Skip to content

Monthly Archives: July 2007

Ankündigung: Bericht vom grünen Hügel

Heute eine Karte für Bayreuth gekauft. Demnächst dann ein Bildbericht im Gelblog.

Okta-Stöckchen

Looza schmeißt mir ein Wahrheit-oder-Pflicht-Stöckchen zu, das ich gern fange (Vielen Dank!). Es kommt mit Regeln:

  • Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Dinge von sich.
  • Wer das Stöckchen zugeworfen kriegt, schreibt das alles in seinen Blogrein, mitsamt den Regeln.
  • Nun überlegt man sich, an welche acht Personen resp. Blogs man das Stöckchen weiter reicht.
  • Schlussendlich schreibt man bei den Betreffenden einen entsprechenden Beitrag/Kommentar in den Blog.

Na denn…

  • Erstens (mein Balkon): Bis vor drei Wochen hatte ich meine alten vertrockneten Studentenblumen vom letzten Jahr noch auf dem Balkon stehen. Mein Vater, der Gärtner, kam zur Tagetes-Neupflanzaktion vorbei, brachte Pflanzen und Erde. Als Dank dann zur Bierbörse. Kein gutes Geschäft für ihn und die Nachbarn können auch nicht mehr lästern. Aber ich freue mich des Anblicks.
  • Zweitens (meine Stapel): Ich bin ein Stapler. Ein Dokumentenstapler (deutsch, nicht englisch). Die Stapel hecken auch. Es ist unmöglich. Meist sind sie systematisch. Aber manchmal springen sie über und es bilden sich Mischwesen. Bastardstapel. Die sind besonders schwer aufzulösen. Ihre Dekonstruktion benötigt zuweilen Stunden.
  • Drittens (meine Zeit): Ich werde wohl auch nie in die Sowjetunion reisen können.
  • Viertens (meine Bekannten): Ich kenne jemanden, der sich manchmal Quicolino nennt. Verrückt, nicht?
  • Fünftens (mein Plugin): Mein LastFM-Plugin stürzt beim Start von Winamp immer ab.
  • Sechstens (meine Füße): Ich habe sehr flexible Zehen. Ja, auch lang sind sie. Ich kann mit ihnen ganz gut greifen und mich vielleicht sogar damit an Ästen festhalten–wer weiß? Nein, Zeige-, Mittel- und Ringzeh (haben die nicht-medizinische Namen?) wirken fast wie eine Kinderhand.
  • Siebtens (mein Ekelgefühl): Ich habe nichts dagegen, beim Essen über für andere eklige Dinge zu reden. Mir wird davon nicht schlecht und meine Appetit verliere ich auch nicht. Aber es gibt ein paar Dinge, die ich mir nicht vorstellen mag–mit oder ohne Essen. Zum einen ist das, wie jemand ein herunterfallendes Messer fängt. Ikea hatte im Beipackzettel meines Küchenmessers davor gewarnt, fallende Messer fangen zu wollen. Und dann–ich hatte neulich mit Guido darüber gesprochen–mag ich mir nicht vorstellen, wie ich an Bahnsteigen just in dem Moment ins Gleisbett stürze, wenn eine Bahn angefahren kommt. Ich halte Abstand und stehe auch immer hinter den weißen Linien. Es ist wirklich so, dass mich die Vorstellung etwas ekelt. Dann lieber von einem herabstürzenden Flügel erschlagen werden.
  • Achtens (mein Herpes): Wo wir schon dabei sind… Ich kriege in einigen Kneipen vom Flaschenbier, und in einigen auch vom Glas, manchmal Griefen. Es ist furchtbar. Ich muss vor dem Trinken mit einem Taschentuch den Flaschenhals reinigen. Dann geht es. Ich weiß nicht: Es ist psychosomatisch, oder? Oder gibt es einfach versifftes Abwaschwasser und schmutzige Bierflaschen?

An wen soll ich jetzt den Staffelstab weiterreichen? Die Chancen sind gering. Also lege ich das Stöckchen zum Gebrauch hier ab und bitte einfach die Leser, dieses aufzugreifen. Wie schaut es denn z. B. mit der Pummelfee oder Besteckfachinlaufrichtung aus?

