Skip to content

Johannes Kreidler: “Product Placements” (2008)

Der Komponist Johannes Kreidler hat am 12. September 2008 sein neues Musikstück bei der GEMA angemeldet. Das Stück ist recht kurz–eine gute halbe Minute–beinhaltet jedoch recht viele Zitate–70200 nämlich. Der bürokratische Aufwand für diese Anmeldung ist unglaublich. Natürlich ist das Kunstwerk selbst nicht nur das Musikstück sondern die Aktion um es herum. Sie zeigt wieder einmal, wie absurd überkommenen Gesetze aus dem Geist eines romantischen Geniekults und einer Wirtschaft, die vor allem auf physischen Waren basierte, im Informationszeitalter sind.

6 Kommentare

  1. guido wrote:

    Naja, nicht ganz. Er durfte seine Anmeldungen wieder mitnehmen, weil sie im vorliegenden Fall nicht nötig waren: http://www.heise.de/newsticker/Komponist-nimmt-seine-70-200-GEMA-Formulare-wieder-mit–/meldung/115905

    Wednesday, September 17, 2008 at 11:24 am | Permalink
  2. Horatiorama wrote:

    Ja, angeblich weil man die Zitate als solche erkennen können müsste. Aber: Das ist ein sehr weiches Kriterium. Letztlich müssten sie also den Antrag bei 1-2 Zitaten pro Sekunde annehmen (wenn er markante Schnipsel auswählt). Soweit ich weiß hat er die Zitate komprimiert. Schließt das Wiedererkennen die Nutzung von Software ein (Verlangsamen), sollte er die Zahl bei genügend hoher Samplerate beliebig steigern können. Die Aussage bleibt also stehen, auch wenn Kreidler jetzt eine Menge leere Rückseiten zum Komponieren übrig hat.

    Wednesday, September 17, 2008 at 5:24 pm | Permalink
  3. 30 (nicht mehr) wrote:

    @h/: Dann nenn mir bitte mal die 30 bis 60 Zitate (1-2 pro Sekunde laut deiner Aussage), die die GEMA annehmen müsste und sag woher sie stammen. Kannst dafür auch gern das ganze verlangsamt abspielen.

    Komplett sinnlose Aktion das Ganze! Und ich mag mir gar nicht vorstellen, wie der gute Mann zuhause sitzt und tausende winzige Soundschnipsel zusammenschneidet…

    Thursday, September 18, 2008 at 12:56 am | Permalink
  4. Horatiorama wrote:

    @31: Sehr gern, wenn er eine weitere Fassung versucht mit 60 anstatt 70200 Versatzstücken und es eine Version mit entsprechend hoher Samplerate gibt…

    Thursday, September 18, 2008 at 1:05 am | Permalink
  5. 30 (nicht mehr) wrote:

    Ok, ich gebe zu dich missverstanden zu haben! Trotzdem müsste die GEMA auch eine Fassung mit 60 Versatzstücken nicht automatisch annehmen. Es ist halt Ermessenssache. Auf die Diskussion, ob die Gesetzeslage absurd ist oder nicht mag ich mich aber nicht wirklich einlassen. Zumal ich im Gegensatz zu dir den Künstler eher mit im Auge habe…

    Thursday, September 18, 2008 at 11:17 am | Permalink
  6. Horatiorama wrote:

    @31: Genau das ist eines der großen Probleme. Im Informationszeitalter diese Rechtsunsicherheit (ja, man kann sie auch Ermessenssache nennen) zu haben, ist einfach Scheiße, auch für Künstler, die ja produzieren wollen. Die Plagiatsverfahren der letzten Jahre sprechen da Bände. Übrigens betrifft das längst nicht nur Musik sondern jede Art von Text.

    Thursday, September 18, 2008 at 11:26 am | Permalink

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *
*
*