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Das Gold der Steppe: Die Schätze der Skythen und Sarmaten

GarderobehakenAufKopfhoehe
[Was ist von unserer Zeit in 2500 Jahren noch übrig? … Vielleicht dieses Schild.]

Eine unglaubliche Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museeum Zeughaus in Mannheim. Angeblich flankierend zur großen Alexander-Ausstellung, von der mir viele abgeraten haben, kann “Das Gold der Steppe: Fürstenschätze jenseits des Alexanderreichs” sicher für sich allein stehen. “Ich mag keine Münzen sehen,” habe ich vorher gehört. “Es gibt auch keine zu sehen,” möchte ich nun entgegnen. Was es gibt ist beispielsweise Gänsehaut bei dem Gedanken, dass zwischen der Schöpfung des Artefakts, das da vor einem liegt, bis zum jetzigen Moment 2500 Jahre vergangen sind. Und: Man sieht sie nicht, die Jahre. Naja, bei Komposit-Materialien, bei denen auch Eisen zum Einsatz kam, ahnt man, dass da Zeit vergangen sein muss. Das Zeug ist längst zerquollen. Aber das Gold und Silber… Häufig sieht man in Museen die Zeit bei den schlimmen, platten, frühen christlichen, arg zweidimensionalen Heiligenabbildungen. Das ist auch bei einer Schale am Ende der Ausstellung der Fall. Aber das Nicht-Christliche, das Nomadische, das Naturverbundene und doch Kulturelle beeindruckt. Da ist z. B. diese Ziergürtelschnalle, die einen Elchkopf darstellt. Gegossen: Massenproduktion in der Steppe. Wenn ich das Motiv abpause und bei Spreadshirt auf ein T-Shirt drucke, ahnt keiner, dass der Künstler schon über 2000 Jahre tot ist. Eben mit größter handwerklicher Fertigkeit und individueller Kreativität (ohne mimetischen Impuls!) ist dieser Elch dargestellt. … Man muss ihn sehen. Man muss es sehen. Auch die Fabelwesen, die rechten Proportionen, die Ornamente. Flankierend zur Alexander-Ausstellung… Pfff! Fahrt nach Mannheim!

Noch bis 25. Mai 2010; Dienstags-Sonntags, 11-18 Uhr; Eintritt: 10/5€.

Hörenswerte Medien

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