Göltzschtalbrücke

So sieht man sie aus dem Weltraum, die Göltzschtalbrücke. Die Eisenbahnbrücke zwischen Mylau und Netzschkau bei Reichenbach im Vogtland ist die größte Ziegelbrücke der Welt. Na, kann man da sagen, es gibt ja so unglaublich vielfältige Superlative–auch anderswo: siehe Superleipzig. Aber die Göltzschtalbrücke ist echt etwas besonderes. Fährt man mit dem Zug über sie, merkt man ihre Besonderheit daran, dass man angeglotzt wird wie die Bonobos im Pongoland. Wirklich. Da gibt es einen großen Platz im Göltzschtal am Fuße der Brücke auf dem immer Leute mit Fernglas und Kamera stehen und das Bauwerk mit Zug (!) betrachten oder aufnehmen wollen. Und dann ist da noch dieser Fesselballon, den man in der ostdeutschen Provinz gar nicht verorten wollen würde. Eher in Hamburg (vgl. Highflyer) oder Berlin. Nein, auch im Göltzschtal kann man sich 150 Meter in die Höhe heben lassen.

Impressionen: Panorama, Bögen, Aufblick.

Aus der Reihe "Metaphern, die schräg stehen": Gerhard Stadelmaier und das Feigenblatt

Nicht schlecht, sogar das D-Radio zitiert dieses verquere Bild.

Er hielt sein elegantes Altherrenbuben-Haupt voll Witz und Wunden den Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts entgegen und zog etlichen Tabus die Feigenblätter herunter. Und schaute nach, was darunter sich barg. [hier]

Es geht natürlich um den Tod George Taboris, denn wer sonst zerrte so mächtig an den Feigenblättern der Tabus? Zum Beispiel nam er in seiner Komödie Mein Kampf 1987 dem Hitler das Feigenblatt weg oder auch Gott. Ja, Gott hat er das Feigenblatt auch heruntergezogen und schon mal geschult. Das war in den Goldberg-Variationen 1993. Ein richtiger Feigenentblätterer.

Herr Stadelmaier ist kreativ. Aber diese sehr physische Feigenblattmetaphorik zusammen mit einer archaischen Wortwahl machen den Nachruf nicht pathetisch sonder pathetic.

Stötteritz

worch5.jpg

Besteckfachinlaufrichtung schrieb bereits von der Ferienlagerstimmung bei den Polizisten hier in Leipzig. Die schienen mir bei meinem Weg durch das Viertel auch ganz gut drauf zu sein. So ein friedlicher* und lustiger Ausnahmezustand wäre ohne die “38 Dumpfbacken” wohl nicht möglich gewesen. (* früher Redaktionsschluss)

worch4.jpg
worch3.jpg
worch2.jpg
worch1.jpg

Im Interview: Horatiorama zum Bloggeburtstag

Horatio SimpsonHeute vor einem Jahr erblickte das Gelblog aus Leipzig das Licht der Welt. Dieses Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, uns mit dem Kalfakter dieser Einrichtung zu unterhalten.

Guten Tag Horatiorama! Geht es ihnen gut, Sie sehen so gelb aus?

Horatiorama: Ja, prima. Vielen Dank! Ich habe gedacht, dass ich mal meinen Alter Ego aus der Welt der Simpsons vom Boden hole. Wie ich bei Manniac erfahren habe, kann man auf der Website zum Film seinen eigenen Simpson-Avatar kreieren. Ich denke doch, dass das ganz lustig aussieht. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen. Nur Gesichtsfo***n und Germanistenbrillen waren nicht mehr zu haben. Und eine Schweinenase, wie Moe oder Chief Wiggum wollte ich nicht.

Wieso heißt dieses Blog denn Gelblog?

Horatiorama: Naja, die Domain heißt gelb.net, und da dachte ich, dass wenn ich bei gelb.net ein Blog draufsetze, dass man das doch dann Gelblog nennen könnte. (hüstelt)

Aha. Mit politischer Ausrichtung hat das sicher nichts zu tun?

Horatiorama: Gott bewahre.

