Ig-Nobel ehrt Schwule Bombe

Der Ig-Nobelpreis ist so eine Art Antithese zum anderen, viel bekannteren Nobel-Preis. Die Preisverleihungen liegen nur ein paar Tage auseinander. Beim einen gibt es eine Menge Kohle und Anerkennung. Beim anderen ziemlich viel Spaß. Denn was dort belohnt wird ist eigenartige, auf den ersten Blick irrsinnige Forschung. Die Veranstalter meinen, dass es um Forschungen gehe, die einen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen.

Da wurden schon einmal Wissenschaftler belohnt, die untersuchten, warum der Specht keine Kopfschmerzen bekommt oder warum viele Menschen das Geräusch über eine Tafel kratzender Fingernägel nicht ausstehen können.

In diesem Jahr gab es u. a. Preise für Untersuchungen an Schwertschluckern, zu Zerknitterungsmustern in Bettlaken und zur Gewinnung von Vanillin aus Kuhdung.

Der ‘Friedenspreis’ aber ging am Donnerstag an das Wright Laboratory der Air Force in Dayton/Ohio. 1994 verfassten Forscher dort einen dreiseitigen Vorschlag zur Entwicklung neuer chemischer Waffen. Gegnerische Soldaten sollten unter dem Einfluss eines zu entwickelnden Aphrodisiakums lieber übereinander herfallen als zu kämpfen.

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Die Dokumente, die diese Vorschläge enthalten, wurden auf Anfrage des Sunshine Project, einer Lobbygruppe gegen biologische Waffen, herausgegeben.

‘We don’t know if this document was the start and end of it or whether, in fact, this project continued and perhaps continues to this day,’ said Marc Abrahams, editor of the Annals of Improbable Research and the man behind the Ig Nobel awards.
[GuardianScience]

3 thoughts on “Ig-Nobel ehrt Schwule Bombe

  1. Human? Dass ich nicht lache! Bei *der* Homophobie im Militär ist das eine doppelte “Bestrafung”: Erstens wird nicht mehr weiter gekämpft und zweitens das Weltbild (!) der Soldaten empfindlich gestört. Human, pah…

    Obwohl: Gibt doch jetzt auch Frauen in der Bundeswehr – hm….

  2. Ja, die Jungs könnten die Mädchen beobachten, während jede Gruppe ihre eigene Orgie feiert. (Gab es da nicht einmal ein Radio-Blau-Hörspiel dazu?)

    Ist leider nicht human gedacht. Wenn man sich die Wortwahl anschaut: “One distasteful but non-lethal”, sieht man, dass die bei der Air-Force an der Klatsche haben. (Müsste übrigens ‘Less-Lethal’ heißen, denn: Krankheitsübertragung, Fehldosierung, Tod durch Unverträglichkeiten.) Im Papier ist das übrigens nur ein Vorschlag. Ein anderer ist, Duftstoffe zu entwickeln, die an den Gegnern haften, und diese zu einem Ziel für Bienenangriffe oder Wanzen- oder Hundebisse machen…

    An der Klatsche, an der Klatsche!

  3. Überdosierung…Erinnert mich an den “Langschläfer” (?) von Woody Allen, der als verkleideter Roboter eine Überdosis im Orgasmotron abbekommt. Als er sein Versteck verlässt, ist er nicht mehr wirklich ansprechbar, lächelt aber…

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