Laut Dietrich Paul, dem Präsidenten der Vereinigung der Spargelbauern Niedersachsen, fehlten ein Drittel der Erntehelfer, und deshalb verrotteten dreißig Prozent des Spargels auf deutschen Spargelfeldern. Bis zum Beginn der Spargelsaison waren das Problem die rückenverschmerzten deutschen Langzeitarbeitslosen bei denen trotz angekündigter Stützekürzung die Abbrecherquote extrem hoch war. Und nun ein neues Problem: polnische Stecher tun es auch nicht mehr für fünf Euro pro Stunde. Naja, nicht mehr so gern. In anderen Ländern gibt es Mindestlöhne, die natürlich darüber liegen. Dorthin fahren die Saisonarbeiter nun, und die deutsche Spargelindustrie meckert. “Zudem gingen viele bewährte Erntehelfer aus Polen lieber nach Großbritannien oder Holland, wo sie im Gegensatz zu Deutschland unbefristet arbeiten und den Arbeitgeber wechseln dürften” (hier). Herr Sonnleitner fordert deshalb die volle Freizügigkeit für Erntehelfer aus Osteuropa. Selbst wenn, würde es ihm nichts nützen, denn auch polnische Saisonarbeiter beherrschen elementare Algebra. Der gesetzliche Mindestlohn in Holland und dem UK liegt bei ca. acht Euro. Also, nicht meckern, liebe Bauernlobby, sondern mehr zahlen! Ist ja ein ganz einfach Rechnung. Ich befürchte übrigens, dass man dann die polnischen Helfer nicht mehr benötigen würde, da sich genug deutsche Erntehelfer fänden–ganz ohne ALG-Kürzungsandrohungen, Ein-Euro-Job- oder “Weiterbildungs”-Bestrafungen.
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