Literatur ist das Leben und das Leben Literatur, oder etwa nicht?

Heute hätte ich vielleicht die Chance gehabt, jemanden zum Studium der Literaturwissenschaft zu bewegen. Ich habe es nicht getan und frage mich nun warum. Ist nicht die Literaturwissenschaft die Wissenschaft, die sich mit dem Leben in all seinen Facetten beschäftigt? Ist nicht Literatur das Leben und Leben Literatur? Gerade für einen Menschen, der ein bisschen orientierungslos durch die Welt treibt, kann sie doch ein Anker sein. Sie kann helfen, sich selbst zu verorten, sich im Vergleich mit anderen Leben auszumitteln. Aber braucht man dafür die Wissenschaft? Würde nicht die Literatur allein genügen? Oder wäre ein Studium der Philosophie oder der Psychologie angebrachter? Vielleicht habe ich sie nicht empfohlen, weil der Spagat zwischen meiner Vorstellung von Literaturwissenschaft und dem Schwerpunkt an einer bestimmten Universität zu groß ist. Vielleicht glaube ich nicht, dass man mit dieser Ausrichtung das tun kann, was Literaturwissenschaft ihren Wert gibt. Vielleicht aber bin ich gar nicht so sehr überzeugt, wie ich dachte? Ich mache mir Sorgen. Um mich und um den Typen. Vielleicht war ich aber einfach viel zu müde.

3 thoughts on “Literatur ist das Leben und das Leben Literatur, oder etwa nicht?”

  1. Literatur? Jaaa! Herrlich!

    LitWissenschaft? Naja. Wenn es denn sein muss.

    LitWi an einer Bologna-Uni? Dann doch lieber Analphabet bleiben!

    Besser wärs, wenn nichts entstünde
    so ist doch alles was ihr Sünde, Verdammnis
    kurz: “Die Uni” nennt
    des Bürokraten Element.

  2. als Ngugi heute im GWZ war, wusste ich ganz genau, warum ich Literatur studiere,…und fragte mich dann, wie lang mein leben sein müsste um all das zu studieren, was ich gerne wissen würde…so wie Afrikanistik zum Beispiel. Ich wäre aber auch gerne Schmied.

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