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Im Interview: Horatiorama zum Bloggeburtstag

Horatio SimpsonHeute vor einem Jahr erblickte das Gelblog aus Leipzig das Licht der Welt. Dieses Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, uns mit dem Kalfakter dieser Einrichtung zu unterhalten.

Guten Tag Horatiorama! Geht es ihnen gut, Sie sehen so gelb aus?

Horatiorama: Ja, prima. Vielen Dank! Ich habe gedacht, dass ich mal meinen Alter Ego aus der Welt der Simpsons vom Boden hole. Wie ich bei Manniac erfahren habe, kann man auf der Website zum Film seinen eigenen Simpson-Avatar kreieren. Ich denke doch, dass das ganz lustig aussieht. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen. Nur Gesichtsfo***n und Germanistenbrillen waren nicht mehr zu haben. Und eine Schweinenase, wie Moe oder Chief Wiggum wollte ich nicht.

Wieso heißt dieses Blog denn Gelblog?

Horatiorama: Naja, die Domain heißt gelb.net, und da dachte ich, dass wenn ich bei gelb.net ein Blog draufsetze, dass man das doch dann Gelblog nennen könnte. (hüstelt)

Aha. Mit politischer Ausrichtung hat das sicher nichts zu tun?

Horatiorama: Gott bewahre.

Vor einem Jahr, am 21. Juli 2006 ging es los. Womit denn?

Horatiorama: Das war ein Eintrag zur Scheinheiligkeit “rechtschaffen(d)er” Bürger. Man kennt ja die Rentner, die auf dem Gehweg fahrende Radfahrer gefährlich angehen–zumindest in Leipzig. Denen ist die Unverhältnismäßigkeit ihres Vorgehens gar nicht klar. Im Übrigen kann man mit ihnen auch nicht diskutieren. Ich selbst hatte schon einmal einen Regenschirm zwischen die Rippen bekommen, eine Frau hat mich nach einem Sturz nur kopfschüttelnd angesehen und gemeint, dass man ja nicht auf dem Fußweg führe, anstatt mich nach meinem Wohlbefinden zu befragen. Aber ich schweife ab. Also, ja, jemand hatte aus seinem Wohnzimmerfenster mit einer Überwachungskamera den Diebstahl einer billigen Deutschlandfahne–Wir erinnern uns an die Fußball-WM.–von seinem Auto gefilmt und dieses Video als Anklage bei YouTube hochgeladen. Das lustige ist, dass ich direkt um die Ecke wohne und eine Freundin mal in der Wohnung wohnte, aus der die Aufnahme gemacht wurde. Also ging es auch um Lokalkolorit.

Gab es im ersten Jahr des Blogs irgendwelche Highlights?

Horatiorama: Ach, was sind schon Highlights? Wenn es um die Besucher geht, dann war sicher ein Link von Spreeblick ein ganz guter Erfolg. Das waren aber nur Leute, die gar nicht wussten, worum es gehen sollte, sich im Blog nur auf den Füßen standen und dann gleich wieder zurück zu ihren Lieblings-A-Blogs gingen. Da sind mir die Besucher von der Presse aus Wien schon lieber. Im Fangnetz wird richtig zitiert und Besucher kommen mit Interesse und Vorwissen. Aber eigentlich schreibe ich ja nicht für irgendwelche Besucher, sondern für mich *buhaha*. Wenn man mal schaut, mit welchen Suchbegriffen man hier her gegugelt kommt: “martha olschewski” (eine Frau, die aus Genitalien die Zukunft liest), “geile studivz gruppe” (dumme Studenten), “analverkehr hetero mann” (aha), “anne will csd” (es kalauert), “marion bilder nackt -site:.de” (ein alleinstehender Informatiker), “kinder und man porn” (ein ekelhafter Treffer vom polnischen Google), “kinderschänder” (es geht um eine Aktion rechter Parteien). Ja, es geht also wirklich nicht um die Besucher. Naja, einige sind schon lieb.

Worum geht es dann?

Horatiorama: Das ist nicht leicht zu sagen. Sicher um eine ganze Reihe von Dingen. Man kann Dinge so einfach ins Netz stellen, hat sie dann automatisch verlinkt. Dinge, die mich bewegen. Manchmal reagieren Menschen auch auf eine gewisse Polemik. Das ist gut. Man sieht sehr häufig, dass in Blogs Gegenmeinungen sehr schnell entstehen. Viele Aktionen gegen die Vorratsdatenspeicherung kommen über die Blogs, Jung von Matt hat über Blogs eins auf den Deckel bekommen, die Diskussion über die Novelle des Urheberrechts wurde auch durch Blogs vorangetrieben. Ich denke, es gibt eine gewisse Dynamik, so etwas wie ein Phänomen der dritten Hand (da habe ich schon wieder etwas durcheinander gebracht). Man trifft sich einfach im Blog und redet, wie auf einer Party. Ob und wie das etwas bewirkt ist mir nicht ganz klar.

Gab es irgendwelche Downsides?

Horatiorama: Nicht viele. Natürlich hinterlassen Spammer manchmal ihre Spuren. China hat zwar irgendwann einmal angefangen, dieses Blog zu blockieren (vgl. Great Firewall of China). Das verhindert den Spam aber nicht, was natürlich für die Löchrigkeit des Zensurvorhangs in China spricht und deswegen eigentlich ein gutes Zeichen ist. Ja, und dann gibt es ab und an einmal Leute, die einen falsch verstehen, den ironischen Ton oder eine gewisse satirische Polemik nicht bemerken.

Lesen Sie selbst auch Blogs?

Horatiorama: Ich lese die meisten über meinen Feedreader. Und da ärgert es mich immer, wenn Menschen nur gekürzte Einträge in die Feeds geben. Ja, aber das ist Klasse. Ein paar Blogs, vor allem Leipziger, lese ich–die sind hier auch in der Blogroll. Dann sind da noch zwei oder drei nicht in der Blogroll. Ansonsten bin ich ganz gut mit anderen Dingen ausgelastet. Ich schaffe z. B. nicht, wie ich es am Anfang getan habe, alle Einträge bei den Leipzigblogs zu scannen.

Wie sind die Pläne für die Zukunft des Blogs?

Horatiorama: Da gibt es keine. Vielleicht ist das Blog auch mal von einem Tag auf den nächsten weg. Hatte es heute Nacht schon einmal gelöscht. Das war aber ein Versehen. Jetzt weiß ich, wie man es komplett rekonstruieren kann. (lacht) Da es kein Themenblog ist, sondern am ehesten ein Tumbleblog oder so, sind Sinn und Mission eben nicht ganz klar. Müssen sie aber auch nicht.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Horatiorama: Moment, darf ich noch jemanden grüßen?

Hmm, na gut.

Horatiorama: Also, viele Grüße an die Leipziger Blogger (Looza, Woody, die Mensablogger, Guido, Daniel usw.) und die regelmäßigen Leser (Kaiser Heinrich II, Gereon, Ike, Scare usw.) und, natürlich, an meine Eltern, meine Schwester, meinen Bruder und die ganze Klasse 8b… %-)

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Horatiorama: Gerne.

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