Wie viele wissen, hatte es der StuRa der Uni Leipzig mit seiner hirnrissigen und undemokratischen Aktion im Streikwinter 97/98 bei mir und vielen anderen Studenten meines Jahrgangs verschissen. Schön ist aber, wenn man die Situation mit der an anderen Universitäten–ich denke da an Universitäten in Franken–vergleicht, dass es überhaupt eine streitbare studentische Vertretung gibt. Wenn der momentane Protest der Leipziger Studenten also nicht nur die Sache einer kleinen Elite ist sondern von großen Teilen der Studentenschaft getragen wird, dann kann man nur die Daumen drücken, dass die notwendige Stamina zur Durchdringung des bekannten Dresdner Filzes gegeben ist und man tatsächlich etwas erreicht. Der Forderungskatalog des StuRa klingt auf jeden Fall sehr überlegt und könnte, falls sich die Politik zu Gesprächen herablässt, tatsächlich eine Verhandlungsgrundlage sein. Allerdings sind die Druckmittel recht beschränkt. Von gerichtlichen Auseinandersetzungen abgesehen haben die Studenten nicht viel in der Hand, wenn sie die breite Masse der Wähler auf ihre Seite ziehen. (Studiengebühren zahlt man ja in Sachsen noch immer nicht.)
Ach, es gibt einen längeren, etwas umständlichen (Stichwort “Studentinnenrates”) Radio-Blau-Beitrag dazu.
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[Beitrag unter CC-Lizenz. Siehe Link oben.]


2 Kommentare
“…hirnrissigen und undemokratischen Aktion im Streikwinter 97/98…”
Was ist denn damit gemeint? Entweder ich kenne diese Perspektive auf jene Ereignisse nicht, mir ist nicht klar, welche Ereignisse genau gemeint sind, oder beides…
Ich meine nicht die körperliche Gewalt gegen “Streikbrecher” (die es gab (ich selbst habe gesehen, wie ein junger Mann zusammengeschlagen wurde, als er ins abgesperrte Seminargebäude wollte)) oder den Steik an sich (bei dem man sich (s.o.) immer fragen muss, was der bringen kann). Die doch recht bekannte (vorletzte) winterliche Abstimmung über die Fortführung des Streiks ist gemeint. Die klare (!) Mehrheit stimmte dagegen, musste sich aber (unter Pfiffen und Buhrufen) vom StuRa sagen lassen, dass der Streik fortgesetzt würde, weil die Mehrheit angeblich dafür sei (das war der in der Tat skandalöse Vorfall, der den StuRa seinerzeit vollständig diskreditierte). Man kann natürlich sagen, dass man aufzeigende Hände zur Abstimmung auch nach seinen Wünschen interpretieren kann ohne böswillig zu sein. Das ist einfach eine Frage der Wahrnehmung. Allerdings war die Situation damals so eindeutig, dass der Schluss nur der sein konnte–zumindest für mich–, dass der StuRa eine Institution ist, die nicht unbedingt demokratisch ist sondern elitär (das müsste man genauer definieren) und damit niemals als Vertretung der Studentenschaft anzuerkennen ist. Zur nächsten “Vollversammlung” war der Innenhof voller und es wurde mit Hammelsprung gegen den Streik gestimmt.
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