Skip to content

Monthly Archives: February 2007

Früher aufstehen und mit dem orange Schleifi eine Runde drehen

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich meist

  • eine Minute vor dem Wecker aufstehe und, dass
  • ich synchron mit dem Fahrplan des Schienenschleifzugs lebe. Ich treffe ihn fast täglich auf der Arthur-Hoffmann südlich der Eisner.

Jetzt frage ich mich natürlich, was denn los ist, woran das alles liegt und ob ich etwas dagegen tun könnte und sollte. Es ist ja nicht etwa so, dass die LVB einen Satz Schienenschleifzüge gewonnen hätte und die jetzt, bestückt mit Langzeitarbeitsloses (das nennt sich dann “Aktiv-Excel” oder so) pausenlos über die Leipziger Schienen schlurfen ließe. Oder doch?

Zum Thema LVB noch ein Nachsatz: Weiß jemand, wie die dort auf den Namen “Aktiv-Office” gekommen sind, was das zu bedeuten hat und ob eine Agentur dahinter steckt? Auf meine Anfrage reagiert bei den Leipziger Verkehrsbetrieben niemand…

Zauberstab und spanische Spekulationen

In der Harry-Potter-Film-Fangemeinde hat es ja schon seit der Veröffentlicherung des Pressematerials für die Theaterproduktion Equus heftig gebrodelt. Daniel Radcliffe, nackt mit nem Schimmel! Am Gielgud Theatre in London kann man den jungen Mann jetzt ganz nackigt (sic!) herumspringen sehen. Equus ist ein Theaterstück von Peter Shaffer von 1973. Es erzählt die Geschichte eines Psychiaters, der versucht, einen jungen Mann von seiner Besessenheit von Pferden zu heilen. Darum kümmert sich natürlich die Harry-Potter-Film-Fangemeinde nicht, sondern verkonsumiert das Pressematerial, das vor allem, das ist der Trick die Bude voll zu kriegen, aus Fotos des siebzehnjährigen Stars besteht. Da die private parts auf den Bildern nicht zu sehen sind, blühen natürlich auch die Phantasien, und die Photoshop-Gemeinde hat auch ihren Spaß und produziert, was man beim spanischen Telecinco zu Spekulationen über Harrys Zauberstab nutzt. Auch andere Blogs berichten darüber und zeigen wahrscheinliche Fotomontagen und sogar Bilder aus dem Stück.

Richard Dawkins’ Vorlesung “Queerer Than We Suppose: The Strangeness of Science” (Podcast-Empfehlung)

Now my own suspicion is that the Universe is not only queerer than we suppose, but queerer than we can suppose. [J. B. S. Haldane]

Picture of Prof. Richard Dawkins, March 2005. Permission for photo granted by Richard Dawkins. Photo by Christopher G Street, Bransgore, Dorset, UK. Public Domain. Source: WikipediaDer Mensch sei nicht fähig, eine Realität zu erfassen, die außerhalb der Wahrnehmung liege. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, Professor für populäres Wissenschaftsverständnis in Oxford, erklärt am 21. Oktober 2006 in seiner “Beatty Memorial Lecture” an der McGill University warum dem so sei. Es liege wohl daran, dass der Mensch in einer Mittelwelt entstanden sei und eben nicht in der Welt des ganz kleinen (QM), des ganz großen oder des ganz schnellen (SRT). Richard Dawkins ist bekannt durch kontroverse Bücher wie The Selfish Gene (1976) oder The God Delusion (2006). Dawkins’ Analogien und Metaphern sind grandios, wie auch seine Sprache. Inhalt, Sprache und Dawkins selbst wirken queerer than we suppose, indeed. Sehr hörenswert!

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.


[51’58” (1′ Anmoderation)]

Hier ist die kanadische Rede (CBC Radio: The Best of Ideas), hier ein entsprechendes Video des gekürzten Vortrags aus Oxford.

Die Wurzel von 160.000: In Mannheim weint man zweimal

Quelle: Wikipedia.orgDas BIFaB schenkt der Quadratestadt zum vierhundertsten Geburtstag einen passenden Song von Cris Cosmo (feat. Sound:scaper). Exklusiven kostenlosen Download, Liedtext und viele andere Dinge gibt es dort.

Link: MP3 bei Brockhaus.

