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El cielo dividido (Broken Sky, 2006): Dehnung der Erzählzeit durch Langeweile

Ich glaube der Film lief jetzt mehrere Tage und ich saß so lange vor der Leinwand. Er war schwer zu ertragen. Preise hat er gewonnen, ja. Aber ich bin nicht allein mit der empfundenen unerbitterlichen Langatmigkeit der Geschichte. Mein lieber Scholli! Bei Rotten Tomatoes schreibt man: “This thing crawls over a torturous 140-minute running length, with teenage love given a dire gravitas which verges on the absurd” (David Noh) oder “I could have gone out for dinner, come back and missed little of importance” (V. A. Musetto). Genau so ist es. Es ist zum aus der Haut fahren. Da ist selbst die Geschichte mit diesem flennenden Kamel noch erträglicher. Ja, Julián Hernández hat sich schon etwas überlegt. Er lässt die Schauspieler kaum sprechen. Nur ein paar “Komm! Komm!”s und etwas Dialog gegen Ende gesteht er ihnen zu. Wenn mehr zu reden ist, wird Musik eingespielt. Dafür dass die Charaktere nicht genug sprechen, könnte man den Text der nervigen Erzählstimme komplett streichen. Die Schauspieler spielen mit überstarkem Ausdruck (Man muss doch verfremden, damit es ein Kunstwerk wird!). Alles dauert viel zu lange. Und dann kommt diese Stimme aus dem Off, die noch einmal sagt, was man ohnehin schon fünf mal verstanden hat. Was man an diesem Machwerk finden kann, verstehe ich nicht, liebes via. Okay, es gibt ein paar gute Bilder, die Schauspieler (besonders Miguel Ángel Hoppe und Alejandro Rojo (!)) sind auch nicht so schlecht.* Aber warum müssen da gerade so viele Szenen sein, die so abgrundtief langweilig sind? Und warum lässt man die tollen Schauspieler nicht wirklich spielen?

Was natürlich eine Leistung ist, das gestehe ich zu, ist, dass man am Ende das Gefühl hat, Verlieben, Liebe, Auseinanderleben, Verwirrung danach, Sehnsüchte zurück, Trauer um das Verlorene, Schuld und alle anderen Dinge die irgendwie mit der Beziehung zu tun haben, oder mit dem Lieben der Figuren an sich, dass man also all diese Dinge in Echtzeit erlebt hat. Als ob es Tage und Wochen gedauert hätte…

Hernández hätte nie aus dem ursprünglichen Kurzfilm Identidad einen Spielfilm machen sollen! Vielleicht das Ding einfach noch einmal um 100 Minuten kürzen?

*Fast vergessen: Es gibt einen Verweis auf Platon im Film (da wird sogar gesprochen). Meine Empfehlung also: El cielo dividido: Bloß nicht! Die Rede des Aristophanes: Lesen oder anschauen!

One Trackback/Pingback

  1. […] einmal auf die Rede des Aristophanes verwiesen. Hier zwar eine Vergewaltigung des Originaltexts aber trotzdem schön. Und da heute IDAHO […]

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