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Buchmessenlogbuch | Tag 0

Am Mittwoch wird die Leipziger Buchmesse 2008 offiziell eröffnet. Am Morgen danach geht es auf der Neuen Messe im Norden richtig los. Heldenstadt schickt einen seiner Mitarbeiter hin, um Eindrücke zu sammeln und hier Empfehlungen zu geben.

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Die Buchmesse ist wie ein Gemischtwarenladen. Ein Foto von der Buchmesse 2007.

Eigentlich ist die Buchmesse in Leipzig ja ein Jahrmarkt, ein Rummel. Man findet alles und jeden dort. Da sind die viertklassigen Fernsehschauspieler und C-Prominenten, die zur Autogrammstunde einladen, da sind die politischen Redner, die auf der Messe vortragen oder vor der Messe Zeitungen verteilen. Da sind die Kinder in ihren schwarz-bunten Kostümen, da sind die Bücher-Abstauber, die Sammler, die nach den Messetagen kaum noch ihre mit Papier gefüllten Tragetaschen halten können. Da sind die Menschen, die sich über die überteuerten Würstchen an den Imbissständen ärgern. Da sind die geförderten, die im Kongresszentrum vor leeren Rängen diskutieren und die nicht-geförderten, die an einem kleinen Stand etwas vorstellen und damit Verstopfungen in den Gängen provozieren. Sicher sind da auch wieder Randerscheinungen, wie Banken, Kirchen und Militär. Da sind auch noch die Medien: einerseits die, die für ihre Print-Produkte bekannt sind und die, die zwar keine Print-Produkte herausbringen (dürfen) aber doch hektarweise in den Hallen präsent sind.

Ich bin für Heldenstadt auch dabei. Naja, nicht überall. Zum Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse im großen Saal des Gewandhauses am Mittwoch um 19 Uhr zum Beispiel bin ich nicht eingeladen. Aber würde ich dorthin gehen wollen? Gleichzeitig finden doch schon richtig spannende Veranstaltungen des Festivals Leipzig Liest! statt. Da die Angebote so vielfältig sind, präsentiere ich hier nun für jeden Tag der Buchmesse drei Dinge: Top, Flop und Tipp - ganz subjektiv und mit der Aufforderung zum Kommentar. Top ist eine Veranstaltung, die gut besucht sein wird, bei der bekannte Autoren aus guten Büchern lesen werden. Flop ist das Gegenteil: Meist eine Veranstaltung, zu der viele Menschen gehen werden, um etwas aus (m. E.) schlechten Büchern vorgelesen zu bekommen. Und Tipp steht für den Geheimtipp, einen Underdog unter den Lesungen.

Top/Flop/Tipp für Mittwoch, 12. März 2008

Top: Leute, die vor dem Sex duschen sind von Charlotte Roches Buch Feuchtgebiete schockiert. Für alle anderen ist es sicher einfach ein großer Spaß. Frau Roche ist ganz nett und gibt zusammen mit dem Moderator des Abends, Jo Lendle (Die Kosmonautin), sicher ein ansehnliches Bild auf der Bühne ab. Mittwoch, 22 Uhr, Café und Restaurant Telegraph. (Eintritt frei)

Flop: Der Autor der Bestseller mit den Titeln A Year in the Merde, Merde Actually und Merde happens, die sich allesamt mit den Eigenarten der Franzosen aus britischer Perspektive beschäftigen, liest bei Lehmanns. Moderiert wird das ganze von Denis Scheck. Auf meine Flop-Liste kommt diese Veranstaltung nicht etwa wegen des Autors (Stephen Clarke) oder wegen der Räumlichkeiten bei Lehmanns oder etwa des Eintritts von vier Euro. Mittwoch, nach der Tagesschau, 20.15 Uhr, Lehmanns Buchhandlung. (Abendkasse)

Tipp: Das Iberoamerikanische Forschungsseminar der Uni Leipzig präsentiert Mexikanische Erzählwelten. Die Schriftstellerin Cristina Rivera-Garza und der wohl renommierteste mexikanische Schriftsteller Alberto Ruy-Sánchez lesen aus ihren Texten und reden über diese. Mittwoch, 20 Uhr, Haus des Buches.

[Dieser Beitrag wird zeitgleich bei Heldenstadt veröffentlicht und kann dort kommentiert werden.]

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