Gerade habe ich aus England eine billige Ausgabe der Barthes’schen Sammlung Image, Music, Text bekommen, mich sogleich noch einmal über den sogar falsch zitierenden Lev Manovič geärgert und etwas über das Simulacrum nachgedacht, da erfahre ich, dass Jean Baudrillard verstorben ist. Wie damals bei Kurt Cobain (der sich eine Woche nachdem ich entschieden hatte, richtig Nirvana-Fan werden zu wollen das Hirn wegblies) oder später bei den Beatles (ich gebe zu: die hatten sich bereits geraume Zeit vor meinem Interesse aufgelöst) komme ich auch diesmal nicht mehr dazu, das Werk zu Lebzeiten des Autors* zu verfolgen. Vielleicht hat das in diesem Fall sogar Vorteile. Obgleich ich mir schon eine Weile “Forget Baudrillard!” gesagt habe, überlege ich jetzt wieder. Man kann von einem abgeschlossenen Werk ausgehen, was ganz andere Perspektiven eröffnet, einem eine gewisse Sicherheit verschafft. Wie dem auch sei. Traurig ist so etwas immer. Im GWZ wird sicher mindestens ein Professor mit schwarzer Binde herumlaufen. Aber es bleibt die sehr exakte Karte des Poststrukturalismus. Sie bleibt auch dann ein genaues Abbild des Geländes, wenn dieses bereits verschwunden ist. Nur gut!
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2 Kommentare
Thirdt? Third? Oder was?
Ist bestimmt poshes Südenglisch mit dt.
Übrigens: Die irren Iren würden es turd aussprechen. Aber das bedeutet ja nun auch wieder was ganz anderes…
Ja, danke! Das sind Reste aus der Zeit bei meiner Tante Betty in London. Sehr posh, sehr sehr posh sprachen wir damals. Ach! In der Tat ist turd etwas ganz anderes und war nicht gemeint. Schließlich ist ein wichtiger Name in der Third Culture der Snow und der ist ja ganz ein großer Kontrast…
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