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Monthly Archives: September 2008

Eklat über die Ritterstraße

“Polizei geht Thailänderin an die Wäsche – Kanzler entsetzt” wäre sicherlich eine reißerischere Aufmachung als “Polizei schädigt Image der Universität Leipzig” der Hintergrund ist aber derselbe. Immer wieder (ich generalisiere, unzulässigerweise) habe ich selbst beobachtet, wie Dienstleister – von der Polizei bis zum Taxifahrer – mit Ausländern umgehen. Sei es bei Passkontrollen auf dem Bahnhof oder bei der (Nicht-)Beförderung durch Taxifahrer (um bei dem zu bleiben). Es ist oft peinlich und wahrlich kein Ruhmesblatt (Wenn man jetzt noch anfinge, über die Geisteshaltung der jeweiligen Akteure zu spekulieren, käme man sicher in Teufels Küche.). Gut zu verstehen, dass die Uni sich nicht den Ruf zerstören lassen möchte. Bei solchen Sachen frage ich mich auch immer, warum es von der Stadt keinen gibt, der da einschreitet. Ist das das Goldfuß-Referat? Aus dem Rathaus ist es immer still–es sei denn, es geht um Wirtschaftsdelegationen. Einzelfälle (man beachte den Plural), wie dieser, scheinen uninteressant.

Ob vorerst gilt, dass Ausländer nicht mit Hundert-Euro-Scheinen im Karstadt bezahlen sollten?

Nachtrag: Isar-Impression

Noch etwas zum Thema München. Wenn man das sieht, was man auf dem Bild sieht, hat man das Deutsche Museum im Rücken. Nimmt man die Au-Seite um dorthin zu gelangen, kommt man am Mars vorbei.

Anleitung: Komm näher zum Bildschirm! Starre für ca. 30 Sekunden auf den kleinen schwarzen Punkt auf dem Bild. Dann zieh, ohne deine Augen zu bewegen, deinen Mauszeiger auf das Bild! (Der Effekt hält an, bis das Auge den schwarzen Punkt verlässt.)
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Manchmal ist auch neues schon alt

Wie die Skala. Meint jedenfalls Mephisto.


[hier]

Der Feed-Teaser kündigte übrigens an: “Die Theaterbühne „SKALA“ stellt sich am Nachmittag mit mehreren Aktionen in der Innenstadt vor.”

Ich möchte wetten, dass Apple, …

… wenn sie auch im Deutschen iTunes-Store Filme zum Download anbieten, genau das selbe schlechte, langweilige und veraltete Programm von deutschen Synchronfassungen haben wie die anderen Anbieter, und dass obwohl sie gleichzeitig woanders die aktuellen Originale vermieten. Gibt es wen, der dagegen wettet?

SpOn: Jan Freitag über die 100000-Euro-Show

Hat er schön gemacht. Wenn man sich schon einen Abend mit der Betrachtung dieses Unterhaltungs-Mülls verderben muss, kann man auch schön darüber schreiben. Dass einem dabei die Bilder ein bisschen krass geraten ist zu entschuldigen.

Dabei trägt sie zwar nicht die scharfen Hosenanzüge ihrer Vorgängerin der “100.000 Mark Show” zu Beginn der Neunziger, aber immerhin bizarre Riesenknopfblazer-Variationen mit Stehkragen. […] Inka Bause ist also nicht nur die neue Linda de Mol, der im Frühling mit der “Traumhochzeit” das erste große Comeback eines Formats aus der holländischen Entertainment-Fabrik Endemol misslang. Sie ist auch die neue Ulla Kock am Brink, wenngleich ihr Name weniger Anlass für Wortspiele liefert. […] Vor allem aber ist Bause eine Art Jörg Pilawa des Kommerzfernsehens, Tänzerin auf allen Hochzeiten von der RTL-Bäuerinnensuche bis zur MDR-Schunkelsause, eine Allzweckwaffe geriatrischer Abendunterhaltung. [SpOn]

Gut gebrüllt.

