Um 18:58 war es soweit, die Zahl der ausgezählten Ja-Stimmen beim Bürgerentscheid knackt bei 163 der insgesamt 206 ausgezählten Abstimmungsbezirke die 104.000-Stimmen-Marke, die einem Quorum von 25% der Wahlberechtigten entspricht. Damit haben sich die Bürger Leipzigs klar gegen den Verkauf kommunalen Eigentums ausgesprochen. Die Stadtwerke werden also wahrscheinlich in der Hand der Stadt bleiben, der Haushalt der Stadt muss angepasst werden, Oberbürgermeister Burkhard Jung wird mit der Schlappe leben müssen. Vielleicht möchte er auch seinen Hut nehmen, denn letztlich scheint eine große Unzufriedenheit mit seiner Politik und seiner Person bei der Abstimmung mitgeschwungen zu haben. Viele Bürger haben die Abstimmung als eine Art Denkzettel für den Oberbürgermeister verstanden. Dieser hatte in den letzten Wochen unangenehm klar Partei für den Teilverkauf der Stadtwerke ergriffen (vgl.). Zuletzt distanzierte sich selbst die CDU im Stadtrat von den Verkaufsplänen. Vielleicht, weil man mit einem Negativbescheid der Bürger rechnete. Jetzt wartet Leipzig auf eine Stellungnahme des Oberbürgermeisters. Wird er nach diesem grandiosen Scheitern zurücktreten und Platz machen für den Aufbau eines neuen SPD-Kandidaten, der vielleicht wieder das Charisma eines Wolfgang Tiefensee hat?
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7 Kommentare
jetzt, da es richtig hart kommt (statt ruhmreicher großprojekte muss weiter jeder cent umgedreht werden und unpopuläre maßnahmen dürften unumgänglich sein)wäre ein rücktritt mehr als feige.
Burk wird doch jetzt nicht schmollend die Schaufel in den Sandkasten werfen. In der Stellenausschreibung war sicher nicht von “gemütlicher Haushaltslage” oder “willfährigen Bürgern” die Rede. Er hat sich beim Thema Stadtwerke-Teilverkauf wohl etwas weit aus dem Fenster gelehnt. Bedenklich ist IMHO vor allem die doch unerwartet hohe Wahlbeteiligung, die bei der vergangenen OBM-Stichwahl geringer war als bei dieser politisch aufgeladenen Sachentscheidung. Das wiederum könnte deine Vermutung vom “In den Sack hauen” stützen.
Also der Zirkelschluss von Tiefensee zu Charisma, da wär ich ja nie daruf gekommen…
Inzwischen ist die Stellungnahme da und spottet jeder Beschreibung.
@mensaessen3: Hast nie Tiefensee in Aktion gesehen, so mit dem Bürger, oder?
Siehste, Burk geht nicht. Er dreht und windet sich.
Das Charisma eines Wolfgang Tiefensee soll angestrebt werden? Na wenn man die Latte so niedrig hängt, schafft das die SPD leicht. *g*
Ich fass es ja nicht…da widerspricht er sich in 2 aufeinanderfolgenen Sätzen selbst. Himmelfilm! Und jawohl, so jemanden wie den Wolfi brauchen wir wieder…wie der morgens mit dem Rad in die Stadt kam und dann ins Dienstauto umstieg…unglaublich.
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