Sonntag, 5. Juli 2009, Textorium in der TUFa in Trier: Zwei anscheinend leicht überforderte Bedienungen laufen zwischen Freisitz und Kneipe umher. Dabei scheint doch gar nicht so viel los. Okay, ein paar Leute haben Essen bestellt. Dafür gibt es aber einen Koch. Es gibt auch noch einen Kollegen, der nur zu zapfen scheint. Irgendwo in einem Hinterraum spielt eine Kapelle. Klingt nach Übung.
Elf Minuten dauert es, bis eine der Bedienung mich fragt, ob ich gern etwas hätte. Das finde ich nett. Leider habe ich bis dahin schon ein paar Minuten vom Tatort verpasst, weil ich ja mehr damit beschäftigt war, einen Blickkontakt mit den Bedienungen herzustellen als auf die Leinwand zu kucken.
Auf dieser ist aber zuerst sowieso nicht so viel zu erkennen. Es ist zu hell. Die Lampen innen und das Außenlicht lassen den Beamer blass aussehen. Nach ein paar Minuten wird ein Vorhang zugezogen und die Lampen etwas gedimmt. Dummerweise hängt eine der Lampen penetrant vor der Leinwand herum (Das kenne ich schon–es ist nicht mein erster Besuch hier. Die Leute vom Textorium wissen es auch.). Dabei wäre es doch so einfach, die aus dem Weg zu hängen. Schließlich wird der Sonntagstatort doch hier immer gezeigt. (Haken an die Decke und das Ding vor dem Film mit einem Stecken dort dran gehoben.)

Der Ton ist heute fürchterlich. Das Besteckgeklapper vom Nachbartisch ist laut, im Hintergrund diskutiert der Koch etwas mit der Bedienung. Aus einer offenen Tür (ich nehme an, es ist die Küche) kommt ein Geräusch, als würden dort unzählige Schnitzel gebraten. Auch die Band spielt laut und von außen dringt das Geschrei umherrennender Kinder. Es gibt zwei Reihen Lautsprecher. Doch nur aus der linken tönt der Tatort. Das lenkt sehr ab. Man schaut nach vorn, bekommt aber den Ton direkt von links–und nicht besonders laut.
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Der Tatort selbst ist auch scheiße. Einer der schlechtesten ever. Ästhetik aus den frühen Neunzigern, ein überstrapaziertes Seriengesicht (Dennenesch Zoudé), wirre Story. Sowieso eine Wiederholung von 2003 (Wieso muss man so einen Dreck wiederholen?). Ich entscheide mich also zu gehen und spreche die Bedienung beim Zahlen auf den schlechten Ton an. Ach ja? Sie höre hier (an der Kasse) gar nichts vom Ton. Vielleicht ist das ja ein Indiz, dass er zu leise ist? Aber es scheint keiner so richtig zu bedauern, wenn auch der Mann hinterm Tresen einen Blick auf die Musikanlage wirft. Ob der Ton danach besser wird, kann ich nicht sagen, denn ich bin schon auf dem Weg nach Hause.
Tatort heute: m. E. ein Mega-Fail.


3 Kommentare
Oh! Der war gar nich neu. Gar nich mitgekriegt. Gar nich drauf geachtet im Vorfeld. Und so schlimm fand ich den nich. Aber vielleicht bin ich einfach anspruchsloser als du. Oder es lag am guten Ton zu Hause. Wer weiß…
»stecken« ist ein sehr schönes wort, danke fürs entstauben
@30: Ja, bei dir zu Hause dröhnen die Bässe so. Und wenn die Bässe richtig dröhnen, dann ist alles in Butter.
@Arne: Gern getan.
Überlebt hoffentlich wenigstens im Steckenpferd. (Ich wundere mich übrigens, warum es keine Stecken-Motorräder u. ä. gibt…)
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