Da mag man doch zum Feiern am liebsten nach Schönau, Rheinau, Neckarau, Blumenau, Jungbusch, Innenstadt, Neckarstadt, Schwetzingerstadt, Sandhofen, Lindenhof, Almenhof, Waldhof, Vogelstang, Feudenheim, Pfingstberg, Neuhermsheim, Hochstätt, Wallstadt, Oststadt, Gartenstadt, Wohlgelegen, Neuostheim, Käfertal oder Seckenheim. Man kann nur hoffen, dass einem dabei nicht der singende Pilgerpfad™ über den Weg läuft…

Übrigens gibt es im Jubiläumsjahr auch die erste Auflage eines neuen Literaturfestivals: lesen.hören1 in der Alten Feuerwache. Mit dabei sind Jakob Hein, der unvermeidbare Kaminer (plus Olga), Paul Ingendaay und die Kakalake mit der (meist) roten Krawatte (Wen meine ich nur?).

Also: Kragen hoch und hin!

Ein Browser ist ein Netzleser

Im Allgemeinen sind Browser Programme, mit denen Textdateien betrachtet werden können. To browse bedeutet im Englischen stöbern, und genau das tut nun der Browser: er stöbert (durch Verzeichnisse, Textdokumente, Skripte etc.).

Nun denkt man aber bei Browser vor allem an Web-Browser, also den Internet Explorer, Safari, Mozilla, Opera, Firefox, Konqueror oder gar den Netscape Navigator. Diese Programme sind allgegenwärtig, nur man redet nicht über sie. Browser (gesprochen: ‘Brauser’) kommt den Menschen schwer über die Lippen (ausgenommen sind natürlich die Netzarbeiter). Warum gibt es da kein deutsches Wort? Mit einem einfach zu merkenden deutschen Wort könnte man auch die Alleinstellung des IE bei Windows leichter brechen. “Wie gehen Sie ins Internet?” “Da starte ich mein’ Internet (Explorer) und gebe da die Adresse ein.” …

Die Macher des weltbesten* Internetbrowsers Opera (gesprochen: ‘Oppera’) sitzen in Oslo/Norwegen. Wenn man sie fragte was denn ein Browser sei, würden sie vielleicht so etwas sagen wie,

En nettleser (engelsk browser) er et program som brukes til å vise innhold fra internett som finnes i HTML-formatet. Nettleserens jobb er å ‘oversette’ HTML-kodene som angir plassering av tekst og bilder og vise dette i henhold til koden. Nettlesere opererer vanligvis på den delen av internett som kalles Verdensveven (WWW — World Wide Web). [Hier]

Und da kommt es schon vor: nettleser. Die Norweger verwenden diesen Begriff. Die deutsche Variante Netzleser könnte ein Ersatz für genanntes Problem sein. Ein paar Leute fordern diese Bezeichnung schon: der Wupperbayer oder der SoeDib. Der auf mich sehr suspekt wirkende Verein Deutsche Sprache e. V. (da wird auf der Website Erika Steinbach gefeatured und bei der Abkürzung “e. V.” verzichtet man auf das Leerzeichen zwischen den beiden Buchstaben) empfiehlt in seinem merkwürdigen Anglizismen-Index den Begriff Navigator, der unmöglich ist, da er als Begründungsgrundlage nur das Netscape-Produkt hat und keinem Menschen natürlich über die Lippen kommt.

Deswegen stelle ich folgende These zur Diskussion: Das Wort Netzleser ist eine brauchbare deutsche Bezeichnung für Webbrowser.

Netzleser, der; -s, – (EDV): 1.) Software zum Finden und Ansehen von Inhalten im World Wide Web. 2.) jmd., der etw. im Internet liest.

Ich bin mir bewusst darüber, dass man nicht nur mit Webbrowsern im Netz lesen kann. Übrigens sollte klar sein, dass ich kein Anglizismenhasser bin. Ich habe jedoch sehr viel mit netztechnisch unbeleckten Leuten zu tun, für die Bezeichnungen wie Browser oder Client immer noch unmöglich schwer sind. Diese Wörter gehen einfach nicht in den Kopf rein. Und das, obwohl diese Menschen täglich mit solchen Applikationen arbeiten. Noch etwas: im Englischen gibt es neben dem browser auch readers. Z. B. wenn es um RSS-Feeds oder PDF-Dokumente geht.

Schuhe binden–Poll des Monats

Woody postet den elegantesten, nützlichsten, kurzum, besten Poll, den ich seit Monaten irgendwo gesehen habe. Hier.

