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Myspace der Präfinalen*

Fredson und Pikas schrieben schon vor geraumer Zeit über das neue Trauerportal von Ippen, WAZ und Holtzbrinck. Am Totensonntag ging trauer.de dann online und beglückt seitdem die Menschen mit Informationen zu alten Totenbräuchen, zu Vorsorge, Todesfall und Trauer, mit einer Suche nach Verstorbenen (speziell prominenten), mit virtuellen Kondolenzbüchern und einem E-Mail-Service, der einem ganz automatisch die aktuellen Toten seiner Region liefert.

Das Portal soll eine Ergänzung der traditionellen Traueranzeige sein. Der Verstorbene kann in einem Nachruf in seiner gesamten Persönlichkeit gewürdigt werden: Wichtige Lebens- Stationen, Hobbys, Stärken und die kleinen Schwächen. Auch Fotos werden dazugestellt.

[hier]

Das Branchenbuch bei trauer.de erleichtet notwendige Behördengänge, und, in der Tat, schreibt auch ITW, dass das Portal wirtschaftlich interessant sei, weil man beispielsweise Blumengeschäfte im Umfeld von Friedhöfen auflisten könne.

Da weiterhin fleißig gestorben wird, scheint die Zukunft des Portals, zumindest was die Datengrundlage betrifft, gesichert. Die Frage bleibt, ob ein virtuelles Kondolenzwesen sinnvoll ist. Mit Gräbern klappt das ja seit ein paar Jahren ganz gut; nur im Trauerfall: will man da tatsächlich erst mal ins Web? (Und jemand, der schlicht Todesanzeigen mag, ist hier besser aufgehoben.)

*Titel aus Fredsons Text.

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