Vor einem Jahr, am 21. Juli 2006 ging es los. Womit denn? Continue reading ›

Sperrmüll im Jungbusch

Dass der Sperrmüll im Jungbusch in Mannheim einem Volksfest oder einer Schlacht–oder beidem–gleichkommt, weiß ich nur vom Hörensagen. Der Designer Christian Stolze hat auf seiner Website ein Paar Fotos davon. (Bei YouTube findet man auch einen Film von der Schlacht um die besten Puffen auf den Bürgersteigen. Darauf will ich aber nicht verlinken.) Vielleicht sollte man soetwas auch einmal in Leipzig durchführen. Ich schlage das Zentrum Süd dafür vor. 😉

Aus der losen Reihe “Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof”

Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof
Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof Reichenbach im Vogtland / oberer Bahnhof

Zum Abschluss der Vorlesungszeit endlich das versprochene Foto vom Freisitz des Reichenbacher Bahnhofskiosks. Auf dem Rückweg nach Leipzig mache ich meist in Plauen Halt. Dort gibt es am Bahnhof nicht nur den Fanshop einer lokalen Brauerei, einen ganz eigenartigen Geschenkeladen (hässliche Plüschtiere, Kunstblumen und Fahrscheine) und einen Döner, sondern seit ein paar Wochen eben auch den Wiener Feinbäcker, der dort mit sehr viel Liebe von einer engagierten und sympathischen Frau betrieben wird. Leider haben die Plauener wohl noch nicht erkannt, dass es an ihrem Bahnhof jetzt auch sonntags frische Brötchen gibt. Mal schauen also, wie lange der Bäcker dort Bestand haben wird. Ich bin auf ihn angewiesen, da ich sonst nirgends vernünftigen Kaffee bekomme. Im Zug und an dem anderen Minibäckerstand am Bahnhof Plauen dort gibt es nur eine lauwarme Plürre, die einem wohl, ehe man sich’s versieht, die Zähne bis zur Wurzel auflöst.

Wer weiß,

wo.jpg

Darth Vader am Bayerischen Platz?

darth_vader_am_bayerischen_.jpg

Am Bayerischen Platz vor der Modern Music School Leipzig habe ich sie gesichtet. Männer mit Lichtschwertern. Angeblich haben sie etwas mit dem City-Tunnel zu tun. Wer’s glaubt… Sie bekämpfen dort natürlich das Böse.

Waldbrandstufe auf dem Sandberg

Triptis, die kleine Stadt an der Orla, ist ja–das ist nichts besonderes für kleine Städte–nicht gerade für aufregendes kulturelles Leben bekannt. Da ist es schon erstaunlich, dass ein paar Leute dort eine Freilufttanzveranstaltung mit elektronischer Musik organisieren. Waldbrandstufe nennt sich das ganze und fand vorgestern zum wiederholten Male am Triptiser Sandberg (Triptiser Sand ist in der ganzen Welt…) statt. Hier gibt es Bilder der Waldbrandstufe 3 vom Sommer 2004. Es muss wohl, so wie die WILMA-Party in Leipzig, die geilste Party der kleinen Stadt an der Orla sein.

Kein Führungsproblem bei den grauen Musikantenfreunden

Ich hatte immer gedacht, dass die Grauen ein Problem mit den Führungspersönlichkeiten ihrer Kleinpartei haben müssten. Ein Politiker muss in der Öffentlichkeit über Jahre aufgebaut werden. Bei den Grauen gibt es aber natürliche Grenzen. Da kann es schon passieren, dass einem ein zukünftiger Bundeskanzler auf halbem Weg zur positiv besetzten Personenmarke plötzlich entschläft. Umso erfreuter war ich, nach Jahren des festen Glaubens, dass es wohl auch schon so weit gewesen wäre, zu hören, dass Trude Unruh, Bundes- und Gründungsvorsitzende der Grauen, noch lebt. Sie hat sich wohl mit eigenartigen Argumenten gegen die Absetzung einer deutschtümelnden Musiksendung im Fernsehen ausgesprochen. Ist ja im Prinzip egal. Aber sie lebt noch. Schön. Dumm nur, dass man von Dieter Meyer, Uwe Held oder Heinz-Georg Barth irgendwie noch nicht so richtig viel gehört hat. Aber vielleicht klappt es ja noch… *fingers crossed*

