Lieber Christian Wilhelm Walter Wulff (Christian WWW),
habe gerade auf D-Radio gehört, dass Sie jetzt das Verbot von Computer-Killer-Spielen fordern. Das finde ich gut. Zum einen, weil damit der Begriff der Computer-Killer-Spiele noch mehr in die Medien dringt. Wegen des englischen Ursprungs des zweitel Teils des Kompositums, fällt es schwer, einfach Computerkillerspiele zu schreiben. Der Spiegel schreibt auch darüber, traut sich aber diese Wortkonstruktionen nicht zu und schreibt stattdessen Killer-Computerspiele. Wie dem auch sei; ich finde es Klasse, dass Sie das Verbot trotz der Unsinnigkeit in Anbetracht des weltweiten Datennetzes durchsetzen möchten. Ihr Freund Edmund meint ja, es dürfe jetzt “keine Ausreden” mehr geben: “Killerspiele animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten.” Vielleicht ist ja möglich, Internetinhalte grundsätzlich zu zensieren, damit Jugendliche und Frauen geschützt werden? Vielleicht kann man auch diese blutigen Bilder in den Nachrichten verbieten? Vielleicht die unsinnige Politik der CDU? … Oder vielleicht doch einfach mal global? Lieber Christian WWW, handeln Sie doch einfach mal global! Fordern Sie nicht nur öffentlichkeitswirksam den Verbot des Verkaufs von Computer-Killer-Spielen in Deutschland! Fordern Sie das Verbot von Gewalt weltweit! Das wäre doch was! Sie mit Friedenstaube auf dem Hemd im Bundesrat, Arm in Arm mit Edmund Friedenslieder singend, so wie früher beim CVJM. Jetzt kann es keine Ausrede mehr geben: “Der Zustand der Welt animiert Menschen, andere Menschen zu töten.” Handeln Sie!




4 Kommentare
Vor allem ist das doch ein bewundernswertes Konjunkturprogramm für den Schwarzmarkt und den grenznahen Computerspieleeinzelhandel bei unseren Nachbarn, von den Niederlanden bis nach Tschechien. Jetzt weiß ich auch was die meinen, wenn sie sagen Deutschland ist wieder die Lokomotive der europäischen Wirtschaft.
Interessant ist auch der Umgang der Polizei und der Medien mit dem Thema. Die Polizei nahm die Internetseite vom Netz. Dabei erkennt man am Abschiedsbrief des Todesschützen, dass sich dieser sehr wohl der beeinflussenden Wirkung von Medien bewusst und ziemlich reflektiert war (wenn auch seine Schlüsse fehlerhaft sind). Der Polizei kann es bei der Aktion nicht um den Schutz der Hinterbliebenen gegangen sein, denn Bastian Bosse erscheint mit Adresse auch heute noch als Domaininhaber von stay-different.de bei der Denic. … Und die Presse zitiert dann eben entstellend aus dem Abschiedsbrief.
Jetzt lass doch mal Christian in Ruhe, der muss sich schließlich auch irgendwie profilieren!
Passt auch Zwarwalds “Amok”-Comic vom 23.11.2006 zu.
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[...] Den dritten Tag in Folge ist der Mann mit dem Laubbläser hinterm Haus am Werk. Um acht ging es los. Gestern den ganzen Tag. Gibt es keine Regel, die verhindert, dass diese Geräte zur Mittagszeit oder vor zehn Uhr morgens zum Einsatz kommen, um die Geisteswissenschaftler, Langschläfer und Faulen zu schonen? Die Lerche mit dem Gebläse rächt sich an der Eule wegen der nächtlichen Störungen. Ist das brutal! Ich denke an den letzten Tatort. Ich denke an Killerspiele und die verlorenen Köpfe der Kirsten Harms. Gewalt aber bringt nichts! Man muss sich entziehen; doch es scheint zwecklos: Auf der anderen Seite dröhnt nämlich auch schon der Erdverdichter von der Baustelle gegenüber: Kunstanstalt Max Bresslauer. (In einer Stunde gehts auf ins Sportstudio. Da dudelt bestimmt schon wieder Jump mit der gleichen Playlist wie letzte Woche. Kurz nach elf kommen da die Scissor Sisters. ist der Chef nicht da, dreht dann wieder jemand das Radio leise. Ich wäre ja fürs Abschalten. Oder Sicherung raus! Nur das Klappern der Geräte und das Stönen aus dem Freihantelbereich. κύριε ἐλέησον!) [...]
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