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Aus der Reihe "Metaphern, die schräg stehen": Gerhard Stadelmaier und das Feigenblatt

Nicht schlecht, sogar das D-Radio zitiert dieses verquere Bild.

Er hielt sein elegantes Altherrenbuben-Haupt voll Witz und Wunden den Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts entgegen und zog etlichen Tabus die Feigenblätter herunter. Und schaute nach, was darunter sich barg. [hier]

Es geht natürlich um den Tod George Taboris, denn wer sonst zerrte so mächtig an den Feigenblättern der Tabus? Zum Beispiel nam er in seiner Komödie Mein Kampf 1987 dem Hitler das Feigenblatt weg oder auch Gott. Ja, Gott hat er das Feigenblatt auch heruntergezogen und schon mal geschult. Das war in den Goldberg-Variationen 1993. Ein richtiger Feigenentblätterer.

Herr Stadelmaier ist kreativ. Aber diese sehr physische Feigenblattmetaphorik zusammen mit einer archaischen Wortwahl machen den Nachruf nicht pathetisch sonder pathetic.

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