Dabei fällt mir ein, dass ich noch eine Autrogrammkarte von Inka habe. War die aus der Trommel oder aus der Frösi? Ich wusste damals, als ich die zum Unterschreiben an Inka schickte, gar nicht, wer sie überhaupt war. Dank Freitag weiß ich es jetzt.

Horn von Afrika im Ersten

Etwas störte mich an der Berichterstattung über “Hunger in Afrika“. War es, dass Kenia nach dem zu Grunde liegenden UN-Bericht nur in Teilen betroffen war und aber auf der Karte ganz markiert wurde? War es, dass entsprechende Karte so tut, als sei der Begriff “Horn von Afrika” sauber und unzweifelhaft definiert und würde Uganda und Kenia mit einbeziehen? War es, dass man einfach einmal auf einer politischen Karte die Ländernamen weggelassen hat? So nach dem Motto: Ja, wer weiß schon, wie diese ganzen hungernden Länder da heißen? Ja, ich denke das war es. So eine gefühlte Ignoranz und Arroganz. Aber vielleicht irre ich mich. Ich versuche es einmal mit einer ähnlich fragwürdigen Karte. Vielleicht finde ich die genau so falsch.

Wie fühlt sich denn das an? Falsch? Richtig? Egal? Und falls falsch, wie? Unvollständig, beleidigend, erhebend?

Rätsel: Letzte Lichtspiele

Nervige Action-Komödie über das Filmgeschäft. Ja, ich gebe zu, es gibt einiges an hintergründigem Humor. Aber das ganze macht wohl nur Spaß, wenn man sich mit dem Filmgeschäft befasst. Die einzige lohnenswerte Szene zeigt Tom Cruise zu Flo Riders “Low” tanzend.

Welchen Film habe ich gesehen?
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Johannes Kreidler: “Product Placements” (2008)

Der Komponist Johannes Kreidler hat am 12. September 2008 sein neues Musikstück bei der GEMA angemeldet. Das Stück ist recht kurz–eine gute halbe Minute–beinhaltet jedoch recht viele Zitate–70200 nämlich. Der bürokratische Aufwand für diese Anmeldung ist unglaublich. Natürlich ist das Kunstwerk selbst nicht nur das Musikstück sondern die Aktion um es herum. Sie zeigt wieder einmal, wie absurd überkommenen Gesetze aus dem Geist eines romantischen Geniekults und einer Wirtschaft, die vor allem auf physischen Waren basierte, im Informationszeitalter sind.

Webexperiment: Briefe schreiben

Mein Webexperiment geht in die nächste Runde. Ich habe mich seit ein paar Wochen in meine viel zu teure LWB-Wohnung zurückgezogen, um auszuprobieren, wie es so ist, wenn man nicht zum Aldi nach gegenüber geht oder zum Späti oder zur Arbeit oder so, sondern alles über das Netz macht. Dass einem jemand etwas bringt ist die einfachste Übung. Neben Bestellungen bei Bringdiensten oder das Ordern von Klopapier im Rossmann-Online-Shop sind aber auch komplexere Dinge möglich.* Beispiel Briefe schreiben. Ausgangslage: Man hat keine Marke zur Hand, der Briefkasten ist weit (200 m), die Post–wegen der Marken, Briefumschlägen etc.–noch weiter (800 m) (jetzt merkt das geübte Auge auch, warum die Wohnung so teuer ist–die Lage machts). Briefumschläge und Papier sind bei einhundert verschiedenen Versendern zu bestellen. Manche bieten, wie der posteigene Bürobedarfshandel auch Briefmarken (mein Favorit: die 500er-Rolle “Narzisse” für 450 Euro). Natürlich kann man die Frankierung auch ausdrucken, so dass man gar keine Marken benötigt. Ein Problem bleibt: Wie bekommt man seinen Brief in den Kasten?

Aber auch dafür gibt es mindestens zwei Lösungen.