Nichts Schlimmeres als Unruhe an der Uni

Dieses Bild basiert auf dem Bild Nikolakloster Neubau aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Kurt Seebauer.Ein Unruhestifter ist ein Mensch, der die öffentliche Ruhe, der den Frieden stört, der also, kurzum, Unruhe stiftet, meutert, für Aufruhr oder Revolte sorgt. Nun hat der Leiter der Universitätsbibliothek der Dreiflüssestadt Passau ein paar solche Hetzer, Krakeeler und Krawallmacher ausfindig gemacht. Steffen Wawra meint tatsächlich:

Wir wissen, dass unsere Bibliotheken mehr als ausgelastet sind […] wir hätten uns jedoch gewünscht, dass die Studenten den direkten Kontakt zu uns suchen, anstatt mit einer solchen Aktion Unruhe zu stiften. [hier]

Okay, die Uni ist klein, mit neuntausend Studierenden eine richtige Klitsche. Da kann man schon mal mit dem Bibliothekschef sprechen bevor man anfängt herumzustänkern. Allerdings wurde diese Universität erst 1978 gegründet. Man hofft also, dass durch die Sichtbetonmauern noch ein Reformgeist weht.

Wer sind denn also nun die Meuterer und was haben Sie getan? Philipp Strigel und Maria von Stern, Studierende der Uni, die mit einer kreativen und sympathischen Flugblatt- und Plakataktion auf die Sitzplatznot in der Universitätsbibliothek aufmerksam machen wollten [vgl. Britta Merschs Artikel].

Jetzt wird dem Vista-Nutzer die Candara angezogen

Specimen of the typeface Comic Sans. Source: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:ComicSansSpec3.svgWer kennt sie nicht, die Verdana von Matthew Carter, die Times New Roman von Stanley Morison und Victor Lardent, die Arial von Robin Nicholas und Patricia Saunders oder die oft von Förderpädagogen missbrauchte Comic Sans MS von Vincent Connare? Warum sind sie so viel bekannter als die Frutiger, die Baskerville oder die Helvetica? Machen wir uns nichts vor! Das liegt daran, dass die erstgenannten zu den Microsoft-Kernschriften für das Internet gehören. Früher durften sogar Unix- oder Mac-User diese Schriften kostenlos von Microsoft beziehen. Dies geht jetzt nicht mehr. Auch für Microsoft-Nutzer gibt es eine Änderung, denn nun gibt es ein neues Set Standardschriften. So hat in Office 12 Calibri die Times New Roman als Regelschrift verdrängt und im GUI von Vista tummeln sich auch die anderen: Cambria, Candara, Consolas, Constantia und Corbel. Stuart Brown berichtet in seinem Modern Life is Rubbish genau so darüber, wie Anne van Wagener bei Poynter Online. Sascha A. Carlin zeigt wie diese Schriften nun ohne ClearType aussehen.

Wie lange es dauern wird, bis sich diese Schriftarten überall durchsetzen, ist nicht klar. Schließlich werden sie diesmal nicht ‘cross-platform’ verbreitet. Wer dann aber am Mac eine Cambria-Website betrachtet, kann nur hoffen, dass der Webdesigner in seinem CSS Georgia als zweite Schriftart angegeben hat.

Ich bin gespannt, wann dann das erste Mal die Studis im Grundstudium vor der ersten Hausarbeit fragen, ob sie diese in Cambria oder Calibri setzen sollen. Mit Calibri schindet man ja Seiten und dann sieht es auch irgendwie frischer aus. Und wenn diese Menschen dann eine alte Hausarbeit von vor 2007 zur Hand nehmen, werden sie feststellen, dass die schon komisch aussieht, ungewöhnlich, irgendwie altbacken…

Was die Comic-Sans-Fans von der Grundschuldidaktik und Förderpädagogik mit diesen Schriften anfangen sollen, ist noch unklar.

In Leipzig wird nicht GEZimpert…

Mephisto meldet gestern, dass die Polizei gegen einen Leipziger ermittle, der einen Vertreter der GEZ angegriffen habe, als dieser in der Wohnung des mutmaßlichen Täters die Anmeldung von Rundfunk- und Fernsehgeräten habe überprüfen wollen. Die Polizei ermittle nun wegen Nötigung und Körperverletzung. Alle, die die Strategien der GEZ-Drücker kennen, werden sich die Situation anders ausmalen können…

Keywords: What and Who to be Found here

Sieht aus wie ein Stöckchen. Ist aber keines:

analverkehr
proud to be no. 1 in Google’s blog search

“bastian bosse”
unbekannt verzogen

“bdsm”
bondage, discipline, domination, submission, sadism and masochism: not my prefs

beatles love
they’ve arrived in this century

“catarina valente hörprobe das kommt nie wieder”
Hä?

“dietmar dath”
grand master / cf. analverkehr

“dirk thärichen blog”
look for “frog”!

