Heute geht es endlich los auf dem Messegelände. Viele freuen sich bereits auf den großen Bücherklau. Alex Rühle hatte bereits gestern in der Süddeutschen darüber geschrieben. Die Verlage freut es manchmal vielleicht auch; ist es doch ein Test, ob ein Buch sexy genug ist - zumindest um gestohlen zu werden. Dennoch gibt es auch legale und, noch dazu, schöne Dinge, die man am Tag eins auf der Buchmesse tun kann. Jedem sei hier das Programm von Leipzig Liest! ans Herz gelegt. So manche erstaunliche Veranstaltung wartet auf die Messebesucher.

Claudia Gatzemeier übersetzte Alberto Ruy-Sánchez im HDB.
Tag Null der Buchmesse schien indes nicht sehr von Überraschungen geprägt. Wie zu erwarten, fand die feierliche Eröffnung der Buchmesse statt - zumindest ist mir nichts anderes zu Ohren gekommen. Rief man heute beim Café Telegraph an, um einen Platz für die Lesung von Charlotte Roche (Top-Tipp) zu reservieren, wurde einem schnell klar, dass auch viele andere Menschen Interesse an eben dieser Dame oder gar ihrem Buch hatten.
Natürlich hat es mich zum Geheimtipp verschlagen: zur Lesung von Alberto Ruy-Sánchez, dem großen mexikanischen Romancier und Frauenversteher. Unter der Moderation von Alfonso de Toro und mit der Hilfe von Claudia Gatzemeier, die Ruy-Sánchez’ Texteinführung und die Diskussionskommentare geübt übersetzte, las der Schriftsteller Auszüge aus seinem Roman Los jardines secretos de Mogador und plauderte gepflegt aus dem Nähkästchen seines Schaffens.
Top/Flop/Tipp für Donnerstag, 13. März 2008
Top: Natürlich: LLL. Die Lange Leipziger Lesenacht findet ab 19 Uhr in der Moritzbastei statt. Für zehn Euro Eintritt bekommt man von der Agentur Clara Park angeheuerte “junge Wilde” des Literaturgeschäfts zu hören/sehen. Den genauen Zeitplan findet man hier.
Flop: Es ist unglaublich: Das Programmheft weist im Register nur eine einzige Seitenzahl zum Namen “Erich Loest” auf. Sollte es sich da um Aufloesungserscheinungen eines sonst leider kaum zu ignorierenden Zwischenrufers handeln? Wie dem auch sei, diese eine Vorstellung gibt es: Erich Loest, “Einmal Exil und zurück”, Donnerstag, 11.00 Uhr – 11.30 Uhr, LVZ-Autoren-Arena (Halle 5, Stand A100).
Tipp: Um 19.30 Uhr präsentiert der theoretische Physiker Ulrich Woelk sein Astronomiebuch “für Erwachsene und Kinder”, Sternenklar, das im DuMont-Verlag erschienen ist. Das ist vielleicht spannend, verblasst aber auf jeden Fall gegenüber dem Präludium dieser Lesung. Eine Stunde zuvor beginnt nämlich die Führung durch das Wolkenlabor des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung, dessen Gebäude einem schon beim Anblick den Atem stocken lässt. 18.30 Uhr, Wolkenlabor, Permoser Straße 15 (Anmeldung erforderlich: Tel. 0341/2351269).
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