Zuspachteln nicht notwendig: Bauerfeind bei DDR1RBB’s Polylux

Aha! Dann hat es sich ja wohl gelohnt. Katrin Bauerfeind übernimmt die Schwangerschaftsvertretung von Tita von Hardenberg. Das schreibt die Süddeutsche gestern und liefert ein Bild von Frau Bauerfeind (dpa), auf dem sie aussieht, als sei sie 45. Oder gar 55? Ein klassischer Fall von “Zuvielmakeup”. Normalerweise findet man so etwas nur bei Christiansen & Co. Bei älteren Moderatorinnen werden die Mallorca-/Sonnenbank-Furchen wohl zugespachtelt wie Hagelschäden an einem asiatischen Kleinwagen. Warum Frau Bauerfeind so unvorteilhaft geschminkt wurde, ist schon schleierhaft. Im Blog der von ihr zukünftig moderierten Sendung ist sie ohne/oder mit wenig Maske zu sehen. Das steht ihr. Schließlich ist sie erst vierundzwanzig. Mal sehen, mit wie vielen Kilogramm Schminke sie übermorgen, wenn sie auch mit durchsichtigen Kärtchen herumfuchteln darf, bei Polylux auftritt.

Übrigens schlägt die Bildunterschrift im SZ-Feuilleton dem Fass die Krone ins Gesicht: “Katrin Bauerfeind: Gibt ihren Senf jetzt zu Polylux.” Ja, schönen Schrank auch!

WILMA-Party-Dokumentation

Fotos der WILMA-Semesterabschlussparty am 07.07.07 gibt es hier. Zweimal haben auch die lateinamerikanischen Freunde gespielt:

Affirmative Subversion am Beispiel Blüthner

Gerade beim häuslichen Dürüm-Essen in der Umschau den leipziger Piano/Flügel-Blüthner gesehen. Das ist ja ein ganz großer Sympath, beredsam und intelligent ist er auch. Dort, ja bei Blüthner in Leipzig, dort herrscht Harmonie auch in der Produktion. Aber nicht nur die Firmeninhaber sind sympathisch, nein, die Mitarbeiter der Julius Blüthner Pianofortefabrik sind höchst motiviert. So ist auch die Spitzenqualiät der hergestellten Instrumente zu erklären. Böse wäre, hier von Hungerlöhnern zu sprechen. Selbst wenn die gezahlten Löhne unter dem Tariflohn lägen, hätte das natürlich keine Auswirkungen auf die Leistungsbereitschaft der Arbeiter. Zu einem Spitzenprodukt muss eben nicht immer ein Spitzenlohn passen. Selbst “Künstler der heiteren Muse” wie Marlene Dietrich oder “Die Beatles” waren “Meister am Blüthner”. Da ist es doch egal, ob dort gestreikt wird, ob man Tariflöhne zahlt, wie die Firmenleitung in der Öffentlichkeit auf- oder der Gewerkschaft entgegentritt. Der Name Blüthner ist durch nichts zu erschüttern. Er steht für guten Klang, Tradition und Qualität.

Die beste Party der Stadt: Samstag zur WILMA-Party ins Kulturbundhaus

WILMA Leipzig. Semesterabschlussparty SS 2007, Kulturbundhaus

Zäpfle, Plauen, Bayreuth

tannenzaepfle.jpg

Am Wochenende in Leipzig die Bierbörse. Naja… Für eine Stadt wie Borna oder Grimma oder Plauen wäre das ja ein Ereignis gewesen. In Leipzig bekommt man (z. B.) Newcastle Brown Ale auch in den englischen und irischen Kneipen, und auch in den Feinkostabteilungen der Kaufhäuser. Apropos Plauen: Da ist der mutmaßliche Prostituiertenmörder her, der sich jetzt wohl in Bayreuth das Leben genommen hat. … Obgleich ich noch nicht ganz gesund bin, mach ich mich jetzt auch mal in die Richtung auf. Einen guten Wochenstart!