“gregori perelman”
another grand master

“henning schürig”
eine multi-kulti Schwuchtel

“hip hop analyse arschfick”
vgl. dietmar dath

“ignaz wrobel”
cf. kurt tucholsky

“ilses erika hits des jahres 2006”
kannste vergessen

“jesus and buddha”
not to be found here

“löten”
euphemismus?

“magazine.dl.am”
manche brauchens / ich bevorzuge mein SZ-Probeabo

“mario”
who’s he?

“mohammed”
no images available

“nackte junge männer”
how long do you pass as young?

“nackte mädchen von öst deutschland”
öst!

“photos hässlicher frauen”
… das seine

“rinderzunge rotweinsoße” / “schmorbraten mdr”
wir kochen gut

sensu hoerproben
die heidelberger

“tunnelbohrer- leonie”
“enttäusche schon zur taufe”. gibt es neuigkeiten?

“wahrig zehetmair”
achsenmächte

Schmidt, Peters, Jansen, Hermanns

klicksafe.de-BannerDie Frage ist nur, warum die Nazis in der ORF-Variante anders heißen. (?)

Allport-Skala

Wo gerade so sehr über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in StudiVZ-Gruppen (***) gesprochen wird, fällt mir die Allport-Skala in die Hand, die Gordon W. Allport 1954 in seinem Werk The Nature of Prejudice vorstellte. Es geht um eine Skala zur Erfassung von Vorurteilen in einer Gesellschaft in einer Unterscheidung der Diskriminierung nach Stufen.

  • 1. Verleumdung: Die meisten Menschen mit Vorurteilen reden auch darüber. Gleichgesinnten und gelegentlich auch Fremden gegenüber lassen sie ihren feindseligen Gefühlen freien Lauf.
  • 2. Vermeidung: Wenn das Vorurteil bei einem stärker wird, wird er die Berührung mit Mitgliedern der abgelehnten Gruppe vermeiden, sogar wenn er dafür beachtliche Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen muss.
  • 3. Diskriminierung: Der Voreingenommene möchte alle Mitglieder der abgelehneten Gruppe von bestimmten Berufen, von bestimmten Wohngegenden, von politischen Rechten, Erziehungs- und Erholungsmöglichkeiten und anderen sozialen Einrichtungen fernhalten. Rassentrennung ist die institutionalisierte Form der Rassendiskriminierung.
  • 4. Körperliche Gewaltanwendung: Unter der Bedingung von gesteigerter Emotionalität führt das Vorurteil zu verschiedenen Arten von Gewaltanwendung. Grabsteine auf jüdischen Friedhöfen werden geschändet. Die italienische Gang aus dem Nordviertel liegt auf der Lauer, um die irische Gang aus dem Südviertel zu überfallen.
  • 5. Vernichtung: Lynchjustiz, Pogrome, Massenmorde und das Hitler-Programm des Völkermordes kennzeichnen den höchsten Grad von Gewalt, durch den sich das Vorurteil ausdrückt.

[Quelle]

Mittags-GAU-Zeit-Vermeidung mit Gerd dem Herd

Eigentlich ein Thema für die Leipziger Gerüchteküche: hier. Dann aber doch nicht ganz, da ich noch ganz persönlich betroffen bin.

Im Mephisto-97,6-O-Ton hat sie es richtig gesagt, die Soziologiestudentin Franziska Werner:

Also es ist schon ziemlich problematisch, dass ich nicht mehr da essen gehen kann, weil es eben wirklich immer zentral gelegen war und da ich auch ganz oft im Seminargebäude Unterricht hatte. Und deswegen […] koche ich zu Hause und esse halt zu Hause. [hier]

Da hat sie es gut, die Franziska. Bei mir war das bisher nicht gut möglich. Aber jetzt ist er in mein Leben getreten: Gerd der Herd.

Gerd der Herd

Und wenn er erst mal angeschlossen ist, dann gibt es ständig Lasagne und Fix-Schokokuchen à la Julian und und und. Und zum Ameinsenhaufen von Karsten Mittag muss ich dann nur noch, wenn mir der Sinn nach Salatteller mit Tunfisch und Jogurtdressing plus weißem Brötchen steht.

Dank an Camilo, Torsten, Antje, Tikka, Christoph, Ina, Christian, Benny, Ralf, Ike ( Nicola), Stefanie, Gereon und Holger Ihr kriegt noch eine Lasagne-Einladung

Weitere Themen meiner Woche waren: die Warmen Brüder, diverse StudiVZ-Gruppen, die fünfzehn Leute, die fast ihre Romanistikprüfung hätten vergessen können und der WILMAnische MajorDomo.