst weniger los ist (bei der Heldenstadt ging es jedoch manchmal heißer her). Dabei kommentieren noch nicht einmal 0,7% der Besucher. (Den Link klebe ich mir neben meinen Tweet-Verweis in der Süddeutschen ins Trackback-/Link-Tagebuch) ;-)

    Friday, August 6, 2010 at 6:02 pm | Permalink
  37. Über 30 wrote:

    Ich glaube mich zu erinnern, dass es bei der Heldenstadt gleich bei deinem allerersten Beitrag richtig heiß herging!?

    Saturday, August 7, 2010 at 11:41 am | Permalink
  38. Heiko wrote:

    Ja, da hatten wir einen Troll angezogen. Und wir brauchten eine Weile, um zu bestimmen, wie unsere Policy aussehen sollte. Damals kam CC auf die Idee, das Blog als unser Wohnzimmer zu definieren, in dem Eckenpinkler, Randalierer und Nazis nicht geduldet würden. Das funktionierte dann ganz gut. Lanier schreibt in _You Are Not a Gadget_: “Trolling is not a string of isolated incidents, but the status quo in the online world.” Ich überlege gerade, was wohl passierte, wenn man die überall rausschmisse, also besonders bei den On-Line-Repräsentanzen der Massenprintmedien (à la Spiegel, LVZ, TV, …) und den üblichen Troll-Medien (z. B. Heise ;-) ). Da wäre dann wohl auch viel viel weniger los…

    Saturday, August 7, 2010 at 12:56 pm | Permalink
  39. Cat wrote:

    Mein ‘Lieblings’-Einkauferlebnis hatte ich bei Wöhrl. Vor dem Laden, ich sehe durch den großen, einladenden Eingangstürbereich: jede Menge Verkäufer(innen), wuseln zwischen Ständern hin und her. Ich trete ein. Alles noch ok. Ich beginne mich suchend nach etwas umzusehen (und nicht sofort zu finden): plötzlich scheint der Laden ausgestorben, keine Verkäuferin mehr weit und breit…irgendwann habe ich dann, was ich wollte und will mit meiner Beute Richtung Kasse schlendern: Rums, da materialsiiert sich der Geier…äh nein, die Verkäuferin direkt vor meiner Nase, versperrt mir geradezu unverschämt den Weg und säuselt mit bereits ausgestreckter Hand, Stempel bereit “na-ha, gefunden was sie gesucht haben? Darf ich ihnen das abnehmen?” ich ergänze gedanklich für mich “und MEINEN Stempel aufs Etikett drücken? Na, gib schon her, is meine Provision!” und entscheide mich gaanz spontan für ein “Nein, dürfen Sie nicht” und gehe weiter. Das Gesicht war’s wert…in dem Laden war ich seither nicht mehr…

    Saturday, August 7, 2010 at 2:55 pm | Permalink

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