1.) Pixelletter.de
Der kleine Briefversender aus München bietet gestaffelte Preise. Verschickt man einen einseitigen Brief kostet das aktuell 84 c plus Briefporto von 55 c, also 1,39 € (siehe). Bei 10000 Briefen sind es nur 29 c plus Briefporto. Es werden alle möglichen Sonderleistungen angeboten.**

2.) L-Vin Post
Bei der Firma aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg kostet ein einfacher Brief 1 € (siehe).**

Das Prinzip ist ähnlich: Man übermittelt elektronisch die Daten, der Anbieter druckt das Schreiben aus, faltet es, steckt es in einen Briefumschlag, frankiert das ganze um es alsdann zur Post zu bringen.

Also auch das geht vom Sofa. Und man spart dabei auch noch Stauraum für Briefumschläge, Gänge zur Post, zum Briefkasten etc. Ist das nicht prima?

* Hinweis: In Wirklichkeit werde ich ganz gut von Freunden ver- und umsorgt. “I can’t describe it in any words what […] [I am] feeling right now. It’s just incredible. And tonight […] [I] don’t wanna thank […] [my] record company, […] [my] management, […] [my] producers. […] Tonight […] [I] just wanna thank […] [my friends] all over the world. Thank you so much. That means a lot to […] [me]. Thank you so much. Danke” (#).
** Preisangaben von heute und ohne Gewähr.

Rätsel: Letzte Lichtspiele

Der Hauptdarsteller dieses Films tritt eine Art thematischer Nachfolge von Vincent Price und Charlton Heston an. Geschickt die Idee, den Zuschauern diffus Angst vor der Dunkelheit zu machen. (Irgendwie schwingt im Setting auch der alte H. G. Wells mit seiner Zeitmaschine mit. Nur haben die morlockesken Figuren wegen des CGI kein Fell (Rechenzeit).) Geschickt auch, den Fokus auf die Person des Protagonisten zu legen.

Welchen Film habe ich gesehen?
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To Be or not to Be a Computer at the Datenschutzgipfel


[Screenshot]

Die Tagesschau zeigt einen Bericht von Wolfgang Wanner über den Datenschutzgipfel und illustriert das unter anderem mit einem Computer, der sich ständig selber pingt. Es kann sich dabei nur um eine subtile Kritik in Zeiten der Meinungsmache (siehe den aktuellen Skandal um Putin-Roth-Interview) handeln. Da steht zwischen all diesen Politikern, die über Datenschutz und -sicherheit reden ein kleiner Computer, der sich mit der eigenen Ontologie beschäftigt. Ein Kind, dass noch nicht weiß, dass es ist, was es ist und vor allem wie schnell es ist (<1ms). Ach! Es blutet einem das Herz.

Ähnlichkeiten

Jan Josef Liefers sieht aus wie Robert Downey Jr. Das war mir bisher nicht aufgefallen. Erstaunlich.

Was weiß Google?

Schon so einiges über Surf- und Suchverhalten der Nutzer seiner Dienste. Aber nicht, wo Deutschland liegt oder Dänemark oder eine Menge kleinerer Länder…

[“Google on Google Chrome – comic book” by Scott McCloud; CC-Lizenz: BY-NC-ND; via]

Rätsel: Letzte Lichtspiele

Hanebüchener Mist, bei dem MRTs ohne Tomograph durchgeführt werden, weil man doch visuelle Klischees braucht; in dem lieblos, beiläufig und unmotiviert eine Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten erwähnt wird, ohne dass sie in irgendeiner Form weitergeführt würde oder für den Plot relevant ist; in dem der Feind immer noch so sehr Russe ist, wie die Klingonen in den alten Star-Trek-Folgen; in dem am Ende noch schnell ein weiterer Charakter aus der zu Grunde liegenden Serie eingeführt wird—eine Art Deus-Ex-Machina-Persona, die ausgeschaltete Handys orten kann—; ein Mist, an dem der Ort und die Zeit schlecht zuordenbar sind, ganz unbestimmt, wie auch alle Charaktere und ihre Handlungsmotivationen. Übrigens: Der Plot wirkt wie aus irgendwelchen Fan-Zines zusammengestöpselt.

Welchen Film habe ich gesehen?
[Lösung nach dem Klick.] Continue reading ›