Wie man Facebook-Social-Plugins den Garaus macht…

Haben mich schon länger gestört: so genannte Social Plugins, wie die Like-Buttons, die auf allen möglichen Seiten aus dem Boden sprießen. Warum? Aus dem gleichen Grund wie Carsten, der neulich darüber geschrieben hat. Dazu kommt noch, dass man Interaktion im Netz und auch Erinnerung immer stärker in das körperschaftliche System von Facebook einbettet. Statt auf einem Blog zu kommentieren, macht man das in Facebook. Statt zu twittern, postet man Status-Updates bei Facebook. Vieles passiert also in einem “monokulturellen” System, über das man letztlich wenig Kontrolle hat (vgl. auch die Diskussionen um die Nutzungsbedingungen der Seite). Außerdem noch die oben angedeutete Möglichkeit für Facebook, genau zu analysieren, auf welchen Seiten man sich herumtreibt. Das mag ich nicht. Allerdings mag ich mich aber nicht ständig aus Facebook ausloggen, weil ich es häufig nutze. Was ist also zu tun?

Ganz einfach: So könnte man die Facebook-SpitzelPlugins los werden:

Ad-Blocker-Einstellungen öffnen. Ich habe Adblock Plus. Da klicke ich auf den Pfeil neben dem ABP-Logo neben der Adress-Zeile.

FBSPB1

Dort wähle ich “Preferences…” und klicke auf “Add Filter…”, um diese beiden Zeilen dort hinein zu kopieren (ich muss also zwei Mal klicken):

||facebook.com/*$third-party
||fbcdn.net/*$domain=~facebook.com

FBSPB2

So einfach. Die Zeile bringt den Ad-Blocker dazu, alle Facebook-Inhalte zu blockieren, wenn sie von einer anderen Seite als Facebook selbst geöffnet werden. Like-Buttons und Bilder von Facebook-Freunden, die eine besuchte Seite schon mögen, sollten ab jetzt wegfallen.

Auf der Website der Open House Party, z. B., ist jetzt rechts wieder ganz viel Platz, der die Augen zum Verweilen einlädt. Unter Magazin-Beiträgen bei hunderttausend.de gibt es keine Kommentare mehr etc. Übrigens frage ich mich ja noch, wie sich die Social Plugins mit der Störererhaftung vertragen. Habe ich als Seitenbetreiber das Recht, bestimmte Kommentare zu löschen oder nicht anzuzeigen? Kommentar-Content, der nicht bei mir liegt, den ich vielleicht auch sehr schlecht moderieren kann, wird auf meiner Seite angezeigt…

Fil, mein via, hat neben Anleitungen für andere Werbe-Blocker auch noch eine entspechende Zeile für den “Google-Analytics-Spion” im Angebot…

Update (2011-07-06): Problem: Die hiesige Lokalzeitung erlaubt Kommentare ihrer Online-Beiträge direkt auf ihrer Website mittels Facebook. So etwas machen auch andere Websites. Das ist ganz praktisch, führt aber dazu, dass wir mit unserer Ad-Blocker-Einstellung diese Kommentare nicht lesen können, nicht selbst kommentieren können oder eben den Ad-Blocker für diese spezifische Domain ausschalten müssen und uns damit erneut Werbung oder anderen unerwünschten Inhalten ausgesetzt finden. Lösung: den Filter anpassen. Die erste Zeile genügt. An sie wird einfach die Ausnahme angehängt. Bei mir sieht die Zeile so aus:

||facebook.com/*$third-party,domain=~volksfreund.de

Dabei ist “volksfreund.de” die Domain der Lokalzeitung. Da könnte also auch etwas anderes stehen. Website also ohne Klingelton-Abo-Werbung, dafür mit Kommentarmöglichkeit und ansonsten überall die SpionageSocial-Plugins von Facebook ausgeschaltet. Yay!

PS: Denkt bitte daran, dass sich diverse Anbieter durch Werbung finanzieren. Ich bezweifle, dass sie das immer verantwortungsbewusst tun. Auf der Buchmesse konnte man einmal die neue Website einer großen deutschen Tageszeitung live bewundern–mit Werbeblocker. Ohne wäre das sicher sehr peinlich geworden…

Ach so… ;-):

11 thoughts on “Wie man Facebook-Social-Plugins den Garaus macht…”

  1. Ich höre sie schon rufen: “mit Werbeblockern werden Content-Produzenten bestohlen,” “Facebook ist doch eine Macht des Guten auf der Welt,” “und überhaupt, wie kann man in der heutigen Zeit…”. Übrigens, gerade bei Heise: “Facebook verstärkt Lobby-Truppe.”

  2. @Sodomedia: Wenn du magst, kannst du auch fbcdn.net mit in die Liste aufnehmen. Dann fällt das dort auch weg…

    [Update] Also so, z. B. (fbcdn.net wird also überall, aber nicht auf Facebook selbst gefiltert):

    1.) ||facebook.com/*$third-party
    2.) ||fbcdn.net/*$domain=~facebook.com

    [Habe ich im Text oben auch mal ergänzt.]

  3. Inzwischen hat FB eine nervige Sidebar, die für Leute, die mit Facebook chatten oder 24/7 davor hängen–oder aufmerksamkeitsdefizitär sind–sicher ganz angenehm ist. Mich nervt sie enorm. Oder anders: nervte. Damit wird man sie los:

    facebook.com##DIV#pagelet_sidebar

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